Können sich Götter weiter entwickeln?

Hallo Wolfgang

Auch ich möchte mich bedanken für diese wundervollen Seiten. Ich lese sehr häufig darin und hoffe, dass ich die Lehre immer besser verstehen kann. Deine Seiten haben mir dabei schon sehr geholfen. Es steckt eine ungeheure Arbeit dahinter, all dies so zusammenzustellen und uns zur Verfügung zu stellen.
Ich habe dennoch eine Frage: Ich habe hier gelesen, dass himmlische Wesen sich nicht weiter entwickeln können ( in einer Antwort auf eine Frage), dass effektiv nur das Menschendasein zur Erlösung führen kann. Andererseits habe ich woanders gelesen (u.a. bei Paul Debes), dass der Buddha der Lehrer von Göttern und Menschen war, sogar mehr Götter unterrichtet hat als Menschen. Wenn Götter sich nicht weiterentwickeln können, warum dann sie belehren? Wenn wir als Menschen wiederkommen, wissen wir ja nicht von unseren Vorleben, also kann die Unterweisung auch nicht vorbeugend sein, sozusagen als Wissen, das ich dann mitbringe. Oder sehe ich irgendwas falsch? Vermute ich mal.

Liebe Grüße und nochmals vielen Dank.
Gisela


Liebe Gisela,

wie es scheint, habe ich mich nicht klar ausgedrückt, Götter können sich selbstverständlich weiterentwickeln. Wer z.B als Anāgāmī, als Nichtwiederkehrer in der Götterwelt wieder geboren wird, kommt nicht wieder zurück auf diese Welt.

Und wie Du erwähnst, hat Buddha vielen Göttern seine Befreiungslehre gelehrt und viele haben dabei eine höhere Stufe (siehe Ariya puggala) erreicht.

Aber wie viele Buddhas gibt es? In unserem Weltzeitalter (kappa) sind bereits vier Buddhas erschienen, Kakusandho, Koṇāgamano, Kassapo und Gotamo. (siehe D.14) Aber in vielen Weltzeitaltern gibt es keine Buddhas und niemand wird in dieser Zeit Götter und Menschen belehren.

Die Wahrscheinlichkeit mit der Lehre Buddhas in Berührung zu kommen ist also sehr dünn gesät. (siehe M.129/S.56.47) Auch fehlt dem der als Gott vollkommen glücklich lebt, die Motivation Befreiung aus seinem glücklichen Dasein zu suchen.

Du schreibst, wenn wir als Mensch wieder kommen, wissen wir nichts von unserem Vorleben. Das ist nur zum Teil richtig.

Richtig ist, dass bei der Empfängnis erst einmal alles auf Null geht, wie beim Restart eines Computers, man fängt wieder von vorne an. Das in vergangenen Leben erworbene Wissen ist verloren.

Was nicht verloren ist, ist die Erinnerung an vergangene Leben, die sind wie in einem Film im Unterbewusstsein gespeichert. Es gibt genügend glaubhafte Schilderungen von Menschen, die sich an frühere Leben erinnern können. Auch in unseren Träumen können Erlebnisse aus früheren Leben zum Vorschein kommen.

Auch wenn das Bewusstsein nichts Beständiges ist und in Nano-Sekunden Geschwindigkeit immer wieder neu entsteht, geht diese Erinnerung in den nächsten neuen Bewusstseinsmoment mit hinüber, vergleichbar mit einer Tonschwingung.

Was auch erhalten bleibt ist das Karma mit seinen Auswirkungen, es folgt einem wie dem Zugtier der Wagen - wie sich Buddha ausdrückte.

Karma bedeutet unser Wirken, unser Tun, unser Willen, es stecken darin gewisse Angewohnheiten, Fähigkeiten, Eigenschaften, so wie wir uns verhalten, unser Charakter (gut oder schlecht), das alles geht in den nächsten neuen Bewusstseinsmoment über und somit auch in das nächste neue Leben.

Wir haben die Möglichkeit diesen Zustand, unseren Charakter, im jetzigen Leben zu verbessern indem wir unser Wirken dementsprechend korrigieren und durch fleißiges Üben bestimmte negative Neigungen ablegen und Positive annehmen. Das wird in zukünftige Leben mit hinüberschwingen.

Vergleichbar mit dem Autofahren, man muss ständig das Lenkrad korrigieren um nicht von der Straße abzukommen, so ist es auch im Leben, man sollte ständig seine sechs Sinne im Auge behalten um nicht auf falsche Fährte zu kommen, um nicht negativen Einflüssen zu folgen und im Verderbnis zu landen.

Wolfgang


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