Aṅguttara Nikāya - Die Angereihte Sammlung


Es gibt eine neue Übersetzung (English) von Ṭhānissaro Bhikkhu, die von K.Pavoni in die Deutsche Sprache (2016) übersetzt wurde und als PDF Dokument zur Verfügung steht: Aṅguttara Nikāya PDF (3.9MB)


Der Aṅguttara-Nikāya, d.i. die 'Sammlung der Angliederungen' (oder 'Angereihte Sammlung'), übertrifft an Umfang die anderen drei Hauptsammlungen, den Digha, Majjhima und Samyutta Nikāya. Die Sammlung der Langen Lehrreden (Dīgha-Nikāya) ist nicht ganz halb so groß wie der Aṅguttara, die Sammlung der Mittleren Lehrreden (Majjhima-Nikāya) etwas mehr als halb so groß, während die Sammlung der Gruppierten Lehrreden (Samyutta-Nikāya) etwa acht Neuntel des Umfangs unseres Textes beträgt.

Nach den einleitenden Versen des ehrw. Buddhaghosa zum Kommentar zur vorliegenden Sammlung, enthält diese 9557 Lehrreden, von denen allerdings sehr viele recht kurz, ja, manchmal bloß durch ein einziges Stichwort mit folgendem 'etc.' angedeutet sind.

Was das Alter des Werkes betrifft - nicht hinsichtlich der einzelnen Lehrreden, die meist, zum mindesten in ihren Grundzügen und dem wesentlichen Inhalt nach, bis auf den Meister selber zurück reichen, sondern als selbständige, abgeschlossene Sammlung -, dürfte der Anguttara-Nikāya bereits vor unserer Zeitrechnung entstanden sein. Schon das Werk 'Die Fragen des Milinda'. (Milinda-Pañhā), als dessen Entstehungszeit - wenigstens in seiner ursprünglichen, von späteren Zusätzen freien Gestalt - man mit ziemlicher Gewissheit das 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung annehmen darf, erwähnt mehrmals den Anguttara-Nikāya (als Anguttar-āgama) und zitiert Stellen daraus.

Die Sutten werden, ebenso wie in den übrigen Sammlungen von Lehrreden, zum größten Teil vom Meister selber, seltener von seinen Jüngern vorgetragen. Sie sind meist an Mönche, häufig aber auch an weltliche Anhänger und andersgläubige Asketen gerichtet. Diese Lehrtexte behandeln ein weites Gebiet der buddhistischen Ethik und Psychologie und enthalten teils sehr ausführliche Darlegungen der Lehre und Ordensdisziplin, Zwiegespräche, Widerlegungen irriger Meinungen sowie auch Ermahnungen allgemeiner Art. Sie gewähren gleichzeitig einen guten Einblick in das tägliche Leben und den Charakter sowie die religiösen und philosophischen Anschauungen jenes damals geistig so hoch entwickelten und auch heute noch in seiner Art unübertroffenen und einzig dastehenden indischen Volkes.


Die deutsche Übersetzung ist dem fünfbändigen Werk von Nyanatiloka/Nyanaponika, Aurum Verlag Freiburg 1984 und der Ausgabe vom buddhistischen Verlag Leipzig 1907 (Aṅguttara 1), Walter Markgraf Breslau 1911 (Anguttara 2) und 1914 (Aṅguttara 3) entnommen. Erhältlich beim Octopus-Verlag, Amazon.de, etc.  [WG]


     Oben