VORWORT zum Anguttara Nikaya

VORWORT zum Anguttara Nikāya

  1. Aus der Vorrede des Übersetzers zur 2. Auflage
  2. Vorwort des Herausgebers zur 3. revidierten Auflage
  3. Vorwort des Herausgebers zur 4. überarbeiteten Auflage

1. Aus der Vorrede des Übersetzers zur 2. Auflage

Das vorliegende Werk, der Aṅguttara-Nikāya, d.i. die 'Sammlung der Angliederungen' (oder 'Angereihte Sammlung'), gehört zu dem in der Palisprache überlieferten Kanon des südlichen oder Theravada-Buddhismus, dem Tipitaka oder 'Dreikorb'. Das Werk bildet einen Teil des 'Suttenkorbes' (Sutta-Pitaka) (*) und übertrifft an Umfang die anderen darin enthaltenen drei Hauptsammlungen von Lehrreden des Buddha. Die Sammlung der Langen Lehrreden (Dīgha-Nikāya) ist nicht ganz halb so groß wie der Anguttara, die Sammlung der Mittleren Lehrreden (Majjhima-Nikāya) etwas mehr als halb so groß (etwa fünf Neuntel), während die Sammlung der Gruppierten Lehrreden (Samyutta-Nikāya) etwa acht Neuntel des Umfangs unseres Textes beträgt. Die Seitenzahl des von der Pali Text Society, London, herausgegebenen Originaltextes des Aṅguttara beträgt 1823, die der Gruppierten Lehrreden 1686, der Mittleren Lehrreden 1092 und der Langen Lehrreden 904.

(*) Ein Sutta (Sanskr. sūtra, wtl: 'Faden; Leitfaden, Richtschnur') bezeichnet in der indischen Literatur eine kürzere oder längere Abhandlung, sei es auf dem Gebiete der Religion, Philosophie, Ethik, Logik, Mathematik oder auf irgendeinem anderen Gebiete. Die Suttas des Sutta-Pitaka indessen sind fast ausschließlich philosophischen und ethischen Inhalts.]

Nach den einleitenden Versen des ehrw. Buddhaghosa zum Kommentar zur vorliegenden Sammlung, enthält diese 9557 Lehrreden, von denen allerdings sehr viele recht kurz, ja, manchmal bloß durch ein einziges Stichwort mit folgendem 'etc.' angedeutet sind.

[Die Zählung der Suttas weicht in den verschiedenen Textausgaben z.T. sehr erheblich voneinander ab. Nach der hier benutzten Zählung der burmesischen Konzilsausgabe sind es 6325 Lehrreden. Wenn aber die das Ende des Zweier- bis Elfer-Buches bildenden 'Reihentexte', ohne Einzelzählung der Permutationen, als je ein Sutta gerechnet werden, so sind es 2741 Lehrreden.

Siehe auch Anhang I zum Einer-Buch. (Herausgeber)]  

Was das Alter des Werkes betrifft - nicht hinsichtlich der einzelnen Lehrreden, die meist, zum mindesten in ihren Grundzügen und dem wesentlichen Inhalt nach, bis auf den Meister selber zurück reichen, sondern als selbständige, abgeschlossene Sammlung -, dürfte der Anguttara-Nikāya bereits vor unserer Zeitrechnung entstanden sein. Schon das Werk 'Die Fragen des Milinda'. (Milinda-Pañhā), als dessen Entstehungszeit - wenigstens in seiner ursprünglichen, von späteren Zusätzen freien Gestalt - man mit ziemlicher Gewissheit das 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung annehmen darf, erwähnt mehrmals den Anguttara-Nikāya (als Anguttar-āgama) und zitiert Stellen daraus.

Der Name des Werkes, Anguttara-Nikāya oder die 'Sammlung der Angliederungen', gründet sich darauf, dass mit jedem folgenden Buche des Werkes die in den einzelnen Lehrreden erklärten Gegenstände, wörtl. 'Glieder' (anga), um einen weiteren Gegenstand, wörtl. 'ein höheres Glied' (anguttara = anga-uttara), anwachsen. So behandeln die Lehrreden des Einer-Buches (Ekaka-Nipāta) jedesmal nur einen einzelnen Gegenstand, die des Zweier- Buches Paare von Begriffen, die des Dreier-Buches Gruppen von je drei Gegenständen usw., bis zum Elfer-Buch.

Die Sutten werden, ebenso wie in den übrigen Sammlungen von Lehrreden, zum größten Teil vom Meister selber, seltener von seinen Jüngern vorgetragen. Sie sind meist an Mönche, häufig aber auch an weltliche Anhänger und andersgläubige Asketen gerichtet. Diese Lehrtexte behandeln ein weites Gebiet der buddhistischen Ethik und Psychologie und enthalten teils sehr ausführliche Darlegungen der Lehre und Ordensdisziplin, Zwiegespräche, Widerlegungen irriger Meinungen sowie auch Ermahnungen allgemeiner Art. Sie gewähren gleichzeitig einen guten Einblick in das tägliche Leben und den Charakter sowie die religiösen und philosophischen Anschauungen jenes damals geistig so hoch entwickelten und auch heute noch in seiner Art unübertroffenen und einzig dastehenden indischen Volkes.

Damit aber bildet das Werk nicht nur eine wertvolle Fundgrube für den Wahrheitssucher, sondern bietet auch dem vergleichenden Religionswissenschaftler, dem Philosophen, Psychologen, Kulturhistoriker, Geschichtsschreiber, Mythologen und Folkloristen ein reiches Feld zur Ausbeute.

Viele Stellen, Prosa wie Verse, finden sich auch in anderen Teilen des Sutta-Pitaka wieder; eine ganze Anzahl auch in dem kleinen Abhidhammawerke Puggala-Paññatti und einige auch im Dhammasangani; (*) doch alle diese Parallelen anzuführen, ist hier nicht der rechte Ort.

(*) Englisch von C.F. Rhys Davids. "A Buddhist Manual of Psychological Ethics." London, 1923.

Als Textquellen für meine Übersetzung dienten mir teils die vortreffliche. aber leider noch unvollendete singhalesische Ausgabe, teils die fehlerhafte burmesische Ausgabe der Kavya Hman Press, Rangoon, teils die Ausgabe der Pali Text Society, London. Überdies habe ich bei der Übersetzung des Vierer-Buches die zuverlässige siamesische Jubiläumsausgabe zum Vergleich herangezogen.

Den die vorliegende Sammlung erklärenden, sehr umfangreichen Kommentar Manorathapūrani, d.h. 'Wunscherfüllerin', habe ich in seiner singhalesischen Ausgabe vollständig durchgearbeitet und bei meiner Übersetzung, so weit ich es für ratsam hielt, berücksichtigt. Dieser Kommentar sowie die meisten anderen Kommentarwerke zum Pali-Kanon wurden lange Zeit irrtümlich dem im 5. Jahrhundert lebenden bedeutenden Gelehrten und Kommentator Buddhaghosa als deren ausschließlichem Verfasser zugeschrieben. Doch die Kommentarwerke gehen in ihrer uns allerdings nicht mehr erhaltenen allerältesten Fassung als die sog. Mahā-Atthakathā ('der grosse Kommentar') wahrscheinlich bis auf die früheste Zeit der Lehre zurück.

Dīpavamsa und Mahāvamsa, die beiden berühmtesten und ältesten Chroniken Ceylons berichten - ebenso wie auch Buddhaghosa selbst -, dass ursprünglich die in der Palisprache abgefasste 'Mahā-Atthakathā' oder 'Mūlatthakathā' ('der Hauptkommentar'), zusammen mit dem Pali-Tipitaka, von Mahinda-Thera, dem Sohne des großen buddhistischen Kaisers Asoka, im Jahre 307 vor unserer Zeitrechnung nach Ceylon gebracht und dort im 'Grossen Kloster' (Mahā-Vihāra) die Mahā-Atthakathā von ihm ins Singhalesische übersetzt wurde. Als der ehrw. Buddhaghosa im 5. Jahrhundert nach Ceylon kam, fand er diese singhalesische Übersetzung vor, während das vom ehrw. Mahinda einstmals mitgebrachte (einzige?) Pali-Original der Mahā-Atthakathā in den seitdem dahingegangenen acht Jahrhunderten wohl schon längst verschwunden war. Der ehrw. Buddhaghosa übersetzte nun, mit Hinzufügung eigener Erklärungen, die wesentlichen Teile der singhalesischen Fassung des 'Grossen Kommentars' in die Pali-sprache zurück. Im 12. Jahrhundert jedoch, unter der Herrschaft der Tamilenfürsten, die von Südindien aus in Ceylon eingedrungen waren und die Buddhisten in fanatischster Weise verfolgten, die Mönche töteten und vertrieben und alles, was den Buddhisten heilig war, niederbrannten und vernichteten - zu dieser Zeit muss zweifellos auch der Pali-Kanon samt der singhalesischen Mahā-Atthakathā und der Pali-Atthakathā des ehrw. Buddhaghosa ein Raub der Flammen geworden sein. Inzwischen aber war der Buddhismus und damit auch die kanonischen Schriften und des ehrw. Buddhaghosa Kommentare längst in Burma eingeführt, und deren Studium stand dort bereits in hoher Blüte. Wie uns berichtet wird, wurden später aus Burma, neben dem Tipitaka, auch die Kommentare des ehrw. Buddhaghosa wieder nach Ceylon gebracht. Auch der ehrw. Buddhaghosa spricht zuweilen von der 'Atthakathā' (womit er natürlich die singhalesische Fassung, die Mahā-Atthakathā meint), und zwar an Stellen, wo er Verbesserungen oder Zusätze macht: Atthakathāyam pana ... vuccati ("In der Atthakathā allerdings heißt es: ...") und häufig die Bemerkung beifügt: " ayam me mati", "dies ist eine Auffassung" oder " iti porānā ", "so (erklärten es) die früheren (Lehrer)". In den einleitenden Versen zum Anguttara-Kommentar Manorathapūranī berichtet der ehrw. Buddhaghosa unter anderem folgendes:

"Die Atthakathā, die zur Erklärung (des Textes) zuerst von den fünfhundert Mönchen auf dem unmittelbar nach des Meisters Tode stattfindenden Konzil zu Rājagaha vorgetragen und auch später nochmals rezitiert wurde, wurde von dem Mönche Mahāmahinda nach Ceylon gebracht und zum Segen des Inselvolkes in die singhalesische Sprache übersetzt. Nunmehr werde ich, ohne die Lehre zu entstellen, aus jener (Atthakathā) Auszüge machen, das Singhalesische in eine gefällige, dem Charakter des Textes entsprechende, fehlerfreie Sprache übertragen und, unter Weglassung der sich wiederholenden Erklärungen, den im Großen Kloster (Mahā-Vihāra) (bei der im Mittelpunkt Ceylons gelegenen ehemaligen Königsstadt Anurādhapura, deren gewaltige Ruinen heute noch zu sehen sind.) lebenden Ordensälteren, jenen mit äußerst scharfem Urteil ausgestatteten Leuchten in der Tradition der Ordensälteren, den Kommentar vortragen."

In den diesen Kommentar beschließenden Versen sagt der ehrw. Buddhaghosa ferner:

"Die Atthakathā zu der scharfsinnigen, bedeutenden Sammlung, die ich in Besprechungen über die Lehre, den Erklärungen der Lehre lange Dauer wünschend, begonnen hatte auf Wunsch des hochweisen Ordensälteren, des ehrwürdigen Jotipāla - der früher in der Stadt Kañci (Kañcipura) und anderwärts mit mir zusammen gelebt hat - und ebenso auf Wunsch des Hochweisen, im Lebenswandel lauteren, zum anderen Ufer des Meeres des Dreikorbes gelangten Jīvaka - zu der Zeit, als ich im Grossen Kloster (Mahā-Vihāra) auf der 'Kupferblattinsel' (Ceylon) lebte und die Lehre mächtig wurde wie ein ausgewachsener Baum - eben diese Atthakathā habe ich, der Mahā-Atthakathā das Wesentliche entnehmend, in 94 Rezitationsabschnitten (bhānavara) des Textes (pāli) fertiggestellt. Weil nunmehr mein Wunsch, die ganze Sammlung (āgama) zu erklären, erfüllt ist, möge diese (Atthakathā) darum den Namen 'Wunscherfüllerin' erhalten."

Obzwar die Benutzung des Kommentars in mancher Hinsicht eine gewisse Vorsicht gebietet, ist sie jedoch andererseits wieder an vielen Stellen geradezu unentbehrlich, besonders da, wo es sich um idiomatische Redewendungen handelt, deren Sinn oft ein ganz andere ist, als die Worte zu besagen scheinen.

Bei der Übersetzung des Einer- und Vierer-Buches stand mir ein auf Palmblättern geschriebenes birmanisches Exemplar des Subkommentars (Tika) zur Verfügung, das jedoch überaus fehlerhaft und stellenweise nahezu unbrauchbar war.

In meiner Übersetzung des Lehrredentextes habe ich häufige Wiederholungen des öfteren fortgelassen und meist durch Gedankenstriche oder Punkte angedeutet, und zwar so, dass der natürliche Fluss des Satzes gewahrt bleibt und nicht jäh unterbrochen wird.

Zum Schluss möchte ich nicht versäumen, jenen tüchtigen Gelehrten, mit denen ich mich bei der Übersetzung der ersten vier Bücher über viele unklare Textstellen mit großem Gewinn beraten habe, meinen herzlichen Dank auszusprechen. Es sind dies: die buddhistischen Ordensälteren Ehrw. Ariyavarisa Kumāra-Mahāthera (Burma), mein Upajjhāya; U Rājinda-Mahāthera (Burma), Devananda-Mahāthera (Ceylon), Nānissara-Mahānāyakathera (Haupt des Vidyodaya Oriental College, Colombo), Suriyagoda Sumangala-Thera (Ceylon), ferner mein Freund Prof. Duroiselle, und außerdem noch zwei hochedeutende Gelehrte, Pāli-Saya U Pye (Burma) und Pandit Wagiswara (Ceylon).

Durch mancherlei Umstände bedingt, hat sich leider die Fertigstellung meiner Übersetzung der elf Bücher des Anguttara-Nikāya länger hingezogen, als ich anfangs erwartete. Dazu kam der unselige Krieg, der mich aus meiner kaum gewonnenen Ruhe und Einsamkeit herausriß und meine lange Gefangenschaft und Überführung nach Australien zur Folge hatte. Aus all dem erklärt es sich auch, dass ich an meiner Übersetzung oft unter den schwierigsten Verhältnissen und an den verschiedensten Plätzen der Erde zu arbeiten hatte: in Burma, Ceylon, den Himalaya-Bergen, dem Shanland, der Oase bei Gabes, den Abhängen des Montelema im Tessin, der Charitas bei Lausanne, in Santa Maria a Vico, Neapel, Australien, Honolulu; und zu guter Letzt im Innersten Chinas, wohin mich mein Schicksal nach meiner Freilassung aus dem australischen Interniertenlager über Hawai und Japan verschlagen hatte und wo ich, auf meiner Reise nach Südwest-Yunnan, am oberen Yangtse (Chungking) auf den Druck der englischen Regierung hin unter Bewachung zurückgehalten und später in Hankow offiziell verhaftet wurde, habe ich als Gefangener auf der Polizei schließlich mein Werk vollständig zu Ende geführt.

Nyanatiloka

Polizei, Hankow, im Dezember 1917


2. Vorwort des Herausgebers zur 3. revidierten Auflage

Vor seinem Tode, am 28. Mai 1957, hatte der Übersetzer des vorliegenden Werkes, der ehrw. Nyanatiloka Mahāthera, seinen unterzeichneten Schüler mit der Fürsorge für seinen literarischen Nachlass betraut, und insbesondere mit einer revidierten Neuausgabe des Anguttara-Nikāya. Als Material für eine solche lag ein korrigiertes Handexemplar 2. Auflage (1922) vor, das z.T. beträchtliche Änderungen aufwies. Der ehrw. Mahathera erwies dem Herausgeber das Vertrauen, ihn zu ermächtigen, darüber hinaus weitere Änderungen nach seinem Ermessen vorzunehmen und, soweit nicht bereits erfolgt, die Terminologie der vom Übersetzer später gebrauchten anzupassen. Der Herausgeber hat sich bemüht, solche Änderungen im Sinne seines ehrw. Lehrers vorzunehmen, doch für alle Abweichungen und deren etwaige Irrtümer trägt er selber die Verantwortung.

Die Erstauflage des 'Einer-Buches' dieses Werkes erschien im Jahre 1907 und wurde bis zum 'Vierer-Buch' weitergeführt. Die erste Gesamtausgabe in fünf Bänden erschien als 2. Auflage im Jahre 1922 beim Verlag Oskar Schloss, München-Neubiberg. Seit vielen Jahren war dieses wichtige Quellenwerk vergriffen, und es ist daher dankbar zu begrüßen, dass der Verlag M. DuMont Schauberg die Veröffentlichung einer Neuausgabe übernommen hat, die gleichfalls in fünf Bänden erscheint.

Für diese Neuauflage wurde die sorgfältige Textausgabe in burmesischen Schriftzeichen benutzt, die vom 6. Konzil in Rangun (Chattha-Sangāyanā, 1954-1956) herausgegeben und autorisiert wurde. An der eindrucksvollen Eröffnungssitzung dieses Konzils konnte noch der ehrw. Nyanatiloka Mahathera (sowie der Herausgeber) teilnehmen. Da jedoch die Textausgabe der Pali Text Society, London (= PTS), in Ländern des Westens leichter zugänglich ist, wurden die Seitenzahlen dieser Ausgabe des Pali-Textes am Rande des vorliegenden Werkes vermerkt. Obwohl mit einigem Zögern, hat sich der Herausgeber entschlossen, in einigen Fällen von der Lehrreden-Zählung der PTS-Textausgabe abzuweichen, wo diese allzu unhaltbar erschien, und statt dessen die bessere Einteilung der Konzilsausgabe zu übernehmen. Dies machte freilich auch eine Zählungsänderung gegenüber den ersten Auflagen dieser Übersetzung notwendig.

Die Anmerkungen wurden vermehrt durch eigene Erläuterungen des Herausgebers sowie durch zusätzliche Auszüge aus dem Kommentar und dem Subkommentar. Für den Kommentar (Manorathapūranī) wurde anfänglich benutzt eine gute singhalesische Druckausgabe (Colombo 1922), später die burmesische Konzilsausgabe. Für den Subkommentar der dem ehrw. Übersetzer nur unvollständig vorgelegen hatte, wurde zuerst benutzt eine burmesische Druckausgabe aus dem Jahre 1910, später, nach ihrem Vorliegen, die gute burmesische Konzilsausgabe. Die biographischen Angaben über 'Die Spitzen der Jüngerschaft', die in der 2. Auflage als Fußnoten zum Einer-Buch erschienen, wurden hier in erweiterter Form als Anhang II zum Einer-Buch gedruckt. Zusätzlich in dieser Neuausgabe sind ferner der Anhang I zum Einer-Buch sowie der Registerteil, der in den früheren Auflagen fehlte. Für ein Werk wie dieses, das so viele verschiedene Themen behandelt, wurde die Beifügung von Registern als besonders wichtig erachtet.

Der besondere Dank des Herausgebers gebührt jenen Ceylon und dem Buddhismus freundschaftlich verbundenen Kreisen der Bundesrepublik Deutschland, die die Drucklegung dieses Werkes durch beträchtliche materielle Hilfe gefördert haben; ferner dem Verlag M.Du Mont Schauberg für die freundliche Bereitwilligkeit, dieses umfangreiche Werk zu übernehmen und für die der Herausgabe gewidmete Sorgfalt; Herrn Dr. Hellmuth Hecker für seine wertvolle Hilfe beim Korrekturlesen.

Abschließend gedenkt der Herausgeber mit Dankbarkeit und Verehrung des verstorbenen Übersetzers, Nyanatiloka Mahathera, der durch seine zahlreichen deutschen und englischen Werke einen so bedeutenden Beitrag zur Kenntnis und zum Verständnis der Buddha-Lehre geleistet hat.

Nyanaponika

Forest Hermitage, Kandy, Ceylon, November 1968


3. Vorwort des Herausgebers zur 4. überarbeiteten Auflage

Die Worte eines großen Weisheitslehrers, wie die des Buddha, sind auch heute von unverminderter Gültigkeit und praktischer Bedeutung. Gegründet auf einem realistischen Verständnis des Menschen und seiner Welt, lehrt der Buddha eine autonome Ethik der Selbstverantwortung und inneren Läuterung, die eine mitfühlende Verantwortung gegenüber dem Mitmenschen einschließt. Toleranz, Überbrückung sozialer Gegensätze, Friedenswille und das Vermeiden von Gewalttätigkeit - das waren seit jeher Kennzeichen des Buddhismus. Es sind solche Gesinnungen und solche Verhaltensweisen, die heute von geradezu lebenswichtiger Aktualität sind. So kann der Buddhismus einen wichtigen Beitrag zu verantwortungsbewussten ökumenischen Bemühungen leisten.

Es ist daher dankbar zu begrüßen, dass der Aurum Verlag diese große und wichtige Sammlung von Lehrreden des Buddha durch eine Neuauflage wieder zugänglich macht. Wertvolle Unterstützung durch einen namhaften finanziellen Beitrag leistete ein Schweizer Buddhist, der auch bei der Revisionsarbeit mit half.

Nyanaponika

Forest Hermitage, Kandy, Sri Lanka, Juli 1984


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