HEILSLEHRE, Erkenntnis 3

  DIE HEILSLEHRE DES BUDDHA

ERKENNTNIS 3

"Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar:
Leiden und seine Vernichtung."

Wenn der Buddha doch einmal einem aufdringlichen Frager antwortete, dann geschah es nur, um gegen die Neigung des Menschen zum Spekulieren Front zu machen. Auf die Frage eines Mönches nach der Länge eines Weltzeitalters antwortete der Buddha:

"Wenn an einem Felsenberg, der eine Meile hoch, eine Meile breit und eine Meile lang ist, alle hundert Jahre ein Mann mit einem seidenen Gewand vorbeikäme und daran streifen würde, eher würde der Berg abgenutzt und verschwunden sein als ein Weltzeitalter." Samy. Nik.

In den meisten Fällen aber schwieg der Buddha auf solche falschen und törichten Fragen; ja, er schwieg sich über alles nicht zum Heile Gehörende grundsätzlich aus:

"Zweifaches steht euch an: Gespräch über die Lehre oder edles Schweigen." Majjh. Nik.

Der Buddha weist in seinen Reden nur auf die Wirklichkeit hin: das Entstehen-Vergehen-Leiden und auf die sich daraus ergebende Konsequenz der Loslösung:

"Wie das Meer nur von einem Geschmack durchdrungen ist, dem des Salzes, so ist meine Lehre nur von einem Geschmack durchdrungen: dem der Befreiung vom Leiden." Cullav.

Wer darum in der Heilslehre des Buddha die Lösung der Welträtsel sucht, die noch nie gelöst worden sind und auch nie gelöst werden können—denn

"Ohne Anfang und Ende ist dieser Samsara"—

wird nur enttäuscht werden:

"Das Gewirr der Ansichten und das Knäuel der Meinungen zu vermehren, dafür erscheinen Buddhas nicht."

Wem es um Ansichten und Meinungen geht, der hat das Leiden noch nicht erkannt, ist von ihm noch nicht getroffen worden:

"Es ist, Malunkyaputta, wie wenn ein Mann von einem Pfeil getroffen wäre, einem vergifteten, stark mit Gift bestrichenen, und seine Freunde und Genossen, seine Angehörigen und Blutsverwandten einen Arzt riefen. Wenn jener nun sagte: Ich werde mir den Pfeil solange nicht herausziehen lassen, als ich den Mann nicht kenne, der mich geschossen hat, welches sein Name und sein Geschlecht ist . . . ob er lang oder kurz oder mittelgroß ist. . . Ob er schwarz oder braun ist oder gelbe Hautfarbe hat. . .in welchem Dorf oder Flecken oder in welcher Stadt er wohnt... als ich den Bogen nicht kenne, mit dem ich geschossen bin... als ich die Sehne nicht kenne, mit der ich geschossen bin... als ich den Schaft nicht kenne, mit dem ich geschossen bin...—Ehe der Mann das in Erfahrung gebracht hätte, Malunkyaputta, würde er sterben." Majjh. Nik.

Nur auf eines kommt es an: das Leiden zu erkennen und den Weg zu gehen, der aus diesem Leiden führt.

Im Gegensatz zu andern Lehrern stellt der Buddha seine Lehre völlig offen, nicht verhüllt, dar:

"Drei Dinge, ihr Mönche, leuchten offen, nicht verhüllt: Der Mond, ihr Mönche, leuchtet offen, nicht verhüllt; die Sonne, ihr Mönche, leuchtet offen, nicht verhüllt; die von dem Vollendeten verkündete Lehre und Ordnung, ihr Mönche, leuchtet offen, nicht verhüllt.

Diese Dinge leuchten offen, nicht verhüllt." Ang. Nik.III.132

Wenn über die Daseinszusammenhänge gesprochen wird, geschieht dies nur im Zusammenhang mit der Leidensverkettung. Die hierin am weitesten gehende Darstellung, die über die Darstellung der Ursache Durst (in der zweiten heiligen Wahrheit) hinausgeht, wird in der Zwölferreihe des Bedingten Entstehens (patticca-samupada) gegeben, in der das Vergänglich-Leidvoll-Nichtselbst die letzte Begründung findet. [71]

"Ohne Anfang und Ende ist dieser Samsara.

Ein Anfang der im Nichtwissen befangenen Wesen ist nicht zu erkennen:

die unaufhörliche Kette des Leidens."

In dieser Zwölferreihe ist die Leidensverkettung—und nur darum geht es dem Buddha — bis zur äußersten Grenze des Erkennens durchgeführt. Die Zwölferreihe besagt, daß alle Erscheinungen (dhamma) nur in Abhängigkeit von anderen bestehen. Eine erste Ursache, etwa im Sinne eines ewig bestehenden Selbstes, aus dem alle anderen Erscheinungen entstanden sind, kann nur durch einen Glaubensakt, nicht aber gedanklich vertreten werden.

Die dritte edle Wahrheit vom Leiden nimmt auf die Aufhebung des Durstes Bezug, als der allgemein verständlichen Ursache, zum Unterschied von der obigen tieferen Auslegung:

"Das ist die edle Wahrheit von der Aufhebung des Leidens: Es ist eben dieses Durstes Aufhebung durch völlige Leidenschaftslosigkeit, das Aufgeben, das Sichentäußern, Sichloslösen, Sich-Befreien von ihm."

Über den bedingten Zusammenhang der Auflösbarkeit des Leidens, über die Ursache Durst hinaus gibt die Zwölferreihe, in ihrer Auflösung gelesen, Aufschluß:

So kommt es zur Aufhebung der ganzen Masse des Leidens."

Von der Welt aber, diesem ewigen Spekulationsobjekt, heißt es:

"Nicht sage ich, gibt es ein Ende des Leidens, wenn man nicht der Welt Ende erreicht hat. Aber ich verkünde euch, daß in diesem Bewußtsein-behafteten Körper, dem klaftergroßen, der Welt Entstehen und der Welt Ende enthalten ist." Samy. Nik.

So richtet sich auch das Denken des Buddha nicht auf die Unfassbarkeit Welt, sondern nur auf die Faßbarkeit Geist-körperlichkeit (nama-rupa). Es gilt, der Leidensverkettung Herr zu werden. Es geht darum, die drei Wurzeln des Leidens, Gier, Haß, Wahn, die an dieses Dasein binden, zu vernichten. Es geht um die Aufhebung der sechs Sinne (der 6. Sinn ist immer der Denksinn), die die Verhaftung mit dem Leben und damit dem Leiden herbeiführen. Es geht

um das Auge und die Formen,
um das Ohr und die Töne,
um die Nase und die Gerüche,
um die Zunge und die Säfte,
um das Gefühl und die Tastungen,
um den Intellekt und die Begriffe und Vorstellungen.

"Alles, ihr Mönche, will ich euch zeigen; so höret!

Was aber, ihr Mönche, ist alles?

Das Auge und die Formen,
Das Ohr und die Töne,
Die Nase und die Gerüche,
Die Zunge und die Säfte,
Das Gefühl und die Tastungen,
Der Intellekt und die Begriffe:
Das, ihr Mönche, nennt man alles."

Eine der erschütterndsten Lehrreden, die der Buddha unter dem Eindruck seiner Erkenntnis hielt, ist die Feuerpredigt zu Benares:

"Alles, ihr Mönche, ist ein Brennen.

Warum, ihr Mönche, ist alles ein Brennen?

Das was auf Grund der Sehberührung aufspringt, sei es ein angenehmes, sei es ein unangenehmes, sei es ein weder angenehmes noch unangenehmes Gefühl, ist ein Brennen. Und durch welches Feuer ist alles entbrannt?

Ich sage euch, ihr Mönche, durch das Feuer der Lust, das Feuer des Hasses, das Feuer der Unwissenheit, durch Geburt, Alter, Krankheit, Tod, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram und Verzweiflung ist alles entbrannt.

Das Ohr, ihr Mönche, ist ein Brennen—und das Hörbare.

Die Nase, ihr Mönche, ist ein Brennen—und das Riechbare.

Die Zunge, ihr Mönche, ist ein Brennen — und das Schmeckbare.

Der Körper, ihr Mönche, ist ein Brennen—und das Tastbare.

Das Denken, ihr Mönche, ist ein Brennen—und die Begriffe.[72]

Wenn er so durchschaut, ihr Mönche, wird der wohlbelehrte Hörer des Edlen

des Auges überdrüssig—

wird der Form überdrüssig—

wird des Sehbewußtseins überdrüssig,

wird der Sehberührung überdrüssig,

wird des daraus entstehenden Gefühls überdrüssig, sei es ein angenehmes, sei es ein unangenehmes, sei es ein weder angenehmes noch unangenehmes Gefühl überdrüssig. Er wird des Ohres überdrüssig und des Hörbaren. Er wird der Nase überdrüssig und des Riechbaren. Er wird der Zunge überdrüssig und des Schmeckbaren. Er wird des Körpers überdrüssig und des Tastbaren. Er wird des Denkens überdrüssig und des Begreifbaren.

—Überdrüssig geworden, wird er entsüchtet; durch die Entsüchtung wird er frei. Im Befreiten ist das Wissen vom Befreitsein. Versiegt ist Geburt, ausgelebt das Reinheitsleben, nichts weiteres mehr auf dieses hier!—So erkennt er. " Samy. Nik.

Darum mahnt der Erhabene: "Wie könnt ihr lachen, wie euch freuen, wo alles in Flammen steht." Und an anderer Stelle:

"Dem Wachenden wird lang die Nacht,
und lang dem Müden Wanderweg.
Der Tor, der nicht die Lehre kennt,
muß lange wandern durch die Welt." (Dhp.)

Nicht daß die Sinne da sind, ist das Übel, sondern, daß wir uns durch sie ans Leben binden. Wir sind durch die Sinne so dem Leben verhaftet, daß wir gar keinen Ausweg mehr sehen und Leben für etwas Wertvolles halten, wo es doch nur eine Verkettung von Ursachen ist, deren Auswirkungen Leiden, immer nur Leiden sind. Es wurde schon erwähnt, daß die Sinne zur Übertreibung im Aufnehmen neigen, und der Mensch mehr sieht, hört, riecht, schmeckt, tastet und denkt, als er jemals verdauen kann. Der Intellekt aber, auf den der Mensch so stolz ist, ist als ein Artist anzusehen, der mit den bunten Bällen der Begriffe nur sich und der Welt etwas vormacht. Deshalb kommt es zuerst auf die Zügelung der Sinne an, auf das rechte Maß, dem dann später das Loslösen zu folgen hat.

Das dritte Merkmal des Lebens, auf das der Buddha verweist, ist, daß alles nichtselbst (anatta) ist. [73]

"Was aber vergänglich und leidvoll ist, kann ich von dem sagen: Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst?

Nein, o Herr."

Diese Anattawahrheit geht auch den letzten menschlich erdachten Ewigkeitswerten zu Leibe und besagt kurz, daß es nichts, aber auch nichts gibt, was einen festen Bestand hat. Etwa so, daß man sagen könnte: "Das gehört mir, das bin ich, das ist mein Selbst." Das ist nicht möglich. "Diese Anattawahrheit oder Wahrheit von der Wesenlosigkeit aller Daseinsformen ist der Kernpunkt der ganzen buddhistischen Erkenntnislehre. Diese Anattawahrheit ist die einzige spezifisch buddhistische Lehre, eine Lehre, ohne deren Erkenntnis man nicht die Pfade der Heiligkeit gewinnen kann." (Nyanatiloka.)

Mit ihr ist der Seelebegriff und die auf ihm aufgebaute Seelenlehre zerstört. Es gibt hier keine sich gleich bleibende Seele, der einmal Erlösung zuteil wird, wenn dieses Dasein nur lange, gründlich und freudig genug bejaht wird. Weil aber kein ewig bestehendes Selbst da ist, sondern nur ein wechselvolles Spiel von Kräften, die sich heute hier und morgen dort entzünden, ist die Möglichkeit der Aufhebung des Leidens gegeben: "Es gibt kein Selbst, weil alles, was man als solches ansprechen könnte, sich bei näherem Zusehen als vergänglich erweist, es gibt aber auch kein Selbst, weil nichts in der Welt existiert, was für und durch sich selbst da ist, vielmehr ist alles durch etwas anderes bedingt und von etwas anderem abhängig." (H. v. Glasenapp.)

Nur leere Dhammas rollen hin.
Das ist der Lehre tiefer Sinn."

"Da hat, Ānanda, ein Mönch seinen Wandel so gerichtet: ,Nicht werde ich sein, nicht wird mir etwas sein, nicht wird sein, nicht wird mir sein! Was da ist, was da ward, das gebe ich auf.' So gewinnt er Gleichmut. An diesem Gleichmut erfreut er sich, bejaht ihn, hält anhänglich an ihm fest. Einem, der sich an diesem Gleichmut erfreut, ihn bejaht, anhänglich an ihm festhält, dem stützt sich das Bewußtsein darauf, dem ist das ein Haften. Mit Haften, Ānanda, kommt der Mönch nicht zum Verlöschen." — "Wo aber, o Herr, haftet dieser Mönch mit seinem Haften?" — "Am Gebiet der Weder-Wahrnehmung— noch Nichtwahrnehmung, Ānanda." — "Sozusagen an des Daseins Gipfel, o Herr, haftet dieser Mönch mit seinem Haften." "An des Daseins Gipfel, Ānanda, haftet dieser Mönch mit seinem Haften. Des Daseins Gipfel ist es ja, Ānanda, dieses Gebiet der Weder-Wahrnehmung— noch Nichtwahrnehmung.

Da hat, Ānanda, ein Mönch seinen Wandel so gerichtet: ,Nicht werde ich sein, nicht wird mir etwas sein; nicht wird sein, nicht wird nir sein! Was da ist, was da ward, das gebe ich auf.' So gewinnt er Gleichmut. An diesem Gleichmut erfreut er sich nicht, er bejaht ihn nicht, er hält nicht anhänglich an ihm fest. Einem, der sich an diesem Gleichmut nicht erfreut, ihn nicht bejaht, nicht anhänglich an ihm festhält, dem stützt sich nicht das Bewußtsein darauf, dem ist das nicht ein Haften. Ohne Haften, Ānanda, kommt der Mönch zum Verlöschen." Majjh. Nik.

Sollte ein Mensch sich auch an die mit der größten Klugheit oder Gläubigkeit ausgedachte Vorstellung eines Selbstes halten wollen,—jedes Selbst ist entstanden, deshalb vergänglich, deshalb leidvoll, deshalb eben nichtselbst. Ein Selbst als solches festhalten zu wollen, bedeutet Haften, dem nie ein Entwerden folgen kann.

Dieses Vergänglich-Leidvoll-Nichtselbst bezieht sich auf alle Erscheinungen, auch auf die Geist-Körperlichkeit, die ja auch nur in Abhängigkeit voneinander und miteinander besteht und als die 5 Greifegruppen oder Khandas begriffen wird:

Wörtlich "die fünf Stücke des Ergreifens":

"Das geist-körperliche Ergreifen der Außenwelt ist ein einziger Ernährungsvorgang. In buddhistischer Einsicht beschränkt Ernährung sich nicht nur auf Essen, Trinken und Atmen, sondern auch die vier geistigen Werdeformen werden mit einbezogen.

Hat man sich selber in seiner reinen, flammenartigen Werdenatur begriffen, in der das Ich nur konventionellen, aber durchaus keinen wirklichen Wert behält, so begreift man auch, daß es kein Bewußtsein, sondern nur ein immer neues Bewußtwerden gibt, das ebenso Ernährung ist, wie Essen und Trinken auch. Auch Denken ist Essen.

Die fünf Khandas sind nicht das Selbst (atta). Das Selbst steht aber auch nicht hinter den Khandas als ein an sich seiendes, sondern das Ganze geht restlos auf in dem Spiel der fünf Greifegruppen." (P. Dahlke.)

Von jeder dieser Gruppen heißt es: Sie ist vergänglich. Was vergänglich ist, ist leidvoll. Was vergänglich und leidvoll ist, das bin ich nicht, das gehört mir nicht, das ist nicht mein Selbst.

"Die Körperlichkeit, ihr Mönche, ist nicht das Selbst. Wäre die Körperlichkeit, ihr Mönche, das Selbst, so könnte diese Körperlichkeit nicht der Krankheit unterworfen sein, und man müßte bei der Körperlichkeit sagen können: so soll mein Körper sein, so soll mein Körper nicht sein. Da aber, ihr Mönche, die Körperlichkeit nicht das Selbst ist, deshalb ist die Körperlichkeit der Krankheit unterworfen, und man kann bei der Körperlichkeit nicht sagen: so soll mein Körper sein, so soll mein Körper nicht sein.

Die Gefühle, ihr Mönche, sind nicht das Selbst. Wären die Gefühle, ihr Mönche, das Selbst, so könnten diese Gefühle . . . (Ausführungen wie bei der Körperlichkeit).

Die Wahrnehmungen sind nicht das Selbst…

Die Geistesfunktionen sind nicht das Selbst. . .

Das Bewußtsein ist nicht das Selbst. . .

(Die Ausführungen wie oben bei der Körperlichkeit.)

"Was meint ihr nun, ihr Mönche, ist die Körperlichkeit beständig oder unbeständig?"

"Unbeständig, Herr."

"Was aber unbeständig ist, ist das Leiden oder Freude?"

"Leiden, o Herr."

"Was nun aber unbeständig, leidvoll, dem Wechsel unterworfen ist, kann man, wenn man das betrachtet, sagen:

Das ist mein, das bin ich, das ist mein Selbst?"

Das kann man nicht, Herr."

(Es folgt dasselbe in Bezug auf Gefühle, Wahrnehmungen, Geistesfunktionen, Bewußtsein.)

"Deshalb, ihr Mönche, was für Körperlichkeit, Gefühle, Wahrnehmungen, Geistesfunktionen, Bewußtsein es auch immer gegeben hat, geben wird und gibt, gleichviel ob stark, ob fein, ob gering, ob hoch, ob fern, ob nah: Alle Körperlichkeit ist nicht mein, bin nicht ich, ist nicht mein Selbst. So muß in Wahrheit, wer die rechte Erkenntnis besitzt, es ansehen. Wer es also ansieht, ihr Mönche, ein weiser, edler Hörer des Wortes wendet sich ab von der Körperlichkeit, wendet sich ab von Gefühlen und Wahrnehmung, von Geistesfunktionen und Bewusstsein. Indem er sich davon abwendet, wird er frei von Begehren. Durch das Aufhören des Begehrens entsteht das Wissen von seiner Befreiung: Vernichtet ist die Wiedergeburt, vollendet der heilige Wandel, erfüllt die Pflicht, keine Rückkehr gibt es mehr zu dieser Welt, also erkennt er." Mahav.

„Fünf Fesseln gibt's: schneid alle durch!
Fünf edle Kräfte: wecke sie!
Wer alle Fesseln hier zerschnitt,
Der rettete sich aus dem Strom." (Dhp.)

So gibt es nichts, was diesen drei Prüfungen mit Hinsicht auf Vergänglichkeit, Leidhaftigkeit, Ichlosigkeit standhalten kann. Es ist an dem Mönche, die Konsequenzen zu ziehen und die gewonnenen Erkenntnisse in die Tat umzusetzen. Wie das zu machen ist, ist im Vorigen gezeigt worden. Der Weg dazu geht über rechten Wandel und rechtes Wissen. Doch:

"Nicht lehre ich, ihr Mönche, Gewißheit gleich von Beginn. Nur durch allmähliches Üben, allmähliches Mühen, allmähliches Vorwärtsschreiten, kommt Gewißheit zustande."

"Daß aber einer, der in Begierden lebt, das, was nur durch Entsagung zu erschauen, durch Entsagung zu erreichen, nur durch Entsagung zu verwirklichen ist, verwirklichen könnte, das gibt es nicht."

Die Zusammenfassung dieses zu erstrebenden Wandels und Wissens ist die vierte edle Wahrheit von dem zur Leidensvernichtung führenden Pfad:

"Das ist die edle Wahrheit von dem zur Leidensvernichtung führenden Pfad: Es ist dieser edle, achtgliedrige Weg:

Rechte Anschauung, rechter Entschluß, rechte Rede, rechtes Tun, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit, rechte Sammlung."

"Und was ist rechte Anschauung?

Und was ist rechte Gesinnung?

Und was ist rechte Rede?

Und was ist rechtes Tun?

Und was ist rechter Lebensunterhalt?

Und was ist rechte Anstrengung?

Und was ist rechte Achtsamkeit?—

Und was ist rechte Sammlung?


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