Übersicht über den Inhalt der einzelnen Jatakas

Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten

Übersicht über den Inhalt [der Vorgeschichten] und der einzelnen Jātakas

 Erstes Buch  (Eka-Nipata)

 

1. Die Erzählung von dem Wahren  (Apannaka-Jātaka).

[Fünfhundert Männer nehmen zu Buddha ihre Zuflucht, fallen aber während seiner Abwesenheit in die alte Irrlehre zurück. Nach seiner Rückkehr befestigt er sie wieder im Guten und bringt sie zur Bekehrung]

Zwei Kaufleute wollen durch die Wüste reisen. Der Törichte zieht voraus, läßt sich von einem Dämon verleiten das mitgeführte Wasser auszugießen und fällt dadurch dem Dämon zum Opfer. Der Kluge, der etwas später denselben Weg macht, geht nicht auf die Vorspiegelungen des Dämons ein, findet die Überreste der Karawane seines törichten Genossen und gelangt sicher an sein Ziel.

 

2. Die Erzählung von dem Sandweg  (Vannupatha-Jātaka).

[Ein junger Mönch, der sich zur Betrachtung in die Einsamkeit zurückgezogen hat, sieht keinen Erfolg in seinem Streben und kehrt unverrichteter Dinge in das Kloster zurück. Buddha hört davon und bringt ihn zur Bekehrung]

Eine Karawane zieht durch eine Wüste. In der letzten Nacht schläft der Führer ein und merkt nicht, daß unterdessen die Tiere wieder in die Wüste hineingezogen sind. Alles glaubt sich verloren, da das Wasser zu Ende gegangen ist. Da findet der Führer infolge eines klugen Gedankens Wasser und die Karawane ist gerettet.

 

3. Die Erzählung von dem Seri-Kaufmann  (Serivanija-Jātaka).

[Ein Mönch hat in seinem Streben nachgelassen und wird von Buddha zur Bekehrung gebracht]

Zwei Kaufleute gehen, ihre Waren anpreisend, durch die Straßen einer Stadt. Der eine entdeckt dabei eine goldene Schüssel, deren Wert die Besitzerin nicht kennt. Um sie möglichst billig zu erhalten sagt er, sie sei nichts wert. Der zweite, der später des Weges kommt, gibt ihren Wert bekannt, erhält sie für eine verhältnismäßig geringe Summe und fährt mit ihr über den Fluß. Nun kommt der erste wieder und erfährt, daß der andre im Besitze der Schüssel ist; wutentbrannt setzt er ihm nach und endet, als er die Unmöglichkeit einsieht ihn einzuholen, durch einen Blutsturz.

 

4. Die Erzählung von dem Kaufmann Cullaka  (Cullaka-Setthi-Jātaka).

[Großkaufmannstochter läßt sich mit einem Sklaven ein und vorläßt das elterliche Haus. Sie gebiert zwei Knaben, die sie später zu den Großeltern bringt, wo sie erzogen werden. Beide werden bei Buddha Mönch. Der Jüngere stellt sich ungeschickt und soll deshalb an einer Einladung nicht teilnehmen; deshalb will er in die Welt zurückkehren. Buddha hält ihn davon ab und bringt ihn zur Heiligkeit. In dieser Eigenschaft wirkt er Wunder und erregt allgemeines Erstaunen über sein rasches Vorwärtskommen. Buddha setzt den Grund hiervon den Mönchen auseinander]

Ein Armer findet eine tote Maus. Er verkauft sie und gelangt durch geschickte Ausnützung des dafür erhaltenen Geldes in kurzer Zeit zu Wohlstand.

 

5. Die Erzählung vom Reismaß  (Tandulanali-Jātaka).

[Ein Mönch ist unzufrieden mit der Speise, die er bei der täglichen Verteilung erhält, und lässt sich selbst das Amt des Verteilers übertragen. Doch zeigt er sich dabei so unfähig, daß ein Aufruhr entsteht und er abgesetzt wird]

Ein König setzt aus Habsucht einen ungerechten Schätzer ein. Als dieser einmal fünfhundert Pferde nur für ein Maß Reis wert erklärt, wird durch eine List seine Ungerechtigkeit in Gegenwart des Königs so deutlich aufgedeckt, daß dieser genötigt ist ihn zu entlassen und den früheren gerechten Schätzer wieder in sein Amt einzusetzen.

 

6. Die Erzählung von der Gottähnlichkeit  (Devadhamma-Jātaka).

[Ein reicher Mann wird Mönch; doch behält er auch nach seinem Eintritt ins Kloster sein bequemes Leben bei. Als ihn Buddha darüber zur Rede stellt, zerreißt er vor Zorn sein Gewand. Buddha hält ihm das Unziemliche dieser Handlungsweise vor und bringt ihn zur Bekehrung]

Zwei Prinzen verlassen wegen der Umtriebe ihrer Stiefmutter den Hof und begeben sich in die Einsamkeit; ihr Stiefbruder begleitet sie. Letzterer und der jüngere der beiden Prinzen werden von einem Dämon gefangen. Der älteste Prinz aber bezwingt diesen durch seine Weisheit und Güte, so daß er die beiden Brüder freigibt und sich zu einem tugendhaften Leben bekehrt.

 

7. Die Erzählung von der Holzsammlerin  (Katthahari-Jātaka).

[Ein König erfährt, daß seine Gemahlin die Tochter einer Sklavin sei, und nimmt ihr ihren Rang. Buddha hält ihm sein Unrecht vor]

Ein König wohnt einer Holzsammlerin bei und gibt ihr für den Fall, daß ein Sohn ihrer Verbindung entsprießen sollte, seinen Siegelring. Als sie diesen später vorzeigt, leugnet aus Scham der König der Vater ihres Sohnes zu sein. Als dieser aber zur Bekräftigung der Wahrheit frei in der Luft stehen bleibt, erkennt ihn sein Vater an.

 

8. Die Erzählung von Gamani  (Gamani-Jātaka).

[Ein Mönch, der in seinem Streben nachgelassen, wird durch die Ermahnung Buddhas zur Heiligkeit geführt]

Eine andre Version des Schlusses vom Samvara-Jātaka (Nr. 462).

 

9. Die Erzählung vom König Makhadeva  (Makhadeva-Jātaka).

[Buddha erzählt den Mönchen, daß er auch schon in einer früheren Existenz die Welt verlassen habe]

Der König Makhadeva bemerkt zum ersten Male auf seinem Haupte ein graues Haar. Dadurch wird er veranlaßt seine Regierung niederzulegen und sich in die Einsamkeit zurückzuziehen, um den Rest seines Lebens als Asket zu verbringen.

 

10. Die Erzählung von dem glücklichen Leben  (Sukhavihari-Jātaka).

[Ein Mönch, der früher König war, preist sein jetziges Glück. Buddha erzählt, daß es diesem schon früher einmal so ergangen]

Ein berühmter Asket wird vom König von Benares veranlaßt in seiner Nähe zu bleiben. Eines Tages besucht ihn ein Schüler. Dieser erregt den Unwillen des Königs, weil er ihn gar nicht beachtet sondern in seiner Verzückung beharrt. Doch wird der König wieder besänftigt durch die Mitteilung, daß dieser auch früher ein König gewesen sei und sich jetzt im Gegensatz zu früher unaussprechlich glücklich fühle.

 

11. Die Erzählung von der Gazelle „Schön"  (Lakkhana-Jātaka).

[Sāriputta und Mogallāna machen Devadatta seine Anhänger abspenstig. Buddha weist auf ein ähnliches Ereignis der Vergangenheit hin]

Ein Gazellenkönig übergibt seinen zwei Söhnen je fünfhundert Gazellen zur Leitung. Der eine Sohn verliert durch seine Unachtsamkeit den größten Teil seiner Herde, während der andre durch vorsichtiges Handeln die Seinen ungefährdet zurückbringt.

 

12. Die Erzählung von der Nigrodhagazelle  (Nigrodhamiga-Jātaka).

[Eine junge Frau findet kein Gefallen an der Welt und erwirkt von ihrem Gatten die Erlaubnis Nonne zu werden. Ohne es zu wissen hat sie während der kurzen Zeit ihrer Ehe empfangen und wird nun schwanger befunden. Die Nonnen berichten dies Devadatta, der jene sofort aus dem Orden ausstoßen will; doch appelliert sie an Buddha und läßt sich zu ihm bringen. Im Auftrage Buddhas untersucht Visakha die junge Nonne und findet, daß die Empfängnis vor ihrem Eintritt ins Kloster stattgefunden habe, worauf jene von Buddha für gerechtfertigt erklärt wird. Ihr Sohn, den sie kurz darauf zur Welt bringt, wird vom Könige erzogen und geht darauf auch ins Kloster, wo er zur Heiligkeit gelangt]

Um nicht beständig durch erzwungene Teilnahme an der Jagd belästigt zu werden treiben die Bewohner von Benares eine große Gazellenherde, die von zwei goldfarbigen Gazellen geleitet wird, in den königlichen Park. Damit nun nicht alle Gazellen fortwährend von Todesfurcht gepeinigt werden, beschließen sie jeden Tag durch das Los ein Opfer zu bestimmen. Eines Tages trifft das Los eine schwangere Gazelle; statt ihrer legt der goldfarbige Leiter der einen Hälfte trotz der ihm vom König gewährten Unverletzlichkeit sein Haupt auf den Block. Hierdurch wird der König veranlaßt die Gazellenjagd aufzugeben und diese Schonung auch auf alle anderen Tiere auszudehnen.

 

13. Die Erzählung von dem (Liebes-)Pfeil  (Kandina-Jātaka).

[Ein Mönch, der immer noch gern seiner früheren Frau gedenkt, wird von Buddha durch heilsame Ermahnung zur Bekehrung gebracht]

Ein Bergantilopenbock ist von Liebe zu einem Gazellenweibchen so sehr gefesselt, daß er die Nähe des Jägers nicht wittert und von diesem mit einem Pfeil erlegt wird, während das Weibchen entkommt.

 

14. Die Erzählung von der Windgazelle  (Vatamiga-Jātaka).

[Ein Jüngling erlangt mit großer Mühe von seinen Eltern die Erlaubnis Mönch zu werden. Eine Dirne verspricht seinen Eltern ihn wieder in ihr Haus zurückzubringen und erreicht auch wirklich durch List, daß er den Mönchsstand verläßt und zu seinen Eltern zurückkehrt]

Eine scheue Windgazelle wird von einem Parkwächter dadurch, daß er sie mit Honig bestrichenes Gras fressen läßt, allmählich so zahm gemacht, daß sie ihm bis in den Hof des Königspalastes folgt.

 

15. Die Erzählung von Kharadiya   (Kharadiya-Jātaka).

[Ein unfolgsamer Mönch wird von Buddha auf das Gefährliche seiner Handlungsweise aufmerksam gemacht]

Eine Gazelle versäumt es durch ihre Nachlässigkeit rechtzeitig die Gazellenlisten zu erlernen und fällt dadurch einem Jäger zum Opfer.

 

16. Die Erzählung von der Gazelle in den drei Lagen  (Tipallatthamiga-Jātaka).

[Infolge einer unangenehmen Erfahrung verbietet Buddha, daß die Mönche mit den Nichtgeweihten gemeinsam schlafen. Deshalb findet sein Sohn Rāhula keine Wohnung und bringt die Nacht in dem Abort zu, der zu Buddhas Wohnung gehört. Daraufhin mildert Buddha seine erste Verfügung]

Eine Gazelle erlernt die Gazellenlisten und ist, als sie sich einmal in einer Schlinge gefangen hat, dadurch imstande sich durch eigene Kraft zu befreien.

 

17. Die Erzählung vom Wind  (Maluta-Jātaka).

[Zwei alte Mönche können sich nicht einigen, in welcher Monatshälfte es warm oder kühl sei, und gehen deshalb zu Buddha, der sie auf ein früheres Vorkommnis ähnlicher Art verweist]

Ein Löwe und ein Tiger streiten miteinander, in welcher Zeit des Monats es kühl sei. Ein Weiser entscheidet ihren Streit durch den Hinweis darauf, daß die Kühle vom Wehen des Windes abhänge.

 

18. Die Erzählung von der Totenspeise  (Matakabhatta-Jātaka).

[Buddha verwirft den Gebrauch zu Ehren der Toten Tiere zu schlachten]

Ein Brahmane will einen Widder als Totenopfer schlachten lassen. Dieser freut sich am Ende seiner Leiden angelangt zu sein, ist aber zugleich auch betrübt, daß den Brahmanen wegen dieser Tat in Zukunft dasselbe Los treffen soll wie ihn selbst. Der Widder soll nun am Leben bleiben; er wird aber durch einen Stein getötet, der ihm den Kopf zerschmettert.

 

19. Die Erzählung von der Gelübdespeise  (Ayacitabhatta-Jātaka).

[Buddha verwirft den Gebrauch zur Lösung von einem Gelübde Tiere zu schlachten]

Eine Baumgottheit, der ein großes Tieropfer dargebracht worden, belehrt den Opfernden über die Verwerflichkeit seines Tuns.

 

20. Die Erzählung von dem Rohrtrinken  (Nalapana-Jātaka).

[Die Mönche holen aus einem gewissen Teiche Rohrstängel um sich Nadelbüchsen zu verfertigen und sehen, daß die Stängel alle gespalten sind. Buddha erklärt ihnen den Grund dieser Erscheinung]

Eine Affenschar möchte aus einem Lotosteiche, in dem sich ein Wasserdämon aufhält, Wasser trinken. Um nun nicht in die Gewalt des Dämons zu gelangen, erhalten die Affen durch ihren Anführer die Weisung durch Schilfrohre das Wasser einzusaugen, was durch ein Wunder ermöglicht wird.

 

21. Die Erzählung von der Kurunga-Gazelle  (Kurunga-Jātaka).

[Es werden die Anschläge Devadattas auf das Leben Buddhas angeführt; doch weist Buddha darauf hin, daß auch früher schon diese Anschläge erfolglos waren]

Ein Jäger sucht von einem Gerüste aus, das er oben an den Bäumen befestigt, die Gazellen zu erlegen. Eine Gazelle aber bemerkt seine List und entgeht dadurch dem Tode.

 

22. Die Erzählung von dem Hunde  (Kukkura-Jātaka).

[Es wird verwiesen auf die Erzählung im Jātaka 465, die von dem Wirken für die Verwandten handelt]

In einer Nacht verzehren die Hunde des Königs das Lederzeug seines Wagens. Hierüber erzürnt befiehlt der König die Tötung aller Hunde außer seinen eigenen. Ein weiser Hund dringt aber bis zum Könige vor und beweist ihm, daß seine eigenen Hunde die Schuldigen sind. Hierdurch erlangt er vom Könige Schonung für die Hunde und auch für alle anderen Tiere.

 

23. Die Erzählung von dem edlen Rosse Bhoja  (Bhojajaniya-Jātaka).

[Ein Mönch, der in seinem Streben nachgelassen hat, wird zur Heiligkeit geführt]

Als einmal sieben Könige gegen Benares heranziehen, bezwingt ein Ritter durch die Kraft des königlichen Leibrosses, das er bestiegen, sechs derselben. Da wird das Leibroß verwundet. Der Ritter will ein anderes wappnen um den Kampf zu Ende zu führen; doch das verwundete Roß bewegt ihn dazu, daß er es wieder mit ihm versucht, da ein anderes dies nicht leisten könne. Nachdem auch der siebente König gefangen ist, löst man dem Rosse die Rüstung und es stirbt, vom Könige tief betrauert.

 

24. Die Erzählung von dem edlen Rosse  (Ajanna-Jātaka).

[Ebenso wie im vorigen Jātaka]

Eine Variante zum vorausgehenden Jātaka.

 

25. Die Erzählung von dem Badeplatz  (Tittha-Jātaka).

[Ein Mönch erzielt bei der Betrachtung keinen Erfolg, da der Betrachtungsstoff nicht für ihn paßt. Buddha aber läßt ihn durch eine kurze Meditation zur übernatürlichen Einsicht und zur Heiligkeit gelangen]

Ein edles Roß will an einem Orte, wo vorher ein andres Pferd gebadet, nicht ins Wasser hineingehen. Ein Weiser merkt den Grund und läßt das Roß an einer andern Stelle baden unter dem Vorwande, es liebe die Abwechselung.

 

26. Die Erzählung vom Elefanten  Mahilamukha  (Mahilamukha-Jātaka).

[Ein Mönch wird von seinen Freunden veranlasst nicht mehr Almosen zu sammeln, sondern an dem Mahle teilzunehmen, das täglich dem Devadatta gespendet wird. Buddha erhält hiervon Kenntnis und rügt dies Verhalten]

Ein Elefant, der von Natur aus brav ist, hört wiederholt, wie in seiner Nähe Räuber ihre Grundsätze entwickeln, und wird dadurch selbst veranlaßt zu morden. Ein Weiser findet den Grund heraus und läßt daher einige Brahmanen sich über die Tugenden unterhalten, so daß der Elefant es hört. Dadurch wird dieser zu seiner früheren Bravheit zurückgebracht.

 

27. Die Erzählung von  dem wiederholten Sehen  (Abhinha-Jātaka).

[Ein Laienbruder und ein Mönch sind innig mit einander befreundet. Buddha weist darauf hin, daß diese beiden schon in einer früheren Existenz in einem solchen Verhältnis standen]

Ein Elefant lebt mit einem Hunde in inniger Freundschaft. Als letzterer von ihm entfernt wird, wird der Elefant ganz niedergeschlagen und nimmt keine Nahrung mehr zu sich, bis der Hund wieder herbeigebracht ist.

 

28. Die Erzählung von Nandivisala  (Nandivisala-Jātaka).

[Buddha tadelt die Lästerworte und befiehlt seinen Mönchen immer freundlich miteinander zu reden]

Ein Ochse veranlaßt aus Dankbarkeit einen Brahmanen, der ihn aufgezogen, eine Wette einzugehen, daß sein Tier am meisten ziehen könne. Da der Brahmane ihn aber bei der Probe barsch anredet, will der Ochse nicht ziehen und sein Herr verliert die Wette. Als der Brahmane darüber betrübt ist, hält ihm der Ochse sein Unrecht vor. Bei einer abermaligen Probe redet der Brahmane sein Tier gütig an und gewinnt dadurch die Wette.

 

29. Die Erzählung von dem Schwarzen  (Kanha-Jātaka).

[Mit Beziehung auf die Erzählung im Jātaka 483 weist Buddha darauf hin, daß auch schon in einer früheren Existenz niemand ihm an Stärke gleichkam]

Ein starker Ochse läßt sich, um seiner Pflegemutter, einer armen Frau, ihr Los zu erleichtern, für eine gewisse Summe zum Herausziehen von fünfhundert Wagen aus dem Schmutze dingen. Als er nur die Hälfte des Lohnes erhält, weigert er sich zu ziehen, bis ihm endlich die ganze Summe gegeben wird. Ganz erschöpft kehrt er wieder heim und wird hier von seiner Pflegemutter wieder zu Kräften gebracht.

 

30. Die Erzählung von dem Eber Munika  (Munika-Jātaka).

[Einen Mönch, der zuviel an ein Mädchen denkt, weist Buddha darauf hin, daß er schon in einer früheren Existenz wegen dieses Mädchens sein Leben verloren habe, und bringt ihn dadurch zur Bekehrung]

Ein Rind ist neidisch auf einen Eber, weil dieser so gut gefüttert wird. Doch es wird von seinem Bruder belehrt, daß diese Fütterung nur aus dem Grunde geschieht, damit der Eber bald geschlachtet werden kann. Jetzt ist es mit seinem Lose zufrieden.

 

31. Die Erzählung von den kleinen Vögeln  (Kulavaka-Jātaka).

[Zwei junge Mönche, die nur einen Seiher besitzen, bekommen Streit; daher trinkt der eine ohne vorher das Wasser durchgeseiht zu haben. Dies wird von Buddha scharf gerügt mit der Bemerkung, daß selbst, wenn es sich um großes handle, man den kleinen Tieren nichts Böses tun dürfe]

Ein tugendhafter Mann bringt durch sein Beispiel seine Dorfgenossen dazu sich jedes Unrechts zu enthalten. Dem Dorfvorsteher ist dies nicht recht, weil er keine Strafgelder mehr erhält, und er verklagt sie ungerechterweise beim König. Dieser will sie durch einen Elefanten zertreten lassen, aber der Elefant tut ihnen nichts. Der König meint, dies sei eine Folge von Zauberei, wird aber über ihre Tugend aufgeklärt und läßt sie frei. Darauf bauen sie ein Haus, woran sich auch gegen die ursprüngliche Absicht drei von vier Frauen beteiligen, um an dem guten Werke Anteil zu haben. — Nach seinem Tode wird der tugendhafte Mann als der Gott Indra wiedergeboren. Er überlistet die Dämonen, welche hierauf die Götterstadt zu erstürmen versuchen. Indra flieht über den Ozean. Da wird er durch die Klagelaute der ihrer Wohnung beraubten jungen Garula-Vögel bestimmt umzukehren; denn er will lieber selbst zugrunde gehen als andere schädigen. Als Indra umkehrt, bekommen die Dämonen Angst und fliehen, worauf Indra ihr Wiederkommen unmöglich macht. — Nachdem nun seine drei früheren Frauen, die sich an dem Hausbau beteiligt hatten, im Himmel wiedergeboren sind, stellt Indra der vierten die Verwerflichkeit ihres Tuns vor Augen; und nachdem sie während mehrerer Existenzen an den Geboten festgehalten, wird auch sie in Indras Himmel aufgenommen.

 

32. Die Erzählung vom Tanze  (Nacca-Jātaka).

[Eine Variante zu der Vorerzählung des 6. Jātaka. Hier zerreißt der Mönch vor Zorn sein ganzes Gewand, sodaß er nackt vor Buddha steht, und kehrt darauf in die Welt zurück]

Die Tochter des Goldschwans, des Königs der Vögel, wählt sich den Pfau zum Gatten. Um seine Vorzüge besser ans Licht zu stellen, tanzt dieser vor den Vögeln und entblößt dabei seinen Körper. Durch diesen Mangel an Schamgefühl zurückgestoßen gibt der Vogelkönig seine Tochter einem andern zur Frau.

 

33. Die Erzählung von der Eintracht  (Sammodamana-Jātaka).

[Mit Beziehung  auf  die Erzählung  im Jātaka 556 ermahnt Buddha seine Verwandten zur Einigkeit]

Nachdem ein Wachteljäger schon viele Wachteln erbeutet hat, beschließen diese auf den Rat einer klugen Wachtel in Zukunft einträchtig eine List zu gebrauchen und entgehen so eine Zeitlang den Nachstellungen des Jägers. Dann aber beginnen sie wieder zu streiten und geraten dadurch von neuem in das Netz des Jägers.

 

34. Die Erzählung von dem Fisch  (Maccha-Jātaka).

[Ein Mönch denkt mit Sehnsucht an seine frühere Frau. Buddha bringt ihn durch seine Ermahnung davon ab und führt ihn zur Bekehrung]

Ein Fisch bemerkt in seiner Verliebtheit nicht das Netz und wird gefangen; er macht sich jedoch nur Sorgen über das, was sein Weibchen von ihm denkt, weil er nicht kommt. Ein weiser Mann belehrt den Fisch über die Verwerflichkeit der sinnlichen Liebe und läßt ihn dann frei.

 

35. Die Erzählung von der Wachtel  (Vattaka-Jātaka).

[Das Leben Buddhas und seiner Begleiter scheint einmal durch einen Waldbrand bedroht; doch geht dieser ohne zu schaden an ihrem Aufenthaltsorte vorüber]

Eine junge Wachtel, die noch nicht fliegen kann, wird bei einem Waldbrande von ihren Eltern im Stiche gelassen. Durch ein Wunder bewirkt sie, daß ihr Aufenthaltsort vom Feuer verschont bleibt.

 

36. Die Erzählung von dem Vogel  (Sakuna-Jātaka).

[Einem Mönche, der sich der Meditation wegen in die Einsamkeit zurückgezogen hat, verbrennt seine Hütte und die Leute vom Dorfe erbauen ihm keine neue. Er kehrt deshalb unverrichteter Dinge nach dem Kloster zurück und wird von Buddha wegen seiner Handlungsweise gerügt]

Ein Vogel, der mit anderen in einem Baume wohnt, bemerkt, daß dieser infolge der Reibung der Zweige bald anfangen wird zu brennen. Er rettet sich rechtzeitig, während andere, die ihm nicht glauben, dem Flammentode zum Opfer fallen.

 

37. Die Erzählung von dem Rebhuhn  (Tittira-Jātaka).

[Dem Sāriputta wird einmal von jüngeren Mönchen seine Wohnung weggenommen, sodaß er unter freiem Himmel übernachten muß. Buddha ist über ein solches Vorgehen betrübt und trifft die Verfügung, daß von nun an dem Älteren immer der Vorrang gebühre]

Ein Elefant, ein Affe und ein Rebhuhn untersuchen, wer der älteste von ihnen ist, indem sie ihr Alter mit dem eines Bananenbaumes vergleichen. Dabei stellt sich heraus, daß das Rebhuhn am ältesten ist und darum den Vorrang verdient.

 

38. Die Erzählung vom Kranich  (Baka-Jātaka).

[Ein Mönch, der sich gut auf das Verfertigen von Kleidern versteht, betrügt die anderen, indem er sich gute Stoffe von ihnen geben läßt und ihnen schlechte, die nur für den Augenblick schön aus sehen, dafür gibt. Einem Mönch vom Lande gelingt es ihn auf dieselbe Art zu täuschen]

Zur Zeit einer Dürre veranlaßt ein Kranich durch eine List die Fische in einem fast ausgetrockneten Teiche, daß sie sich von ihm in einen größern Teich tragen lassen. Hier setzt er sie aber nicht ab, sondern frißt sie. Zum Schluß kommt ein Krebs an die Reihe; dieser wittert Verrat und umklammert mit seinen Scheren den Hals des Kranichs. Als dieser auch den Krebs verzehren will, durchschneidet ihm letzterer mit seinen Scheren den Hals.

 

39. Die Erzählung von Nanda  (Nanda-Jātaka).

[Ein Gefährte des Sāriputta ist in seinem Verhalten gegen seinen Lehrer sehr wechselnd. Buddha weist darauf hin, daß er schon in einer früheren Existenz ein ähnliches Verhalten zeigte]

Ein alter Mann vergräbt vor seinem Tode sein Geld und teilt dies nur einem Sklaven mit. Nach dem Tode des Alten will sein Sohn mit dem Sklaven das Geld holen, wird aber jedesmal an einem bestimmten Orte von diesem hart gescholten. Auf den Rat eines weisen Mannes läßt er nun an eben diesem Orte nachgraben und findet den Schatz.

 

40. Die Erzählung von der Akazienkohlengrube  (Khadirangara-Jātaka).

[Der fromme Anāthapindika hat fast sein ganzes Vermögen für Buddha und seine Mönche geopfert, die täglich bei ihm ein- und ausgehen. Einer Gottheit, die in seinem Hause wohnt, gefällt dies nicht und sie sucht seinen Gehilfen und seinen Sohn zu veranlassen, daß sie dieser übertriebenen Wohltätigkeit Einhalt tun; doch wird sie zurückgewiesen. — Inzwischen hat Anāthapindika durch seine Spenden die Hälfte seines Vermögens verloren; die andere Hälfte ist ihm auf andere Art abhanden gekommen. Jetzt traut sich die Gottheit mit ihm selbst zu sprechen; aber auf ihre Aufforderung Buddha nicht mehr zu huldigen weist er sie aus seinem Hause. In ihrer Not erhält nun die Gottheit von Indra den Auftrag Anāthapindika seine auf andere Weise verlorenen Millionen wieder zur Stelle zu schaffen. Dies tut sie und erlangt dadurch seine Verzeihung. Darauf demütigt sich die Gottheit noch vor Buddha selbst und wird von ihm bekehrt]

Ein Asket begibt sich nach siebentägigem Fasten zum Großkaufmann von Benares um sich Almosenspeise zu holen. Um dies unmöglich zu machen und ihn so durch Hunger zu töten, erschafft Mara der Böse eine Grube voll glühender Kohlen, so daß die Speise nicht hinübergebracht werden kann. Da nimmt der Großkaufmann selbst die Speiseschüssel und schreitet unverletzt über die Grube hinweg zu dem Asketen.

 

41. Die Erzählung von Losaka  (Losaka-Jātaka).

[Ein Knabe bringt seine Familie ins Unglück und wird von ihr verstoßen. Während er in äußerster Not lebt, findet ihn Sāriputta und nimmt ihn mit in das Kloster; aber auch hier gelingt es jenem nie sich satt zu essen. Am Tage, da er zum Nirvana eingehen soll, will Sāriputta ihn wenigstens einmal satt machen; aber durch einen Zufall mißlingt es zuerst auch diesmal. Doch gibt ihm Sāriputta zum Schlüsse noch so viel, daß er gesättigt sterben kann. Buddha erklärt, warum jener zum Hungerleiden bestimmt gewesen sei]

Ein sonst tugendhafter Mönch läßt sich durch Neid und Habsucht verleiten die für einen andern Asketen bestimmte Almosenspeise nicht abzuliefern, sondern wegzuwerfen. Dafür muß er nach seinem Tode lange büßen und wird besonders durch beständigen Hunger gequält. Zuletzt wird er in einer armen Familie wiedergeboren. Von dieser verstoßen wird er in Benares von einem Lehrer als Schüler angenommen. Von hier entflieht er, nimmt ein Weib und lebt in einem Dorfe; weil er aber den Bewohnern nur Böses rät, muß er flüchten und verliert dabei seine Familie. Er verdingt sich hierauf als Arbeiter auf ein Schiff; doch dieses bleibt plötzlich unbeweglich stehen und er wird daher von den Schiffsleuten auf einem Floße ausgesetzt. Er kommt auf seiner Irrfahrt viermal zu Palästen von Göttertöchtern; doch ist auch dort seines Bleibens nicht lange. Auf einer Insel wird er von einer Dämonin, welche die Gestalt einer Ziege hat, fortgeschleudert und gelangt so nach Benares. Hier sieht er wieder eine Ziege; er hofft von ihr in einen der Inselpaläste zurückgeschleudert zu werden und faßt sie am Fuße; doch sogleich wird er als Ziegendieb festgenommen. Aus dieser Verlegenheit wird er dann durch seinen Lehrer befreit.

 

42. Die Erzählung von der Taube  (Kapota-Jātaka).

[Ein eßgieriger Mönch wird von Buddha belehrt, daß er schon in einer früheren Existenz infolge dieser Untugend ins Unglück gestürzt sei, und gelangt dadurch zur Bekehrung]

Eine Taube wohnt bei einem Koch. Eine Krähe schließt sich ihr an und verspricht ihr sich nicht an den Vorräten des Koches zu vergreifen. Als nun einmal der Koch viel Fleisch im Hause hat, bleibt die Krähe zurück und versucht in einem unbewachten Augenblick Fleisch zu stehlen. Der Koch aber bemerkt es und tötet sie, worauf auch die Taube sein Haus verläßt.

 

43. Die Erzählung von Veluka  (Veluka-Jātaka).

[Ein unfolgsamer Mönch wird von Buddha darauf aufmerksam gemacht, daß er schon früher durch diesen Fehler ins Unglück gestürzt sei]

Ein Einsiedler zieht trotz der Warnung seines Meisters eine junge Schlange auf. Als er ihr durch Zufall einmal ein paar Tage nichts zu fressen gibt, beißt sie ihn, so daß er sterben muß.

 

44. Die Erzählung von der Mücke  (Makasa-Jātaka).

[Eine Anzahl Dorfbewohner wollen mit Bogen und Pfeilen die Mücken erlegen, treffen sich aber gegenseitig. Darauf erzählt Buddha eine ähnliche Begebenheit aus der Vergangenheit]

Der Sohn eines Zimmermanns will auf dem Kopfe seines Vaters mit der Axt eine Mücke erschlagen, tötet aber dabei seinen Vater.

 

45. Die Erzählung von Rohini  (Rohini-Jātaka).

[Eine alte Frau, die von Mücken geplagt wird, ersucht ihre Tochter dieselben zu vertreiben. Diese nimmt die Keule, mit der sie gerade Reis zerstampft, und tötet damit ihre Mutter, indem sie statt der Fliegen deren Kopf trifft]

Eine Sklavin will ihrer Mutter die Fliegen vom Kopfe verscheuchen, trifft sie aber selbst mit der Keule, so daß die Mutter sterben muß.

 

46. Die Erzählung von dem Gartenzerstörer  (Aramadusaka-Jātaka).

[Als einst die Mönche einen Garten besichtigen, sehen sie eine Stelle, wo keine Pflanzen wachsen, und hören, daß hier seinerzeit ein Knabe die Bäumchen mit der Wurzel herausgerissen habe, um sie zu begießen. Buddha weist auf einen ähnlichen Vorgang hin]

Ein Parkwächter beauftragt eine Anzahl Affen in seiner Abwesenheit die jungen Bäumchen zu begießen. Diese entledigen sich ihrer Aufgabe, indem sie die Bäumchen herausreißen und auf ihre Wurzeln das Wasser schütten.

 

47. Die Erzählung vom Branntwein  (Varuni-Jātaka).

[Der Lehrling eines Branntweinhändlers tut, um den Branntwein zu verbessern, Salz hinein und macht ihn dadurch untrinkbar]

Der Lehrling eines Branntweinhändlers mischt in Abwesenheit seines Herrn Salz in den Branntwein um ihn dadurch schärfer zu machen und verdirbt damit den ganzen Branntwein.

 

48. Die Erzählung von dem Vedabbha-Zauberspruch  (Vedabbha-Jātaka).

[Ein unfolgsamer Mönch wird von Buddha darauf aufmerksam gemacht, welch üble Folgen früher einmal dieser Ungehorsam für ihn gehabt habe]

Ein Brahmane, der einen Zauberspruch kennt, mittels dessen man bei einer bestimmten Konstellation Geld vom Himmel regnen lassen kann, wird von Räubern gefangen. Sein Schüler ermahnt ihn den Zauberspruch nicht anzuwenden und geht fort um Lösegeld zu holen. Der Brahmane aber läßt Geld herabregnen und macht sich dadurch frei. Die Räuber werden hierauf von einer andern Räuberschar gefangen und verweisen diese auf den Brahmanen, der Geld regnen lassen kann. Er wird aufgefordert seine Kunst auszuüben, kann es aber nicht, weil die Konstellation vorbei ist. Darauf wird er getötet und auch die Räuber töten einander, bis nur noch zwei übrig sind. Während der eine den Schatz bewacht, holt der andere Speise und vergiftet den für seinen Gefährten bestimmten Teil. Als er zurückkehrt, ersticht ihn der Zurückgebliebene, muß aber selbst an dem genossenen Gifte sterben.

 

49. Die Erzählung von der Konstellation  (Nakkhatta-Jātaka).

[Ein Asket sagt aus Ärger seinen Verwandten, der von ihnen bestimmte Hochzeitstag sei unheilbringend, und veranlaßt sie so zur Verschiebung der Hochzeit. Dadurch geht jener Familie die Braut verloren]

Ein Asket veranlaßt durch den Vorwand, die Konstellation sei nicht günstig, seine Verwandten den festgesetzten Termin zur Verheiratung ihres Sohnes nicht einzuhalten. Inzwischen wird aber das diesem bestimmte Mädchen einem andern vermählt.

 

50. Die Erzählung von den Toren  (Dummedha-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 469]

Ein Prinz nimmt sich vor, wenn er zur Regierung gelangt ist, das Töten von Tieren zu verbieten. Nachdem er den Thron bestiegen, beruft er sich auf ein von ihm abgelegtes Gelübde dieses Inhalts und bringt durch Androhung harter Strafen seine Untertanen dazu von nun an die Tiere zu schonen.

 

51. Die Erzählung vom großen König Tugendhaft  (Mahasilava-Jātaka).

[Buddha erzählt einem Mönche, der in seinem Streben nachgelassen, von der Art, wie früher das Streben nach Tugend betätigt worden sei, und bringt ihn dadurch zur Heiligkeit]

Ein König von Benares, der durch Tugend ausgezeichnet ist, verjagt einen ungetreuen Minister. Dieser stachelt den König von Kosala auf jenem das Reich abzunehmen, indem er auf dessen allzugroße Güte hinweist. Nachdem drei Proben gelungen, zieht der König von Kosala gegen Benares. Der König Tugendhaft wehrt sich nicht, sondern läßt sich mit seinem Gefolge gefangen nehmen. Er wird zum Tode verurteilt und zu diesem Zwecke mit seinen Leuten auf dem Leichenfelde bis zum Halse eingegraben um von den Schakalen gefressen zu werden. Mit großer Geschicklichkeit befreit er aber sich und seine Leute. Hierauf läßt er sich von zwei Dämonen, die ihn um Teilung ihrer Beute bitten, mit allem Notwendigen versehen und gerüstet in das Schlafgemach des Königs bringen. Beschämt sieht dieser seine Schuld ein und gibt ihm sein Reich zurück.

 

52. Die kleine Erzählung von Janaka  (Culajanaka-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 539]

Eine Variante zu der großen Erzählung von Janaka (Mahajanaka-Jātaka) Nr. 539.

 

53. Die Erzählung von der vollen Schüssel  (Punnapati-Jātaka).

[Einige Spitzbuben verabreden sich Anāthapindika durch vergifteten Branntwein zu betäuben und auszurauben. Doch dieser merkt ihre List und beschämt sie]

Einige Spitzbuben wollen den Großkaufmann von Benares mit vergiftetem Branntwein betäuben und dann ausplündern; dieser aber bemerkt ihr Vorhaben und macht ihre Absicht zunichte.

 

54. Die Erzählung von der Frucht  (Phala-Jātaka).

[Ein Parkwächter versteht sich gut auf die Beurteilung der Bäume. Buddha, der davon erfährt, weist nach, daß der Mann schon früher diese Kenntnis besessen habe]

Eine kluger Karawanenführer warnt seine Leute vor dem Genusse unbekannter Früchte und bewahrt dadurch die meisten vor Vergiftung durch die Früchte eines dem Mango sehr ähnlichen Baumes.

 

55. Die Erzählung von den fünf Waffen  (Pancavudha-Jātaka).

[Die Vorgeschichte entspricht ganz der von Jātaka 51]

Ein Prinz wird unterwegs von einem Dämon überfallen. Vergebens bekämpft er ihn mit fünf Arten von Waffen; er gelangt doch in die Gewalt des Dämons. Durch ein kluges Wort aber hält er diesen ab ihn zu verzehren und bekehrt ihn hierauf zu einem tugendhaften Leben.

 

56. Die Erzählung von dem Goldhaufen  (Kancanakkhanda-Jātaka).

[Ein junger Mönch erschrickt vor der Menge der Gebote, die ihm seine Lehrer auferlegen, und will in die Welt zurückkehren. Buddha sagt ihm die drei wichtigsten Vorschriften und bringt ihn dadurch in kurzer Zeit zur Heiligkeit]

Ein Mann findet einen großen Goldhaufen. Da er ihn nicht auf einmal aufheben kann, macht er vier Teile daraus, die er zu verschiedenen Zwecken bestimmt, und ist nun imstande die Last nach Hause zu tragen.

 

57. Die Erzählung von dem Affenfürsten  (Vanarinda-Jātaka).

[Buddha erzählt, daß Devadatta ihm auch schon in einer früheren Existenz nach dem Leben getrachtet habe]

Ein Affe pflegt den Tag über auf einer Insel des Flusses zu verweilen und am Abend an das Ufer zurückzukehren. Ein Krokodil sucht ihn einmal zu fangen um seiner Frau das Fleisch des Affen zu geben; doch dieser überlistet jenes durch seine Klugheit.

 

58. Die Erzählung von drei Tugenden  (Tayodhamma-Jātaka).

[Auch hier ist Devadattas Mordversuch gegen Buddha der Ausgangspunkt der Erzählung]

Ein Affe sucht seinen Sohn durch eine Umarmung zu erdrücken; doch merkt er, daß dieser stärker ist als er selbst. Er schickt ihn daher um Blumen zu holen nach einem Lotosteiche, damit er von dem dort hausenden Dämon aufgefressen werde. Der junge Affe aber merkt die List und holt die Blumen ohne sich in die Macht des Dämons zu begeben. Aus Zorn darüber stirbt der alte Affe.

 

59. Die Erzählung von dem Trommelschläger  (Bherivada-Jātaka).

[Buddha sagt einem ungehorsamen Mönch, daß er schon in einer früheren Existenz sich durch Unfolgsamkeit verfehlt habe]

Ein Trommelschläger schlägt trotz der Warnung seines Vaters beständig die Trommel, während sie durch einen Wald gehen. Dadurch lockt er die Räuber heran, welche den beiden ihr verdientes Geld abnehmen.

 

60. Die Erzählung von dem Muschelbläser  (Samkhadhamana-Jātaka).

[Die Vorgeschichte entspricht genau der im vorausgehenden Jātaka]

Eine Variante zur vorigen Erzählung mit der Änderung, daß hier der Vater beständig auf der Muschel bläst und von seinem Sohn vergeblich gewarnt wird.

 

61. Die Erzählung von dem Verlustspruch  (Asatamanta-Jātaka).

[Ein wegen eines Weibes unzufriedener Mönch, dessen Geschichte im Jātaka 527 genauer berichtet ist, wird durch eine Erzählung von der Lasterhaftigkeit der Frauen zur Bekehrung gebracht]

Ein Jüngling wird zu einem Lehrer geschickt um die Lasterhaftigkeit der Frauen kennen zu lernen. Dieser gibt ihm seine alte Mutter, die er mit eigener Hand erhält, zum Versuchsobjekt und es gelingt jenem die alte Frau so weit zu bringen, daß sie ihren Sohn umbringen will um ihrem Gelüste nachgehen zu können. Da merkt sie, daß sie betrogen ist, und gibt ihren Geist auf. Der Jüngling aber ist jetzt von der Schlechtigkeit der Weiber überzeugt und wird Asket.

 

62. Die Erzählung von dem Embryozustand  (Andabhuta-Jātaka).

[Die Vorgeschichte entspricht der im voraus gehenden Jātaka]

Ein Brahmane, der im Würfelspiel mit dem König immer verliert, sobald dieser einen Spruch von der Untreue der Weiber dabei hersagt, will die Wirkung des Spruches zunichte machen und nimmt daher eine Frau, die mit einem Mädchen schwanger geht, in sein Haus auf bis zur Entbindung. Das Mädchen läßt er in seinem Hause aufziehen, ohne daß es dabei einen andern Mann zu sehen bekommt als ihn selbst. Als es herangewachsen ist, beginnt er wieder mit dem Könige Würfel zu spielen und gewinnt immer, weil der Spruch des Königs infolge der Treue des Mädchens seine Wirkung verloren hat. Der König merkt den Grund und dingt einen Spitzbuben, der das Mädchen verführen soll. Diesem gelingt es durch eine Dienerin, deren Sohn er zu sein vorgibt, sich Eingang in des Brahmanen Haus zu verschaffen und das Mädchen für sich zu gewinnen. Bevor er das Haus verläßt, versetzt er noch dem Brahmanen einen derben Stoß, ohne daß dieser merkt, von wem er ihn erhalten. — Bei dem nächsten Spiel verliert der Brahmane und der König erzählt ihm, was bei ihm vorgegangen sei. Als jener nach Hause eilt, leugnet das Mädchen jede Schuld und erklärt sich zur Feuerprobe bereit, Zu dieser aber erscheint auch der Liebhaber und faßt das Mädchen bei der Hand. Jetzt erklärt dieses, es könne die Feuerprobe nicht mehr bestehen, da es soeben ein andrer Mann berührt habe. Der Brahmane aber ist nun von der Schuld des Mädchens überzeugt und jagt es fort.

 

63. Die Erzählung von der Dattel  (Takka-Jātaka).

[Auch die Vorgeschichte dieses Jātaka handelt von einem unzufriedenen Mönch, der auf die angegebene Art von Buddha zur Bekehrung geführt wird]

Ein böses Mädchen wird von seinen Dienern in das Wasser geworfen und treibt auf dem Strome dahin. Ein Asket rettet es und nimmt es in seine Wohnung auf. Zum Danke dafür verführt ihn das Mädchen und veranlaßt ihn sein Asketenleben aufzugeben und unter den Menschen zu wohnen. Während nun der Asket einmal abwesend ist, wird seine Frau von Räubern entführt und gewinnt die Liebe des Räuberhauptmanns. Um nicht zu ihrem frühern Lose zurückkehren zu müssen, beschließt sie den Asketen zu verderben und läßt ihn daher in ihre Wohnung kommen. Dann aber teilt sie dies dem Räuberhauptmann mit, der sogleich jenen aufsucht und mißhandelt. Der Asket klagt nicht, sondern sagt immer einen Vers her von der Schlechtigkeit der Weiber. Dadurch aufmerksam geworden, läßt sich der Räuber von ihm seine ganze Geschichte erzählen. Darauf tötet er das Weib wegen seiner Falschheit und führt von da an mit dem Asketen zusammen ein heiliges Leben.

 

64. Die Erzählung von den schwer zu Erkennenden  (Durajana-Jātaka).

[Eine Krau ist in ihrem Benehmen gegen ihren Mann sehr verschieden, je nachdem sie ein schlechtes Gewissen hat oder nicht. Buddha klärt ihn über die Ursache dieses Wechsels auf
und bringt ihn zur Bekehrung]

Ein junger Brahmane ist erregt wegen des lasterhaften Wesens seiner Frau. Sein Meister belehrt ihn, daß dies damit zusammenhänge, ob sie Unzucht treibe oder nicht, und tröstet ihn. Die Frau aber merkt, daß sie durchschaut ist, und bessert sich.

 

65. Die Erzählung von dem Freudeberaubten  (Anabhirati-Jātaka).

[Die Vorgeschichte entspricht genau der im vorhergehenden Jātaka]

Eine Variante zum vorausgehenden Jātaka, in der der Gedanke durchgeführt ist, daß die Weiber Gemeingut sind.

 

66. Die Erzählung von Mudulakkhana  (Mudulakkhana-Jātaka).

[Ein frommer Mönch wird durch den Anblick eines schonen Weibes von Begierden erfüllt. Buddha erführt davon und sagt ihm, das sei nichts Wunderbares, da Ähnliches schon früher
einem Weisen begegnet sei Durch diese Unterweisung gelangt jener Mönch zur Heiligkeit]

Ein Asket verläßt seine Wohnung im Himalaya und nimmt beim König von Benares seinen Aufenthalt. Dieser überträgt, als er einmal fort muß, die Pflege des Asketen seiner ersten Gemahlin. Da nun der Asket einmal zu ungewohnter Stunde zum Mahle kommt, sieht er die Königin, wie ihr Gewand herabgefallen ist, und wird von Begierde erfüllt, so daß er krank wird. Dem zurückgekehrten König teilt er den Grund seiner Krankheit mit und dieser tritt ihm seine Gemahlin ab. Da aber der Asket mit ihr beisammen ist, besinnt er sich wieder auf sich selbst und kehrt nach dem Himalaya zurück.

 

67. Die Erzählung von dem Schoß  (Ucchanga-Jātaka).

[Drei Männer, die verwandt sind, werden als Räuber gefangen. Die Frau des einen bittet ihr ihren Bruder herauszugeben, da sie einen Mann und einen Sohn auch sonst wieder  bekommen könne]

Eine Frau, deren Familie wegen falschen Verdachtes gefangen wurde, erhält die Erlaubnis sich einen ihrer Angehörigen mitzunehmen. Sie wählt nun weder ihren Gatten noch ihren Sohn, sondern ihren Bruder und rechtfertigt ihre auffallende Wahl so geschickt, daß die ganze Familie freigelassen wird.

 

68. Die Erzählung von Saketa  (Saketa-Jātaka).

[Buddha wird auf einer Reise von einem alten Brahmanen-Ehepaar als Sohn begrüßt. Er erklärt den erstaunten Mönchen die Berechtigung dieser Bezeichnung]

Buddha setzt auseinander, warum ein Brahmane, der ihn als seinen Sohn begrüßt, das Recht habe sich seinen Vater zu nennen. (Dies Jātaka weicht in der Form von den anderen sehr ab.)

 

69. Die Erzählung vom Giftspeien  (Visavanta-Jātaka).

[Sāriputta verzehrt einmal die für seinen Gefährten bestimmten Kuchen, da derselbe so lange nicht kommt. Als der Gefährte bei seiner Rückkehr ihn dafür höhnt, gelobt er nie mehr Mehlkuchen zu essen]

Eine Schlange, die einen Menschen gebissen hat, soll das Gift aus der Wunde wieder heraussaugen. Sie erklärt aber sich lieber verbrennen zu lassen, als das einmal Ausgespieene wieder einzusaugen. Darauf wird der Kranke auf andre Art geheilt.

 

70. Die Erzählung vom Spaten  (Kuddala-Jātaka).

[Ein junger Mann wird Mönch um an der guten Mönchsspeise teilzunehmen, kehrt aber immer wieder in die Welt zurück. Als er zum siebenten Male in den Orden eintritt, gelangt er zur Heiligkeit. Die darüber erstaunten Mönche werden von Buddha über die Gründe hiervon aufgeklärt]

Ein Gärtner will Asket werden; doch zieht es ihn nach einer Weile immer wieder zu seinem Spaten hin. Als er so zum siebenten Male sein Asketenleben aufgegeben, wirft er den Spaten in den Fluß um nicht abermals in diese Versuchung zu geraten. Da kommt gerade der König stolz des Weges daher, nachdem er seine Feinde besiegt; der Asket aber beweist ihm, daß der Sieg, den er gerade über sich errungen, viel mehr wert sei als der des Königs. Darauf schließt sich der König mit seinem ganzen Heere dem Asketen an und sie ziehen mit ihm in die Einsamkeit, wo ihnen durch göttliche Hand Wohnstätten bereitet werden.

 

71. Die Erzählung von dem Varana-Baume  (Varana-Jātaka).

[Mehrere junge Leute aus guter Familie werden Mönche. Nach einiger Zeit ziehen sie sich in die Einsamkeit zurück um der Meditation zu obliegen und gelangen dadurch zur Heiligkeit. Einer von ihnen war aus Trägheit zurückgeblieben. Als er aber vom Fortschritt seiner Freunde hört, möchte er das Gleiche erreichen und strengt sich törichterweise so an, daß er sich an seiner Gesundheit schädigt]

Ein junger Brahmane wird mit anderen in den Wald geschickt um Holz zu sammeln. Statt dessen schläft er und rafft beim Weggehen rasch noch feuchtes Holz zusammen. Am nächsten Tage brennt dies nicht; dadurch entsteht eine solche Verzögerung, daß die jungen Brahmanen an diesem Tage auf ihr Vorhaben verzichten müssen.

 

72. Die Erzählung von dem tugendhaften Elefanten  (Silavanaga-Jātaka).

[Da die Mönche von der Ungenügsamkeit Devadattas sprechen, erzählt Buddha, wie sich auch schon in einer früheren Existenz an jenem dieser Fehler gezeigt habe]

Ein tugendhafter Elefant bringt einen verirrten Wanderer wieder auf den rechten Weg. Zum Dank dafür kommt dieser mehrmals wieder und bittet den Elefanten ihm einen Zahn zu schenken, weil er sehr arm sei. Der Elefant erfüllt seine Bitte. Als der Mann ihm aber sogar die Zahnwurzeln heraussägen will und ihn dabei mißhandelt, öffnet sich die Erde und verschlingt den Übeltäter.

 

73. Die Erzählung von dem Wahrsprechen  (Saccamkira-Jātaka).

[Buddha setzt auseinander, daß Devadatta auch früher schon Mordpläne gegen ihn schmiedete]

Ein böser Prinz wird von seinem Gefolge in das Wasser geworfen. In seiner Not findet er einen auf dem Wasser treibenden Baumstamm, auf den er sich setzt. Eine Ratte, eine Schlange und ein Papagei benützen denselben Baumstamm als Zufluchtsort. Ein Einsiedler zieht den Baum aus dem Wasser und rettet die darauf Befindlichen , erregt aber den Haß des Prinzen, weil sich dieser nicht genug geehrt glaubt. Nach einigen Tagen ziehen die Gäste des Einsiedlers wieder fort, nachdem jeder ihm seine Bereitwilligkeit zur Vergeltung kundgetan. — Einige Zeit danach stellt er ihre Dankbarkeit auf die Probe. Die der Tiere bewährt sich; der Prinz aber, der inzwischen König geworden, läßt ihn festnehmen und schlagen, um ihn dann hinrichten zu lassen. Dabei erhält der Einsiedler Gelegenheit den Sachverhalt klarzulegen, worauf der König vom wütenden Volke getötet und jener zu seinem Nachfolger gewählt wird.

 

74. Die Erzählung von der Baumtugend  (Rukkhadhamma-Jātaka).

[Buddha belehrt seine Verwandten, die untereinander streiten, über den Wert der Eintracht]

Auf den Rat des Bodhisattva nehmen einige Baumgottheiten ihre Wohnung in Wäldern, die aus dicht zusammenstehenden Bäumen bestehen, andere aber in einzeln stehenden Bäumen. Durch einen Sturm werden letztere eines Tages zerstört, während die Wohnstätten der klugen Gottheiten unversehrt bleiben.

 

75. Die Erzählung von dem Fische  (Maccha-Jātaka).

[Während einer großen Trockenheit äußert Buddha, um den leidenden Tieren zu helfen, den Wunsch zu baden. Darauf beauftragt Indra den Regengott Regen herabströmen zu lassen und die Dürre hat ein Ende]

Während einer großen Dürre vertrocknen die Seen und Teiche, so daß die Fische in Todesgefahr kommen. Ein Fisch faßt Mut und fordert den Regengott auf Regen herabzusenden, indem er sich auf sein tugendhaftes Leben beruft. Es geschieht nach seinem Wunsche; durch den Regen werden die Teiche und Seen wieder gefüllt und die Fische aus ihrer Not befreit.

 

76. Die Erzählung von der Furchtlosigkeit  (Asamkiya-Jātaka).

[Ein Laienbruder, der mit einer Karawane reist, verbringt eine Nacht damit, daß er auf- und abgeht und meditiert. Dadurch hindert er eine Räuberbande an der Ausplünderung der Karawane. Als am nächsten Tage die Gefahr bemerkt wird, in der man geschwebt, erntet jener allgemeines Lob]

Ein Asket trifft einmal mit einer Karawane zusammen und verbringt in ihrer Nähe die Nacht, indem er beständig auf und ab geht. Dadurch hält er eine Räuberschar, welche die Karawane überfallen wollte, ab ihr Vorhaben auszuführen. Am nächsten Tage wird er dann von allen wegen seiner Furchtlosigkeit gepriesen.

 

77. Die Erzählung von den großen Träumen  (Mahasupina-Jātaka).

[Ein König hat in einer Nacht sechzehn Träume. Er fragt die Brahmanen nach deren Bedeutung und diese sagen ihm, daß sie großes Unheil verkünden; doch könne er dies durch reichliche Tieropfer abwenden. Sofort werden die Anstalten dazu getroffen. Die Königin empfindet Mitleid mit den vielen Tieren, die getötet werden sollen, und veranlagt ihren Gemahl zu Buddha zu gehen und diesen nach der Deutung zu fragen. Buddha weist nun im einzelnen nach, daß alle die sechzehn Träume sich auf die Zukunft beziehen und der König somit nichts für sich zu befürchten hat]

Ein König hat sechzehn Traumgesichte und fragt die Brahmanen, was sie bedeuten. Diese veranlassen ihn zur Abwendung des Unheils Tieropfer darzubringen. Ein Brahmanenschüler möchte diese Tiertötung verhüten und bewegt den König sich von einem weisen Asketen die Deutung der Träume sagen zu lassen, wodurch die Tieropfer überflüssig werden.

 

78. Die Erzählung von Illisa  (Illisa-Jātaka).

[Ein reicher Geizhals bekommt Lust Pfannkuchen zu essen. Damit aber niemand davon etwas merke und daran teilnehme, geht er in den obersten Stock seines Hauses und läßt seine Frau mit den Vorbereitungen beginnen. Dies bemerkt der weit davon entfernte Buddha und sendet Mogallāna aus um den Geizhals zu bekehren. Als Mogallāna erscheint, versucht der Geizhals alles um ihn zu vertreiben ; da er sieht, daß nichts hilft, will er ihm einen kleinen Kuchen geben, bringt ihn aber von der Platte nicht los. Endlich verzichtet er auf alle Kuchen und gibt sie dem Thera. Dieser versetzt sich und das Ehepaar in einem Augenblick zu Buddha, der den Geizhals vollends bekehrt]

Ein sehr geiziger Großkaufmann namens Illisa bekommt einmal Lust Branntwein zu trinken; damit er aber niemand etwas davon abgeben muß, nimmt er ihn mit vor die Stadt und trinkt ihn in einem Gebüsche, um von niemand gesehen zu werden. — Dies bemerkt sein Vater, der wegen seiner guten Werke als Gott wiedergeboren wurde. Um seinen Sohn zu kurieren nimmt er dessen Gestalt an und verschenkt einen großen Teil von dessen Vermögen. Ein Landmann, der auf diese Weise einen Wagen voll Kleinodien erhalten, fährt nun an dem Gebüsche vorbei, in dem der Geizhals sitzt, und preist dessen Güte. Dieser wird stutzig, erkennt seinen Wagen und sucht ihn dem Landmann abzunehmen; doch erntet er dafür nur Prügel. In der Stadt hält man ihn für einen Betrüger und so nimmt er seine Zuflucht zum Könige. Dieser läßt den Doppelgänger rufen; aber selbst der Barbier des Geizigen kann keinen Unterschied finden. Jetzt gibt sich Illisas Vater als Gott zu erkennen und hält seinem Sohne seinen Geiz vor, worauf Illisa erklärt sich bessern zu wollen.

 

79. Die Erzählung von dem lauten Schall  (Kharassara-Jātaka).

[Ein Dorf Vorsteher verabredet sich mit Räubern und zieht morgens fort, so daß jene das Dorf ausplündern können. Als die Sache bekannt wird, erhält er vom Könige die gebührende Strafe]

Ein Dorfvorsteher verabredet sich mit Räubern und zieht fort, während diese sein Dorf plündern. Dafür erhält er die Hälfte der Beute. Ein weiser Mann aber entdeckt den Betrug und der Vorsteher wird bestraft.

 

80. Die Erzählung von Bhimasena  (Bhimasena-Jātaka).

[Ein Mönch prahlt mit seiner Abstammung und dem angenehmen Leben, das er vordem geführt. Es wird aber bekannt, daß dies nur Aufschneiderei ist, und der Mönch wird beschämt]

Ein tüchtiger Bogenschütze vermag wegen seiner kleinen Gestalt keine entsprechende Stellung zu finden. Deshalb tut er sich mit Bhimasena, einem stattlichen Manne, zusammen, der seine Rolle übernehmen soll, während er dessen Diener spielt. Sie werden vom König von Benares in Dienst genommen. Kurz darauf gelingt es Bhimasena, indem er den Rat des Bogenschützen befolgt, einen gefährlichen Tiger und einen Büffel zu erlegen. Dadurch wird er übermütig. Darauf wird er gegen einen König ausgesandt, der Benares angreifen will. Als der Kampf beginnen soll, befällt ihn solche Angst, daß er seine Exkremente von sich gibt. Der Bogenschütze aber führt den Kampf ruhmvoll zu Ende und gelangt dadurch zu hohen Ehren, während Bhimasena entlassen wird.

 

81. Die Erzählung vom Branntweintrinken  (Surapana-Jātaka).

[Einem wundertätigen Mönche gelingt es eine Schlange von übernatürlicher Kraft zu bezwingen. Dafür erhält er Branntwein und berauscht sich so daran, daß er die Besinnung verliert und Buddha nicht in der gebührenden Weise ehrt. Buddha hält daher den Mönchen vor, wie lasterhaft es sei Branntwein zu trinken, und erläßt in dieser Beziehung ein bestimmtes Verbot]

Die Schüler eines Asketen verlassen einmal ihren Meister um sich in der Stadt Almosen zu holen. Hier erhalten sie gelegentlich eines Festes Branntwein und berauschen sich daran. Reuevoll kehren sie dann zu ihrem Meister in die Einsamkeit zurück.

 

82. Die Erzählung von Mittavinda  (Mittavinda-Jātaka).

[Es wird auf die Vorgeschichte von Jātaka 439 verwiesen, das einen ähnlichen Stoff wie Jātaka 41 behandelt]

Eine Variante zum Schlusse des Jātaka 41.

 

83. Die Erzählung von dem Unglücksvogel  (Kalakanni-Jātaka).

[Ein Freund von Anāthapindika hat einen Unheil verkündenden Namen. Trotz dem Abraten seiner Freunde hält ihn jener wert und vertraut ihm, als er abreist, die Bewachung seines Hauses an. Dies Amt übt der Freund so gewissenhaft aus, dass Anāthapindika trotz einer Bedrohung durch Räuber kein Schaden erwächst]

Ein Großkaufmann hat einen Freund namens „Unglücksvogel", den er trotz aller Warnungen wegen des Namens behält. Als er einmal verreist, bewacht ihm sein Freund so gut sein Haus, daß die Räuber, die es plündern wollen, unverrichteter Dinge wieder abziehen müssen. Darauf preist der Kaufmann die Vorzüge des „Unglücksvogels".

 

84. Die Erzählung von den Toren des Heiles  (Atthassadvara-Jātaka).

[Ein Knabe richtet an seinen Vater eine Frage, die dieser nicht beantworten kann. Daher verweist er ihn an Buddha und dieser erinnert den Knaben daran, daß er schon in einer früheren Existenz eine Antwort auf seine Frage erhalten habe]

Ein Vater setzt seinem Sohne auseinander, was das Wertvollste auf der Welt sei.

 

85. Die Erzählung von dem Kimpakka-Baume  (Kimpakka-Jātaka).

[Ein Mönch sieht ein Weib und wird dadurch unzufrieden mit seinem Berufe. Buddha macht ihn auf die daraus entstehenden Gefahren aufmerksam und vergleicht das sinnliche Vergnügen mit dem Genuß von giftigen Früchten, die wie wohl schmeckende aussehen]

Eine Variante zu Jātaka 54; doch fehlt hier der Schluß von den Leuten, die am andern Tage kommen um die Habe der Karawane an sich zu nehmen.

 

86. Die Erzählung von der Tugenduntersuchung  (Silavimamsana-Jātaka).

[Ein Brahmane, der in großer Ehre steht, will untersuchen, ob diese Ehrung durch seine Abstammung oder seine Tugend veranlaßt sei. Deshalb entwendet er mehrmals Geld aus dem Schatze des Königs. Er wird ergriffen und soll bestraft werden. Jetzt sieht er ein, daß die Tugend den höchsten Wert habe, und erbittet vom Könige die Erlaubnis Mönch zu werden. In   seinem neuen Stande gelangt er bald zur Heiligkeit]

Der Hauspriester eines Königs will untersuchen, ob sein Herr ihn höher schätzt wegen seiner Stellung oder wegen seiner Tugend. Daher nimmt er einige Münzen aus dem königlichen Schatze. Als er gebunden zum Könige geführt wird, merkt er unterwegs bei einer Szene mit Schlangenbeschwörern, daß die Tugend am meisten gilt, und spricht sich auch in diesem Sinne dem Könige gegenüber aus. Nachdem er sich gerechtfertigt, wird er Asket im Himalaya.

 

87. Die Erzählung von den Vorzeichen  (Mamgala-Jātaka).

[Ein Brahmane läßt ein Gewänderpaar wegwerfen, da er es für unglückbringend hält. Buddha nimmt es auf und behält es trotz der Warnung des Brahmanen. Diesem beweist er das Unsinnige des Aberglaubens und bringt ihn zur Bekehrung]

Ein Brahmane läßt ein Gewänderpaar nach dem Leichenfelde bringen, weil er es für unglückbringend hält. Ein Asket nimmt es an sich und wirft es nicht weg trotz der Warnungen des Brahmanen; vielmehr belehrt er ihn über die Nichtigkeit der Vorzeichen.

 

88. Die Erzählung von Sarambha  (Sarambha-Jātaka).

[Eine Variante zur Vorgeschichte von Jātaka 28]

Eine kurze Variante zu Jātaka 28.

 

89. Die Erzählung von dem Betrüger  (Kuhaka-Jātaka).

[Es wird auf die Vorgeschichte von Jātaka 487 verwiesen]

Ein Gutsbesitzer vertraut einem falschen Asketen einen Schatz an. Dieser vergräbt ihn um ihn für sich zu verwenden und verläßt das Dorf; doch kehrt er noch einmal zurück um dem Gutsbesitzer einen Grashalm zurückzubringen, der in seinen Haaren hängen geblieben ist. Daraus schöpft ein weiser Mann Verdacht und beweist dem Gutsbesitzer, daß jener ihn betrogen habe.

 

90. Die Erzählung von dem Undankbaren  (Akatannu-Jātaka).

[Ein Kaufmann, dem Anāthapindika früher einen großen Dienst erwiesen, zeigt sich bei gegebener Gelegenheit undankbar. Später erhält er dafür seinen gerechten Lohn]

Ein Kaufmann erweist einem andern, der seine Karawane zu ihm schickt, Wohltaten; doch als dieser Gelegenheit erhält das Gute zu vergelten, zeigt er sich undankbar. Für diese Undankbarkeit wird er beim nächsten Male durch die Leute des ersten Kaufmanns bestraft.

 

91. Die Erzählung von dem bestrichenen Würfel  (Litta-Jātaka).

[Buddha warnt die Mönche vor dem unüberlegten Gebrauch der Dinge, indem er eine darauf bezügliche Geschichte aus einer früheren Existenz erzählt]

Ein Spieler hat die Gewohnheit, wenn er verliert, den einen Würfel in den Mund zu stecken um das Spiel dadurch ungültig zu machen. Der andre bestreicht nun einmal die Würfel mit Gift, so daß jener, als er es wieder tut, ohnmächtig wird. Darauf wird er von dem zweiten Spieler gerettet und vor weiterem Betrug gewarnt.

 

92. Die Erzählung von dem kostbaren Schmuck  (Mahasara-Jātaka).

[Die Frauen eines Königs möchten gerne Buddhas Lehre kennen lernen und bitten ihren Gebieter ihnen einen dazu passenden Mönch herbeizuschaffen. Der König lernt einen Laienbruder kennen, der nach anfänglichem Mißfallen seine Sympathie gewinnt, und möchte ihm jenes Amt übertragen. Da dieser sich aber für untauglich dazu hält, wählt er auf Wunsch der Frauen Ānanda um im Palaste zu predigen. — Nun kommt eines Tages ein kostbares Juwel abhanden. Damit die Bewohner des Palastes nicht geplagt werden, erbietet sich Ānanda es herbeizuschaffen. Nachdem ein erstes Mittel fehlgeschlagen, hat das zweite den gewünschten Erfolg und Ānandas Weisheit wird überall gepriesen]

Als einmal der König mit seinen Frauen badet, wird ein Schmuckstück, das eine Sklavin bewacht, von einer Äffin gestohlen. Darauf wird ein Landmann, der in der Nähe ist, wegen dieses Diebstahls festgenommen. Er gesteht und sagt, er habe den Schmuck dem Großkaufmann gegeben. So kommen nacheinander der Großkaufmann, der Hauspriester, der erste Musiker und eine Hure in Haft. Ein weiser Minister läßt ihre Gespräche belauschen und merkt, daß sie alle unschuldig sind. Durch eine List wird darauf die Äffin veranlaßt den Schmuck herauszugeben und alles zollt dem Weisen Beifall wegen seiner Klugheit.

 

93. Die Erzählung von dem vertrauenden Genuß  (Vissasabhojana-Jātaka).

[Buddha rügt einige Mönche, die sich auf die Gaben ihrer Verwandten verlassen, und warnt vor unüberlegtem Gebrauch der Dinge, den er mit dem Genuß von Gift vergleicht]

Ein Löwe, der die Kühe beunruhigt, wird durch eine List unschädlich gemacht. Einer Gazelle nämlich, die er liebt, wird das Fell mit Gift bestrichen; als sie der Löwe ableckt, findet er seinen Tod.

 

94. Die Erzählung vom Haarsträuben  (Lomahamsa-Jātaka).

[Ein Mönch wendet sich zur falschen Askese zurück und schmäht Buddha. Dieser erklärt die Schädlichkeit der Askese, die er früher auch betrieben]

Ein Weiser betätigt die Askese in unerhörter Weise. Sterbend aber erkennt er, daß dies nicht zum Heile führe.

 

95. Die Erzählung von dem großen Sudassana   (Mahasudassana-Jātaka).

[Als Buddha bei Kusinara sterben will, bittet ihn Ānanda sich doch lieber eine große Stadt zum Sterben herauszusuchen. Buddha aber weist auf die frühere Größe von Kusinara hin]

Der König Sudassana fühlt sein Ende herannahen und ermahnt seine Gattin nicht zu weinen, denn alles sei ja dem Vergehen unterworfen.

 

96. Die Erzählung von der Ölschüssel  (Telapatta-Jātaka).

[Buddha vergleicht die notwendige Konzentration der Gedanken mit der Achtsamkeit eines Mannes, der unter Androhung des Todes eine gefüllte Ölschüssel tragen muß, und erzählt ein Beispiel für diese Tugend]

Ein jüngerer Königssohn erfährt, er werde in kurzer Zeit in einer andern Stadt die Herrschaft erlangen, wenn er den Nachstellungen der unterwegs hausenden weiblichen Dämonen entgeht. Als er sich aufmacht, begleiten ihn fünf Leute. Diese fallen den Dämoninnen zum Opfer, da sie sich nicht bezähmen können; der Königssohn aber geht unbeirrt weiter. Eine Dämonin verfolgt ihn bis in die Stadt. Hier sieht sie der König und macht sie zu seiner Frau; doch in der ersten Nacht bringt sie ihn ums Leben samt allem, was im Palaste lebt. Als die Stadtbewohner dies merken und den Sachverhalt erfahren, machen sie den Prinzen wegen seiner Standhaftigkeit zum Könige.

 

97. Die Erzählung von dem Glück durch Namen  (Namasiddhi-Jātaka).

[Buddha belehrt einen Mönch, der mit seinem Namen unzufrieden ist, daß das Glück nicht mit dem Namen zusammenhänge]

Ein Jüngling ist mit seinem Namen nicht zufrieden und wird deshalb von seinem Lehrer weggeschickt um sich einen besseren zu suchen. Unterwegs merkt er an drei Beispielen, daß der Name von der Beschaffenheit des Betreffenden ganz unabhängig ist, und ist wieder mit seinem Namen zufrieden.

 

98. Die Erzählung von dem betrügerischen Kaufmann  (Kutavanija-Jātaka).

[Ein Kaufmann will seinen Gefährten um den ihm zukommenden Teil des Gewinnes bringen und verschiebt daher die Teilung. Der andere aber nötigt ihn dazu und erzählt dann die Geschichte Buddha, der auf ein ähnliches Ereignis in der Vergangenheit hinweist]

Ein Kaufmann will seinen Reisegenossen betrügen und läßt daher seinen Vater sich in einem hohlen Baum verstecken, damit er als vermeintliche Baumgottheit die Sache entscheide. Der andre aber merkt dies und zündet den Baum an; so wird der Betrug entdeckt.

 

99. Die Erzählung von den mehr als Tausend  (Parosahassa-Jātaka).

[Es wird auf eine im Jātaka 522 näher geschilderte glückliche Tat des Sāriputta Bezug genommen und Sāriputta darüber von Buddha belobt]

Ein weiser Asket sagt vor seinem Tode seinen Schülern etwas, das nur der älteste Schüler versteht. Da die anderen diesem nicht glauben, verläßt der Verstorbene die Brahmawelt und bezeugt die Richtigkeit der Erklärung.

 

100. Die Erzählung von der Schadengestalt  (Asatarupa-Jātaka).

[Eine junge Frau, deren Entbindung außerordentlich lange Zeit in Anspruch nimmt, schickt ihren Gatten zu Buddha, worauf alles gut vonstatten geht. Sie dankt Buddha; ihr Sohn wird später Mönch und gelangt zur Heiligkeit. Darauf erzählt Buddha, warum Mutter und Sohn soviel während der Schwangerschaft und der Entbindung ausstehen mußten]

Der König von Benares wird vom König von Kosala getötet und seine Stadt eingenommen. Der Sohn des Königs entkommt, sammelt ein Heer und will mit dem König von Kosala kämpfen. Doch auf die Botschaft seiner Mutter hin schließt er die Stadt ein und zwingt sie so zur Übergabe.

 

101. Die Erzählung von den mehr als Hundert  (Parosata-Jātaka).

[Eine Vorgeschichte fehlt]

Eine Variante zum Schlüsse des Jātaka 99.

 

102. Die Erzählung von dem Gärtner  (Pannika-Jātaka).

[Ein Gärtner will seine Tochter, die sich vermählen soll, auf die Probe stellen, ob sie keusch ist. Die Probe gelingt. Der Vater erzählt dann die Sache Buddha und gelangt hierauf zur Bekehrung]

Ein Gärtner will seine Tochter, die sich verheiraten soll, auf die Probe stellen, ob sie keusch sei, und stellt sich verliebt in sie. Aus ihrer Bestürzung erkennt er ihre Unschuld.

 

103. Die Erzählung von dem Feinde  (Veri-Jātaka).

[Anāthapindika sieht auf einer Reise Räuber und beeilt sich darum nach hause zu kommen. Buddha verweist ihn auf ein ähnliches Ereignis aus einer früheren Existenz]

Ein Großkaufmann bemerkt auf einer Reise Räuber und beeilt sich deshalb, bis er in Sicherheit zuhause ist.

 

104. Die Erzählung von Mittavinda  (Mittavinda-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 41]

Eine Variante zum Schlusse von Jātaka 41 und zu Jātaka 82.

 

105. Die Erzählung von dem dürren Holz  (Dubbalakattha-Jātaka).

[Ein Mönch ist immer von Todesfurcht erfüllt. Buddha erzählt, daß dies auf ein Erlebnis in einer früheren Existenz zurückgehe]

Ein Elefant soll dressiert werden; doch reißt er sich los und läuft in den Wald, wo er in Angst lebt, bis ihn eine Baumgottheit von seiner Furcht befreit.

 

106. Die Erzählung von dem Wassertopf  (Udancani-Jātaka).

[Eine Verweisung auf das Jātaka 477]

Ein Jüngling verläßt seinen Meister um mit einem Weibe zusammenzuleben. Doch plagt ihn dieses mit so vielen Geschäften, daß er nach kurzer Zeit gern in die Einsamkeit zurückkehrt.

 

107. Die Erzählung vom Kieselwerfen  (Salittaka-Jātaka).

[Ein Mönch ist so gewandt im Werfen von Kieseln, daß es ihm gelingt einen fliegenden Schwan zu Fall zu bringen. Buddha tadelt dies]

Ein König hat sehr unter der Geschwätzigkeit seines Hauspriesters zu leiden. Um ihn zu bessern, läßt er ihm durch einen im Werfen geschickten Krüppel, ohne daß jener es merkt, Ziegenmist in den Mund werfen. Der Hauspriester schämt sich und schweigt von nun an.

 

108. Die Erzählung von der Fremden  (Bahiya-Jātaka).

[Ein König hat eine häßliche Frau. Die Mönche wundern sich darüber; aber Buddha klärt sie über den Grund auf]

Ein König nimmt eine Frau trotz ihrer Häßlichkeit zur Gattin, weil er beobachtet, wie sittsam sie auch bei niedriger Beschäftigung ist. Ein weiser Minister preist sie dafür.

 

109. Die Erzählung von dem Reisstaubkuchen  (Kundakapuva-Jātaka).

[Ein armer Mann möchte Buddha auch einmal ein Almosen darbringen und gibt ihm einen Kuchen aus Reisstaub. Buddha nimmt ihn an und weist alle übrigen Gaben zurück. Für dies Verdienst erhält der Arme ein großes Vermögen]

Eine Baumgottheit verhilft einem armen Manne zu großem Vermögen zum Danke dafür, daß er sie durch ein geringes Opfer geehrt hat.

 

110. Die Frage nach dem alles Umfassenden  (Sabbasamharaka-Panha).

[Zitat aus dem Jātaka 546]

Ein Zitat aus dem Jātaka 546.

 

111. Die Frage wegen des Esels  (Gadrabha-Panha)

Wie Nr. 110.

 

112. Die Frage der Fürstin Amara  (Amaradevi-Panha).

Wie Nr. 110.

 

113. Die Erzählung von dem Schakal  (Sigala-Jātaka).

[Devadatta hat eine Spaltung in der Gemeinde Buddhas hervorgerufen. Buddha erklärt, daß jener schon früher gelogen habe]

Ein Schakal, der sich auf andere Weise nicht retten kann, bewegt einen Brahmanen ihn aus der Stadt hinauszutragen, indem er ihm eine Geldsumme dafür verspricht. Draußen angekommen, hält er sein Versprechen nicht, sondern besudelt noch obendrein das Gewand des Brahmanen.

 

114. Die Erzählung von Mitacinti   (Mitacinti-Jātaka).

[Zwei alte Mönche, die verreist waren, versäumen infolge ihrer Lässigkeit die richtige Zeit des Wiedereintreffens im Kloster. Buddha rügt dies mit Bezugnahme auf ein ähnliches Ereignis in einer früheren Existenz. Darauf gelangen die Mönche zur Bekehrung]

Ein Fisch rettet seine beiden Genossen, die trotz seiner Warnung in das Netz geraten sind, durch eine List.

 

115. Die Erzählung von der Warnerin  (Anusasika-Jātaka).

[Eine Nonne, die in einem bestimmten Stadtteil Almosen sammelt, hält die anderen ab auch dort hin zu gehen, um allein die besten Bissen zu erhalten. Einmal wird sie dort schwer verletzt und dafür von den anderen verspottet]

Ein Vogelweibchen warnt seine Genossen auf die Heerstraße zu gehen, damit es selbst ungestört dort Futter suchen kann. Dabei wird es von einem Wagen überfahren und getötet.

 

116. Die Erzählung von dem Ungehorsamen  (Dubbaca-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 427]

Ein Springkünstler, der über vier Speere springen kann, versucht im Rausche trotz der Warnung seines Schülers über fünf zu springen und büßt dabei sein Leben ein.

 

117. Die Erzählung von dem Rebhuhn  (Tittira-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die über Kokālika handelnde Vorgeschichte zum Jātaka 481]

Ein Asket wird zornig auf einen Genossen, der ihn immer tadelt, und schlägt ihn mit der Axt nieder. Der Meister der Asketenschar vergleicht diesen Fall mit dem Tode eines Rebhuhns, das sich  durch   sein beständiges Geschrei dem Jäger verriet.

 

118. Die Erzählung von der Wachtel  (Vattaka-Jātaka).

[Einem schönen Jüngling, der sich nichts aus dem weiblichen Geschlechte macht, wird von seinen Freunden bei einem Feste eine Dirne zugeführt; doch entläßt er sie sofort wieder. Da die Dirne zu einem andern geht, meint ihre Mutter, sie sei ermordet worden, und beschuldigt jenen der Tat. Der Jüngling soll dafür bestraft werden. Den dadurch entstehenden Lärm hört die Dirne und zeigt sich der Menge. Der Jüngling aber hat nun allen Gefallen an der Welt verloren, wird bei Buddha Mönch und gelangt bald darauf zur Heiligkeit]

Eine Wachtel, die von einem Jäger gefangen wurde, befreit sich, indem sie Speise und Trank zurückweist und dadurch bewirkt, daß sie der Jäger aus ihrem Käfig herausnimmt.

 

119. Die Erzählung von dem zur Unzeit Krähenden  (Akalaravi-Jātaka).

[Ein Mönch weiß nicht, wann er zu reden oder zu schweigen hat, und schreit zur Unzeit. Buddha rügt dies unter Hinweisung auf ein ähnliches Ereignis in einer früheren Existenz]

Ein Hahn kräht einmal zu früh, einmal zu spät und hindert dadurch die Brahmanenschüler, die sich in der Zeit nach ihm richten, in ihrem Studium. Daher drehen sie ihm den Hals um.

 

120. Die Erzählung von der Erlösung aus Banden  (Bandhanamokkha-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die durch Cinca erhobenen Beschuldigungen gegen Buddha, die in der Vorgeschichte zum Jātaka 472 genauer auseinander gesetzt sind]

Ein König, der seine Frau sehr liebt, muß in den Kampf ziehen und verspricht ihr nach jeder Meile einen Boten zu senden. Alle diese Boten verführt sie. Als die Königin auch den Hauspriester verführen will, weist dieser ihre Anträge zurück. Um sich zu rächen sagt sie dem Könige bei seiner Rückkehr, der Hauspriester habe ihr Gewalt angetan. Voll Zorn befiehlt der König dessen Hinrichtung. Doch jener läßt sich vor den König führen und beweist ihm seine Unschuld. Nun will der König die anderen strafen; aber auch sie erhalten durch die Fürsprache des Hauspriesters Begnadigung.

 

121. Die Erzählung von dem Grasstengel  (Kusanali-Jātaka).

[Anāthapindika hat einen Freund von geringer Abkunft, mit dem es ihm ebenso ergeht wie in der Vorgeschichte zum Jātaka 83]

Ein großer Baum soll gefällt werden um den königlichen Palast zu stützen. Die im Baume wohnende Gottheit ist trostlos darüber; aber eine Grasstengelgottheit bewirkt durch eine List, daß die Zimmerleute den Baum verschonen, und erhält so der Gottheit ihren Wohnsitz.

 

122. Die Erzählung von dem Toren   (Dummedha-Jātaka).

[Als die Mönche einmal von dem Neide Devadattas gegen Buddha reden, verweist Buddha darauf, daß dieser auch früher schon diese Untugend gezeigt habe]

Ein König ist neidig auf das Lob seines Leibelefanten und versucht ihn, indem er unmögliche Kunststücke von ihm verlangt, in einen Abgrund zu stürzen. Der Elefant aber, der Wunderkraft besitzt, fliegt durch die Luft nach Benares und tritt in die Dienste des dortigen Königs.

 

123. Die Erzählung von der Pflugdeichsel  (Nangalisa-Jātaka).

[Ein Mönch kann sich nicht merken, was bei den einzelnen Gelegenheiten zu sagen ist. Buddha sagt darauf den Mönchen, daß jener auch früher schon so gewesen]

Ein Brahmanenschüler ist dumm, zeigt sich aber seinem Lehrer sehr ergeben. Um seinen Verstand zu wecken fragt ihn der Lehrer von nun an nach dem Aussehen der Dinge, die er wahrgenommen. Beim ersten Male stimmt der Vergleich mit einer Pflugdeichsel; da der Tor aber auch alles andere mit einer Pflugdeichsel vergleicht, gibt sein Lehrer endlich die Hoffnung auf ihn belehren zu können.

 

124. Die Erzählung von dem Mango  (Amba-Jātaka).

[Ein Mönch ist äußerst gewissenhaft in der Beobachtung seiner Pflichten und bringt dem Kloster dadurch reichen Gewinn]

Während einer Dürre gibt ein Asket den Tieren zu trinken, kann sich aber deshalb selbst keine Nahrung suchen. Darum bringen ihm die Tiere, wenn sie zur Tränke gehen, Früchte mit, damit er nicht verhungert.

 

125. Die Erzählung von Katahaka  (Katahaka-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 80, die von einem prahlerischen Mönch handelt]

Ein geschickter Sklave, der mit dem Sohne eines Großkaufmanns zusammen erzogen wurde, reist zu einem diesem befreundeten Großkaufmann, gibt sich, indem er einen Brief fälscht, als der Sohn von dessen Freund aus und erhält seine Tochter zur Frau. Er liebt es alles Mögliche zu tadeln. — Sein früherer Herr erfährt seinen Aufenthalt und reist dorthin. Jener geht ihm auf die Kunde hiervon entgegen und benimmt sich so demütig, daß sein Herr ihm Schonung verspricht. Doch teilt er der jungen Frau einen Spruch mit, den sie hersagen soll, wenn ihr Gatte prahlt. Dadurch denkt jener, seine Frau kenne seine ganze Geschichte, und ist von nun an bescheiden.

 

126. Die Erzählung von den Schwertkennzeichen  (Asilakkhana-Jātaka).

[Ein Mann, der die dem Könige zum Verkaufe angebotenen Schwerter zu untersuchen hat, beriecht immer die Klingen; dabei läßt er sich gern bestechen. Ein Schmied streut nun einmal Pfeffer in die Scheide. Beim Beriechen muß jener niesen und spaltet sich dabei die Nase]

Ein bestechlicher Brahmane pflegt an den dem Könige zum Verkaufe angebotenen Schwertern zu riechen um ihre Tauglichkeit festzustellen. Ein Schmied streut einmal Pfeffer auf das Schwert, so daß der Brahmane niesen muß und sich die Nase spaltet. Zum Ersatz erhält er eine Nase aus Lack. — Derselbe König hat eine Tochter und einen Neffen, die sich trotz ihrer Liebe nicht heiraten sollen. Um das Mädchen zu erhalten legt sich dieser auf den Rat einer Wahrsagerin auf dem Leichenfelde wie ein Toter hin. Als die Prinzessin dorthin gebracht wird, damit ihr Dämon ausgetrieben werde, niest der vermeintliche Tote. Die Begleiter fliehen und er nimmt die Geliebte in sein Haus. Der König gibt seinen Segen zu der Verbindung. — Als nun jenem Brahmanen einmal seine Lacknase infolge der Hitze schmilzt, sagt der Prinz, dem einen gereiche das Niesen zum Schaden, dem andern zum Nutzen.

 

127. Die Erzählung von Kalanduka  (Kalanduka-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 125 bzw. 80]

Der erste Teil entspricht genau dem betr. Abschnitt von Jātaka 125. — Als einmal der frühere Sklave sich mit seiner Frau im Wasser ergeht, speit er ihr auf den Kopf. Dies sieht ein junger Papagei, der seinem früheren Herrn gehört und ihn kennt; er tadelt ihn darob und meldet es seinem Herrn. Dieser läßt seinen Sklaven zurückführen und straft ihn für seine Verwegenheit.

 

128. Die Erzählung von der Katze  (Bilara-Jātaka).

[Buddha rügt einen heuchlerischen Mönch, indem er eine frühere Probe von dessen Heuchelei erzählt]

Ein Schakal stellt sich, als wäre er ein Heiliger, um ungestört Ratten verzehren zu können. Der Rattenkönig aber merkt seine List und beißt ihm den Hals durch.

 

129. Die Erzählung von dem Feueranbeter  (Aggika-Jātaka).

[Auch hier rügt Buddha einen Heuchler]

Eine Variante zu dem vorhergehenden Jātaka. Hier hat der Schakal durch Zufall nur noch einen Büschel Haare: auf dem Kopf wie ein Mönch und zählt immer die Ratten, wenn sie fortgehen und wiederkommen. Dabei verzehrt er immer die hinterste. Schluß wie oben.

 

130. Die Erzählung von Kosiya  (Kosiya-Jātaka).

[Die Frau eines Laienbruders ist lasterhaft und stellt sich krank um gute Speisen zu erhalten. Buddha merkt ihre Schlechtigkeit und sagt ihrem Manne, er habe ihm schon in einer früheren Existenz ein passendes Heilmittel für seine Frau gegeben. Die Frau aber bessert sich]

Eine junge Brahmanin betrügt ihren Mann, ohne daß dieser es merkt. Sein Lehrer sagt ihm ein drastisches Mittel, wodurch es ihm gelingt seine Frau für immer zu bessern.

 

131. Die Erzählung von dem Nichtentsprechenden  (Asampadana-Jātaka).

[Buddha erzählt einen Beweis für die Undankbarkeit Devadattas]

Ein Großkaufmann gibt seinem Freunde, der sein Vermögen verloren hat, die Hälfte seines ganzen Besitzes. Als er selbst in Not kommt, sucht er seinen Freund auf, erhält von ihm aber nur etwas ganz Wertloses. Dies erfahren die Sklaven, die er früher jenem geschenkt, und bringen die Sache vor den König. Dieser will dem Undankbaren zur Strafe seine ganze Habe nehmen und dem Großkaufmann geben; doch bittet dieser ihm nur so viel zurückzuerstatten, als er selbst dem andern gegeben, da dieser in Not war.

 

132. Die Erzählung von den fünf wichtigen Dingen  (Pancagaru-Jātaka).

[Buddha hat den Mönchen von seinem Siege über Maras Töchter berichtet. Als die Mönche ihn darob preisen, erzählt er ihnen ein ähnliches Ereignis aus einer früheren Existenz]

Eine Variante des Schlusses vom Jātaka 96 mit Schilderung des Glanzes, der nun den Prinzen umgibt.

 

133. Die Erzählung vom Feuer  (Ghatasana-Jātaka).

[Einem Mönche, der sich um zu meditieren in die Einsamkeit zurückgezogen, brennt seine Hütte ab. Da ihm die Leute keine neue bauen, erreicht er mit seinen Betrachtungen keinen Erfolg. Als Buddha davon erfährt, rügt er, daß jener trotzdem dort geblieben sei]

Ein Schlangenkönig, der in einem See wohnt, ist zornig über die Vögel, die in einem Baume am Ufer ihre Nester haben, und läßt Feuer aus dem See aufsteigen. Die klugen Vögel fliehen, die unklugen aber bleiben und müssen ihre Torheit mit dem Tode büßen.

 

134. Die Erzählung von der Rechtfertigung der Ekstase  (Ihanasodhana-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 522 bzw. 99]

Eine Variante zum Jātaka 99.

 

135. Die Erzählung von der Mondbetrachtung  (Candabha-Jātaka).

[Ebenfalls eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 522]

Ebenfalls eine Variante zum Jātaka 99.

 

136. Die Erzählung von dem Goldschwan  (Suvannahamsa-Jātaka).

[Den Nonnen ist erlaubt worden auf einem Felde Knoblauch zu holen. Da die Nonnen aber diese Erlaubnis mißbrauchen, tadelt Buddha diese Ungenügsamkeit und verbietet den Nonnen den Genuß von Knoblauch gänzlich]

Ein Brahmane hinterläßt bei seinem Tode eine Frau und drei Töchter in beschränkten Verhältnissen und wird als Goldschwan wiedergeboren. Um das Los seiner Familie zu heben besucht er sie und läßt jedesmal eine seiner goldenen Federn dort. Eines Tages aber hält ihn seine ehemalige Frau fest und reißt ihm alle Federn aus; diese werden jedoch zu Kranichfedern. Als seine Federn, die diesmal weiß sind, wieder gewachsen sind, fliegt er auf Nimmerwiedersehen davon.

 

137. Die Erzählung von der Katze  (Babbu-Jātaka).

[Eine verdiente Anhängerin Buddhas wird von ihrer verheirateten Tochter besucht. Als diese nach Hause zurückkehren soll, backt die Mutter Kuchen für die Reise; doch werden diese alle von vier Mönchen in Beschlag genommen. Da dies sich wiederholt und die Tochter so niemals heimkehren kann, nimmt ihr Mann sich eine andere Frau. Dadurch wird sie und ihre Mutter in große Trauer versetzt. Als Buddha davon erfährt, rügt er scharf das Verhalten der Mönche]

Eine Maus, die einen großen Schatz hütet, gibt einem Steinmetzen immer Geld, damit er von einem Teil davon Fleisch für sie kaufe. Eines Tages wird sie von einer Katze gefangen und kann sich nur befreien durch das Versprechen sie von nun an mit Fleisch zu versorgen. Ebenso geht es ihr mit drei anderen Katzen, so daß sie selbst Hunger leiden muß. Als sie dem Steinmetz ihre Not  klagt, macht ihr dieser einen Behälter aus durchsichtigem Kristall, von dem aus sie die Katzen verhöhnt. Diese wollen sie fangen und zerschmettern sich am Kristall den Kopf.

 

138. Die Erzählung von der Rieseneidechse  (Godha-Jātaka).

[Eine Verweisung  auf  die Vorgeschichte zum Jātaka 128]

Eine Rieseneidechse pflegt einen frommen Asketen aufzusuchen um seine Unterweisung zu hören. Dies setzt sie auch fort, nachdem ein anderer Asket die Wohnung des ersteren bezogen hat. Dieser bekommt nun einmal Lust nach Eidechsenfleisch und lauert seiner Besucherin auf um sie zu töten. Die Eidechse aber merkt seine Absicht und entkommt.

 

139. Die Erzählung von dem doppelten Schaden  (Ubhatobhattha-Jātaka).

[Buddha erklärt, wie Devadatta durch seinen Verrat sich in doppelter Weise geschädigt habe, und erzählt eine ähnliche Geschichte aus einer früheren Existenz desselben]

Ein Fischer glaubt einen großen Fisch gefangen zu haben. Um ihn mit seinen Genossen nicht teilen zu müssen befiehlt er seiner Frau einen Streit mit ihnen anzufangen. Da er den vermeintlichen Fisch nicht herausziehen kann, steigt er ins Wasser und stößt sich dabei an einem Baumstumpf beide Augen aus. — Inzwischen hat seine Frau Streit angefangen und geht zum Richter; doch dieser verurteilt sie zur Zahlung einer Geldbuße. So haben sie einen doppelten Schaden von ihrer Habsucht.

 

140. Die Erzählung von der Krähe  (Kaka-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 465]

Eine Krähe läßt ihren Kot auf den Hauspriester des Königs fallen, der infolge davon einen Haß gegen die Krähen faßt. Zu derselben Zeit entsteht ein Brand im Elefantenstall. Zur Heilung der Elefanten von ihren Brandwunden schlägt der Hauspriester Krähenfett vor und es ergeht der Befehl, daß alle Krähen getötet werden sollen. Doch eine Krähe faßt sich Mut, fliegt zum Könige hin und macht ihm klar, daß die Krähen gar kein Fett haben. Darauf gewährt der König den Krähen wie auch allen anderen Tieren Schonung ihres Lebens.

 

141. Die Erzählung von der Rieseneidechse  (Godha-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 26]

Eine junge Rieseneidechse unterhält trotz der Warnung ihres Vaters Freundschaft mit einem Chamäleon. Da diesem ihre Umarmungen lästig werden, verrät es einem Eidechsenjäger den Aufenthaltsort der Eidechsen. Der Jäger räuchert ihre Höhle aus und erlegt dadurch viele; nur wenige retten sich durch einen geheimen Ausgang.

 

142. Die Erzählung von dem Schakal  (Sigala-Jātaka).

[Buddha erklärt, daß Devadatta auch schon in einer früheren Existenz Mordpläne gegen ihn geschmiedet habe, aber auch damals ohne Erfolg]

Ein paar Spitzbuben essen und trinken bei einem Feste nach Herzenslust. Als ihnen die Speise ausgeht, erbietet sich einer einen Schakal vom Leichenfelde zu holen. Er geht dorthin, mit einer Keule bewaffnet, und stellt sich tot. Ein kluger Schakal aber merkt, daß er nicht tot ist, und vereitelt so sein Vorhaben.

 

143. Die Erzählung von dem Aufleuchten  (Virocana-Jātaka).

[Devadatta hat eine Spaltung in der Gemeinde Buddhas hervorgerufen und ist mit seinen Anhängern abgezogen. Sāriputta und Mogallāna begeben sich zu ihm hin und bringen, während er schläft, seine Jünger zu Buddha zurück. Kokālika weckt darauf Devadatta unsanft auf. — Danach setzt Buddha auseinander, wie Devadatta durch sein Bestreben ihm nachzuahmen schon früher ins Unglück gestürzt sei]

Ein Löwe nimmt einen Schakal zum Gehilfen bei der Jagd. Allmählich wird der Schakal unzufrieden und möchte selbst jagen um das beste Fleisch zu erhalten. Er versucht trotz der Warnung des Löwen einen Angriff auf einen Elefanten; doch wird er dabei von diesem getötet.

 

144. Die Erzählung von dem Schwanz  (Nariguttha-Jātaka)

[Die Mönche fragen Buddha, ob die Asketen mit ihrer Abtötung des Körpers etwas erreichen können. Buddha verneint dies unter Verweisung auf eine seiner früheren Existenzen]

Ein junger Einsiedler will dem Feuergott einen Ochsen opfern, den er zum Geschenk erhalten. Während er fortgeht um Salz zu holen, kommen Jäger, verzehren den Ochsen und lassen nur den Schwanz übrig. Als der Einsiedler zurückkehrt, sieht er die Machtlosigkeit des Gottes ein, der nicht einmal ein für ihn bestimmtes Opfer zu schützen vermochte, und gibt seine Feuerverehrung auf.

 

145. Die Erzählung von Radha  (Radha-Jātaka).

[Eine Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 423, die die Schlechtigkeit der Frauen behandelt]

Ein Brahmane läßt bei seiner Abreise zwei Papageien zurück um die Treue seiner Frau zu beobachten. Als der eine ihre Untreue bemerkt, will er sie zur Rede stellen, wird aber vom andern zurückgehalten, da es unmöglich sei ein Weib daran zu hindern. Nach seiner Rückkehr erfährt dies der Brahmane.

 

146. Die Erzählung von der Krähe  (Kaka-Jātaka).

[Eine Anzahl wohlhabender Leute sind noch in ihrem Alter Mönche geworden. Sie leben aber nicht recht ordensgemäß, sondern lassen sich immer von der Frau des einen unter ihnen speisen. Da stirbt die alte Frau. Laut klagen sie darüber, so daß es den Mönchen auffällt. Als Buddha davon erfährt, rügt er scharf das Verhalten der alten Mönche]

Eine Krähe, die sich zu weit ins Meer gewagt hat, wird von einer Woge fortgerissen. Um ihren Körper dem Wasser zu entreißen, bemühen sich ihre Genossen das Meer auszutrinken; doch haben sie nur den Erfolg, daß sie von dem Salzwasser krank werden.

 

147. Die Erzählung von der Blumenfarbe  (Puppharatta-Jātaka).

[Ein Mönch kann seine frühere Frau nicht vergessen und ist daher unzufrieden mit seinem jetzigen Stande. Buddha warnt ihn vor den bedenklichen Folgen dieser Unzufriedenheit

Ein armer Mann wird von seiner Frau veranlaßt einen kostbaren Farbstoff zu stehlen, damit sie ihr Kleid zum Feste färben kann. Er wird dabei ergriffen und unter Martern hingerichtet. Seine letzten Gedanken gelten seiner Frau, obwohl sie ihn ins Unglück gestürzt hat.

 

148. Die Erzählung von dem Schakal  (Sigala-Jātaka).

[Fünfhundert Freunde, die Mönche geworden sind, werden einmal bei Nacht von einer Begierde befallen. Buddha merkt dies und läßt durch Ānanda sofort alle Mönche zusammenrufen, denen er darlegt, wie man jede Begierde sofort unterdrücken müsse. Dadurch führt er jene Mönche zur Heiligkeit]

Ein Schakal dringt in den Körper eines toten Elefanten ein um dessen Fleisch zu fressen. Infolge der Hitze aber trocknet die Haut ein und der After, durch den er hineingekommen, schließt sich. Während er verzweifelt im Innern des Tieres herumrennt, fängt es an zu regnen; die Haut dehnt sich wieder aus und der Ausgang wird frei. Sofort stürzt der Schakal hinaus und verliert dabei seine Behaarung. Er nimmt sich vor nie mehr derartiges zu tun.

 

149. Die Erzählung von dem einen Blatt  (Ekapanna-Jātaka).

[Ein Prinz zu Vesali ist außerordentlich bösartig. Da kein anderes Mittel hilft, übergeben ihn seine Eltern Buddha zur Besserung. Diesem gelingt es durch eine einzige Unterweisung seinen Sinn völlig zu ändern]

Ein frommer Einsiedler nimmt auf die Einladung des Königs Wohnung in dessen Parke. Der König hat einen sehr bösen Sohn, um dessen Bekehrung er den Einsiedler bittet. Dieser läßt den Prinzen ein Blatt von einer kleinen Pflanze versuchen. Da dies sehr bitter schmeckt, reißt er die Pflanze heraus und zertritt sie. Darauf vergleicht ihn der Einsiedler selbst mit dem bitteren Blatt und bewirkt dadurch seine Besserung.

 

150. Die Erzählung von Sanjiva  (Sanjiva-Jātaka).

[Ajātasattu hat nach seinen vielen Freveltaten durch den schrecklichen Tod Devadattas Angst bekommen, es möchte ihn dasselbe Schicksal treffen. Da er sich allein nicht getraut Buddha um Verzeihung zu bitten, veranlaßt er einen eifrigen Jünger Buddhas die Vorzüge seines Meisters vor der Versammlung zu rühmen und läßt sich von ihm zu Buddha führen. Er erhält von diesem Verzeihung, ist aber infolge seiner Taten der Bekehrung nicht mehr fähig]

Ein junger Brahmane lernt einen Zauberspruch, mit dem er Tote lebendig machen kann, und benützt seine Kenntnis um einen toten Tiger ins Leben zurückzurufen. Da er aber den Gegenzauber noch nicht kennt, wird er von dem Tiger getötet.

 

Zweites Buch  (Duka-Nipata)

 

151. Die Erzählung von der Königsermahnung  (Räjoväda-Jātaka).

[Der König von Kosala kommt zu Buddha, nach dem er eine schwierige Rechtssache glücklich entschieden. Buddha sagt ihm, daß dergleichen auch früher schon sich ereignet habe]

Ein König reist um zu erfahren, ob er Fehler habe, im Lande umher. Unterwegs trifft er einen benachbarten König, der dasselbe Ziel verfolgt. Die beiden Wagenlenker unterhalten sich um festzustellen, wer von ihnen dem andern ausweichen müsse, von den Vorzügen ihrer Herren, wobei sich herausstellt, daß der erstere König den andern an Tugend übertrifft.

 

152. Die Erzählung von dem Schakal  (Sigala-Jātaka).

[Der Sohn des Hofbarbiers verliebt sich in eine Prinzessin, die er zufällig einmal sieht, und stirbt, als er sie nicht erhält. Sein Vater erzählt Buddha die Sache und dieser sagt ihm, daß es seinem Sohn schon früher so ergangen sei]

Eine junge Löwin wird von einem Schakal zur Frau begehrt. Ihre Brüder wollen ihn für diese Frechheit bestrafen, zerschmettern sich aber die Brust an der Kristallhöhle, in der der Schakal haust. Der letzte Bruder tötet den Schakal auf andre Art; er stößt einen Schrei aus, worauf der Schakal aus Angst stirbt.

 

153. Die Erzählung von dem Eber   (Sukara-Jātaka).    

[Sāriputta und Mogallāna unterhalten sich in Gegenwart  des Volkes  über  die Lehre.    Da stellt ein unwissender Mönch eine törichte Frage an sie, worauf sie weggehen.  Jener Mönch wird von den erbosten Hörern verfolgt und fällt dabei in Unrat]

Ein Eber sieht einen Löwen, da dieser gerade gesättigt ist, und fordert ihn zum Kampfe heraus. Der Löwe verschiebt den Kampf, um später den Eber verspeisen zu können. Der Eber brüstet sich damit; aber seine Genossen veranlassen ihn, sich den Körper mit Unrat zu besudeln, damit der Löwe ihn aus Ekel verschone. So kommt es auch; die Eber aber ziehen aus Angst fort.

 

154. Die Erzählung von der Schlange  (Uraga-Jātaka).

[Zwei hohe Beamte zu Savatthi leben in bitterer Feindschaft. Nachdem alle andern Versuche fehlgeschlagen, gelingt es Buddha durch ein Wort die beiden wieder miteinander zu versöhnen]

Eine Schlangengottheit, die eine höhere Gottheit beleidigt hat, wird von dieser verfolgt. In ihrer Not flüchtet sie sich zu einem Asketen, der den Verfolger zur Schonung veranlaßt.

 

155. Die Erzählung von Gagga  (Gagga-Jātaka).

[Nachdem Buddha zuerst verboten hat beim Niesen dem andern Heil zu wünschen, gesteht er es später doch wieder zu, da die andern Leute dies als eine da die andern Leute dies als eine Unhöflichkeit von Seiten der Jünger Buddhas auffassen]

Ein junger Brahmane rettet sich und seinen Vater vor einem Dämon, indem er beim Niesen jedesmal dem andern langes Leben wünscht.

 

156. Die Erzählung von dem Herzensfeßler  (Alinacitta-Jātaka).

[Ein Mönch, der in seinem Streben nachgelassen hat, wird von Buddha auf die bedenklichen Folgen aufmerksam gemacht]

Ein alter Elefant wird von Zimmerleuten geheilt. Zum Dank stellt er ihnen seinen Sohn für die Arbeit zur Verfügung. Der König wird auf den jungen Elefanten aufmerksam, nimmt ihn in seinen Dienst und behandelt ihn als seinen besten Freund. — Kurz vor der Geburt des Thronerben stirbt der König. Als ein andrer König diese Gelegenheit benutzt und die Stadt erobern will, besiegt ihn jener Elefant und erhält so dem neugebornen König die Herrschaft.

 

157. Die Erzählung von dem Vorzug  (Guna-Jātaka).

[Die Frauen des Königs von Kosala schenken Ānanda einmal fünfhundert Gewänder, die Ihnen der König geschenkt. Dieser stellt Ānanda darüber zur Rede; doch Ānanda verteidigt sich so geschickt, daß ihm der König noch fünfhundert dazu schenkt. Diese letzteren gibt Ānanda einem einzigen Mönche. Als die Mönche Buddha dies mitteilen, billigt er die  Handlungsweise seines Jüngers]

Ein Löwe ist auf der Gazellenjagd im Schlamm eingesunken und kann sich nicht daraus befreien. Ein Schakal hilft ihm heraus und rettet so sein Leben. Zum Dank nimmt der Löwe den Schakal und seine Familie zu sich. Die Löwin aber sieht dies nicht gern und möchte sie vertreiben; doch der Löwe erzählt ihr, wie ihm der Schakal das Leben gerettet.

 

158. Die Erzählung von Suhanu  (Suhanu-Jātaka).

[Zwei Mönche haben immer Streit mit den andern, vertragen sich aber gegenseitig sehr gut. Buddha erklärt den Grund davon]

Ein König läßt die Pferde, die man ihm zum Kauf anbietet, durch ein bissiges Pferd verletzen, um sie billiger zu erhalten. Auf den Rat eines weisen Mannes bringen die Händler nun auch ein bissiges Pferd mit; doch sehen sie mit Erstaunen, wie gut sich die beiden vertragen. Der Weise aber klärt sie über den Grund dieser Erscheinung auf.

 

159. Die Erzählung von dem Pfau  (Mora-Jātaka).

[Ein Mönch gesteht seinem Meister, daß ihn der Anblick eines Weibes unzufrieden gemacht habe mit dem Leben im Orden. Buddha klärt ihn auf, daß es kein Wunder sei, wenn jemand durch ein Weib verführt werde

Ein goldfarbener Pfau kann trotz aller Bemühungen nicht gefangen werden, da er immer am Morgen den Schutz der Gottheit anruft. Endlich gelingt es den Jägern durch ein dressiertes Pfauenweibchen seiner habhaft zu werden. Er wird zu dem König gebracht, der durch seinen Genuß der Unsterblichkeit teilhaftig zu werden hofft. Der Pfau aber überzeugt ihn von der Torheit dieser Ansicht und wird wieder freigelassen.

 

160. Die Erzählung von Vinilaka   (Vinilaka-Jātaka).

[Devadatta ahmt Buddha nach und wird darum von seinen Jüngern verlassen]

Ein Schwan hat von einem Krähenweibchen einen Sohn erhalten und läßt ihn durch seine beiden echten Söhne holen. Der Bastard zeigt sich aber unterwegs so übermütig, daß ihn sein Vater wieder fortschickt.

 

161. Die Erzählung von Indasamanagotta  (Indasamanagotta-Jātaka).

[Ein ungehorsamer Mönch wird von Buddha zur Rede gestellt]

Ein Asket zieht trotz der Warnung seines Meisters einen jungen Elefanten auf. Als er sich einmal auf einige Tage entfernt hat, wird er bei seiner Rückkehr von dem wütenden Tiere getötet.

 

162. Die Erzählung von der Vertrautheit  (Santhava-Jātaka).

[Buddha erklärt das Feueropfer, wie es andre Asketen darbringen, für Torheit]

Ein junger Asket gießt, um den Feuergott zu ehren, eine Schüssel voll Reisbrei in die Opferflamme. Dadurch wächst das Feuer so sehr, daß es ihm die Hütte einäschert. Darauf gibt der Asket den Dienst des Feuergottes auf.

 

163. Die Erzählung von Susima  (Susima-Jātaka).

[Die Bewohner einer Stadt sind nicht einig, wem sie ihre Almosen spenden sollen. Durch die Mehrheitsprobe wird festgestellt, daß die Jünger Buddhas den Vorrang haben sollen]

Ein junger Brahmane erlernt, um das Amt seines verstorbenen Vaters seiner Familie zu erhalten, in einer Nacht dessen ganze Kunst. Bei der Probe stellt er alle andern in Schatten und darf deshalb trotz seiner Jugend das Amt behalten.

 

164. Die Erzählung von dem Geier   (Gijjha-Jātaka).    

[Buddha lobt einen Mönch, der von seinen Almosen seine Eltern ernährt]

Der Großkaufmann von Benares erweist einer Schar von Geiern eine Wohltat. Um sich ihm dankbar zu erzeigen, stehlen nun die Geier den andern Leuten ihr Eigentum und lassen es in den Hof von jenem fallen. Ein Geier wird hierbei gefangen. Er bekennt den Grund ihres Tuns und der Großkaufmann gibt den Besitzern ihre Habe zurück.

 

165. Die Erzählung von dem Ichneumon  (Nakula-Jātaka).

[Es wird auf die Vorgeschichte zum 154. Jātaka Bezug genommen]

Ein weiser Mann söhnt eine Schlange und ein Ichneumon, die bisher untereinander in Feindschaft gelebt, miteinander aus. Da er merkt, daß trotzdem das Ichneumon noch nicht ruhig zu schlafen wagt, belehrt er es, daß es wirklich keine Furcht mehr zu haben brauche.

 

166. Die Erzählung von Upasalha  (Upasalha-Jātaka).

[Ein Brahmane zeigt seinem Sohn einen Ort, an dem er verbrannt werden will, weil er ihn für ganz rein hält. Buddha weist ihm nach, daß er sich im Irrtum befindet]

Ein Brahmane zeigt seinem Sohne einen, wie er meint, ganz reinen Ort, an dem er nach seinem Tode verbrannt werden will. Ein Weiser aber zeigt ihm, daß auch dieser Ort schon oft durch Leichen befleckt wurde, und beweist ihm das Unsinnige seines Verlangens.

 

167. Die  Erzählung von  Samiddhi  (Samiddhi-Jātaka).

[Ein junger, hübscher Mönch wird von einer Göttertochter aufgefordert sich seines Lebens zu freuen, so lange er noch jung sei. Doch er weist sie zurück mit dem Hinweis darauf, daß ihm die Zeit seines Todes unbekannt sei]

Eine Göttertochter will einen jungen Asketen verlocken den Lüsten zu leben, solange er noch jung ist. Er aber weist sie zurück mit dem Hinweis darauf, daß ihm die Zeit des Todes unbekannt sei.

 

168. Die Erzählung von dem Habicht  (Sakunagghi-Jātaka).      

[Buddha ermahnt die Mönche, nur in ihrem bestimmten Bezirke Almosen zu sammeln]

Ein Habicht fängt eine Wachtel. Durch List bringt sie ihn dazu, daß er sich nochmals auf sie stürzt. Dabei weicht sie ihm aus, so daß der Habicht sich die Brust zerschmettert.

 

169. Die Erzählung von Araka  (Araka-Jātaka).

[Buddha schildert die Vorzüge der Betätigung der Liebe gegen andere]

Ein Lehrer verkündet seinen Schülern die Pflicht, die andern Wesen zu lieben.

 

170. Die Erzählung von dem Chamäleon  (Kakantaka-Jātaka).

[Beziehung auf das 546. Jātaka]

Es wird lediglich eine im Mahaummagga-Jātaka stehende Erzählung zitiert.

 

171. Die Erzählung von dem heiligen Wort  (Kalyanadhamma-Jātaka).

[Eine schwerhörige Frau versteht ihre Tochter falsch und meint, deren Gatte sei Mönch geworden. Die Klage darüber hört jener Mann und faßt dies als einen Wink des Schicksals auf, wirklich Mönch zu werden]

Infolge eines Mißverständnisses meinen die Leute eines Großkaufmanns, dieser wolle Mönch werden, und klagen laut. Als dieser davon hört, faßt er die Sache als einen Wink des Schicksals auf und wird wirklich Mönch.

 

172. Die Erzählung von Daddara  (Daddara-Jātaka).

[Kokālika, der Freund Devadattas, ist eifersüchtig auf die andern Mönche, die die Lehre hersagen können, und möchte dies auch tun. Als er aber vor den Mönchen seine Kenntnisse zeigen will, weiß er kein Wort]

Als eines Tages die Löwen sich mit Schreien vergnügen, schreit ein Schakal dazwischen. Da die Löwen aus Scham darüber schweigen, meint ein junger Löwe, dies geschehe aus Furcht. Doch sein Vater klärt ihn über den wahren Grund auf.

 

173. Die Erzählung von dem Affen  (Makkata-Jātaka).

[Es wird auf die Vorgeschichte zum Jātaka 387, die von einem betrügerischen Mönche handelt, Bezug genommen]

Ein Affe möchte sich an dem Feuer wärmen, das in der Hütte eines Asketen brennt, und zieht deshalb ein Asketengewand an. Der Sohn des Asketen läßt sich täuschen; der Vater aber klärt ihn über seinen Irrtum auf.

 

174. Die Erzählung von  dem verräterischen Affen  (Dubhiya-Makkata-Jātaka).

[Devadattas Undankbarkeit und Verrat]

Ein weiser Mann verschafft einem von Durst gequälten Affen Wasser; doch dieser verhöhnt ihn dafür und beschmutzt ihn sogar, als er dafür zurechtgewiesen wird.

 

175. Die Erzählung von dem Sonnenanbeter  (Adiccupatthana-Jātaka).

[Ein betrügerischer Mönch wird getadelt]

Ein Affe zerbricht und besudelt die Gerätschaften von Asketen. Später stellt er sich fromm, so daß ihn die Leute bewundern. Doch der Meister der Asketen entlarvt den Heuchler.

 

176. Die Erzählung von der Handvoll Erbsen  (Kalayamutthi-Jātaka).

[Der König von Kosala weiß nicht, ob er während der Regenzeit einen Heereszug unternehmen soll, und fragt daher Buddha, der ihm entschieden davon abrät]

Ein Affe hat sich mit einer Handvoll Erbsen auf einen Baum geflüchtet. Als ihm eine herunterfällt, wirft er alle übrigen weg um die eine zu suchen. Den König, der dies mit angesehen, macht ein weiser Mann auf das Törichte dieses Gebarens aufmerksam, worauf der König für sich eine Lehre daraus zieht.

 

177. Die Erzählung von dem Tinduka-Baume  (Tinduka-Jātaka).

[Als Buddhas Weisheit gepriesen wird, erzählt dieser ein weiteres Beispiel dafür]

Eine Affenschar begibt sich bei Nacht auf einen Baum um, wie gewohnt, dessen Früchte zu verzehren. Die Dorfbewohner aber merken dies und umstellen den Baum um die Affen zu fangen. Da zündet ein zurückgebliebener Affe im Dorfe Feuer an; die Dorfbewohner eilen nach Hause um das Feuer zu löschen und die Affen sind gerettet.

 

178. Die Erzählung von der Schildkröte  (Kacchapa-Jātaka).

[Ein Mann entgeht auf den Rat seiner Familie einer Seuche durch die Flucht; Buddha billigt dies Verhalten]

Während einmal während einer Dürre die Tiere des Wassers ihren gewohnten Ort verlassen, bleibt eine Schildkröte in ihrer Wohnung und wird von einem Manne, der Lehm gräbt, mit seinem Spaten getötet.

 

179. Die Erzählung von Satadhamma   (Satadhamma-Jātaka).

[Buddha tadelt die Praxis einiger Mönche, die sich durch allerlei Dienstleistungen ihre Almosen verschaffen]

Ein junger Brahmane reist, ohne Vorräte bei sich zu haben, mit einem Angehörigen der niedrigsten Kaste. Dieser bietet ihm Speise an, die aber der Brahmane zurückweist. Als aber der Hunger wächst, nimmt er von den Resten der Mahlzeit des andern. Darüber schämt er sich so, daß er sich nicht mehr vor den anderen zeigt und stirbt.

 

180. Die Erzählung von dem schweren Geschenk  (Duddada-Jātaka).

[Buddha dankt für eine Almosenspende, zu der viele Leute je nach ihren Kräften beigesteuert haben]

Ein Asket lobt  die Freigebigkeit und betont, daß es auf die Größe der Gabe nicht ankomme.

 

181. Die Erzählung vom Prinzen Unvergleichlich  (Asadisa-Jātaka).

[Buddha verweist darauf, dass er schon in einer frühern Existenz ein Königreich aufgegeben und der Welt entsagt habe]

Ein Prinz, der ein sehr gewandter Bogenschütze ist, muß das Reich verlassen, da sein Bruder, der König, sich vor ihm fürchtet. Er tritt in den Dienst eines anderen Königs, vor dem er unglaubliche Proben seiner Tüchtigkeit ablegt. — Als später sein Bruder von anderen Königen bekriegt wird, droht er diese mit seinen nie fehlenden Pfeilen zu töten, worauf sie beschämt abziehen.

 

182. Die Erzählung von dem Kampfgewohnten  (Samgamavacara-Jātaka).

[Nanda, der Bruder Buddhas, erinnert sich an seine frühere Geliebte und verliert dadurch die Freude am Mönchsleben. Darauf nimmt ihn Buddha mit in den Himmel und lässt ihn dort die Schönheit der Göttermädchen sehen. Als Nanda zugesteht, dass damit irdische Schönheit keinen Vergleich aushalten könne, bürgt ihm Buddha dafür, dass er zum Lohn für sein Asketenleben diese Mädchen erhalten werde. – Nanda aber erhält von den andern Vorwürfe, dass er Buddha zum Bürgen genommen; daher geht er in sich und gelangt zur Heiligkeit]

In einer Schlacht verliert der Leibelefant des Königs plötzlich den Mut und er will fliehen.. Doch wird er von seinem Abrichter ermuntert und  stürzt sich  wieder mit Wut in  den Kampf, so daß ihm der Sieg bleibt.

 

183. Die Erzählung von dem trüben Wasser  (Valodaka-Jātaka).

[Die Diener einer Anzahl von Laienbrüdern machen viel Lärm, während diese selbst sich ganz ruhig verhalten. Buddha erklärt diesen Unterschied]

Die edlen Rosse des Königs erhalten einmal, um sie zu beleben, einen berauschenden Trank. Sie werden nicht berauscht davon, wohl aber die Esel, die von dem mit Wasser vermischten Reste getrunken.

 

184. Die Erzählung von Giridanta  (Giridanta-Jātaka)

[Es wird auf die Vorgeschichte zum 26. Jātaka Bezug genommen]

Das Leibroß des Königs hat einen lahmen Wärter und gewöhnt sich dadurch selbst an einen lahmen  Gang. Durch einen fehlerlosen Wärter wird es wieder in Ordnung gebracht.

 

185. Die Erzählung von der Unzufriedenheit  (Anabhirati-Jātaka)

[Ein Lehrer der Veden, der sich verheiratet, ist jetzt von irdischen Gedanken beherrscht und kann seine Lehrtätigkeit nicht mehr ausüben. Buddha sagt ihm den Grund der Änderung]

Ein junger Brahmane, der früher ausgezeichnet lernte, kann, nachdem er sich verheiratet, nichts mehr behalten. Sein Lehrer sagt ihm den Grund davon.

 

186. Die Erzählung von Dadhivahana  (Dadhivahana-Jātaka)

[Buddha schildert das Zusammensein der Guten mit Bösen als höchst gefährlich]

Drei Asketen erhalten je eine Wundergabe, nämlich ein Beil, eine Trommel und einen Molkentopf. — Ein Eber hat einen Edelstein gefunden, der den Besitzer durch die Luft trägt. Ein Mann raubt ihm diesen im Schlaf und tötet ihn. Darauf nimmt dieser Mann jenen drei Asketen, indem er ihnen zuerst seinen Edelstein gibt, ihre Wundergaben ab, durch deren Macht er sich einen Königsthron erwirbt. — Später pflanzt er einen göttlichen Mangokern ein, der zu einem wunderbaren Baume heranwächst; ein anderer König aber schickt ihm aus Neid einen Gärtner, der die Früchte des Baumes bitter macht. Doch gelingt es später, den süßen Geschmack der Frucht wieder herzustellen.

 

187. Die Erzählung von dem vierfach Feinen  (Catumatta-Jātaka).

[Ein alter Mönch stellt an Sāriputta und Mogallāna eine ungeschickte Frage, worauf diese sich unwillig entfernen. Buddha rügt den alten Mönch]

Ein Schakal will mit zwei edlen Schwänen reden, wird aber von ihnen zurückgewiesen.

 

188. Die Erzählung von dem Löwenschakal  (Sihakotthuka-Jātaka).

[Eine Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 172]

Ein Löwe hat von einem Schakalweibchen einen Sohn bekommen. Da dieser eine Stimme hat wie ein Schakal, warnt ihn sein Vater, mit den Löwen zu schreien, da sonst seine Unebenbürtigkeit bekannt werde.

 

189. Die Erzählung von der Löwenhaut  (Sihacamma-Jātaka).

[Ebenfalls eine Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 172]

Ein Esel bekommt von seinem Herrn eine Löwenhaut übergeworfen und wird von ihm in die Reisfelder getrieben. Da er sich aber durch seine Stimme verrät, schlagen ihn die Bauern tot.

 

190. Die Erzählung von dem Tugendvorzug  (Silanisamsa-Jātaka).

[Ein Laienbruder geht, in Gedanken an Buddha versunken, über das Wasser hin. Als er weniger stark an Buddha denkt, sinkt er ein; doch er erneuert seine Zuversicht und kommt glücklich hinüber]

Ein Barbier und ein Laienbruder werden auf eine Insel verschlagen. Ein Schlangenkönig stellt durch Zauberei ein Schiff her und will nur den tugendhaften Laienbruder dieses besteigen lassen; durch seine Bitten bewirkt aber dieser, daß auch der Barbier sich auf dem Schiffe retten darf.

 

191. Die Erzählung von Ruhaka  (Ruhaka-Jātaka).

[Es wird auf die Vorgeschichte zum 423. Jātaka Bezug genommen]

Ein König schenkt einem Brahmanen ein schön geschmücktes Pferd. Die Brahmanin redet ihrem Manne nun zu, selbst das Zaumzeug anzulegen, um auch von den Leuten bewundert zu werden. Jener tut es, wird aber deshalb von allen verlacht. Darauf verstößt er seine Frau wegen ihrer Falschheit.

 

192. Die Erzählung von dem glücklichen Unglücksraben  (Sirikalakanni-Jātaka).

[Eine weitere Beziehung auf das Jātaka 546]

Ein Hinweis auf das Mahaummagga-Jātaka.

 

193. Die kleine Erzählung von Paduma  (Cullapaduma-Jātaka).

[Ein unzufriedener Mönch wird von Buddha über die Undankbarkeit der Weiber aufgeklärt]

Ein Königssohn muß mit seinen sechs Brüdern flüchten. In einer Wüste retten sie sich vor dem Hungertod, indem sie nacheinander ihre Frauen schlachten. Als aber die Reihe an die Frau des ersteren kommen soll, flüchtet er sich mit ihr. Ihren Durst stillt er mit seinem eigenen Blute. Darauf erbauen sie sich eine Hütte im Walde. Hier nimmt der Prinz einen Krüppel auf, den seine Frau liebgewinnt. Daher sucht sie ihren Mann zu töten; doch dieser entrinnt dem Tode, ohne daß jene es weiß, und wird später König. Da er wegen seiner Milde gerühmt wird, kommt auch sein früheres Weib mit dem Krüppel auf dem Rücken zu ihm. Er gibt sich ihnen zu erkennen und bestraft sie, jedoch auf milde Weise.

 

194. Die Erzählung von dem Juwelendieb  (Manicora-Jātaka).

[Devadattas mißglückter Mordversuch gegen Buddha wird erwähnt]

Ein König begegnet einem Manne, der mit seiner jungen, schönen Frau in die Stadt geht. Um die Frau zu gewinnen, legt er ihm ein Juwel in seinen Wagen und beschuldigt ihn des Diebstahls. Als der Mann getötet werden soll, jammert sein treues Weib so, daß Gott Sakka eingreift und den König an des Mannes Stelle enthaupten läßt. Der Mann aber erhält die Königswürde.

 

195. Die Erzählung von der Bergesplatte  (Pabbatupatthara-Jātaka).

[Ein König, in dessen Harem sich ein Minister verfehlt hat, wird von Buddha aufgefordert Milde zu üben]

Ein König will einen Minister bestrafen, der sich in des Königs Harem verfehlt hat; doch ein Weiser rät zur Milde.

 

196. Die Erzählung von dem Flügelroß  (Valahassa-Jātaka).

[Ein unzufriedener Mönch wird von Buddha über die Verlockung durch das weibliche Geschlecht aufgeklärt. Wer Buddha nicht gehorcht, wird im Jenseits bestraft; die andern aber kommen in den Himmel]

Eine Anzahl von Kaufleuten werden nach einer Stadt verschlagen, die von weiblichen Dämonen bewohnt ist. Die Hälfte erliegt ihrer Verführung und wird getötet, die andern entfliehen und kommen  mit  Hilfe eines geflügelten Rosses in ihre Heimat zurück.

 

197. Die  Erzählung von dem Freund und dem Feind  (Mittamitta-Jātaka)

[Ein junger Mönch hat im Vertrauen auf seinen Lehrer eine diesem gehörige Kleinigkeit für sich verwendet, wird aber dafür von jenem geschlagen. Buddha tadelt dies Vorgehen des Lehrers]

Ein Asket zieht einen jungen Elefanten auf und wird von ihm getötet. Im Anschluß daran bestimmt der Bodhisattva die äußeren Anzeichen, ob einer ein Feind ist.

 

198. Die Erzählung von Radha  (Radha-Jātaka).

[Buddha erzählt einem unzufriedenen Mönche von der Untreue und  Unbehütbarkeit der  Weiber]

Ein Brahmane überträgt bei seiner Abreise zwei Papageien die Beobachtung seiner Frau. Als diese Unzucht treibt, will sie der jüngere belehren, wird aber von dem zornigen Weibe getötet. Bei der Rückkehr des Brahmanen deutet der Überlebende diesem an, was geschehen ist, und fliegt davon.

 

199. Die Erzählung von dem Hausvater (Gahapati-Jātaka).

[Wie im vorigen Jātaka]

Eine Frau verfehlt sich mit dem Dorfvorsteher. Als ihr Mann dazu kommt, stellt sich der Vorsteher, als sei er nur da um eine Schuld einzutreiben. Doch der Mann überführt ihn der Unwahrheit und züchtigt beide für ihre Schuld.

 

200. Die Erzählung von der großen Tugend  (Sadhusila-Jātaka).

[Ein Mann, der vier Töchter besitzt, weiß nicht, wem er sie geben soll, und fragt darum Buddha um Rat]

Ein Brahmane hat vier Töchter, die von vier Leuten begehrt werden. Der Tugendhafte erhält den Vorzug.

 

201. Die Erzählung von dem Gefängnis (Bandhanagara-Jātaka).

[Die Mönche fragen ihren Meister, ob es noch festere Ketten gebe als das Gefängnis. Buddha erklärt ihnen darauf, die Fessel der Lust sei die stärkste Fessel]

Ein Mann möchte die Welt verlassen; doch hält ihn seine Frau mit immer neuen Vorwänden zurück. Endlich gelingt es ihm doch zu flüchten und er kann nun die Wonnen des Asketenlebens kosten.

 

202. Die Erzählung von dem Spaßvogel  (Kelisila-Jātaka).

[Ein weiser Mönch, der von Gestalt sehr klein ist, wird von andern Mönchen, die ihn nicht kennen, zum Besten gehalten. Buddha erzählt diesen dann, wodurch jener weise Mönch die Kleinheit seiner Gestalt verschuldet habe]

Ein König treibt immer mit alten Leuten und alten Sachen seinen Spott, so daß sich die armen Leute nicht mehr helfen können. Da erscheint ihm Gott Sakka in der Gestalt eines alten Mannes und befiehlt ihm unter schrecklichen Drohungen seinen Mutwillen aufzugeben.

 

203. Die Erzählung von der Sphäre der Daseinsarten  (Khandhavatta-Jātaka).

[Ein Mönch wird von einer Schlange gebissen und stirbt. Buddha erklärt darauf den Mönchen, wie man durch Betätigung liebevoller Gesinnung gegen die Schlangen sich vor diesen schützen könne]

Ein weiser Mann belehrt seine Jünger, wie sie sich durch die Betätigung der Liebe zu allen Wesen Sicherheit vor den Schlangen und anderen Tieren verschaffen können.

 

204. Die Erzählung von Viraka  (Viraka-Jātaka).

[Beziehung auf Devadatta, der Buddha nachahmte und dadurch zu Schaden kam]

Eine Wasserkrähe ernährt eine andere Krähe mit den von ihr gefangenen Fischen. Da letztere sich aber selbst Fische fangen will, ertrinkt sie. Dem Weibchen teilt die Wasserkrähe den Grund ihres Todes mit.

 

205. Die Erzählung von dem Gangesfisch  (Gangeyya-Jātaka).

[Zwei junge Mönche fragen einen alten, wer von ihnen am schönsten sei. Der Thera aber gibt ihnen eine ausweichende Antwort, worauf ihn die Jungen zurechtweisen. Buddha tadelt sie darüber]

Zwei Fische von verschiedener Herkunft rufen eine Schildkröte zum Schiedsrichter an, wer von ihnen der schönste sei. Doch die Schildkröte erklärt sich selbst für das schönste Tier.

 

206. Die Erzählung von der Kurunga-Gazelle  (Kurungamiga-Jātaka).

[Beziehung auf den Mordversuch des Devadatta gegen Buddha]

Eine Gazelle, die mit einem Specht und einer Schildkröte zusammenlebt, fängt sich in einer Schlinge. Auf ihr Geschrei kommt die Schildkröte und beginnt den Riemen durchzubeißen; der Specht fliegt inzwischen nach dem Hause des Jägers und versucht ihn am Fortgehen zu hindern. Als endlich der Jäger kommt, ist die Schlinge zerbissen; die Schildkröte aber bleibt ermattet liegen. Jetzt veranlaßt die Gazelle den Jäger ihr zu folgen, bis die Schildkröte gerettet ist; der Jäger aber geht mit leeren Händen nach Hause.

 

207. Die Erzählung von Assaka  (Assaka-Jātaka).

[Ein unzufriedener Mönch wird vom Meister über die Schlechtigkeit seiner früheren Frau aufgeklärt]

Ein König ist über den Verlust seiner Gemahlin untröstlich. Ein Weiser veranlaßt sie, die als Mistwurm wiedergeboren ist, vor dem Könige zu erscheinen. Sie erklärt ihm, sie liebe jetzt ihren Mistwurm viel mehr als ihn. Hierdurch wird der König von seiner übermäßigen Trauer geheilt.

 

208. Die Erzählung vom Krokodil  (Sumsumara-Jātaka).

[Beziehung auf den Mordversuch des Devadatta gegen Buddha]

Ein Krokodil veranlaßt einen Affen, nach dessen Fleisch seiner Frau gelüstet, auf seinen Rücken zu steigen. Im Wasser sagt er ihm seine Absicht; doch der Affe täuscht ihn durch eine List und entkommt ihm.

 

209. Die Erzählung von  dem Vogel  (Kakkara-Jātaka).

[Ein junger Mönch gibt sehr auf die Gesundheit seines Körpers acht und wird darum von Buddha gelobt]

Ein Jäger sucht einen Vogel zu überlisten, doch dieser durchschaut seinen Plan und beschämt ihn.

 

210. Die Erzählung von Kandagalaka  (Kandagalaka-Jātaka).

[Beziehung auf  die Nachahmung Buddhas durch Devadatta]

Ein Specht, der nur in weiches Holz zu picken gewohnt ist, möchte seinem Freunde, der harte Bäume mit seinem Schnabel durchdringt, nachahmen, zerschmettert sich aber den Kopf dabei.

 

211. Die Erzählung von Somadatta  (Somadatta-Jātaka).

[Ein unverständiger Mönch kann in Gegenwart andrer nichts Vernünftiges  herausbringen. Buddha erzählt, wie dies komme]

Ein Brahmane lernt an einer Strophe, die er dem Könige sagen soll um von ihm etwas geschenkt zu erhalten, ein ganzes Jahr; im entscheidenden Moment aber sagt er sie falsch her, so daß sie das Gegenteil bedeutet. Der aber lacht darüber und beschenkt ihn doch.

 

212. Die Erzählung von der übriggebliebenen Speise  (Ucchitthabhatta-Jātaka).

[Ein unzufriedener Mönch wird von Buddha über die Falschheit seiner frühern Frau aufgeklärt]

Eine Frau setzt ihrem Liebhaber ein Mahl vor. Da sieht sie ihren Mann kommen. Sie versteckt jenen und gibt ihrem Mann die Speise. Dieser aber merkt, daß nicht alles in Ordnung ist. Ein Mann, der alles beobachtet hat, erzählt jenem den Sachverhalt, worauf die Schuldigen ihre gebührende Strafe erhalten.

 

213. Die Erzählung vom Könige Bharu  (Bharu-Jātaka).

[Die Anhänger der andern Sekten wollen, um Buddha und seine Gemeinde zu schädigen, dicht neben dem Jetavana ein Kloster für sich bauen und bestechen den König, daß er ihnen die Erlaubnis hierzu gibt. Als kein andres Mittel hilft, geht Buddha selbst zum König hin und bewegt diesen das Gebäude zerstören zu lassen]

Zwei Asketenscharen kommen in Streit wegen ihres Wohnplatzes. Beide Parteien bestechen den König, er solle ihnen recht geben. Da sehen sie ihren Fehler ein und ziehen fort. Der König aber wird wegen dieses Frevels von der Erde vertilgt.

 

214. Die Erzählung von dem vollen Fluß  (Punnanadi-Jātaka).

[Als Buddha wegen seiner Weisheit gepriesen wird, erzählt er ein Beispiel dafür aus einer früheren Existenz]

Ein König vertreibt seinen treuen Hauspriester aus seiner Nähe. Später schickt er ihm eine rätselhafte Kunde; doch jener versteht sie zu deuten und kehrt zurück.

 

215. Die Erzählung von der Schildkröte  (Kacchapa-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorerzählung zum Jātaka 172]

Eine Schildkröte wird von zwei Schwänen durch die Luft getragen, indem sie in einen Stab beißt, den die Schwäne im Schnabel haben. Da öffnet sie das Maul und fällt herab. Ein Weiser erklärt im Anschluß daran dem König den Nachteil der Geschwätzigkeit.

 

216. Die Erzählung von dem Fische  (Maccha-Jātaka).

[Ein unzufriedener Mönch wird von Buddha über den Schaden aufgeklärt, den er schon früher durch seine Frau erlitten]

Ein gefangener Fisch klagt darüber, was sein Weibchen wohl von ihm denke. Ein weiser Mann läßt ihn frei.

 

217. Die Erzählung von Seggu   (Seggu-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorerzählung vom 102. Jātaka]

Ein Mann stellt die Keuschheit seiner Tochter auf die Probe. (Vgl. das Jātaka 102).

 

218. Die Erzählung von dem betrügerischen Kaufmann  (Kutavanija-Jātaka).

[Ein Kaufmann möchte mit seinem Gefährten den Gewinn nicht teilen und verschiebt daher die Teilung in der Hoffnung, der andre werde inzwischen krank werden und sterben. Doch der andre zwingt ihn zur gerechten Verteilung des Gewinnes]

Ein Kaufmann gibt seinem Freunde Pflugscharen zur Aufbewahrung; doch dieser sagt, die Mäuse hätten sie gefressen. Darauf versteckt der Geschädigte den Sohn des andern und sagt, ein Habicht habe ihn fortgetragen. Vor Gericht wird dann der Betrüger überführt.

 

219. Die Erzählung von dem Tadel  (Garahita-Jātaka).

[Ein unzufriedener Mönch, der sich nicht zur Reinheit durchzuringen vermag, wird von Buddha dafür getadelt]

Ein Affe, der eine Zeitlang als Gefangener am Hofe des Königs gelebt hat, wird wieder frei gelassen und erzählt seinen Genossen  auf  ihren Wunsch, wie es bei den Menschen  zugehe. Diese Kunde erfüllt die Affen mit größter Scham.

 

220. Die Erzählung von Dhammaddhaja  (Dhammaddhaja-Jātaka).

[Beziehung auf  den Mordversuch des Devadatta gegen Buddha]

Der Hauspriester eines Königs wird von einem Minister bei diesem verdächtigt, als strebe er nach der Krone. Um ihn aus dem Wege zu räumen, werden ihm ganz unmögliche Dinge auferlegt, die er aber alle mit Hilfe des Gottes Sakka vollbringt. Zum Schlusse soll er noch einen Mann finden, der vier bestimmte Eigenschaften besitzt. Er macht ihn ausfindig und der Mann erzählt nun dem König, wie er zu diesen Vollkommenheiten gelangt sei. Hierüber ist der König so befriedigt, daß er seinen bösen Ratgeber töten läßt und seinen Hauspriester in Ehren hält wie zuvor.

 

221. Die Erzählung von dem gelben Gewand  (Kasava-Jātaka).

[Bei der Verteilung einer reichen Almosenspende fällt ein kostbares gelbes Gewand nicht an die Jünger des Buddha, sondern an Devadatta. Buddha tadelt, daß Devadatta mit Unrecht das Gewand der Heiligen angelegt]

Ein armer Mann  tötet, in  Asketentracht gekleidet, Elefanten  um  ihre Zähne zu erhalten, ein weiser Elefant kommt dahinter; doch verschont er den Mann wegen seiner heiligen Gewänder.

 

222. Die Erzählung von Cullanandiya  (Cullanandiya-Jātaka).

[Beziehung mit den Mordversuch des Devadatta gegen Buddha]

Ein Affe und sein Bruder pflegen ihre alte Mutter. Als ein Jäger diese einmal erschießen will, opfern sie sich beide für ihre Mutter auf. Der Jäger nimmt das Opfer an, tötet aber am Ende die Mutter doch. Für diese Schlechtigkeit wird er lebendig von der Erde verschlungen.

 

223. Die Erzählung von dem Reisbreitopf  (Putabhatta-Jātaka).

[Ein Mann, der mit seiner Frau reist, erhält unterwegs einen Topf voll Speise, verzehrt diese aber allein ohne ihr etwas davon zu geben. Die Frau erzählt dies Buddha, der ihren Mann deswegen tadelt]

Ein vertriebener Königssohn gibt seiner Gattin nichts von dem Almosen, das er erhalten. Als er den Thron bestiegen, findet sich eine Gelegenheit, daß ihm ein weiser Mann das Unpassende seines Tuns vorhält, worauf sich der neue König bessert.

 

224. Die Erzählung von dem Krokodil  (Kumbhila-Jātaka).

[Beziehung auf Devadatta, entsprechend der Vorgeschichte zum Jātaka 57]

Zum Jātaka 57 wird eine zweite Strophe hinzugefügt.

 

225. Die Erzählung vom Lobe der Geduld  (Khantivannana-Jātaka).

[Buddha rät einem König zur Milde gegen einen Minister, der sich in dessen Harem verfehlt hat]

Ein Minister verklagt einen Diener beim Könige, daß er sich in seinem Harem verfehlt. Doch der König weiß, daß der Minister dasselbe bei ihm getan, und rät ihm deshalb zur Milde.

 

226. Die Erzählung von der Eule  (Kosiya-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum 176. Jātaka]

Eine Eule wird am Tage von Krähen verfolgt. Ein weiser Mann nimmt dies zum Anlasse den König zu belehren.

 

227. Die Erzählung von dem Mistwurm  (Guthapana-Jātaka).

[In einem Dorfe pflegt ein Mann die Mönche beim Almosensammeln zu belästigen. Ein Mönch will ihm dies austreiben und jagt ihm deshalb solche Furcht ein, daß er in Zukunft die Mönche in Ruhe läßt]

Ein Mistwurm sieht einen Elefanten, der aus Ekel vor ihm davonläuft. Da der Wurm sich rühmt den Elefanten besiegt zu haben, kehrt dieser um und tötet ihn mit seinem Unrat.

 

228. Die Erzählung von dem durch Begierde Geleiteten  (Kamanita-Jātaka).

[Beziehung auf das 467. Jātaka]

Ein habgieriger König wird von Gott Sukka von seiner Habsucht geheilt, indem dieser in veränderter Gestalt zuerst vorgibt, er wisse ihn zu bereichern, und dann nicht wiederkehrt.

 

229. Die Erzählung von Palayi  (Palayi-Jātaka).

[Ein Bettelmönch kommt nach Savatthi um mit Buddha zu disputieren. Als er aber die Pracht des Torerkers am Jetavana sieht, bekommt er Angst und macht sich davon]

Ein König will einen anderen bekriegen; doch wird er beim Anblick seines großartigen Palastes mit Furcht vor der Macht des Königs erfüllt und zieht wieder ab.

 

230. Die zweite Erzählung von Palayi  (Dutiyapalayi-Jātaka).

[Die Vorerzählung gleicht der des vorigen Jātaka; nur flüchtet hier jener Bettelmönch, nachdem er das leuchtende Antlitz Buddhas erblickt]

Sie entspricht genau der vorigen; nur bewirkt hier der Anblick des Antlitzes des Königs die Flucht des anderen.

 

231. Die Erzählung von dem Schuh  (Upahana-Jātaka).              

[Beziehung auf Devadatta, der seinen Meister verließ und dadurch in Unglück stürzte]

Ein Schüler will seinen Meister in der Kunst des Elefantenabrichtens vor allem Volke überwinden. Doch dieser zeigt sich ihm überlegen, worauf der Schüler vom Volke getötet wird.

 

232. Die Erzählung von dem Lautenstab  (Vinathuna-Jātaka).

[Die Tochter des Großkaufmanns von Benares entflieht mit einem Buckligen, weil sie ihn törichterweise für einen Fürsten unter den Menschen hält]

Die Tochter eines Großkaufmanns entflieht mit einem Buckligen. Unterwegs sieht sie der Vater dessen, für den sie eigentlich bestimmt ist, und führt sie wieder in ihr Haus zurück.

 

233. Die Erzählung von der Harpune  (Vikannaka-Jātaka).

[Buddha hält einem unzufriedenen Mönche die Gefährlichkeit der sinnlichen Vergnügungen vor Augen]

Ein König läßt die Fische unter Trommelschall füttern. Ein Krokodil kommt auf dies Zeichen herbei und frißt die Fische; doch wird er mit einer Harpune erlegt.

 

234. Die Erzählung von Asitabhu   (Asitabhu-Jātaka).

[Eine junge Frau, die von ihrem Gatten vernachlässigt wird, gelangt zur Bekehrung und wird Nonne. Buddha lobt sie deswegen]

Ein verbannter Prinz läuft einer Nymphe nach und vernachlässigt seine Gattin. Diese erhält inzwischen die Fähigkeit zur Ekstase und fliegt vor den Augen ihres verdutzten Gatten davon.

 

235. Die Erzählung von Vacchanakha  (Vacchanakha-Jātaka).

[Ein Laie fordert den mit ihm befreundeten Ānanda auf mit ihm ein weltliches Leben zu führen; doch Ānanda weist ihn zurück]

Ein Asket wird von einem reichen Manne aufgefordert das Asketenleben aufzugeben und mit ihm in seinem Hause zu leben. Doch der Asket weist dies Anerbieten zurück.

 

236. Die Erzählung von dem Kranich  (Baka-Jātaka).

[Ein betrügerischer Mönch wird von Buddha zurechtgewiesen]

Ein Kranich stellt sich, als sei er in Ekstase versunken, um ungestört die Fische fressen zu können. Doch wird sein Betrug ans Licht gebracht.

 

237. Die Erzählung von Saketa  (Saketa-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorerzählung zum 68. Jātaka]

Es wird auf das Jātaka 68 zurückverwiesen.

 

238. Die Erzählung von dem einen Wort  (Ekapada-Jātaka).

[Ein Knabe fragt seinen Vater nach dem, was ihm nützlich ist. Der Vater führt ihn zu Buddha, der ihm seine Frage beantwortet]

Ein Vater sagt seinem Sohne auf dessen Wunsch ein Wort, das alles Heil in sich fasse.

 

239. Die Erzählung von dem grünen Frosch  (Haritamata-Jātaka).

[Der König von Kosala führt Krieg mit Ajātasattu, seinem Neffen, der seinen Vater getötet hat. Der Ausgang ist wechselnd]

Eine Schlange, die in Not ist, wird von Fischen bedrängt. Ein Frosch erklärt ihr, daß ihr dadurch nur Gleiches mit Gleichem vergolten werde.

 

240. Die Erzählung von dem ganzen Pingala  (Mahapingala-Jātaka).

[Als Devadatta neun Monate nach seinem Mordversuche gegen Buddha von der Erde verschlungen wird, freut sich alles darüber. Buddha erzählt ein ähnliches Ereignis aus der Vorzeit]

Ein König, der sein Volk schwer bedrückt hat, ist gestorben. Alles ist voll Freude, nur ein Diener weint. Nach dem Grunde seiner Trauer gefragt, antwortet er, er fürchte, die Götter der Hölle würden mit dem bösen König nicht fertig werden und ihn wieder auf die Erde zurückschicken.

 

241. Die  Erzählung  von  Sabbadatha  (Sabbadatha-Jātaka).

[Devadatta hat infolge seines Mordversuchs gegen Buddha alles Ansehen bei dem Volke verloren. Buddha weist darauf hin, daß schon früher etwas Ähnliches geschehen sei]

Ein Schakal erlauscht einen Zauberspruch, durch den man die Welt erobern kann. Er führt die Tiere gegen Benares um es zu erobern; doch ein weiser Mann bewirkt durch eine List, daß der Schakal von seinem Leibelefanten zertreten wird.

 

242. Die Erzählung von dem Hunde  (Sunakha-Jātaka).

[Ein Mann kauft einen Hund, der ruhig mit ihm geht. Als ihn aber der Mann vom Stricke los macht, läuft er zu seinem frühern Herrn zurück. Buddha lobt diese Tat des Hundes]

Ein  Hund wird von einem Manne gekauft, der ihn am Abend mit einem Riemen festbindet. Als alles schläft, durchbeißt der Hund den Riemen und kehrt zu seinem früheren Herrn zurück.

 

243. Die Erzählung von Guttila  (Guttila-Jātaka).

[Beziehung auf Devadatta, der seinen Meister verriet und dadurch in Unglück stürzte]

Ein Musiker erfährt, daß in Benares ein viel tüchtigerer Meister wohnt als er. Er geht zu ihm hin und läßt sich seine Kunst lehren. Dann fordert er ihn zum Wettkampf heraus. Der alte Meister ist verzweifelt, wird aber von Gott Sakka getröstet. Beim Wettkampf unterstützt ihn Sakka, so daß er als Sieger aus dem Kampfe hervorgeht. Der Überwundene aber wird von der erbitterten Volksmenge getötet. — Darauf läßt Sakka den Meister in den Himmel hinaufholen. Dieser verspricht zu spielen, wenn ihm die Göttermädchen alle ein gutes Werk erzählen können, das sie ausgeführt. Hierauf berichten ihm alle, wegen welcher guten Werke sie in den Himmel gekommen. Der Meister aber erzählt dies den Menschen, nachdem er wieder auf die Erde zurückgekehrt ist.

 

244. Die Erzählung vom Aufgeben des Wunsches  (Viticcha-Jātaka).

[Ein Bettelmönch will mit Buddha disputieren, wird aber von ihm mit leichter Mühe besiegt]

Ein Mönch will mit einem Weisen disputieren, wird aber vom ihm beschämt.

 

245. Die Erzählung von der grundlegenden Ursache  (Mulapariyaya-Jātaka).

[Einige junge Brahmanen dünken sich weiser zu sein als Buddha; doch dieser beweist ihnen leicht ihre Torheit]

Ein Weiser legt seinen Schülern, die sich sehr weise dünken, eine Frage vor, die sie nicht beantworten können. Dadurch bringt er sie zur Einsicht ihrer Unwissenheit.

 

246. Die Erzählung von der Ölermahnung  (Telovada-Jātaka).

[Buddha hat bei einem Mahle Fleisch genossen. Seine Gegner tadeln ihn darüber; doch Buddha weist diesen Tadel als ungerechtfertigt zurück]

Ein Mann setzt einem Asketen Fleisch vor und sagt ihm, er habe die Schuld an dieser Tötung. Doch der Weise weist diesen Vorwurf zurück.

 

247. Die Erzählung  von  Padanjali  (Padanjali-Jātaka).

[Ein törichter Mönch hält sich für weiser als die ersten Schulet ; Buddha tadelt ihn dafür]

Ein Prinz wird geprüft, ob er klug genug ist zum Regieren. Da er aber jedesmal nur die Lippe verzieht, merkt man seine Torheit und macht einen anderen zum König.

 

248. Die Erzählung von dem Vergleich mit dem Kimsuka-Baum  (Kimsukopama-Jātaka).

[Einige Mönche gelangen durch verschiedene Betrachtungsstoffe zu dem gleichen Ziel.   Buddha erklärt, wie dies möglich sei]

Vier Brüder beschreiben einen Baum verschieden, da sie ihn zu verschiedenen Zeiten gesehen haben. Ihr Vater macht sie auf den Grund aufmerksam.

 

249. Die Erzählung von Salaka  (Salaka-Jātaka).

[Ein Mönch veranlaßt einen Jüngling in den Orden einzutreten; doch plagt er ihn hier so, daß dieser wieder austritt. Buddha tadelt deshalb den Mönch]

Ein Affe, der von seinem Herrn schlecht behandelt wird, flüchtet auf einen Baum. Sein Herr gibt ihm nun gute Worte, aber der Affe glaubt ihm nicht und kehrt nicht mehr zu ihm zurück.

 

250. Die Erzählung von dem Affen  (Kapi-Jātaka).

[Ein heuchlerischer Mönch wird von Buddha zurechtgewiesen]

Ein Affe, der unter der Kälte leidet, zieht ein Asketengewand an und stellt sich an die Türe einer Einsiedlerhütte, indem er hofft sich an dem dort brennenden Feuer wärmen zu dürfen. Der Sohn des Asketen läßt sich betören, der Vater aber treibt den Affen davon. (Vgl. das  173. Jātaka.)

 

Drittes Buch  (Tika-Nipata)

 

251. Die Erzählung von dem Wunsch  (Samkappa-Jātaka).

[Ein Mönch sieht ein schönes Weib und wird infolgedessen von sinnlicher Begierde gequält. Buddha muntert ihn auf deshalb nicht zu verzweifeln, denn es sei auch andern schon so ergangen]

Ein reicher Mann zieht sich in die Einsamkeit zurück und wird Asket. Als er sich einmal wieder unter Menschen begibt, erregt er das Wohlgefallen des Königs, der ihn in seine Obhut nimmt. Als der König einmal verreist, erblickt der Asket durch Zufall die Königin nackt. Infolge davon wird er liebeskrank. Als ihn aber der König besucht, gesteht er seinen Fehler und kehrt wieder in die Einsamkeit zurück.

 

252. Die Erzählung von der Handvoll Sesam  (Tilamutthi-Jātaka).

[Ein jähzorniger Mönch wird von Buddha belehrt und gebessert]

Ein Prinz erlernt bei einem Meister die Künste. Als er einmal eine Handvoll Sesam wegnimmt, läßt ihn der Meister züchtigen. Der Prinz kann dies nicht vergessen. Als er König geworden ist, läßt er den Meister zu sich kommen und will sich an ihm rächen; doch der Lehrer beweist ihm, daß er nur gerecht gehandelt habe und daß vielmehr der jetzige König ihm dankbar sein müsse für die Züchtigung, was jener auch anerkennt.

 

253. Die Erzählung von Manikantha  (Manikantha-Jātaka).

[Die Mönche in einer gewissen Stadt verlangen von den Bewohnern zuviel und bewirken dadurch, daß diese gar nichts mehr geben. Buddha, davon benachrichtigt, weist darauf hin, wie ungern überhaupt die Menschen sich um etwas bitten lassen]

Ein Schlangenkönig liebt einen Asketen und umschlingt ihn immer. Da dies dem Asketen lästig wird, bittet er die Schlange um eine wertvolle Gabe um sie loszuwerden. Dies erreicht er auch; doch nun zehrt er sich vor Sehnsucht nach der Schlange auf.

 

254. Die Erzählung von dem Sindhu-Roß mit dem Reisstaub im Leibe  (Kundakakucchisindhava-Jātaka).

[Als einmal die Mönche zum Almosenempfang an die einzelnen Familien verteilt werden, wird Sāriputta einer armen Witwe zugewiesen. Diese erhält deshalb von reichen Leuten soviel, daß sie von nun an sorglos leben kann]

Eine alte Frau erhält ein edles Fohlen, das sie aufzieht so gut sie kann. Ein Händler kauft es ihr trotz ihres Widerstrebens für eine hohe Summe ab. Am Hofe des Königs legt das edle Pferd solche Proben seiner Tüchtigkeit ab, daß es der König zu seinem Leibrosse erhebt. In der Folge gelangte der König zur Alleinherrschaft im ganzen Lande.

 

255. Die Erzählung von  dem  Papagei  (Suka-Jātaka).

[Ein Mönch ist gestorben, weil er zuviel gegessen. Buddha weist auf ein ähnliches Ereignis aus der Vorzeit hin]

Ein Papagei holt für seine Eltern Früchte. Er kommt dabei auch nach einer Insel und fliegt trotz der Warnung seines Vaters immer wieder dorthin, bis er einmal auf dem Rückwege ertrinkt.

 

256. Die Erzählung von dem alten Brunnen  (Jarudapana-Jātaka).

[Einige Kaufleute machen eine Reise, nachdem sie zuvor noch den Meister geehrt. Unterwegs finden sie einen großen Schatz. Buddha lobt sie nach ihrer Rückkehr wegen ihres Maßhaltens]

Einige Kaufleute graben einen Brunnen tiefer und finden dabei Schätze. Damit nicht zufrieden graben sie weiter, bis sie von dem unten wohnenden Schlangenkönig getötet werden.

 

257. Die Erzählung von Gamanicanda  (Gamanicanda-Jātaka).

[Als einmal die Weisheit Buddhas gepriesen wird, erzählt dieser einen weiteren Beweis davon]

Nach dem Tode des Königs wird dessen Sohn auf die Probe gestellt, ob er weise genug ist zur Herrschaft. Er löst diese Probe glänzend und besteigt den Thron. — Ein Diener des Königs hat sich, als der Prinz den Thron bestieg, auf das Land zurückgezogen. Er soll sich wegen verschiedener Vergehen, an denen er aber keine Schuld trägt, vor dem Könige verantworten. Unterwegs erhält er noch eine Anzahl von Anfragen, die er dem Könige zur Beantwortung vorlegen soll. Bei der Gerichtsverhandlung weist der König zunächst nach, daß die Vorwürfe gegen den früheren Diener ungerechtfertigt sind, und beantwortet hierauf die verschiedenen Anfragen mit höchster Weisheit. Der Diener kehrt zum Schluß in sein Dorf zurück und gibt unterwegs den Bescheid des Königs bekannt.

 

258. Die Erzählung von Mandhatar  (Mandhatu-Jātaka).

[Ein Mönch ist von sinnlicher Begierde befallen worden, Buddha macht ihn darauf aufmerksam, daß man auch im häuslichen Leben seine Lust niemals ganz befriedigen könne]

Ein mächtiger König ist mit seiner Macht unzufrieden. Er begibt sich daher in die Götterwelt und darf hier während unendlich langer Zeit die Regierung mit Gott Sakka teilen. Als ihm auch dies noch nicht genügt, wird er auf die Erde zurückversetzt und stirbt hier.

 

259. Die Erzählung von Tiritavaccha  (Tiritavaccha-Jātaka).

[Es wird auf die Vorgeschichte zum 157. Jātaka Bezug genommen]

Ein König flieht auf seinem Elefanten aus der Schlacht. Da er sehr durstig ist, läßt er sich in einen Brunnen hinab, kann aber allein nicht wieder heraus. Ein in der Nähe wohnender Asket befreit ihn aus dieser Lage und wird dafür vom Könige mit Ehren überhäuft. Als die Hofleute damit unzufrieden sind, erzählt der König, was der Asket an ihm getan.

 

260. Die Erzählung von dem Boten  (Duta-Jātaka).

[Es wird  von einem gierigen Mönche gesprochen mit Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 395]

Während ein König gerade an der Tafel sitzt, drängt sich ein Mann hinzu mit dem Rufe, er sei ein Bote, und nimmt aus Gier etwas von der Tafel. Als er bestraft werden soll, gewinnt er den König durch seine kluge Verteidigung und wird von ihm belohnt.

 

261. Die  Erzählung von dem Lotos  (Paduma-Jātaka).

[Einige Mönche bitten um Lotosblumen, erhalten aber keine; Ānanda dagegen bekommt von den Leuten mit Leichtigkeit das Gewünschte]

Ein paar junge Leute möchten Lotus bekommen und sagen daher dem Gärtner unwahre Schmeicheleien. Ein dritter sagt ihm die Wahrheit und erhält dafür das Gewünschte.

 

262. Die Erzählung von der zarten Hand  (Mudupani-Jātaka).

[Buddha weist einen unzufriedenen Mönch auf die Unbehütbarkeit der Weiber hin]

Ein Prinz will eine Königstochter entführen. Diese läßt ihm einen rätselhaften Spruch sagen, den er aber versteht. Obwohl der König seine Tochter immer an der Hand hält, gelingt es ihr doch ihren Vater zu täuschen und mit dem Prinzen zu entfliehen. So muß der König in ihre Heirat einwilligen.

 

263. Die kleine Erzählung von der Verlockung  (Cullapalobhana-Jātaka).

[Ein unzufriedener Mönch wird von Buddha über die Unzufriedenheit der Weiber belehrt]

Ein Prinz, der bisher keinen Gefallen an dem weiblichen Geschlecht hatte, wird von einem Mädchen verführt. Da er rasend wird vor Liebe, werden sie vom König verbannt. Sie erbauen sich im Walde eine Hütte. Als einmal der Prinz abwesend ist, gerät ein heiliger Asket in die Netze des Mädchens. Darauf jagt es der Prinz fort; er selbst wird Asket.

 

264. Die Erzählung von dem großen  Panada  (Mahapanada-Jātaka).

[Ein reicher Jüngling kommt durch Zufall dazu, wie Buddha seine Lehre verkündigt, und gelangt dadurch sogleich zur Heiligkeit. Er tritt in den Orden ein. Da einige Mönche unzufrieden mit ihm sind, läßt ihn Buddha ein Wunder ausführen, worauf die andern von seiner Vortrefflichkeit überzeugt werden]

Eine Verweisung auf die im Jātaka 489 erzählte Geschichte.

 

265. Die Erzählung von dem Hufeisenbogen  (Khurappa-Jātaka).

[Ein Mönch, der in seinem Streben nachgelassen, wird von Buddha neu ermuntert]

Ein Wächter rettet durch seine Aufopferung und seine Tapferkeit eine Karawane vor einer ganzen Räuberbande.

 

266. Die Erzählung von dem Wind-Sindhuroß  (Vataggasindhava-Jātaka).

[Ein Mädchen verliebt sich in einen Jüngling. Sie erreicht es, daß er sie aufsucht; doch weist sie ihn beim ersten Male zurück. Als sich darauf jener entfernt, stirbt das Mädchen aus Liebeskummer. Buddha weist nun darauf hin, daß die Praxis der Frauen meist derart sei]

Eine Eselin verliebt sich in ein edles Roß. Dies ist bereit ihrem Wunsche zu willfahren; doch als es ihr naht, stößt sie es zuerst zurück. Darauf entfernt sich das Roß voll Ekel; die Eselin aber wird krank vor Liebe und sagt ihrem Sohne den Grund ihrer Handlungsweise.

 

267. Die Erzählung von dem Krebs  (Kakkata-Jātaka).

[Eine Ehepaar wird auf der Reise gefangen und der Mann soll sterben, weil dem Räuberhauptmann die Frau gefällt. Doch erreicht diese durch ihre Bitten die Freilassung ihres Mannes. Buddha lobt sie ob dieser Tat]

Ein Elefant will einen Riesenkrebs töten, der den Elefanten viel Schaden zufügt, gerät aber selbst in dessen Gewalt. Sein Weibchen fleht den Krebs an ihren Mann freizugeben. Als dies der Krebs  tut, zertritt ihn der Elefant und zermalmt ihn zu Staub.

 

268. Die Erzählung von dem Gartenzerstörer  (Aramadusa-Jātaka).

[In einem Parke sehen die Mönche eine unbewachsene Stelle. Sie erfahren, daß dort ein Gärtnerjunge die Pflanzen herausgerissen habe]

Eine Affenschar soll Pflanzen begießen; doch reißen sie dabei die Pflanzen samt den Wurzeln heraus. (Vgl. das 46. Jātaka).

 

269. Die Erzählung von Sujata  (Sujata-Jātaka).

[Buddha bekehrt eine reiche junge Frau, die alle durch ihr barsches Wesen zurückgestoßen, durch eine einzige Ermahnung]

Ein König hat eine Mutter, die eine barsche Sprache hat. Einmal findet er Gelegenheit ihr an zwei Vögeln zu zeigen, wie sehr die Menschen eine angenehme Stimme lieben. Darauf bessert sich seine Mutter.

 

270. Die Erzählung von der Eule  (Uluka-Jātaka).

[Buddha erzählt den Mönchen auf ihre Frage, wie es komme, daß die Eulen mit den Krähen in Streit leben]

Einst wollen die Vögel sich einen König wählen und bestimmen dazu die Eule. Doch die Krähe weist diesen Vorschlag zurück mit dem Hinweis auf das finstere Aussehen der Eule. Seither besteht zwischen beiden Vogelarten Feindschaft.

 

271. Die Erzählung von dem Brunnenverwüster  (Udapanadusaka-Jātaka).       

[Ein Schakal, der einen Brunnen verunreinigt hat, wird von jungen Novizen dafür bestraft. Buddha erzählt daraufhin ein ähnliches Ereignis aus der Vorzeit]

Ein Schakal, der einen Brunnen verunreinigt hat, wird von einem Weisen darüber zur Rede gestellt und verteidigt sich damit, daß dies so der Schakale Art sei.

 

272. Die Erzählung von dem Tiger  (Vyaggha-Jātaka).

[Es wird von Kokālika gesprochen mit Bezug auf die Vorgeschichte zum Jātaka 481]

Zwei Baumgottheiten werden von einem Löwen und einem Tiger beschützt, welche die Leute von dem Walde fernhalten. Einmal vertreibt die eine Gottheit die Tiere, worauf die Leute in den Wald gehen und die Bäume fällen.

 

273. Die Erzählung von der Schildkröte  (Kacchapa-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 154]

Ein Affe, der sonst immer einen Asketen belästigt, wird von einer Schildkröte an einer empfindlichen Stelle gepackt. Der Asket lacht den Affen aus, veranlaßt aber die Schildkröte den Affen wieder loszulassen.

 

274. Die Erzählung von  dem Gierigen  (Lola-Jātaka).

[Ein gieriger Mönch wird von Buddha zurückgewiesen]

Eine Krähe begleitet eine Taube, die bei einem Koch wohnt. Als einmal die Krähe Fleisch stehlen will, fängt sie der Koch und tötet sie. Darauf verläßt die Taube ihre frühere Wohnung. (Vgl. das 42. Jātaka).

 

275. Die Erzählung von dem Glänzenden  (Rucira-Jātaka).

[Wie im vorigen Jātaka]

Dieselbe Erzählung wie im vorigen Jātaka, nur mit andern Strophen.

 

276. Die Erzählung von der Kuru-Tugend  (Kurudhamma-Jātaka).

[Ein junger Mönch trifft einen fliegenden Schwan mit einem Kiesel, daß er tot zu Boden fällt. Buddha tadelt diese Tat des Mönches]

In einem Lande entsteht eine Hungersnot. Die Brahmanen sagen dem König, dieselbe werde aufhören, wenn der Leibelefant eines andern Königs ihm geschenkt werde. Wider Erwarten erhält er ihn zum Geschenk; aber auch jetzt hört die Hungersnot noch nicht auf. Nun wird dem König der Bescheid, die Not werde ein Ende nehmen, wenn er dieselbe Tugenden befolge wie jener andre König und seine Leute. Er schickt eine Gesandtschaft dorthin, die aber von einem zum andern gewiesen wird, da jeder der Gefragten meint, er habe die Tugend verletzt. Aus ihren Erzählungen leuchtet aber nur noch mehr ihre Tugend hervor. Der erste König entschließt sich diese Tugenden auch zu befolgen und damit hat die Hungersnot ein Ende.

 

277. Die Erzählung von dem Gefiederten  (Romaka-Jātaka).

[Beziehung auf den Mordversuch Devadattas]

Ein Asket möchte Taubenfleisch verzehren und lauert deshalb den Tauben, die bei ihm zu verkehren pflegen, auf. Diese merken aber seine Absicht und entgehen seinem Anschlag.

 

278. Die Erzählung von dem Büffel  (Mahisa-Jātaka).

[Ein Affe treibt mit einem geduldigen Elefanten Unfug, ohne daß dieser sich wehrt. Eines Tages aber tut er einem andern ebenso. Dieser zertritt ihn in seinem Zorn zu Staub]

Ein frecher Affe belästigt einen geduldigen Büffel, ohne daß dieser ihn dafür straft. Eines Tages macht er es einem andern Büffel ebenso; doch dieser tötete ihn im Zorn.

 

279. Die Erzählung von dem Kranich   (Satapatta-Jātaka).

[Einige Mönche stiften Unfrieden unter ihren Genossen und äußern Zweifel an der Lehre. Dafür werden sie von Buddha zurechtgewiesen]

Ein junger Mann will auf den Rat seiner Mutter eine Schuld eintreiben und muß dabei durch einen Wald. Seine inzwischen verstorbene Mutter sucht ihn in Gestalt eines Schakalweibchens zurückzuhalten, damit ihn die dort hausenden Räuber nicht gefangen nehmen; er aber verjagt das Tier. Ein Kranich fliegt vor ihm her und teilt den Räubern seine Ankunft mit; der junge Mann aber lobt ihn wegen seiner Stimme. Zum Schlüsse wird er von dem Räuberhauptmann über seinen Irrtum aufgeklärt.

 

280. Die Erzählung von dem Büschelzerstörer  (Putadusaka-Jātaka).

[Die Mönche beobachten einmal, wie ein Gärtnerssohn die von seinem Vater gefertigten Blütenbüschel zerstört. Buddha weist auf ein ähnliches Ereignis der Vorzeit hin]

Ein Affe bringt Blumenbüschel in Verwirrung und wird darob getadelt; doch entschuldigt  er sich  damit, daß das Zerstören ihm angeboren sei.

 

281. Die Erzählung von dem mittleren Mango  (Abbhantara-Jātaka).

[Die ehemalige Frau Buddhas, Bimbādeví, ist Nonne geworden und weilt in der Nähe ihres Gatten und ihres Sohnes, der sie öfters besucht. Eines Tages wird sie krank. Ihr Sohn Rāhula möchte ihr ein Linderungsmittel verschaffen und wendet sich darum an Sāriputta, der das Betreffende auch vom Könige erhält. Da es Sāriputta nicht gleich beim König verzehrt, schickt dieser ihm Leute nach, die ihm berichten, was der Weise damit anfängt. Darauf beschließt der König von nun an Rāhulas Mutter stets mit diesem Mittel zu versehen]

Gott Sakka will eine Asketenschar vertreiben und erscheint daher der Königin im Schlaf, der er sagt, sie solle sich den Saft von einem bestimmten Mango wünschen. Zugleich läßt er die Früchte in dem Parke, wo die Asketen wohnen, vertrocknen. Die Asketen werden vertrieben, den gesuchten Mango aber findet man doch nicht. Endlich gelingt es einem jungen Papagei unter allerlei Gefährlichkeiten durch seine Klugheit in den Besitz der gewünschten Mangofrucht zu gelangen; dadurch wird die Königin geheilt.

 

282. Die Erzählung von dem Besseren  (Seyya-Jātaka).

[Ein Minister des Königs kommt unschuldig in das Gefängnis und gelangt hier zur Bekehrung. Als er bald darauf wieder freigelassen wird, teilt er Buddha dies mit]

Ein König überfällt, von einem bösen Beamten aufgereizt, einen andern König. Dieser verteidigt sich nicht, sondern läßt sich gefangen nehmen. Den Sieger aber befällt daraufhin ein Fieber. Da er merkt, woher dies komme, setzt er den andern König wieder in seine Herrschaft ein.

 

283. Die Erzählung von dem Zimmermannseber  (Vaddhakisukara-Jātaka).

[Der König von Kosala führt mit seinem Neffen Ajatasuttu Krieg, jedoch mit ungünstigem Erfolge. Du hören einige seiner Späher, wie ein Mönch seinem Genossen den besten Schlachtplan auseinandersetzt. Der König befolgt den Plan und besiegt seinen Neffen]

Ein junger Eber wird von einem Zimmermann großgezogen, dann aber wieder losgelassen. Er unterrichtet seine Genossen, wie sie ihrem Feinde, einem Tiger, begegnen sollen. Als der Tiger kommt und sieht, daß die Eber diesmal nicht davon laufen, geht er wieder weg. Doch ein böser Asket veranlaßt ihn noch einen Versuch zu wagen. Dabei aber fällt der Tiger in eine Grube und wird getötet. Jetzt eilen die Eber auch dem Asketen nach, bringen den Baum, auf den er sich geflüchtet, zum Fallen und töten den Falschen.

 

284. Die Erzählung von dem Glück  (Siri-Jātaka).

[Als Anāthapindika wieder in den Besitz seines Reichtums gelangt ist (vgl. die Vorgeschichte zum 40. Jātaka), versucht ein Brahmane ihm sein Glück zu stehlen. Dies geht jedoch von einem Gegenstand zum andern über, so daß jener sein Beginnen aufgibt und sein Vorhaben Anāthapindika bekennt]

Ein Holzarbeiter hört, daß mit dem Verzehren eines bestimmten Hahnes die Weltherrschaft verbunden sei. Er tötet den Hahn; das Fleisch wird ihm aber durch eine Welle entrissen. Ein hoher Beamter findet es und verzehrt es, durch einen befreundeten Asketen, der den Sachverhalt kennt, dazu aufgefordert. Kurz darauf gelangt er auch wirklich zur Königswürde.

 

285. Die Erzählung von dem Edelsteineber  (Manisukara-Jātaka).

[Die Andersgläubigen bewegen eine hübsche Anhängerin von ihnen, daß sie vorgibt, Buddha habe mit ihr verkehrt. Hierauf lassen sie sie töten. Ihre Leiche wird in der Nähe von Buddhas Aufenthalt gefunden und nun schreien jene in der ganzen Stadt herum, die Jünger Buddhas hätten das Mädchen getötet um die Schande ihres Meisters zu verbergen. Doch die Wahrheit kommt bald ans Licht und die Feinde Buddhas erhalten ihre gerechte Strafe]

Eine Schar von Ebern möchte eine Kristallwand undurchsichtig machen, indem sie sich daran reiben. Der Kristall aber wird dadurch immer heller und ein Weiser klärt sie über ihren Irrtum auf.

 

286. Die Erzählung von Saluka  (Saluka-Jātaka).

[Eine Beziehung auf die Vorgeschichte zum 477. Jātaka]

Der Inhalt entspricht genau dem des 30. Jātaka.

 

287. Die Erzählung von dem Tadel  der Ehrung  (Labhagaraha-Jātaka).

[Ein Mönch erhält von Sāriputta auf seine Frage, wie man es machen müsse um geehrt zu werden, den Bescheid, man müsse Fehlerhaftes tun]

Ein junger Brahmane hört, daß man nur durch tadelnswerte Eigenschaften bei den Menschen zu Ehren komme; daher verzichtet er auf äußere Ehren und wird Asket.

 

288.  Die  Erzählung von der Reihe Fische  (Macchudana-Jātaka).

[Es wird auf die Vorgeschichte zum 98. bzw. 218. Jātaka Bezug genommen]

Ein Kaufmann will seinen Bruder betrügen. Da dieser aber einer Flußgottheit einen Gefallen erwiesen hat, verhilft ihm diese wieder auf wunderbare Weise zu seinem Eigentum.

 

289. Die Erzählung von den verschiedenen Wünschen  (Nanacchanda-Jātaka).

[Es wird auf das Jātaka 456 verwiesen]

Ein König gerät während er verkleidet in der Stadt umhergeht, in die Hände von Räubern; doch gelingt es ihm wieder loszukommen. Er bemerkt dabei die besondern Kenntnisse eines Brahmanen und bewilligt ihm dafür einen Wunsch. Der Brahmane bringt von jedem Mitglied seines Hauses einen andern Wunsch vor, die alle Erfüllung finden.

 

290. Die Erzählung von der Tugenduntersuchung  (Silavimamsa-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum 86. Jātaka]

Dieselbe Erzählung wie im 86. Jātaka, nur mit etwas anderem Schluß.

 

291. Die Erzählung von dem Glückstopf  (Bhadraghata-Jātaka).

[Ein junger Mann aus reicher Familie verschwendet sein ganzes Erbe und stirbt im Elend. Buddha verweist auf ein ähnliches Ereignis der Vorzeit]

Der Sohn eines reichen Mannes verschwendet sein ganzes Erbe. Als er darauf einen Topf er hält, der ihm jeden Wunsch erfüllt, zerbricht er diesen einmal im Rausche und muß im Elend sterben.

 

292. Die Erzählung von Supatta  (Supatta-Jātaka).

[Die Vorgeschichte hat einen ähnlichen Inhalt wie die vom Jātaka 281; nur handelt es sich hier um eine andere Substanz]

Eine Krähe will ihrer Königin eine bestimmte Speise verschaffen, weil es diese danach gelüstet. Sie wird gefangen und vor den König gebracht; doch rührt sie diesen durch ihre Erzählung so, daß ihr große Ehrung zuteil wird.

 

293. Die Erzählung von dem Aufgeben des Körpers  (Kayavicchinda-Jātaka).

[Ein kranker Mann nimmt sich vor, wenn er wieder gesund wird, Mönch zu werden. Dies geschieht auch]

Ein  kranker Brahmane nimmt sich vor, wenn er gesund wird, Asket zu werden. Er tut dies und gelangt dadurch zum höchsten Glück.

 

294. Die Erzählung von dem Mangoesser  (Jambukhadaka-Jātaka).

[Devadatta und Kokālika heben gegenseitig in unwahrer Weise ihre Vorzüge hervor. Buddha tadelt dies]

Ein Schakal möchte von einer Krähe eine Mangofrucht erhalten und rühmt deshalb in unwahrer Weise ihre Vorzüge. Sein Wunsch geht dadurch in Erfüllung.

 

295. Die Erzählung von dem Letzten  (Anta-Jātaka).    

[Dieselbe Vorgeschichte wie beim vorigen Jātaka]

Eine Krähe möchte von dem Fleisch, das ein Schakal verzehrt, Anteil erhalten und rühmt deshalb in unwahrer Weise dessen Vorzüge.

 

296. Die Erzählung von dem Ozean  (Samudda-Jātaka)

[Ein Mönch bewegt auf seinen Reisen die andern Mönche ein möglichst einfaches Leben zu führen; er selbst aber bereichert sich an dem, was die andern aufgeben. Buddha tadelt scharf dies Vorgehen]

Eine Wasserkrähe sucht die andern Tiere vom Trinken aus dem Meere zurückzuhalten, wird aber dafür von  einer Meergottheit getadelt.

 

297. Die Erzählung von der Liebesklage  (Kamavilapa-Jātaka)

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum 147. Jātaka]

Eine Verweisung auf das Jātaka  147.

 

298. Die Erzählung von dem Feigenbaum  (Udumbara-Jātaka).

[Ein Mönch veranlaßt einen andern, dessen Wohnung ihm gefällt, dieselbe zu verlassen. Nach dessen Rückkehr gibt er sie ihm aber nicht wieder zurück]

Ein Affe wird von einem andern überlistet, daß er ihm seine Wohnung abtritt. Als er durch List sie wiederzugewinnen sucht, lacht ihn der andre aus.

 

299. Die Erzählung von Komayaputta  (Komayaputta-Jātaka).

[Einige Mönche, die gerne Mutwillen treiben, werden auf Buddhas Geheiß durch Mogallāna in Schrecken versetzt]

Einige Asketen pflegen mit einem Affen ihren Mutwillen zu treiben. Als sie einmal wegziehen, belehrt ein Weiser den Affen über das Tadelnswerte seiner Handlungsweise. Wie nun die Asketen wiederkommen, teilt ihnen der Affe mit, er werde sich nicht mehr zu Scherzen mißbrauchen lassen; doch die Asketen sagen ihm, daß er deshalb doch nicht heilig wird.

 

300. Die Erzählung von dem Wolfe  (Vaka-Jātaka).

[Ein frommer Mönch veranlaßt einige Genossen ein strengeres Leben zu führen. Sie kommen zu Buddha; doch zeigt es sich hier, daß ihre Askese nur äußerlich und nicht von Dauer ist]

Ein Wolf wird durch eine Überschwemmung vom Lande abgeschnitten und nimmt sich vor zu fasten und so ein gutes Werk zu tun. Gott Sakka stellt ihn auf die Probe und zeigt sich ihm in Gestalt eines Bockes. Als der Wolf daraufhin seinen Vorsatz vergißt und auf das Tier springen will, überführt Ihn der Gott seiner Heuchelei und beschämt ihn.

 

Viertes Buch

 

301. Die kleine Erzählung von Kalinga  (Cullakalinga-Jātaka).

[Ein weiser Asket wird von seinen Verehrern mit einer klugen Asketin verheiratet. Aus der Ehe entsprießen ein Sohn und vier Töchter. Diese verstehen tausend Fragen und ziehen überall umher um mit den anderen darüber zu disputieren. Zu Savatthi beantwortet ihnen Sāriputta alle diese Fragen und stellt ihnen selbst eine einzige, die sie nicht lösen können. Darauf erklären sie sich besiegt und treten in den Nonnenorden Buddhas ein]

Ein streitlustiger König schickt seine schönen Töchter im Lande umher, um die andern Könige dadurch zum Kriege zu reizen. Ein einziger traut sich mit ihm zu kämpfen und vermählt sich mit den Prinzessinnen. Um zu erfahren, wer siegen werde, wendet sich der erstere König an einen Asketen und dieser fragt den Gott Indra danach. Die Antwort lautet, der König, der die Frage gestellt, werde siegen. In Wirklichkeit aber trägt der andre den Sieg davon und Sakka erzählt dem Asketen warum seine Prophezeiung nicht eingetroffen sei.

 

302. Die Erzählung von dem großen Reiter  (Mahaassaroha-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 157]

Ein König wird besiegt und flüchtet allein in das Haus eines armen Mannes, der ihn pflegt ohne ihn zu kennen. Auf die Aufforderung seines Gastes besucht ihn der Arme später in seinem Palaste und wird von ihm hochgeehrt; ja er erhält die Hälfte der Reiches. Als der Königssohn seinem Vater darüber Vorwürfe macht, erzählt dieser den Grund der Auszeichnung.

 

303. Die Erzählung von dem einen König (Ekaraja-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 282]

Die Erzählung hat zum größten Teil denselben Inhalt wie das 51. Jātaka. Hier wird der gefangene König durch die Wirkung seiner liebevollen Gedanken von selbst befreit, worauf sein Peiniger sein Unrecht einsieht und ihn wieder in seine Herrschaft einsetzt.

 

304. Die Erzählung von Daddara   (Daddara-Jātaka).

[Als die Mönche sich einmal über einen Zornigen unterhalten, erklärt ihnen der Meister, daß der nämliche in einer früheren Existenz durch seinen Zorn ins Unglück stürzte]

Der jüngere Sohn eines Schlangenkönigs wird wegen seiner Bösartigkeit samt seinem älteren Bruder, der für ihn redet, von seinem erzürnten Vater vertrieben. Als die beiden einmal von Knaben schlecht behandelt werden, will diese der Jüngere töten, wird aber von dem Älteren davon abgehalten. Später kehren sie nachhause zurück.

 

305. Die Erzählung von der Tugenduntersuchung  (Silavimamsana-Jātaka).

[Buddha bemerkt, daß während der Nacht die Mönche von Lustgedanken befallen werden; er ruft sie zusammen und belehrt sie über das Gefährliche der Lust]

Ein weiser Meister weiß nicht, wem von seinen Schülern er seine Tochter geben soll. Deshalb stellt er sie auf die Probe, indem er ihnen etwas Unrechtes zumutet. Nur einer besteht die Probe in der richtigen Weise und erhält deshalb die Tochter seines Lehrers.

 

306. Die Erzählung von Sujata  (Sujata-Jātaka).

[Als der König von Kosala einmal mit seiner Gattin in Streit lebt, gelingt es Buddha die beiden durch ein kurzes Gespräch zu versöhnen. Darauf erzählt er ein weiteres Beispiel dafür]

Ein König erhebt ein Mädchen, das Früchte in seinen Palast brachte, zu seiner Gemahlin. Später will diese aber in ihrem Hochmut jene Früchte nicht mehr kennen. Der darob erzürnte König wird von einem seiner Ratgeber durch Hinweis auf die allgemeine Schwäche der Frauen wieder versöhnt.

 

307. Die Erzählung von dem Palasabaum  (Palasa-Jātaka).

[Als Ānanda merkt, daß sein Meister in das Nirvana eingehen wird, ist er von Schmerz überwältigt, weil er selbst noch nicht zur Vollendung gelangt ist. Buddha aber tröstet ihn mit Hinweis auf die Frucht eines guten Werkes, das er ihm in einer frühern Existenz zuteil werden ließ]

Ein armer Brahmane bringt beständig einer Baumgottheit seine Verehrung dar. Als es sich herausstellt, daß er dies aus uneigennützigen Motiven tut, verhilft ihm die Gottheit zu einem Schatze, der ihn für immer von seiner Armut befreit.

 

308. Die Erzählung von dem schnellen Vogel  (Javasakuna-Jātaka).

[Beziehung auf die Undankbarkeit des Devadatta]

Ein Vogel zieht einem Löwen, nachdem ihm dieser Schonung versprochen, vorsichtig einen Knochen aus dem Halse. Als er aber später eine Belohnung von ihm will, sagt der Löwe, er solle froh sein, daß er lebend aus seinem Rachen gekommen.

 

309. Die Erzählung von dem Leichnam  (Chavaka-Jātaka).

[Buddha tadelt einige Mönche, die sich in der äußern Haltung vor einem Manne demütigten, dem sie die Lehre verkündigten]

Ein Mann will auf den Wunsch seiner Frau aus dem Parke des Königs eine Mangofrucht stehlen. Dabei überrascht ihn der Tag. Während er sich auf dem Baume versteckt hält, kommt der König, der von seinem Hauspriester die heiligen Sprüche erlernt, jedoch in unziemlicher Haltung. Darauf steigt jener vom Baume herab, hält den beiden ihr Unrecht vor und bekennt, was er selbst gefehlt. Dies gefällt dem König und er zeichnet den Mahner mit großen Ehren aus.

 

310. Die Erzählung von Sayha  (Sayha-Jātaka).

[Ein Mönch verliert durch den Anblick eines Weibes die Lust am Ordensleben, wird aber von Buddha zum Rechten zurückgebracht]

Ein junger Mann, der mit einem jungen Prinzen zusammen erzogen wurde, verläßt, als dieser den Thron bestiegen, die Welt und wird Asket. Der König will seinen Freund zurückholen lassen; doch weigert sich dieser, indem er das Asketenleben preist.

 

311. Die Erzählung von dem Nimba-Baum  (Pucimanda-Jātaka).

[An die Hütte des Mogallāna kommt ein Dieb mit seinem Raube, wird aber von dem Weisen fortgejagt. Dies Vorgehen billigt der Meister]

Die in einem Nimba-Baume wohnende Gottheit verscheucht einen Dieb, der am Fuße des Baumes ruhen will, weil sie befürchtet, er möchte ergriffen und der Baum dabei stark beschädigt werden. Darauf legt sie einer Nachbargottheit, die ihr deshalb Vorwürfe macht, ihre Gründe dar.

 

312. Die Erzählung von Kassapa und der Torheit (Kassapamandiya-Jātaka).

[Ein junger Mönch gerät mit seinem Vater, der auch Mönch geworden ist, in Streit, weil er rascher gehen möchte. Dadurch kommen sie gar nicht voran und die Nacht überfällt sie. Buddha erfährt davon und tadelt das Vorwärtsdrängen des jungen Mönches]

Ein junger Asket ist ungeduldig mit seinem Vater, erreicht aber dadurch nur, daß es noch langsamer vorwärts geht. Sein älterer Bruder hält ihm beim Nachhausekommen sein Unrecht vor.

 

313. Die Erzählung von Khantivadi  (Khandivadi-Jātaka).

[Beziehung auf einen zornigen Mönch (vgl. Jātaka 304)]

Ein Asket, der trotz seines Reichtums die Welt verlassen, zieht einmal nach Benares und wohnt im königlichen Parke. Dort treffen ihn die Frauen des Königs, als sie einmal von ihrem eingeschlafenen Herrn weggegangen sind, und hören seiner Predigt zu. Als der König aufwacht und dies erfährt, geht er voll Zorn zu dem Asketen hin und läßt ihn auf das grausamste verstümmeln; doch jener beharrt in seiner Geduld. Als er im Sterben liegt, verläßt ihn der König; da dieser aber aus dem Parke herauskommt, öffnet sich die Erde und die Hölle verschlingt ihn.

 

314. Die Erzählung von dem eisernen Kessel  (Lohakumbhi-Jātaka).

[Der König von Kosala hört zur Nachtzeit vier schreckliche, ihm unerklärliche Töne und will das Unglück, das, wie er meint, daraus entstehen wird, durch große Tieropfer abhalten. Seine Gattin veranlasst ihn aber zu Buddha zu gehen, der ihm die wahre Bedeutung der Töne erklärt, so daß jetzt die Opfer unterbleiben]

Ein König hört einmal bei Nacht vier geheimnisvolle Laute. Die Brahmanen, die er darüber befragt, prophezeien ihm daraus Unheil, das nur durch reichliche Tieropfer abgewendet werden könne. Als schon alles zur Tötung der Tiere bereit ist, wird der König von einem Weisen über die wahre Bedeutung jener Laute aufgeklärt, so daß das Tieropfer unterbleibt.

 

315. Die Erzählung von dem Fleisch  (Mamsa-Jātaka).

[Während einmal einige Mönche keine wohl schmeckende Almosenspeise erhalten, führt sie der weise Sāriputta in die nämliche Straße zurück und verschafft ihnen dieselbe. Buddha erzählt darauf, wie dieser auch schon früher die besten Worte beim Bitten gefunden habe]

Vier Kaufmannssöhne bitten in verschiedener Weise einen Jäger um einen Teil des von ihm erlegten Wildes und erhalten jedesmal das der Art ihrer Bitte Entsprechende.

 

316. Die Erzählung von dem Hasen  (Sasa-Jātaka).

[Ein wohltätiger Mann bewirtet und beschenkt die Mönche auf das reichste. Der Meister dankt ihm und erzählt von ähnlichen Spenden aus der Vergangenheit]

Ein Hase lebt mit drei anderen Tieren in Tugend zusammen. Um sie auf die Probe zu stellen nimmt Gott Indra die Gestalt eines Brahmanen an und bittet nacheinander die vier um Speise. Während die drei anderen ihm bereitwillig ihre Vorräte abtreten wollen, bietet der Hase, weil er sonst nichts hat, sich selbst ihm zur Nahrung dar und springt zu diesem Zweck in ein vom Gölte erschaffenes Feuer. Dies kann ihm jedoch nichts anhaben, worauf der Gott sich ihm zu erkennen gibt und ihn wegen seiner Opferfreudigkeit preist.

 

317. Die Erzählung von der Totenbeweinung  (Matarodana-Jātaka).

[Ein reicher Mann verliert seinen Bruder und gibt sich darum übermäßig der Trauer hin. Buddha sucht ihn auf und beweist ihm das Unsinnige seines Tuns]

Der Bruder eines Verstorbenen zeigt über dessen Tod keine Trauer. Als seine Verwandten dies als ein Zeichen von Hartherzigkeit und Gewinnsucht auslegen, belehrt er sie über die Grundlosigkeit der Trauer um einen Toten.

 

318. Die Erzählung von der Kanavera-Blume  (Kanavera-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 423 (Verlockung durch die frühere Frau)]

Eine Dirne sieht, wie ein Räuber gefangen vorbeigeführt wird. Sie verliebt sich in ihn und besticht den Wächter des Räubers, daß er statt seiner einen reichen Jüngling hinrichte, der ihr treu ergeben ist. Nachdem sie sodann eine Zeitlang mit dem Räuber gelebt, entflieht dieser unter Mitnahme ihrer Schätze, nachdem er sie fast erdrosselt. Da die Dirne ihm nichts Böses zutraut, läßt sie ihn überall suchen und ihn auffordern, er solle zu ihr zurückkehren. Der Räuber aber meint, sie werde ihm später untreu werden und ihn verraten, und läßt sie allein.

 

319. Die Erzählung vom dem Rebhuhn  (Tittira-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 16 (Demut des Rāhula)]

Ein Jäger hat ein Rebhuhn gefangen und benützt es dazu, daß es durch seinen Schrei andre Vögel herbeilockt, die er dann erlegt. Da das Rebhuhn sich Vorwürfe macht wegen seines Tuns, fragt es einen Weisen darüber, der ihm seine Zweifel zerstreut.

 

320. Die Erzählung von dem leicht Aufzugebenden  (Succaja-Jātaka).

[Ein Mann weist unterwegs seine Frau mit einer ganz unbedeutenden Bitte ab. Als die beiden zu Buddha kommen, erzählt die Frau diese Geschichte und der Meister belehrt den Mann durch eine ähnliche Erzählung über sein Unrecht]

Ein Prinz, der von seinem Vater in die Verbannung geschickt wurde, schlägt seiner Gattin eine leicht zu gewährende Bitte ab. Auch nachdem er den Thron bestiegen, beharrt er in dieser Gesinnung. Durch einen Weisen, der ihm die Verdienste seiner Gattin vorhält, wird er veranlaßt diese wieder ihrem Range gemäß zu behandeln.

 

321. Die Erzählung von dem Hüttenzerstörer  (Kutidüsaka-Jātaka).

[Zwei junge Mönche bedienen einen alten Thera. Der eine stellt sich immer, als ob die Dienste, die der andere leistet, von ihm selbst ausgehen, bis ihn der andere einmal überführt. Der Alte tadelt jenen darum. Dies macht aber so wenig Eindruck auf ihn, daß er bei der nächsten Gelegenheit die dem Alten zugedachte Speise sich mitgeben läßt und sie selbst verzehrt. Als er von dem Alten wieder getadelt wird, wird er zornig und zerstört in dessen Abwesenheit die ganze Hütte. Zur Strafe bekommt er die Auszehrung und ist der Hölle verfallen. Als Buddha davon hört, erklärt er, nur mit Guten könne man gut zusammenleben; sonst sei das Alleinsein besser]

Ein Affe, der unter der Kälte leidet, wird von einem Vogel aufgefordert sich eine Wohnung zu erbauen. Doch jener faßt diesen Rat als Hohn auf und zerstört das Nest des Vogels.

 

322. Die Erzählung von dem Getöse  (Daddabha-Jātaka).

[Buddha wird von seinen Mönchen gefragt, ob die Askese der ändern Sekten, die sie immer beobachten, einen Zweck habe. Der Meister verneint dies auf das entschiedenste]

Ein Hase hört einmal ein Geräusch und meint, die Welt gehe unter. Er verkündigt dies den anderen Tieren, die auch alle in Furcht geraten. Ein Löwe geht der Sache nach und findet, daß die Angst der Tiere ganz unbegründet ist. Er teilt dies den anderen mit und ihre Furcht hat ein Ende.

 

323. Die Erzählung von Brahmadatta  (Brahmadatta-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 253 (die Mönche sollen nicht so viel betteln)]

Ein Asket, der bei einem König die Regenzeit verbrachte, möchte wieder in seine Einsamkeit zurückkehren; doch getraut er sich nicht den König um die zur Reise nötigen Dinge zu bitten, weil er meint, dieser könne ihm die Bitte verargen. So vergehen mit diesem Zögern zwölf Jahre. Endlich bewegt ihn der König doch seine Bitte auszusprechen und nun kehrt der Asket in die Einsamkeit zurück.

 

324. Die Erzählung von dem Mann mit dem Fellgewand  (Cammasataka-Jātaka).

[Ein in ein Fell gekleideter Asket nimmt sich vor einem Widder nicht in acht und wird durch seinen Stoß verwundet. Buddha rügt diese Unvorsichtigkeit]

Ein Asket meint trotz der Warnung eines Weisen, ein Widder, der ihm begegnet, wolle ihm Ehrung erweisen. Der Widder aber bringt ihn durch seinen Stoß zu Fall und der Asket wird schwer verletzt.

 

325. Die Erzählung von der Rieseneidechse  (Godha-Jātaka).

[Beziehung auf einen heuchlerischen Mönch]

Ein Asket will eine Rieseneidechse, die ihn öfters aufsucht um seinen Worten zu lauschen, töten und ihr Fleisch verzehren. Doch die Eidechse merkt sein Vorhaben und entgeht mit List seinem Anschlag.

 

326. Die Erzählung von  der Kakkaru-Blume  (Kakkaru-Jātaka).

[Dem Devadatta sind durch Sāriputta und Mogallāna seine Schüler weggeführt worden und er ist deshalb totkrank geworden. Der Meister erklärt dies als die Strafe für seine vielen Unwahrheiten]

Ein Priester erhält, weil er sich Tugenden beilegt, die er in Wirklichkeit nicht besitzt, vier Kränze göttlicher Blumen. Diese drücken aber so schwer auf sein Haupt, daß er gern alles tut um die Blumen wieder los zu werden.

 

327. Die Erzählung von Kakati  (Kakati-Jātaka).

[Ein Mönch ist infolge sinnlicher Begierde mit dem Ordensleben unzufrieden geworden und wird vom Meister auf den rechten Weg zurückgeführt]

Ein Supanna - König entführt die Frau eines irdischen Königs. Als aber einer von dessen Dienern ihren Aufenthaltsort auskundschaftet und die Königin ihrem Entführer untreu wird, bringt sie dieser zu ihrem Gatten zurück.

 

328. Die Erzählung von dem nicht zu Betrauernden  (Ananusociya-Jātaka.)

[Ein Mann verliert seine Gattin und verzehrt sich in Schmerz darüber. Der Meister sucht ihn auf und nimmt ihm durch seine Ermahnungen seinen Gram]

Ein junger Mann wird mit einem Mädchen verheiratet, obwohl sie beide lieber die Welt verlassen würden. Nach dem Tode der Eltern werden beide miteinander Asketen. Als der Mann einmal Almosen sammelt, stirbt die Frau. Eine Menge Leute versammelt sich und bejammert den Tod der Schönen. Doch ihr Mann erklärt, warum gerade bei ihr kein Anlaß zur Trauer sei.

 

329. Die Erzählung von Kalabahu  (Kalabahu-Jātaka).

[Als die Anschläge des Devadatta auf Buddha bekannt wurden, verliert er bei den Leuten die Achtung, die er bisher genossen. Buddha führt dafür noch ein anderes Beispiel an]

Zwei gefangene Papageien werden von einem König in großen Ehren gehalten. Doch hat dies ein Ende, als ein Affe die Gunst des Königs gewinnt. Den betrübten jüngeren Papagei tröstet der ältere, die Sache werde sich bald wieder andern. Und wirklich verscherzt sich der Affe durch seine Unarten bald wieder die Liebe des Königs.

 

330. Die Erzählung von der Tugenduntersuchung (Silavimamsa-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 86]

Im ersten Teil stimmt die Erzählung genau mit dem Jātaka 86 überein. Als nun der Hauspriester die Stadt verläßt um Asket zu werden, bemerkt er unterwegs noch drei Vorgänge, die ihn erst recht veranlassen den Lüsten zu entsagen und nur der Meditation zu leben.

 

331. Die Erzählung von Kokālika  (Kokālika-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 481; vgl. auch zu Jātaka  172 und 215]

Eine Krähe brütet ein Kuckucksei aus und meint, das ausschlüpfende Junge sei von ihr. Als sich dies aber durch seinen Schrei verrät, wird es von der Krähe getötet. Diesen Vorgang bemerkt ein Weiser und nimmt daraus Veranlassung, den auch anwesenden König über die bösen Folgen der Geschwätzigkeit aufzuklären.

 

332. Die Erzählung von der Wagenpeitsche  (Rathalatthi-Jātaka).

[ Priester schleudert im Zorne auf einen Fuhrmann seinen Peitschenstock, wird aber durch den zurückprallenden selbst getroffen. Die Untersuchung ergibt seine Schuld. Dies gibt im Kloster Anlaß zu einer Erörterung]

Ein Priester schleudert im Zorn auf einen Fuhrmann seinen Peitschenstock; doch dieser prallt zurück und verwundet den Priester. Auf dessen Klage will der König jenen bestrafen; doch mahnt
ihn ein weiser Ratgeber die Sache gerecht und genau zu untersuchen, worauf sich die Unschuld des Fuhrmanns herausstellt.

 

333. Die Erzählung von der Rieseneidechse  (Godha-Jātaka).

[Ein Mann, der mit seiner Frau reist, erhält eine gebratene Eidechse und verzehrt sie allein unter einem durchsichtigen Vorwande. Als seine Frau dem Meister dies erzählt, tadelt dieser den Mann]

Ein verbannter Prinz erhält eine gebratene Eidechse. Er schickt seine Frau fort, verzehrt den Braten selbst und erklärt seiner Frau bei ihrer Rückkehr, die Eidechse sei davongelaufen. Nachdem er den Thron bestiegen, bleibt er seiner Gattin gegenüber so geizig wie zuvor. Sie teilt ihren Kummer einem Weisen mit, der dann den König auf sein Unrecht aufmerksam macht und ihn bekehrt.

 

334. Die Erzählung von der Königsermahnung  (Rajovada-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 521]

Ein König erfährt, daß nur infolge seiner Gerechtigkeit die Früchte in seinem Lande süß sind. Er macht durch Ungerechtigkeit die Gegenprobe und kehrt dann zur früheren Gerechtigkeit zurück.

 

335. Die Erzählung von dem Schakal  (Jambuka-Jātaka).

[Devadatta hat den Meister nachgeahmt und ist dadurch in Unglück gestürzt. Buddha erzählt dazu ein ähnliches Ereignis aus der Vergangenheit]

Ein Schakal darf an den Mahlzeiten eines Löwen teilnehmen. Dadurch wächst sein Mut und er zieht trotz der Warnung des Löwen aus um selbst einen Elefanten zu erlegen. Doch der Elefant tötet ihn mit leichter Mühe.

 

336. Die Erzählung von dem großen Chatta  (Brahachatta-Jātaka).

[Beziehung auf einen heuchlerischen Mönch]

Ein König wird von einem andern vertrieben. Sein Sohn flüchtet und schließt sich einer Schar von Asketen an, die er veranlaßt nach dem Lande des Thronräubers zu ziehen. Nachdem er hier das Vertrauen des Königs gewonnen, läßt er die Asketen die früher seinem Vater gehörigen Schätze bei ihrem Wegzuge mitnehmen und «teilt damit seine frühere Macht wieder her. Der andre König aber wird halb von Sinnen durch den Verlust der Schätze; doch wird er von einem Weisen getröstet.

 

337. Die Erzählung von dem Stuhl   (Pitha-Jātaka).

[Ein fremder Mönch kommt zu früh an die Türe der zwei größten Wohltäter des Ordens und geht deshalb leer aus. Als er über die beiden Familien schilt, belehrt ihn der Meister, daß er selbst die Schuld trage]

Ein Asket wird zuerst im Hause eines Reichen nicht beachtet; als dieser aber selbst kommt, entschuldigt er sich sehr und holt das Versäumte reichlich nach.

 

338. Die Erzählung von der Hülse   (Thusa-Jātaka).

[Während die Gattin des Königs Bimbisara, des Gönners Buddhas, schwanger ist, bekommt sie ein Gelüste, aus dem man schließt, daß das erwartete Kind seinem Vater nach dem Leben trachten wird. Die Königin versucht es vorzeitig abzutreiben; doch hält sie ihr Gatte davon zurück, indem er sagt, es möge nur alles so kommen, wie es bestimmt sei. Diese Lässigkeit tadelt der Meister, indem er dem König eine ähnliche Geschichte erzählt; der König aber bleibt in seinem Entschluß fest]

Ein Prinz erlernt vier Verse, die er nach seiner Thronbesteigung bei einer bestimmten Gelegenheit hersagen soll. Dadurch entgeht er ohne es zu wissen mehrere Male den Mordanschlägen seines Sohnes, bis dieser sich beim vierten Male selbst verrät und von seinem Vater bestraft wird.

 

339. Die Erzählung von Baveru  (Baveru-Jātaka).

[Buddha führt aus, wie in den verschiedenen Gebieten die Ehrung der weniger Guten aufhört, sobald die Besseren erscheinen]

Eine Krähe kommt mit Schiffern nach dem Lande Bäveru und wird dort in großen Ehren gehalten. Als aber kurz darauf die Bewohner einen Pfau erhalten, ist es mit der Auszeichnung der Krähe zu Ende.

 

340. Die Erzählung von Visayha  (Visayha-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 40]

Ein reicher Mann spendet außerordentlich viele Almosen. Um ihn davon abzuhalten läßt Gott Indra seinen ganzen Reichtum verschwinden. Da mäht jener Gras, verkauft es und schenkt den Preis her, bis er infolge von Hunger bewußtlos zusammenstürzt. Nachdem sich der Gott vergewissert, daß jener dies nicht getan um ihn aus seiner göttlichen Würde zu verdrängen, heilt er ihn und gibt ihm seinen Reichtum wieder.

 

341. Die Erzählung von Kandari  (Kandari-Jātaka).

[Zitat aus dem Jātaka 536]

Eine Verweisung auf das Jātaka 536.

 

342. Die Erzählung von dem Affen   (Vanara-Jātaka).

[Beziehung auf den Mordversuch des Devadatta]

Ein Krokodil will  seiner Frau   das  Herz  eines Affen bringen und betört deshalb diesen sich auf seinen Rücken zu setzen. Als aber der Affe merkt, was das Krokodil beabsichtigt, gelingt es ihm das dumme Tier durch eine List zu täuschen. (Vgl. Jātaka 208.)

 

343. Die Erzählung von dem Reiher  (Kuntani-Jātaka).

[Ein Reiher, dessen Jungen von den Söhnen des Königs getötet wurden, wirft diese in den Tigerkäfig, so daß sie zugrundegehen. Darauf fliegt der Reiher davon]

Die Jungen eines Reihers, der beim König viel gilt, werden von den Söhnen des Königs getötet. Dafür rächt sich der Reiher, indem er die Prinzen von einem Tiger fressen läßt. Trotzdem versucht der König den Reiher bei sich zu behalten, aber dieser weigert sich dessen und fliegt davon.

 

344. Die Erzählung von dem Mangodieb  (Ambacora-Jātaka).

[Ein alter Asket, dem seine Mangofrüchte gestohlen wurden, beschuldigt einige Mädchen, die zufällig dorthin gekommen sind, des Diebstahls und nötigt sie zu einem Eid, daß sie es nicht getan
haben. Der Meister tadelt dieses ungerechte Vorgehen]

Ein Asket bewacht scharf einige Mangobäume und läßt mehrere Jünglinge, die er im Verdacht hat, daß sie von den Früchten genommen haben, schwere Eide schwören, daß sie es nicht getan. Gott Indra straft ihn dafür.

 

345. Die Erzählung von der Schildkröte  (Gajakumbha-Jātaka).

[Ein Mönch, der sehr der Trägheit ergeben ist, wird vom Meister darob getadelt]

Ein Weiser sucht nach einem Mittel um seinen König von der Trägheit zu heilen. Da sieht er eine langsame Schildkröte, die ihm zugestehen muß, daß sie im Falle eines Brandes verloren ist. Der König sieht dadurch seinen Fehler ein und bessert sich.

 

346. Die Erzählung von Kesava  (Kesava-Jātaka).

[Der König von Kosala will nach dem Beispiele anderer Wohltäter den Mönchen täglich in seinem Hause das Mahl spenden. Da die damit betrauten Beamten dies Geschäft mit Unlust verrichten, verlassen die Mönche wieder das Haus. Der darob erstaunte König wird hierauf vom Meister belehrt, daß es mehr auf die Gesinnung des Gebers als auf die Größe der Gabe ankomme]

Ein alter Asket wird vom König veranlaßt bei ihm zu bleiben und seine Schüler allein in die Einsamkeit zurückkehren zu lassen. Vor Sehnsucht danach aber wird der Alte krank und nichts vermag ihn zu heilen. Da läßt er sich zu seinen Schülern zurückbringen und erlangt hier sogleich seine Gesundheit wieder.

 

347. Die Erzählung von dem eisernen Schmiedehammer  (Ayakuta-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 469]

Ein weiser König hat die Tieropfer verboten. Deshalb wird ein Dämon ausgeschickt um ihn im Schlafe zu töten. Gott Indra aber beschützt ihn, so daß der Dämon unverrichteter Dinge wieder abziehen muß.

 

348. Die  Erzählung von  dem Walde  (Aranna-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 477 (Verlockung eines Mönches durch ein Mädchen)]

Der Sohn eines Asketen wird in Abwesenheit seines Vaters von einem Mädchen verlockt mit ihm in die Welt zurückzukehren. Er fragt zuvor noch seinen Vater, wem er sich dort anschließen solle, und erhält eine Antwort, aus der er ersieht, daß er dort keinen bessern Freund findet als seinen Vater. Darum beschließt er bei ihm zu bleiben.

 

349. Die Erzählung von dem Freundschaftsbrecher  (Sandhibheda-Jātaka).

[Einige böse Mönche suchen diejenigen, die sich etwas entzweit haben, durch Verleumdungen noch mehr auseinanderzubringen. Der Meister tadelt scharf ein solches Vorgehen]

Ein Löwe und ein Stier leben zusammen in enger Freundschaft. Diese wird aber durch die Verleumdungen eines Schakals zerstört, worauf die beiden starken Tiere sich gegenseitig töten. Ein weiser König, der dazu kommt, macht treffende Bemerkungen über den Fall.

 

350. Die Erzählung von der Frage der Gottheit  (Devatapanha-Jātaka).

[Ein Zitat aus dem Jātaka 546]

Eine Verweisung auf das Jātaka 546.

 

Fünftes Buch

 

351. Die Erzählung von dem Juwelenohrring  (Manikundala-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 252 und 303]

Dieselbe Geschichte wie im Jātaka 252 und 303, nur mit anderen Strophen.

 

352. Die Erzählung von Sujata  (Sujata-Jātaka).

[Ein Jüngling, der sich der Trauer über den Verlust seines Vaters zu sehr hingibt, wird durch den Meister von seinem Schmerze befreit]

Ein alter Mann gibt sich zu sehr dem Schmerze hin. Um ihn davon zu heilen zeigt sein Sohn Trauer über ein totes Rind; und als sein Vater ihn darum für verrückt hält, beweist ihm der Sohn, daß beim einen so wenig wie beim andern Grund zur Klage sei.

 

353. Die Erzählung von dem Zweiggeflecht  (Dhonasakha-Jātaka).

[Ein Prinz läßt seinem Baumeister, der ihm einen herrlichen Palast erbaut, die Augen ausstechen, damit er nicht für einen ändern etwas ebenso Schönes schaffen könne. Buddha rügt diese Rohheit mit Verweisung auf einen ähnlichen Fall, der allerdings in Wirklichkeit ganz anders liegt]

Ein König läßt sich trotz der Ermahnung seines Lehrers von seinem Hauspriester zum Kriege gegen die anderen Fürsten bewegen. Als er eine Stadt nicht einnehmen kann, läßt er alle gefangenen Könige töten um durch dies Opfer eine Gottheit sich gnädig zu stimmen. Zur Strafe für diese Grausamkeit aber wird er seiner beiden Augen beraubt und muß elend sterben.

 

354. Die Erzählung von der Schlange  (Uraga-Jātaka).

[Ein übermäßig betrübter Mann wird von dem Meister durch Hinweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen geheilt]

Die Familie eines weisen Mannes lebt in völliger Eintracht. Da wird  der Sohn von einer Schlange gebissen und stirbt. Doch alle seine Verwandten und auch die Magd bezeigen darüber keinen großen Schmerz. Um sie auf die Probe zu stellen sagt ihnen Gott Indra, sie hätten den Toten wohl nicht geliebt. Doch die Leute erklären ihm einzeln, daß Trauer keinen rechten Zweck habe, weil der Tote doch nichts davon merken könne.

 

355. Die Erzählung von Ghata  (Ghata-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 252; nur gelangt hier der mit Unrecht verdächtigte Minister während seiner Haft zur Bekehrung]

Auch diese Erzählung stimmt wie das Jātaka 351 im wesentlichen mit dem Jātaka 303 überein; nur ist hier der Inhalt der Strophen der, daß der Gefangene erklärt, warum er keinen Grund zur Trauer habe.

 

356. Die Erzählung von Karandiya  (Karandiya-Jātaka).

[Sāriputta gibt oft unwürdigen Leuten Vorschriften, die sie doch nicht halten. Der Meister weist die Nutzlosigkeit dieses Gebarens an einem Beispiel nach]

Ein Brahmane pflegt den Leuten auch gegen ihren Willen Ermahnungen zu geben, die sie dann doch nicht befolgen. Um ihn davon abzubringen beginnt einer seiner Schüler ein ganz unnützes Tun und erklärt dem Lehrer auf seine Frage, daß dies gerade so viel Zweck habe wie das seine.

 

357. Die Erzählung von der Wachtel  (Latukika-Jātaka).

[Beziehung auf die schon oft betätigte Mitleidlosigkeit des Devadatta]

Eine Wachtel bittet einen bösen Elefanten, er möge doch ihre Jungen schonen. Er aber zertritt sie mit seinem Fuße. Darauf rächt sich die Wachtel an ihm, indem sie sich mit anderen kleinen Tieren verbündet und so den Tod des Riesen herbeiführt.

 

358. Die kleine Erzählung von Dhammapala  (Culladhammapala-Jātaka).

[Nachdem zuerst die verschiedenen Mordversuche Devadattas gegen Buddha auch aus den früheren Existenzen angeführt sind, erzählt der Meister ein weiteres Beispiel davon]

Ein König ist erzürnt, weil seine Gemahlin so sehr mit ihrem kleinen Sohn beschäftigt ist, daß sie ihn nicht sogleich beachtet. Er läßt deshalb, obwohl die Königin die ganze Schuld auf sich nimmt, den jungen Prinzen auf das grausamste verstümmeln und töten. Seiner Gattin bricht dabei das Herz; der unmenschliche König aber wird sogleich von der Hölle verschlungen.

 

359. Die Erzählung von der Goldantilope  (Suvannamiga-Jātaka).

[Ein gläubiges Mädchen wird an einen ungläubigen Jüngling verheiratet, wobei dessen Verwandte zusichern müssen, daß es seinem Glauben ungehindert nachgehen darf. Durch Klugheit bringt sodann die junge Frau ihren Gatten dazu auch bei Buddha die wahre Lehre zu hören und veranlaßt ihn zum Schlusse, daß er sie in den Nonnenorden eintreten läßt und selbst Mönch wird. Der Meister aber lobt sehr ihr Tun]

Ein Antilopenmännchen fängt sich in einer Schlinge, die ihm der Jäger gelegt. Da es sich nicht befreien kann, bittet sein Weibchen den Jäger, er möge doch es töten und nicht das Männchen. Gerührt über diese Treue läßt der Jäger das gefangene Tier los, das ihm dafür einen Schatz zeigt.

 

360. Die Erzählung von Sussondi   (Sussondi-Jātaka).

[Ein Mönch wird durch den Anblick eines Weibes unzufrieden mit dem Ordensleben; doch bringt ihn der Meister wieder auf den rechten Weg]

Ein Supannakönig verliebt sich in eine irdische Königin und entführt sie (vgl. Jātaka 327). Ein Musiker ihres Gatten findet durch Zufall den Ort, an dem sie sich aufhält; er vergeht sich mit ihr und kehrt dann zu seinem König zurück. Darauf zeigt er dem Supannakönig, daß er den Aufenthaltsort seiner Geliebten kenne, worauf sie dieser ihrem Gatten zurückgibt.

 

361. Die Erzählung von der Schönheit und dem hohen Wuchse (Vannaroha-Jātaka).

[Ein Mann versucht Sāriputta und Mogallāna durch Verleumdung zu entzweien. Da aber die beiden ihm nicht glauben, sondern sich offen darüber aussprechen, mißlingt sein Plan]

Ein Schakal möchte einen Löwen und einen Tiger, die miteinander befreundet sind, entzweien um ihr Fleisch verzehren zu können. Doch die beiden fragen einander, ob der Schakal mit seinen Verleumdungen recht habe, und bleiben dadurch in Eintracht zusammen.

 

362. Die Erzählung von der Tugenduntersuchung (Silavimamsa-Jātaka).

[Ein vom König bevorzugter Brahmane nimmt um herauszubringen, ob er wegen seiner Weisheit oder seiner Tugend geehrt wird, dem Könige einige Geldstücke weg. Als er deshalb gefangen genommen wird, sieht er ein, daß die Tugend den Vorrang vor der Weisheit verdient; er verläßt den König und wird im Orden Buddhas Mönch]

Die Erzählung gleicht fast völlig der des Jātaka 86, 295 und 330; nur die Strophen sind anders.

 

363. Die Erzählung von der Scham (Hiri-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 90]

Ähnlich wie im Jātaka 90 wird ausgeführt, daß nur der auf Gegendienste rechnen darf, der selbst auch andern Dienste erweist.

 

364. Die Erzählung von dem Leuchtkäfer  (Khajjopanaka-Jātaka).

[Ein Zitat aus dem Jātaka 546]

Eine Verweisung auf das Jātaka 546.

 

365. Die Erzählung von dem Schlangenbeschwörer  (Ahigundika-Jātaka).

[Ähnlich wie im Jātaka 249 wird erzählt, wie ein alter Mönch einen Novizen, der ihm dient, immer plagt, dann aber doch versucht ihn in den Orden zurückzubringen. Der Meister tadelt dies Benehmen des Alten]

Ein Schlangenbeschwörer behandelt einen gezähmten Affen sehr schlecht, worauf dieser davon läuft und trotz seiner Bitten nicht zu ihm zurückkehrt.

 

366. Die Erzählung von Gumbiya  (Gumbiya-Jātaka).

[Ein Mönch, der durch den Anblick eines Weibes unzufrieden mit dem Ordensleben geworden ist, wird von Buddha auf den rechten Weg zurückgebracht]

Ein Dämon legt vergiftete Honigkörner auf die Straße um die Leichen der dadurch Getöteten verzehren zu können. Ein weiser Karawanenführer aber warnt seine Leute vor dem Genusse und kommt so unversehrt davon.

 

367. Die Erzählung von dem Igel  (Salya-Jātaka).

[Beziehung auf Devadattas Versuche gegen Buddha]

Ein armer Arzt, der etwas verdienen möchte, veranlaßt einen Knaben nach einer Giftschlange zu greifen. Doch schleudert dieser die Schlange rasch von sich und der Arzt wird selbst von ihr gebissen.

 

368. Die Erzählung von den Bambusstäben  (Tacasara-Jātaka).

[Anführung eines Beispiels für Buddhas große Klugheit auch in früheren Existenzen]

Eine Fortsetzung zum vorigen Jātaka. Nachdem nämlich die Schlange den Arzt getötet, wird jener Knabe als sein Mörder zum König gebracht, den er aber durch seine klugen Worte veranlaßt ihn als nicht schuldig wieder freizulassen.

 

369. Die Erzählung von Mittavinda  (Mittavinda-Jātaka).

[Beziehung auf das Jātaka 439, bzw. 41, 82 und 104]

Eine weitere Episode der im Jātaka 41 geschilderten Geschichte von Mittavinda. Hier geht dieser aus Neugierde in eine der Höllen hinein, wo er dann schrecklich gepeinigt wird.

 

370. Die Erzählung von dem Palasabaum  (Palasa-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 459]

Ein Schwan mahnt eine Baumgottheit, den Ableger eines andern Baumes zu vernichten, weil dieser sonst ihren eigenen Baum vernichten werde. Die Gottheit hört nicht auf die Warnung und muß später ihre Unachtsamkeit mit dem Verluste ihres Wohnsitzes büßen.

 

371. Die Erzählung von Dighiti, dem König von Kosala  (Dighitikosala-Jātaka).

[Der Meister ermahnt einige Mönche, die miteinander in Streit geraten sind, zur Einigkeit unter Berufung auf ein Ereignis der Vergangenheit]

Für den ersten Teil wird auf das Jātaka 428 verwiesen. Als nun der Prinz den König, der ihm sein Erbe geraubt, in seine Hand bekommen hat und ihn töten will, erinnert er sich an die Ermahnung seiner Eltern und verschont ihn, worauf ihn dieser wieder in sein Reich einsetzt.

 

372. Die Erzählung von der jungen Gazelle  (Migapotaka-Jātaka).

[Ein Mönch betrübt sich allzusehr über den Tod eines Novizen, den er geliebt. Buddha erklärt, daß dieser sich auch früher schon so verhalten]

Ein Asket hat eine junge Gazelle bei sich, die er liebt wie einen Sohn. Als sie stirbt, wird er von übermäßiger Trauer erfüllt. Doch Gott Indra zeigt ihm, wie unrecht er tut einem Geschöpf so nachzuweinen.

 

373. Die Erzählung von der Maus   (Musika-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 338]

In ähnlicher Weise wie im Jātaka 338 wird erzählt, wie ein König durch das Hersagen bestimmter Verse, die er bei seinem Lehrer erlernt hatte, in seinem Sohne, der ihm nach dem Leben trachtet, die Meinung erweckt, er wisse um seine Anschläge, und ihn so zum Bekenntnis seiner Schuld veranlaßt.

 

374. Die Erzählung von dem kleinen Bogenschützen  (Culladhanuggaha-Jātaka).

[Ein Mönch, der durch den Anblick einer Frau die Lust am Ordensleben verliert, wird durch Buddha auf den rechten Weg zurückgebracht]

Ein junger Brahmane, der sich gut auf die Kunst des Bogenschießens versteht, erlegt zuerst einen Elefanten und kommt dann in einen Kampf mit fünfzig Räubern, die er alle tötet mit Ausnahme des Räuberhauptmanns, da er für diesen keinen Pfeil mehr hat. Als seine Frau jedoch sein Schwert holt, damit er auch den Hauptmann töten  kann, gibt sie diesem das Schwert in die Hand, der nun  seinerseits den Bogenschützen tötet, worauf  er mit dessen Frau weiter zieht. Doch findet er bald Gelegenheit sie zu verlassen, weil er ihr nicht traut. Gott Sakka benutzt hierauf die Gelegenheit ihr  am Beispiel von Tieren zu zeigen, wie böse und töricht es sei das Sichere um des Ungewissen willen aufzugeben.

 

375. Die Erzählung von der Taube  (Kapota-Jātaka).

[Ein gieriger Mönch wird von dem Meister unter Hinweis auf ein früheres Ereignis gewarnt]

Mit einer Taube, die bei  einem Koch wohnt, freundet sich eine Krähe an um dadurch bessere Gelegenheit zum Stehlen zu erhalten. Doch wird sie bei ihrem Versuche ertappt und muß sterben.

 

Sechstes Buch

 

376. Die Erzählung von Avariya  (Avariya-Jātaka).

[Ein Mönch wird von einem Schiffer nur unwillig übergesetzt; dieser läßt ihn an einer falschen Stelle landen und macht sein Gewand naß. Als dies der Mönch dem Meister erzählt, erklärt dieser, daß auch früher schon der Fährmann sich ebenso unhöflich benommen habe]

Ein Asket weilt zwölf Jahre bei einem König, der ihn hoch ehrt. Als er dann wieder in die Einsamkeit zurückkehrt, gibt er einem Schiffer als Lohn für das Übersetzen die gute Lehre sich immer vorher den Lohn für die Überfahrt zahlen zu lassen. Damit nicht zufrieden schlägt ihn der Schiffer. Seine Gattin will ihn zurückhalten, wird aber auch von ihm geschlagen; dabei entfällt der Schwangeren ihre Leibesfrucht, worauf der Schiffer die gebührende Strafe erhält.

 

377. Die Erzählung von Setaketu  (Setaketu-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 487]

Ein Brahmanenjüngling, der mit einem Manne der niedersten Kaste zusammentrifft, behandelt diesen verächtlich. Dafür demütigt ihn dieser, weil er ihm eine Frage nicht beantworten kann. Als der Jüngling sich darüber beklagt, sagt ihm sein Lehrer, es sei ihm nur recht geschehen. Später wird der Jüngling das Haupt einer Asketen schar und bestimmt diese dazu sich durch möglichst strenges Leben die Gunst des Königs zu er werben. Anfangs gelingt dies auch; doch wird der König bald von seinem Hauspriester über den Unwert der Askese aufgeklärt und dieser veranlaßt die Asketen in den Laienstand zurückzukehren.

 

378. Die Erzählung von Darimukha  (Darimukha-Jātaka).

[Beziehung auf die Weltentsagung Buddhas]

Ein Prinz, der sich auf der Heimreise befindet, gelangt auf wunderbare Weise zu einem Thron. Sein Freund verläßt ihn und wird Asket. Nach fünfzig Jahren kommt er wieder zu seinem Freunde, der ihn schon lange hatte suchen lassen. Durch die Ermahnungen des Asketen läßt sich endlich der König bewegen, für den Rest seines Lebens gleichfalls die Welt zu verlassen und als Einsiedler zu leben.

 

379. Die Erzählung vom Neru-Berge  (Neru-Jātaka).

[Ein Mönch, der sich für einige Zeit auf das Land zurückgezogen hat, wird anfangs von den Bewohnern liebevoll gepflegt. Dann aber lassen sie sich von Andersgläubigen betören und vernachlässigen ihn. Als er dies später dem Meister klagt, sagt ihm dieser, dies sei auch früher schon so gewesen]

Zwei Schwäne sehen einen Berg, durch dessen Glanz alle Tiere ein gleichmäßig schönes  Aussehen haben. Dies halten die Schwäne nicht für gerecht und fliegen davon.

 

380. Die Erzählung von Asamka  (Asamka-Jātaka)

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 423 (Verlockung durch die frühere Frau)]

Ein Asket findet in einer Lotusblume ein schönes kleinen Mädchen und zieht es auf. Durch Gott Indra wird es mit allem Prunke ausgestattet. Als der König des Landes davon hört, kommt er herbei und will sie als seine Frau mit sich nehmen; doch erlaubt dies ihr Pflegevater nur unter der Bedingung, daß er zuvor den Namen des Mädchens errate. Damit vergehen mehrere Jahre. Wiederholt will der König, überzeugt von der Fruchtlosigkeit seiner Bemühungen, von dannen ziehen; aber immer wieder hält ihn die Schöne durch geistreiche Gespräche zurück, bis er endlich durch Zufall auf ihren Namen kommt und sein Ziel erreicht hat.

 

381. Die  Erzählung von Migalopa  (Migalopa-Jātaka).

[Der Meister warnt einen ungehorsamen Mönch durch Erzählung eines Beispiels vor den Folgen des Ungehorsams]

Ein alter Geier warnt seinen Sohn, er solle nicht zu hoch fliegen, weil er sonst verloren sei, und gibt ihm auch eine Grenze für die erlaubte Höhe an. Der Sohn aber richtet sich nicht danach und kommt elend um.

 

382. Die Erzählung von Siri und Kalakanni  (Sirikalakanni-Jātaka).

[Der große Wohltäter Anāthapindika wird wegen seiner eigenen Güte und der seiner Umgebung gepriesen]

Zwei Göttertöchter geraten wegen einer Kleinigkeit in Streit miteinander, welcher von ihnen der Vorrang gebühre. Ihre Väter wollen die Sache nicht entscheiden und schicken sie zu Gott Indra, der es aber auch ablehnt ein Urteil zu fällen. Auf Indras Rat gehen sie darauf zu einem weisen Kaufmann. Dieser fragt sie, welche Eigenschaften ihr künftiger Gatte besitzen soll, und bestimmt aus den Antworten der beiden, wer die bessere ist und darum den Vorrang verdient.

 

383. Die Erzählung von dem Hahn  (Kukkuta-Jātaka).

[Ein unzufriedener Mönch wird vom Meister durch die Schilderung der Falschheit der Weiber auf den rechten Weg zurückgebracht]

Eine Katze möchte einen schlauen Hahn, der ihren Nachstellungen immer noch entgangen, in ihre Gewalt bekommen und sagt ihm, sie wolle seine Frau werden; doch der Hahn zeigt ihr, dass er ihre Absicht durchschaut.

 

384. Die Erzählung von der Tugendflagge  (Dhammaddhaja-Jātaka).

[Beziehung auf einen heuchlerischen Mönch]

Eine Krähe stellt sich heilig um dadurch Gelegenheit zu erhalten die Eier und die Jungen der anderen Vögel zu verzehren. Eine Zeit lang gelingt ihr dies; dann aber wird sie entlarvt und muß ihr Vergehen mit dem Tode büßen.

 

385. Die Erzählung von der Nandiya-Gazelle  (Nandiyamiga-Jātaka).

[Ein Mönch, der seine Mutter ernährt, wird vom Meister darüber belobt]

Die Bewohner einer Stadt richten, um ungestört an ihrer Arbeit bleiben zu können, für den König einen Wildpark her. Dabei bewirkt eine Gazelle durch List, daß ihre Eltern verschont bleiben und sie allein mit den anderen in den abgegrenzten Raum kommt. Die Eltern lassen sie später auffordern zu entfliehen; aber sie will das Los der anderen teilen. Als nun die Reihe an sie kommt vom Könige erlegt zu werden, bewegt sie diesen nicht nur sie zu verschonen, sondern auch allen anderen Tieren das Leben zu schenken. Dann kehrt sie zu ihren Eltern zurück.

 

386. Die Erzählung von dem Eselssohn  (Kharaputta-Jātaka).

[Ein Mönch, der durch seine frühere Frau verlockt wird, wird vom Meister unter Berufung auf ein früheres Ereignis gewarnt]

Ein Nagakönig wird von einem irdischen König gerettet und stellt deshalb ein Nagamädchen zu dessen Schutze auf. Als dies der König einmal bestraft, beklagt es sich und jener soll dafür den Tod erleiden; da hören die mit der Ausführung des Urteils Betrauten den wahren Grund, warum der König so verfuhr, und stehen von der Bestrafung ab. Zur Entschädigung erhält der König einen Zauberspruch, durch den er alle Tierstimmen verstehen kann; wenn er aber sein Geheimnis an jemand verrät, ist er des Todes. Seine Gattin merkt, daß er ein Geheimnis hat, und bringt ihn endlich dazu, dalß er ihr verspricht es ihr in seinem Parke mitzuteilen. Unterwegs aber zeigt ihm Sakka in Tiergestalt, welche Torheit zu begehen er im Begriffe steht, und sagt ihm ein Mittel, wie er sein Versprechen halten kann ohne sein Geheimnis zu verraten. So ist der König gerettet und bestraft seine Gattin für ihre Lieblosigkeit.

 

387. Die Erzählung von der Nadel  (Suci-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 546 (Allwissenheit Buddhas)]

Um die schöne Tochter des Ältesten der Schmiedezunft für sich zu gewinnen verfertigt ein junger Schmied mehrere Nadeln, von denen jede nur die Hülse für die nächste ist, und erringt durch dies Meisterstück die Geliebte.

 

388. Die Erzählung von Tundila  (Tundila-Jātaka).

[Buddha erfährt, daß ein Mönch von starker Todes furcht erfüllt ist. Durch die Erzählung einer ähnlichen Geschichte aus der Vergangenheit bewirkt er die Bekehrung des Mönches]

Eine alte Frau zieht zwei junge Schweine auf, als wären sie ihre eigenen Kinder. Endlich wird sie doch einmal durch Branntwein dazu gebracht, daß sie bereit ist eines zum Schlachten herzugeben. Als das jüngere Schwein in Todesangst wegen der getroffenen Vorbereitungen zittert, mahnt es sein älterer Bruder zur Ruhe und erklärt ihm zugleich, daß für den Weisen der Tod das allein Erstrebenswerte sei. Währenddessen kommen der König und viele andere Leute hinzu, die von der Weisheit des älteren Schweines sehr begeistert sind; ja es wird vom König an Sohnes statt angenommen und verkündigt auch späterhin die Wahrheit.

 

389. Die Erzählung von dem goldenen Krebs  (Suvannakakkata-Jātaka).

[Es wird Bezug genommen auf die (erst in der spätem Tradition vorhandene) Erzählung, wie Buddhas treuer Diener Ānanda für seinen Meister das Leben aufopfern wollte. Wie Buddha erklärt, tat dies Ānanda auch schon in früheren Existenzen]

Ein Landmann spielt während seiner Arbeit mit einem Krebs und wird dadurch mit ihm vertraut. Darauf veranlaßt eine Krähe, die die Augen des Landmannes verzehren möchte, eine Giftschlange diesen durch ihren Biß zu töten. Als aber die Krähe kommt um ihm die Augen auszuhacken, faßt sie der Krebs, den jener auf der Brust getragen, mit seinen Scheren und ebenso auch die Schlange. Diese verspricht ihm, wenn er sie loslasse, das Gift aus dem Manne wieder herauszuholen, worauf der Krebs sie etwas leichter faßt. Als jedoch das Gift herausgesogen ist, tötet der Krebs doch die beiden bösen Tiere; der Mann aber wird wieder gesund.

 

390. Die Erzählung von Mayhaka  (Mayhaka-Jātaka).

[Ein fremder Kaufmann, der durch seinen über großen Geiz sich großen Reichtum erworben hatte, stirbt zu Savatthi und sein ganzes Vermögen gelangt, da kein anderer Erbe da ist, in den Besitz des Königs. Diesem erzählt sodann auf seine Frage der Meister, wie es gekommen sei, daß der Reiche solche Schätze erhalten und doch keinen Sohn bekommen habe, der sie hätte erben können]

Es sind hier zwei Erzählungen vereinigt, die auf den Inhalt der Vorerzählung Bezug nehmen. Zuerst wird geschildert, wie ein Reicher unzufrieden damit war, daß ein Asket in seinem Hause so vorzügliche Speise erhalten; dann kommt die zweite, eigentliche Erzählung aus der Vergangenheit. Ein reicher Mann übergibt seinen Sohn und die Verwaltung seines Vermögens seinem jüngern Bruder und wird Asket. Um aber allein das Geld zu besitzen tötet der Jüngere seinen Neffen und hört auch mit dem Almosen-Spenden auf. Als dies der ältere Bruder bemerkt, kommt er herbei und beschämt den andern, wobei er die Vögel als Vergleich anführt.

 

391. Die Erzählung von der Fahnenverletzung  (Dhajavihetha-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 469]

Ein Zauberer vergeht sich jede Nacht mit der Gattin des Königs. Dieser erfährt davon und läßt ihn durch eine List ausspüren; doch er entzieht sich durch seine Zauberkraft seinen Verfolgern. Aus Zorn darüber vertreibt der König alle Asketen aus seinem Reiche. Deshalb nimmt dort die Frömmigkeit rasch ab. Um nun dem Himmel wieder Bewohner zuzuführen bezeigt Gott Sakka einem ehrwürdigen Asketen vor dem König seine Ehrfurcht und erklärt diesem, warum die Weisen solche Verehrung verdienen, zum Schlusse erfährt noch der König, daß der von ihm Gehaßte gar kein Asket war, und ruft die Vertriebenen wieder in sein Reich zurück.

 

392. Die Erzählung von der Lotusblume  (Bhisapuppha-Jātaka).

[Ein Mönch wird von einer Gottheit zurück gehalten an einer Lotosblume zu riechen; darauf erklärt ihm der Meister den Grund davon]

Ein Asket, der an einer Lotusblume riecht, wird von einer Göttin zurechtgewiesen, weil er dadurch einen Diebstahl begehe; einen Mann aber, der darauf die Lotusblume gleich selbst stiehlt, tadelt sie nicht. Auf die erstaunte Frage des Asketen erklärt sie ihm den Grund ihrer Handlungsweise.

 

393. Die Erzählung von den Speiseresten  (Vighasa-Jātaka).

[Es wird Bezug genommen auf einige leicht fertige Mönche, die durch Mogallāna in Buddhas Auftrag erschreckt wurden]

Einige Asketen, die sich zu sehr der Eßlust hingeben, werden von Gott Sakka in Gestalt eines Papageien auf die wahre Nahrung aufmerksam gemacht, wie sie sich für sie ziemt. Nach langem Widerreden erst überzeugt er sie.

 

394. Die Erzählung von der Wachtel (Vattaka-Jātaka).

[Ein gieriger Mönch wird durch Buddha von seinem Fehler geheilt]

Eine Krähe, die unzufrieden ist mit ihrer Nahrung, fragt eine Wachtel, was sie denn verzehre, daß sie so gut aussehe. Darauf belehrt sie die Wachtel, daß es nicht auf die Gattung des Essens ankomme, sondern auf die Ruhe dabei.

 

 

395. Die Erzählung von der Krähe  (Kaka-Jātaka).

[Ebenso wie im vorigen Jātaka]

Die Erzählung stimmt größtenteils mit der des Jātaka 42 und 274 überein. Als hier die Taube nach Hause kommt und die Krähe so übel zugerichtet findet, treibt sie noch ihren Spott mit ihr, da die Krähe die Wahrheit nicht gestehen will.

 

Siebentes Buch

 

396. Die Erzählung von dem Klafter  (Kukku-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 521]

Ein König, der sein Volk bedrückt, wird von einem weisen Minister durch drei Gleichnisse auf den Weg der Gerechtigkeit gewiesen; nämlich durch eine Vergleichung mit den Dachsparren am Giebel eines Hauses, mit einer Zitrone, die nur der Weise richtig genießen kann, und mit einer Lotosblume.

 

397. Die Erzählung von Manoja  (Manoja-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 26]

Ein Löwe läßt sich von einem Schakal verleiten ein Roß des Königs zu stehlen und setzt dies trotz der Warnung seines Vaters fort. Deshalb läßt ihn der König tödlich verwunden, worauf der Löwe noch nach seiner Höhle gelangt und dort tot zusammenbricht.

 

398. Die Erzählung von Sutana  (Sutana-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 540]

Ein König verfolgt eine Gazelle und verliert dabei sein Gefolge. Als er endlich das Tier eingeholt, gerät er in die Gewalt eines Dämons, dem er verspricht jeden Tag einen Mann zum Mahle zu schicken. Als er nach einiger Zeit niemand zu diesem Dienst mehr bereit findet, übernimmt ein armer, aber kluger Mann diese Aufgabe, dem es gelingt den Dämon durch eine List zu täuschen und ihn dann durch gute Worte unschädlich zu machen. Der Mann aber wird vom Könige reich belohnt.

 

399. Die Erzählung von dem Geier  (Gijjha-Jātaka).

[Beziehung auf die Erzählung von dem Mönch, der seine Mutter ernährte. (Vgl. Jātaka 385)]

Ein Geier, der für seine alten Eltern Fleisch holen will, fängt sich in einer Schlinge. Da er den ihm bevorstehenden Tod nur seiner Eltern wegen bedauert, läßt ihn der Jäger nach einigen Wechselreden frei.

 

400. Die Erzählung von der Grasblume  (Dabbhapuppha-Jātaka).

[Ein Mönch, der selbst recht ungenügsam und habsüchtig ist, predigt den auf dem Lande zerstreut wohnenden Mönchen immer die Genügsamkeit und erhält dadurch einen ganzen Wagen voll Sachen, die jene als unnötig ihm abgetreten haben. Als er dann etwas zwischen zwei Mönchen teilen soll, behält er selbst das beste davon. Buddha wird darüber in Kenntnis gesetzt und tadelt scharf das Vorgehen jenes Mönches; denn zuerst müsse jemand etwas selbst tun, bevor er ändern befehle]

Ein Schakal möchte für sein Weibchen einen Fisch fangen und weiß nicht, wie er es machen soll. Da kommen zwei Fischottern und erbeuten zusammen einen großen Fisch. Bei der Teilung kommen sie in Streit und bitten daher den Schakal die Teilung vorzunehmen. Dieser macht es so, daß die eine den Kopf erhält, die zweite den Schwanz, er selbst aber das Mittelstück. Triumphierend erzählt er zuhause seiner Gattin die gelungene List.

 

401. Die Erzählung von Dasannaka  (Dasannaka-Jātaka).

[Beziehung auf die Verlockung eines Mönches durch seine frühere Frau]

Ein Jüngling verliebt sich in die Gattin des Königs und erhält sie von diesem für sieben Tage. Am Ende dieser Zeit entflieht er mit ihr. Darüber wird der König sehr traurig. Um ihm die Grundlosigkeit seines Kummers darzutun benutzt ein weiser Minister das Auftreten eines Schwerterschluckers und beweist ihm dabei durch ein kluges Frage- und Antwortspiel, daß eine Gattin, die ihn treulos verlassen, seinen Schmerz gar nicht verdient.

 

402. Die Erzählung von dem Kuchenranzen  (Sattubhasta-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 546]

Ein alter Brahmane gibt einer Familie sein erbetteltes Geld zum Aufheben. Diese aber bringt es durch und gibt ihm ihre junge Tochter dafür. Da diese mit ihrem Buhlen allein sein will, schickt sie den Alten fort um weiteres Geld zu erbetteln und gibt ihm einen Ranzen mit, der mit Kuchen gefüllt ist. Dahinein schlüpft, ohne daß es der Alte merkt, eine Schlange. Eine Gottheit weissagt ihm nun, entweder er oder seine Frau würden heute noch sterben. Darüber ist der Alte sehr betrübt und geht so in eine Versammlung, wo ein weiser Mann predigt. Dieser fragt ihn nach dem Grunde seines Kummers und findet dann durch scharfes Nachdenken den wirklichen Sachverhalt heraus, worauf die in dem Ranzen verborgene Schlange unschädlich gemacht wird. Aus Dankbarkeit will der Alte dem Weisen sein erbetteltes Geld schenken, doch dieser gibt ihm noch anderes hinzu. Nun kehrt der Alte zu seiner Frau zurück, die rasch ihren Buhlen versteckt und mit diesem ihrem Manne sein Geld stiehlt. Als derselbe jenem Weisen sein neues Leid klagt, läßt dieser die beiden Sünder holen, die auf Drängen ihre Schuld gestehen und dafür gestraft werden.

 

403. Die Erzählung von Atthisena  (Atthisena-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka (jemand bitten zu müssen ist für beide Teile unangenehm)]

Ein König wundert sich, daß ein von ihm hochgeehrter Asket ihn nie um etwas bittet, und fordert ihn auf doch auch einen Wunsch zu äußern. Dieser aber sagt trotz des dringenden Ersuchens des Königs, er bitte um nichts; was er brauche, das wisse ein weiser Spender auch ohne Worte. Darauf kehrt er in die Einsamkeit zurück.

 

404. Die Erzählung von dem Affen  (Kapi-Jātaka).

[Beziehung auf  das Versinken Devadattas  in die Erde]

Ein Priester, den einmal ein Affe besudelt, wird von Haß gegen diese Tiere erfüllt und rät daher bei einer passenden Gelegenheit dem Könige alle Affen in seinem Garten töten zu lassen, um ihr Fett als Heilmittel gegen Brandwunden zu gebrauchen. Ein kluger Affe hat dies vorausgesehen und ist deshalb geflüchtet; die aber nicht nach seinem Worte taten, werden von den Leuten des Königs getötet.

 

405. Die Erzählung von Bakabrahma  (Bakabrahma-Jātaka).

[Ein Bewohner des Brahmahimmels hält sein gegenwärtiges Glück für ewig. Um ihn von dieser unrichtigen Ansicht abzubringen begibt sich der Meister zu ihm und überzeugt ihn durch seine Kenntnis seiner früheren Existenzen, daß die von Buddha vertretene Meinung die richtige, daß also auch ein Himmelsbewohner der Wiedergeburt unterworfen sei]

Eine eigentliche Erzählung aus der Vergangenheit fehlt; es werden nur im Kommentar mehrere kleine Geschichten als Erläuterung der Verse vorgebracht.

 

406. Die Erzählung von Gandhara  (Gandhara-Jātaka).

[Ein Mönch erringt durch ein Wunder die Zuneigung der Bevölkerung und wird reich beschenkt. Diese Gaben aber spendet er alle den anderen Mönchen, so daß diese Überfluß daran erhalten. Buddha verbietet daraufhin das Ansammeln von Vorräten für längere Zeit]

Ein König wird durch die Betrachtung einer Mondfinsternis bewogen sein Reich aufzugeben und die Welt zu verlassen. Als ein andrer König, der mit ihm befreundet ist ohne ihn jedoch persönlich zu kennen, davon erfährt, wird auch er Asket. Zufällig kommen die beiden zusammen und leben miteinander ohne zu wissen, wer der andere ist. Bei einer neuen Mondfinsternis aber erkennen sie einander und bleiben nun erst recht beisammen. Als sie nun einmal bei den Menschen sich Brot und Salz erbetteln, hebt der eine etwas davon auf für den Fall der Not. Der Ältere tadelt ihn darob; der andere widersetzt sich zuerst diesem Tadel, sieht aber dann nach längerem Wortwechsel doch ein, daß der Ältere recht hat.

 

407. Die Erzählung von dem großen Affen  (Mahakapi-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 465 (Erweisung von Wohltaten gegen Verwandte)]

Eine Frucht eines wunderbaren Mangobaumes, bei dem eine große Affenherde lebt, wird vom Flusse in die Residenz eines Königs getrieben. Wegen ihrer Vorzüglichkeit sucht er den Ort auf, woher sie kommt, und gelangt so an jenen Baum. Die Affen werden bei Nacht umstellt und sollen mit Pfeilen erschossen werden. Da rettet sie ihr Fürst, indem er eine Schlingpflanze an seinem Leibe vom andern Ufer herüberzieht und so eine Brücke für die Affen errichtet, deren letztes Glied er selbst ist. Am Ende ist er, den noch dazu ein Feind mit Absicht verletzt, zu Tode geschwächt. Der König, der dies alles mit angesehen, läßt ihn zu sich holen und pflegt ihn voll Bewunderung. Nachdem ihm der Affenfürst noch die Pflichten eines Herrschers auseinandergesetzt, stirbt er.

 

408. Die Erzählung von dem Töpfer  (Kumbhakara-Jātaka).

[Der Meister merkt einmal, wie zur Nachtzeit in fünfhundert Mönchen ein begehrlicher Gedanke aufsteigt. Um diesen im Keime zu unterdrücken läßt er durch den treuen Ānanda die Mönche um sich versammeln und bekehrt sie durch seine Ermahnung]

Ein König sieht einmal einen Baum, der im Glänze seiner Blüten und Früchte dasteht und kurze Zeit darauf all seiner Schönheit beraubt wird. Dabei kommt ihm der Gedanke an die Vergänglichkeit des Irdischen und er verläßt die Welt, wobei er in wunderbarer Weise mit den Ausrüstungsgegenständen der Asketen beschenkt wird. Ein zweiter König kommt bei der Betrachtung von zwei Armreifen zu der Ansicht, nur das Alleinsein sei zu erstreben, und zieht sich in die Einsamkeit zurück. Ein dritter König tut dasselbe veranlaßt durch die Beobachtung eines Streites zwischen Vögeln, die einander immer die Beute abnehmen; ein vierter endlich sieht, wie bei den Tieren die sinnliche Begierde das Verderben herbeiführt, und wird gleichfalls Asket. Die vier wohnen zusammen in einer Höhle. Als sle einmal in den Bereich der Menschen ziehen, wird ein Töpfer durch die Erzählung der vier Männer, auf welche Weise sie zu ihrem jetzigen Stande gelangt sind, tief bewegt und er möchte dasselbe tun wie sie. Daran hindert ihn aber seine Frau, die ihn heimlich verläßt um Asketin zu werden, so daß er für seine Kinder sorgen muß. Als diese herangewachsen sind, kann er endlich seinem alten Wunsche nachgeben. Später trifft er noch einmal mit seiner Frau zusammen, der er ihr Unrecht vorhält.

 

409. Die Erzählung von Dalhadhamma  (Dalhadhamma-Jātaka).

[Ein Elefantenweibchen, das früher dem Könige manche Dienste geleistet hatte und deshalb sorgfältig gepflegt wurde, wird jetzt, da es alt geworden, von ihm vernachlässigt. Es klagt dem Meister seine Not. Dieser erinnert den König an das Gute, das er von dem Elefantenweibchen erfahren, und bewirkt dadurch, daß er es wieder ehrt wie früher]

Ein Kamel (oder auch Elefantenweibchen), das dem Könige früher große Dienste erwies, muß, als es alt geworden, Mangel leiden und die niedrigsten Dienste verrichten. Es klagt seine Not einem Weisen, der den König an den Nutzen erinnert, den ihm früher das Tier erwiesen, und ihn  dadurch  veranlaßt es wieder wie früher in Ehren zu halten.

 

410. Die Erzählung von Somadatta   (Somadatta-Jātaka).

[Ein alter Mönch trauert übermäßig über den Tod eines Novizen, den er geliebt. Als der Meister davon erfährt, tadelt er dies]

In ähnlicher Weise wie im Jātaka 372 wird geschildert, wie ein Asket über den Tod eines jungen Elefanten, den er wie einen Sohn aufgezogen, in übergroße Trauer versetzt wird, bis Gott Sakka ihm die Vergänglichkeit alles Irdischen vorhält und damit seinem Schmerz ein Ende macht.

 

411. Die Erzählung von Susima  (Susima-Jātaka).

[Beziehung auf Buddhas Weltentsagung, von der der Meister ein Beispiel aus früherer Zeit erzählt]

Ein junger König erhebt seinen Freund, nachdem er den Thron bestiegen, zu der Stelle seines Hauspriesters. In diesen verliebt sich die Mutter des Königs und erhält ihn auch zum Gatten, wobei ihm der König seine eigene Würde überträgt. Doch ist der neue König nicht zufrieden. Um ihn mit ihrem höheren Alter zu befreunden, zeigt ihm seine Frau ein weißes Haar, das sie angeblich auf seinem Haupte gefunden; doch erreicht sie damit nur, daß er die Vergänglichkeit alles Irdischen erkennt und sich entschließt die Welt zu verlassen. Obwohl ihm seine Frau jetzt ihren Betrug erzählt, führt er diesen Entschluß aus, nachdem er dem früheren König das Reich zurückgegeben.

 

412. Die Erzählung von der Seidenbaumspitze  (Kotisimbali-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 459 (Aufsteigen eines Lustgedankens in den Mönchen)]

Eine Gottheit, die in einem Seidenbaume wohnt, bekommt keine Angst, als ein Supanna eine ungeheure Schlange auf dem Baume zerreißt; doch gerät sie in Furcht, als ein kleiner Vogel seinen Kot auf den Baum fallen läßt. Dem erstaunten Supanna erklärt sie die Richtigkeit ihres Verhaltens.

 

413. Die Erzählung von Dhumakarin  (Dhumakari-Jātaka).

[Da einmal der König von Kosala seine neuen Soldaten den alten vorzieht, kämpfen diese nicht wie sonst und die Schlacht geht verloren. Auf seine Anfrage erklärt ihm Buddha den Zusammenhang]

Ein König erweist nur seinen neuen Soldaten Ehrung unter Zurücksetzung der alten und wird infolgedessen in der Schlacht besiegt. Er fragt einen Weisen nach dem Grunde hiervon und dieser erzählt ihm eine Geschichte von einem Ziegenhirten, der sich mehr um die Gazellen bekümmerte wie um seine Ziegen und dadurch die einen wie die andern verlor.

 

414. Die Erzählung von dem Wachen  (Jagara-Jātaka).

[Ein tugendhafter Laienbruder, der eine Karawane begleitet, geht einmal während der ganzen Nacht meditierend umher und hindert daher ohne es zu wissen eine Räuberbande ihren Überfall auszuführen. Am nächsten Tage wird sein Verdienst offenkundig und er wird von allen belobt]

Ein Asket, der die ganze Nacht umherwandelt, wird von einer Gottheit gefragt, warum er wach bleibe. Darauf erklärt er ihr mit klugen Worten, wo ein Weiser wachen und wo er schlafen darf.

 

415. Die Erzählung von der Schleimspende  (Kummasapinda-Jātaka).

[Eine schöne Kränzebinderin bietet einmal Buddha, als er die Stadt betritt, die Speise an, die sie zu ihrer Arbeit mitgenommen. Der Meister nimmt die Gabe an und verkündet, aber ohne daß sie es hört, sie werde heute noch die Gemahlin des Königs werden. Und wirklich wird der König, als sie in seinem Parke sieht, von ihrem Liebreiz so gefesselt, daß er sie zu seiner ersten Gemahlin erhebt]

Ein armer Mann schenkt einmal die Mahlzeit, die er für sich mitgenommen, vier Bettelmönchen. Zum Lohn für dies gute Werk wird er in seiner nächsten Existenz König, erinnert sich aber noch an seinen früheren Stand. Als er einmal seine jetzige Pracht betrachtet, spricht er in Worten, die seiner Umgebung rätselhaft sind, von diesem Wechsel. Seine Gattin dringt in ihn, er solle ihr den Sinn seiner Rede mitteilen und er tut dies auch inmitten einer großen Versammlung. Darauf ermahnt ihn die Königin mit seinen guten Werken fortzufahren. Ihr Gatte aber denkt bei der Betrachtung ihrer Schönheit, auch sie müsse einst durch ein gutes Werk in einer früheren Existenz sich ihren jetzigen Glanz verdient haben, und sie gesteht dies auch zu und schildert ihre damalige Tat. Von da an wetteifern beide im Almosengeben.

 

416. Die Erzählung von Parantapa  (Parantapa-Jātaka).

[Beziehung auf  den Mordversuch des Devadatta, der aber selbst dadurch ins Unglück stürzte]

Ein Königssohn, der alle Tierstimmen versteht, bringt in zwei Fällen durch vorherige Warnung einen Schakal um seine Beute. Dafür droht ihm dieser Unheil. Als kurz darauf ein Nachbarkönig die Stadt angreift, soll der Königssohn auf Befehl seines Vaters, der ihn beseitigen möchte, mit diesem kämpfen; statt dessen aber zieht jener mit dem ganzen Heere fort ohne Kampf. Der alte König, der allein zurückgeblieben, flüchtet darauf mit seiner Gattin, dem Hauspriester und einem Sklaven, der später auf Veranlassung der Königin den König tötet. Der Hauspriester sieht dies zufällig, stellt sich aber blind um nicht auch getötet zu werden. Kurz darauf bringt die Königin einen Sohn zur Welt, der fälschlicherweise den Sklaven für seinen Vater hält. Als er herangewachsen ist, gibt der Hauspriester die verstellte Blindheit auf und offenbart dem Prinzen seine wahre Abstammung, worauf dieser den Sklaven tötet und mit den beiden anderen nach Benares zurückkehrt, wo inzwischen sein älterer Bruder den Thron bestiegen hat.

 

Achtes Buch

 

417. Die Erzählung von Kaccani   (Kaccani-Jātaka).

[Eine Frau führt ihrem Sohne gegen seinen Willen ein Mädchen als Gattin zu. Diese meint aber, ihr Mann wolle seine Mutter los werden, und schikaniert darum dieselbe auf jede Weise. Zuletzt sagt sie ihrem Manne, entweder müsse seine Mutter fort oder sie selbst werde das Haus verlassen. Als aber wider ihr Vermuten ihr Gatte sie daraufhin ihren Eltern zurückschicken will, ändert sie ihr bisheriges Betragen. Ihr Mann erzählt die Sache dem Meister und dieser berichtet ihm von einem ähnlichen Fall aus der Vergangenheit]

Eine alte Frau führt ihrem Sohne gegen seinen Willen eine Gattin zu, die sich aber nicht gut mit ihr verträgt. Ja sie erreicht es sogar, daß der Sohn seine Mutter von sich stößt. Als kurz darauf die junge Frau trotz ihres Frevels einen Knaben bekommt, glaubt die Alte, daß Recht sei gestorben, und geht auf das Leichenfeld um dem Rechte ein Totenopfer darzubringen. Hier kommt Gott Indra zu ihr; er tröstet sie und bewirkt bei den beiden anderen eine völlige Sinnesänderung, so daß nun alle drei in Eintracht zusammenbleiben.

 

418. Die Erzählung von den acht Tönen (Atthasadda-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 314 (die unerklärlichen Töne)]

Ein König hört in der Nacht acht Töne, die er sich nicht erklären kann und die ihn mit Angst erfüllen. Die Brahmanen, die er um die Deutung befragt, fordern ihn auf das drohende Unheil durch reichliche Opfer abzuwenden. Da trifft einer ihrer Schüler, der das Morden verhindern möchte, einen Weisen und bewegt ihn dem König, den er zuvor herbeiruft, die wahre Bedeutung dieser acht Laute mitzuteilen. Die Ursachen, die die verschiedenen Töne veranlaßt haben, werden abgestellt; damit ist der König befriedigt und die Tieropfer unterbleiben.

 

419. Die Erzählung von Sulasa (Sulasa-Jātaka).

[Eine wohltätige Herrin leiht ihrer Dienerin zu einem Feste ihren Schmuck. Ein Dieb möchte ihr ihn abnehmen und stellt sich, als sei er in sie verliebt. Als er sie aber an einen abgelegenen Ort locken will, merkt die Dienerin seine Absicht und beseitigt ihn durch List. Der Meister erfährt die Geschichte und lobt das Verhalten der Dienerin]

Eine Dirne verliebt sich in einen Räuber, der gefangen an ihr vorübergeführt wird, und besticht den Wächter ihn freizulassen. Nachdem sie eine Zeitlang mit ihm zusammengelebt, führt sie der Räuber, um sich ihrer zu entledigen und zugleich ihre Schätze zu erhalten, auf einen Berg und will sie von da herabstürzen. Die Dirne aber, die jetzt von ihrer Liebe geheilt ist, überlistet ihn und stößt ihn in den Abgrund.

 

420. Die Erzählung von Sumangala   (Sumangala-Jātaka).

[Beziehung auf das Sutta von der Königsermahnung]

Ein Parkwächter, der einen Asketen im Parke auf Befehl des Königs voll Eifer bedient, möchte einmal ein Stück Wild schießen und trifft dabei den Asketen, den er abwesend wähnte. Aus Angst über dessen Tod entflieht er. Mehrere Male versucht er den König sich wieder gnädig stimmen zu lassen, aber erst beim dritten Male gelingt ihm dies. Auf die Anfrage eines Ministers erklärt darauf der König, warum er erst so spät habe Milde walten lassen.

 

421. Die Erzählung von Gangamala   (Gangamala-Jātaka).

[Der Meister ermahnt Laienbruder zur sorgfältigen Beobachtung der Uposathapflichten unter Hinweis auf ein früheres Ereignis]

Ein armer Mann arbeitet im Hause eines reichen Kaufmanns, dessen Diener alle die Gebote halten. An einem Fasttage erfährt er zu spät davon und nimmt deshalb den ganzen Tag keine Nahrung zu sich. Er stirbt an Entkräftung, wird aber zum Lohn für sein Fasten als Königssohn wiedergeboren, wobei ihm die Erinnerung an seine frühere Existenz bleibt. — Eines Tages sieht er einen armen Mann, der um mit seiner Frau ein Fest feiern zu können, aus weiter Entfernung ein kleines Geldstück herbeiholt und zu diesem Zwecke mitten in der Sonnenglut in raschem Laufe dahineilt. Der König läßt ihn zu sich holen und verspricht ihm um ihm den Gang durch die Hitze zu ersparen immer mehr; aber erst, als er ihm die Hälfte seines Reiches verheißt, verzichtet jener auf das Herbeiholen der kleinen Münze. — Während nun die beiden in Eintracht zusammen regieren, befällt den früheren Armen die Versuchung, den König zu töten; er aber überwindet sie, teilt es dem Könige mit und zieht als Asket in die Einsamkeit, da er die Lust am Weltleben verloren. — Seinen Entschluß preist der König in einem Verse, dessen Sinn die Königin nicht versteht. Diese benutzt die Klage des Königs über die Ungeschicklichkeit seines Barbiers, um letzteren zu veranlassen den König so zu behandeln, daß dieser ihm in seinem Wohlgefühl eine Gnade bewilligt. Dies geschieht und der Barbier bittet im Auftrage der Königin um die Erklärung jenes Verses, die der König auch inmitten einer großen Volksmenge abgibt. Dadurch sieht aber auch der Barbier den Vorteil der Weltflucht ein und auch er wird Asket. — Nach einigen Jahren besucht er einmal den König und behandelt ihn nach der Meinung der Königinmutter zu wenig respektvoll; doch der König erklärt ihr die Berechtigung des Verhaltens seines früheren Barbiers, worauf dieser in die Einsamkeit zurückkehrt.

 

422.  Die Erzählung von Cetiya  (Cetiya-Jātaka).

[Beziehung auf das Versinken Devadattas in die Erde]

Ein König der grauen Vorzeit möchte seinem Freunde, dem jüngeren Bruder seines Hauspriesters, dessen Stelle verschaffen und beschließt dabei das Mittel der bis dahin unbekannten Lüge anzuwenden. Obwohl er bei der jedesmaligen Wiederholung der Lüge seine Wundergaben verliert und immer tiefer in die Erde einsinkt, beharrt er bei der Unwahrheit, bis ihn die Erde ganz verschlingt. Seine vier Söhne werden zum Schlusse von dem Hauspriester aufgefordert nach den vier verschiedenen Himmelsrichtungen zu gehen und, wo sie ein bestimmtes Zeichen finden, eine Stadt zu gründen, in der sie herrschen sollen.

 

423. Die Erzählung von den Sinnen  (Indriya-Jātaka).

[Ein älterer Mann verläßt seine Familie und wird Mönch. Da er aber hier durch Zufall meist die schlechteste Speise erhält, geht er immer zu seiner Frau hin und läßt sich von ihr verköstigen. Um
ihn wieder ganz an sich zu ziehen stellt sich nach einiger Zeit die Frau, als wolle sie auf das Land ziehen und sich zum zweiten Male vermählen. Hierüber ist der Alte ganz untröstlich; er verspricht ihr wieder ganz zu ihr zurückzukehren und will nur noch zuerst die Ordensrequisiten zurückgeben. Im Kloster aber führen ihn seine Mitbrüder gegen seinen Willen zu dem Meister hin, der ihn durch eine Erzählung zum standhaften Beharren im Orden veranlaßt]

Ein Asket trennt sich von seinen Genossen und weilt in der Nähe einer Stadt, wo er durch den Anblick von Dirnen in die Bande der Sinnlichkeit gerät. Nachdem verschiedene vergeblich versucht haben ihn zu heilen, kommt der Leiter der Asketen zu ihm. Dieser erkennt, was ihm fehlt, und sucht ihn zu bekehren; doch gelingt ihm dies erst, als er ihm eine Geschichte erzählt von einem Jäger, der wegen seiner Tiertötungen zum Gespenst wurde und als solches einen König warnte, der auch schon durch seine Jagdliebe die Bahn des Verderbens betreten hatte. Der erste Asket wendet die Geschichte auf sich an und wird auf diese Weise von seiner Leidenschaft befreit.

 

424. Die Erzählung von dem Brennenden  (Aditta-Jātaka).

[Als einmal der König von Kosala ein außer gewöhnlich großes Almosen spendet, wird er darob von den Mönchen hoch gepriesen. Doch der Meister erklärt, daß Ähnliches auch früher schon vorgekommen sei]

Ein freigebiger König möchte, daß seine Gaben nur Würdigen zuteil würden. Darum lädt er durch eine symbolische Handlung die Heiligen der vier Himmelsgegenden zu sich ein. Da es anderswo keine gibt, kommen vom Norden her sieben heilige Asketen als Deputation für die andern. Der König spendet ihnen Almosen auf die reichlichste Weise und die sieben Asketen entfernen sich damit, nachdem ihm jeder in besonderer Weise Dank gesagt.

 

425. Die Erzählung von dem Unmöglichen  (Atthana-Jātaka).

[Ein mit dem Ordensleben unzufriedener Mönch wird von dem Meister durch den Hinweis auf die Unzuverlässigkeit des weiblichen Geschlechts wie der auf den rechten Weg gebracht]

Ein reicher Jüngling, der täglich seiner Courtisane eine bedeutende Summe zahlt, kommt einmal durch einen Zufall mit leeren Händen zu ihr. Trotz seiner Bitten ist sie ihm nicht zu Willen, sondern läßt ihn aus ihrem Hause hinauswerfen. Von Scham erfüllt sieht nun der Jüngling die Nichtigkeit der irdischen Dinge ein und zieht sich ohne jemand etwas zu sagen in die Einsamkeit zurück. Der mit ihm eng befreundete König veranlaßt hierauf unter Androhung des Todes die Dirne ihren früheren Verehrer aufzusuchen und zu ihm zurückzuführen. Ersteres gelingt ihr; doch setzt der junge Asket seiner Rückkehr in die Stadt solche Hindernisse entgegen, daß die Dirne un-verrichteter Dinge wieder abziehen und den König um Gnade anflehen muß, die ihr auch zu teil wird.

 

426. Die Erzählung von dem Panther   (Dipi-Jātaka).

[Der weise Mogallāna beobachtet einmal, wie eine Ziege einem Panther, der ihr den Weg verstellt, durch einen kühnen Sprung entgeht, und berichtet dies dem Meister. Dieser erzählt darauf eine ähnliche Geschichte, jedoch mit anderem Ausgang]

Ein Panther vertritt einer Ziege den Weg. Um sich zu retten schmeichelt ihm diese; doch der Panther beschuldigt sie ihn getreten zu haben und frißt sie nach mancherlei Hin- und Herreden auf.

 

Neuntes Buch

 

427. Die Erzählung von dem Geier   (Gijjha-Jātaka).

[Ein junger Mönch ist ungehorsam gegen seine Lehrer, die ihm seine verschiedenen Pflichten vorhalten. Der Meister macht ihn auf die bösen Folgen des Ungehorsams aufmerksam]

Auf ähnliche Weise wie im Jātaka 381 wird ausgeführt, wie ein junger Geier trotz der Warnungen seines Vaters zu hoch flog, bis er von einem heftigen Wirbelsturme erfaßt und zerschmettert wurde.

 

428. Die Erzählung von Kosambi   (Kosambi-Jātaka).

[Zwei gelehrte Mönche kommen miteinander wegen einer Kleinigkeit in Streit, der sich bald auf ihre Anhänger weiterpflanzt und immer heftiger wird, da sich beide Parteien exkommunizieren wollen. Vergebens versucht der Meister durch wiederholte Belehrungen die Mönche versöhnlich zu stimmen; endlich zieht er fort. Darüber ergrimmen die Bewohner der Gegend und entziehen den streitenden Mönchen ihren Unterhalt. Dadurch kommt endlich die Einigung zwischen ihnen zustande]

Hier fehlt eine eigentliche Erzählung aus der Vergangenheit; es wird nur erwähnt, wie Buddha, um die Mönche zur Eintracht zu ermahnen, die im Jātaka 371 enthaltene Geschichte erzählte.

 

429. Die große Erzählung von dem Papageien  (Mahasuka-Jātaka).

[Ein Mönch, der sich zur Meditation aufs Land zurückgezogen, wird zuerst von den Bewohnern mit allem Notwendigen versorgt. Als ihnen aber eine Feuersbrunst alles zerstört, findet er keine Hilfe mehr an ihnen und erreicht daher nicht das Ziel der Meditation. Nach seiner Rückkehr in sein Kloster macht ihn der Meister auf den begangenen Fehler aufmerksam]

Ein Papagei wohnt immer auf demselben Baume, von dessen Früchten er sich nährt. Um ihn auf die Probe zu stellen läßt Gott Indra den Baum verdorren; der Papagei aber bleibt ihm treu und begnügt sich mit der spärlichen Nahrung. Als Indra in Gestalt eines Schwanes zu ihm kommt, erklärt ihm der Papagei den Grund seines treuen Festhaltens an dem Baume, worauf der Gott diesen in neuer Kraft ersprießen läßt.

 

430. Die kleine Erzählung von dem Papageien  (Cullasuka-Jātaka).

[Als einmal die Mönche von der übermenschlichen Genügsamkeit ihres Meisters in einem bestimmten Falle sprechen, erklärt dieser, dies sei auch früher schon bei ihm so gewesen]

Dieselbe Erzählung wie im vorigen Jātaka, nur mit anderen Strophen.

 

431. Die Erzählung von Harita  (Harita-Jātaka).

[Ein Mönch, den der Anblick eines Weibes mit dem Ordensleben unzufrieden gemacht hat, wird von dem Meister durch den Hinweis darauf bekehrt, daß auch früher schon Weise diesen Versuchungen ausgesetzt waren]

Ein König pflegt einen frommen Asketen und überträgt, als er in den Krieg zieht, dessen Wartung seiner Gattin. In diese verliebt sich der Asket und vergeht sich mit ihr (vgl. Jātaka 66). Der König erfährt davon, glaubt es aber nicht, obwohl es ihm auch seine Gattin eingesteht. Doch der Asket bekennt ihm offen seine Schuld und kommt durch die liebevollen Mahnungen des Königs wieder zur Vernunft, worauf er trotz der Bitten des Königs sich wieder in die Einsamkeit zurückzieht.

 

432. Die Erzählung von dem der Fußspuren kundigen jungen Brahmanen  (Padakusalamanava-Jātaka).

[Ein Mann stellt seinen Sohn, der, wie er weiß, sich gut auf das Erkennen und Verfolgen von Spuren versteht, auf eine Probe, die dieser glänzend besteht. Daraufhin erzählt der Meister, daß auch er in einer früheren Existenz einen ähnlichen Vorzug besessen habe]

Eine Dämonin erhält von einem Brahmanen, dem sie wegen seiner Schönheit das Leben schenkte, einen Sohn. Als dieser herangewachsen ist, entflieht er mit List aus ihrem Machtbereich. Seine Mutter, die ihn nicht zurückrufen kann, teilt ihm einen Zauber mit, durch den er alle Spuren erkennen kann; darauf stirbt sie aus Kummer. — Ihr Sohn verdingt sich nun dem Könige von Be-nares. Dieser wird von seinem Hauspriester veranlaßt die Fähigkeit des Jünglings vor allem Volke auf eine Probe zu stellen, die dieser glänzend löst. Da aber der König, der selbst der Dieb war, trotz der wiederholten Mahnungen des Jünglings, die dieser in Form von Geschichten kleidet, darauf besteht, daß dieser ihm den Dieb nennt, tut dieser es endlich, worauf die erbitterte Menge den diebischen König tötet und den Jüngling an seine Stelle setzt.

 

433. Die Erzählung von Lomasakassapa  (Lomasakassapa-Jātaka).

[Beziehung auf einen unzufriedenen Mönch]

Ein Asket, der Freund eines Königs, kommt zu solcher Vollkommenheit, daß sich Gott Indra durch ihn in seiner Würde bedroht sieht. Er veranlaßt daher den König jenen unter Anbietung großer Schätze zu sich zu rufen und durch ihn ein großes Opfer darbringen zu lassen. Der Asket aber weigert sich etwas zu tun, wodurch er seine Heiligkeit verloren hätte. Darauf schickt der König auf den Rat des Gottes seine schöne Tochter zu dem Asketen; diese soll ihm gehören, wenn er das Opfer ausführt. Dieser erklärt sich in seiner Verliebtheit damit einverstanden und begibt sich zum König, wo er die Vorbereitungen zum Opfer trifft. Die Todesangst der gefesselten Tiere aber bringt ihn wieder zur Besinnung; er steht vom Opfer ab, verzichtet auf die Prinzessin und kehrt in die Einsamkeit zurück.

 

434. Die Erzählung von der Goldgans (Cakkavaka-Jātaka).

[Ein ehrgeiziger Mönch pflegt täglich die Häuser der Wohltäter des Ordens aufzusuchen und dort der Reihe nach sich den Magen zu füllen. Buddha rügt diese unziemliche Eßlust scharf]

Eine Krähe möchte so schön werden wie die Goldgans und fragt diese nach ihrer Nahrung. Diese sagt ihr aber, auf die Art der Nahrung komme es nicht an, sondern nur durch Ruhe und Frieden werde man auch bei geringem Futter schön. Damit ist die Krähe nicht einverstanden und fliegt fort.

 

435. Die Erzählung von der gelben Gier  (Haliddiraga-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 477]

Ein junger Asket, der von einem Mädchen verführt wird mit ihm in die Welt zu ziehen, fragt beim Abschied seinen Vater, wie beschaffen der Mann sein müsse, dem er sich anschließen solle. Die Antwort des Vaters aber macht solchen Eindruck auf ihn, daß er beschließt bei ihm zu bleiben (vgl. Jātaka 348).

 

436. Die Erzählung von dem Korbe  (Samugga-Jātaka).

[Ein unzufriedener Mönch wird von dem Meister durch den Hinweis auf die Treulosigkeit des weiblichen Geschlechts auf den rechten Weg zurück gebracht]

Ein Dämon pflegt seine Geliebte in einem Korbe in seinem Leibe mit sich herumzutragen. Als er einmal badet und sie aus ihrem Versteck befreit hat, gesellt sich zu ihr ein Zauberer mit einem Schwerte, ohne daß es der Dämon merkt. Ein Asket aber, der ihn aufsucht, macht ihn auf die Gefahr aufmerksam, worauf sich der Dämon der beiden entledigt und dem Asketen dankt.

 

437. Die Erzählung von Putimamsa  (Putimamsa-Jātaka).

[Um eine Anzahl von Mönchen, die nicht genug ihre Sinnesorgane behüten, zu bekehren gibt ihnen der Meister eine Anzahl Ermahnungen und weist auch an einer Geschichte aus der Vergangenheit nach, wie unvorteilhaft dies sei]

Ein Schakal möchte eine kluge Ziege fressen und bedient sich dazu seines Weibchens. Doch die Ziege ist auf ihrer Hut und weiß die beiden durch die Drohung, es würde eine große Schar Hunde mit ihr kommen, so zu erschrecken, daß sie auf und davon gehen.

 

438. Die Erzählung von dem Rebhuhn  (Tittira-Jātaka).

[Beziehung auf den Mordversuch des Devadatta, der aber nichts damit erreichte, sondern dadurch nur selbst ins Verderben stürzte]

Ein Brahmane, der seine Schüler in der Einsamkeit unterrichtet, stirbt. Ein Rebhuhn hat vom Zuhören so viel gelernt, daß es die Stelle des Lehrers übernehmen kann. Als einmal die Jünglinge fern sind, kommt ein böser Mann und verzehrt das Rebhuhn. Doch wird er von einem Löwen und einem Tiger, die mit dem Rebhuhn befreundet waren, seiner Untat überführt und getötet.

 

Zehntes Buch

 

439. Die Erzählung von den vier Toren  (Catudvara-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 427]

Ein böser Mensch verschafft sich durch erheuchelte Frömmigkeit von seiner Mutter Geld, das er durch Handeltreiben vermehrt. Er rüstet ein Schiff aus, stößt die ihn zurückhaltende Mutter weg und gelangt dann der Reihe nach zu den Inseln verschiedener Dämoninnen, die er aber alle wieder verläßt. Endlich kommt er in eine Hölle ohne es zu wissen und läßt sich von einem der Gepeinigten sein Strafwerkzeug geben in der Meinung, es sei ein Blumenkranz. Sobald er aber das Rad auf dem Kopfe hat, bemerkt er seinen Irrtum und muß nun für lange Zeit Strafe leiden.

 

440. Die Erzählung von Kanha  (Kanha-Jātaka).

[Ānanda fragt den Meister, warum er an einer bestimmten Stelle gelächelt habe, und dieser erzählt es ihm]

Ein reicher Mann verschenkt im Gedanken an die Unbeständigkeit des Daseins seine Schätze und wird Asket. Als solcher ist er äußerst genügsam. Gott Indra stellt ihn auf die Probe und gewährt ihm mehrere Wünsche; doch begehrt jener nur Dinge, die mit seiner weiteren Vervollkommnung zusammenhängen.

 

441. Die Erzählung von den vier Uposatha-Gelübden  (Catuposathika-Jātaka).

[Verweisung auf Jātaka 545]

Eine Verweisung auf einen Teil des Jātaka 545.

 

442. Die Erzählung von Samkha  (Samkha-Jātaka).

[Ein reicher Gönner, der der Gemeinde Buddhas außer anderem besonders wertvolle Schuhe schenkte, wird von dem Meister belehrt, wie eine Spendung von Schuhen früher einmal reiche Frucht trug]

Ein reicher Mann spendet so viel Almosen, daß er befürchtet, sein Vermögen möchte nicht ausreichen, und deshalb eine Seereise unternimmt um sich weitere Schätze zu erwerben. Unterwegs läßt sich ein Weiser von ihm eine Wohltat erweisen, damit ihm die Frucht dieses guten Werkes bei der Seefahrt zu gute komme. Auf dem Meere geht das Schiff zugrunde; jener Mann stürzt sich ins Meer und wird mit seinem Diener von einer Gottheit wegen eben jener Wohltat gerettet und mit neuen Schätzen ausgestattet.

 

443. Die kleine Erzählung von Bodhi  (Cullabodhi-Jātaka).

[Ein Zorniger wird durch eine Geschichte, die ihm der Meister erzählt, zur Bekehrung gebracht]

Ein frommer Mann betätigt mit seiner Gattin die Weltflucht. Auf der Wanderung kommen sie in den Park eines Königs, der in Leidenschaft für die Frau entbrennt. Weil ihm der Asket nicht sagt, daß sie seine Frau sei, nimmt er sie ihm weg; doch sie tut nicht nach seinem Willen. Der König sucht hierauf den Asketen auf um zu sehen, ob dieser nicht zornig ist; dieser aber fesselt ihn durch seine Worte so, daß er auf seine Lust verzichtet und die Frau wieder freigibt.

 

444. Die Erzählung von Kanhadipayana  (Kanhadipayana-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte vom Jātaka 531]

Ein Asket kommt in den falschen Verdacht des Diebstahls und wird deshalb auf einen Pfahl gesteckt, der aus demselben Holze ist wie ein Splitter, auf den er selbst einst eine Mücke steckte. Durch einen befreundeten Asketen stellt sich seine Schuldlosigkeit heraus; der Pflock aber bleibt in seinem Körper. — Der andere kehrt zu einem Laienfreund zurück, dessen Knabe von einer Schlange gebissen wurde. Um das Gift herauszuziehen beschwören der Asket sowie der Vater und die Mutter des Knaben je eine überraschende Wahrheit, die sie nach stattgehabtem Erfolge einander erklären.

 

445. Die Erzählung von Nigrodha   (Nigrodha-Jātaka).

[Devadatta leugnet vom Meister je etwas Gutes empfangen zu haben, worauf dieser ein  ähnliches Beispiel von Undankbarkeit aus der Vergangenheit erzählt]

Eine reiche Frau, die wegen ihrer Unfruchtbarkeit mißachtet wird, stellt sich schwanger; vor der vermeintlichen Entbindung reist sie ab. Unterwegs findet sie einen von seiner Mutter ausgesetzten neugeborenen Knaben und gibt vor, es sei ihr Sohn. Dieser wird mit zwei anderen Kindern, einem reichen und einem armen, zusammen erzogen. Als sie von der Erlernung der Wissenschaften zurückkehren, hört der Arme, wie ein Hahn von den Auszeichnungen erzählt, die der Genuß der verschiedenen Teile seines Fleisches mit sich bringt. Er tötet den Hahn und verteilt das Fleisch in dieser Art. Darauf wird der erste Knabe König, die anderen seine ersten Beamten. — Der König schickt nun den früheren Armen fort um seine Eltern herbeizuholen. Bei seiner Rückkehr geht er zuerst in das Haus des zweiten Genossen, wird aber von diesem beschimpft. Der König nimmt ihn gütig auf und der zweite bleibt nur durch die Fürsprache des Armen von Strafe frei.

 

446. Die Erzählung von der Knolle  (Takkala-Jātaka).

[Eine junge Frau sucht ihren Mann durch alle möglichen Mittel aufzureizen, daß er seinen Vater aus seinem Hause vertreibt; als ihr aber ihr Gatte droht sie selbst fortzuschicken, bessert sie sich]

Ein Mann wird von seiner Frau so lange wegen seines ihr unbequemen Vaters belästigt, bis er beschließt sich seiner zu entledigen. Er will ihn auf das Leichenfeld bringen und dort vergraben. Sein kleiner Sohn jedoch fährt mit hinaus und veranlaßt ihn dadurch, daß er auch eine Grube zu graben beginnt, zur Schonung des Greises. Er kehrt nachhause zurück und treibt seine böse Frau aus dem Hause; doch wird sie nur dadurch gebessert, daß er sich stellt, als wolle er eine andere heimführen.

 

447. Die große Erzählung von Dhammapala  (Mahadhammapala-Jātaka).

[Buddhas Vater erzählt, wie ihm zur Zeit des Ringens Buddhas Gottheiten dessen Tod meldeten; er aber habe ihnen nicht geglaubt]

Ein junger Brahmane erzählt seinem Lehrer, daß in seiner Familie die Leute niemals in der Jugend sterben. Um den Grund hiervon zu erfahren reist der Lehrer zu dieser Familie, wo er belehrt wird, in welcher Art man die Tugend üben müsse um diesen Vorzug zu erhalten.

 

448. Die Erzählung von dem Hahn  (Kukkuta-Jātaka).

[Beziehung auf den Mordversuch des Devadatta]

Ein Habicht kann einen Hahn nie in seine Gewalt bekommen und sucht ihn deshalb durch erheuchelte Freundschaft zu täuschen; der Hahn aber merkt seine List und verscheucht ihn.

 

449. Die Erzählung von dem glänzenden Ohrring  (Mattakundali-Jātaka).

[Ein Anhänger des Meisters wird durch diesen von seiner übermäßigen Trauer um seinen Sohn geheilt]

Ein Brahmane, der sich allzusehr der Trauer hingibt, wird von Gott Sakka durch den Hinweis auf die Unwiederbringlichkeit des Verlorenen geheilt.

 

450. Die Erzählung von Bilarikosiya   (Bilarikosiya-Jātaka).

[Ein Mönch wird wegen seiner Freigebigkeit gepriesen; dazu bemerkt der Meister, daß er in einer früheren Existenz ganz anders gewesen sei]

Mehrere Mitglieder einer Familie sind wegen ihrer Wohltätigkeit nach ihrem Tode zu Göttern geworden, ein Nachkomme von ihnen aber ist sehr geizig. Um ihn zu bessern begeben sie sich in Brahmanengestalt zu ihm, der ihnen jedoch nur Kuhfutter gibt. Darauf stellen sie sich zunächst tot; vor der Volksmenge, die sich rasch ansammelt, halten sie ihm dann seinen Geiz vor und sagen, wer sie sind. Darauf geht der Geizige in sich und legt seinen Geiz ab.

 

451. Die Erzählung von der Goldgans  (Cakkavaka-Jātaka).

[Ein eßgieriger Mönch wird vom Meister belehrt]

Eine Krähe fragt eine Goldgans, welche Nahrung sie zu sich nehme, weil sie so schön sei. Die Goldgans nennt ihr sehr einfaches Futter und fügt hinzu, ihre Schönheit komme nur von ihrer Tugend. Die Krähe aber glaubt dies nicht und fliegt fort.

 

452. Die Erzählung von der Frage nach dem Wissen  (Bhuripanha-Jātaka).

[Verweisung auf das Jātaka 546]

Ein Zitat aus dem Jātaka 546.

 

453. Die Erzählung von dem großen Glück  (Mahamangala-Jātaka).

[Weil ein Streit entstanden ist, ob eine glückliche Vorbedeutung im Sehen, im Hören oder im Fühlen vorhanden sei, fragt Gott Indra selbst den Meister danach und dieser erklärt ihm, worin das Glück bestehe]

Die Schüler eines Asketen werden von einem Könige gefragt, worin das Glück bestehe. Da sie die Frage nicht beantworten können, gehen sie zu ihrem Meister, der ihnen die treffende Lösung der Frage gibt.

 

454. Die Erzählung von Ghata  (Ghata-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 449]

Eine Königstochter, deren Sohn nach einer Weissagung das Reich zerstören soll, wird gefangen gehalten, empfängt aber doch und bringt eine Tochter zur Welt, die am Leben bleiben darf. In der Folgezeit gebärt sie zehn Söhne, die sie alle mit den Töchtern ihrer Dienerin vertauscht. Die zehn Knaben wachsen heran und belästigen das Land; deshalb will sich der König ihrer entledigen. Doch die zwei Ringer, die er gegen sie schickt, werden mit Leichtigkeit getötet. Auch den König bringen sie ums Leben und nehmen die Stadt in Besitz. Dann erobern sie die anderen Städte Indiens, darunter eine durch eine besondere List. — Einer von den Brüdern gibt sich in der Folgezeit wegen des Verlustes seines Sohnes übermäßiger Trauer hin; ein Bruder von ihm heilt ihn, indem er sich zunächst verrückt stellt und dann jenem beweist, daß dessen Trauer ebenso unvernünftig sei wie sein eigenes Verhalten. — Zum Schlusse stellen die Söhne der Brüder in frevelhafter Weise einen Asketen auf die Probe, ob er die Zukunft wisse, und töten ihn wegen seiner scheinbar falschen Antwort. Doch sterben sie in der Tat auf die von jenem geweissagte Art. Die übrigen flüchten nun, doch ereilt sie dabei auf verschiedene Weise der Tod; nur die Schwester bleibt am Leben.

 

Elftes Buch

 

455. Die Erzählung von dem seine Mutter Ernährenden  (Matuposika-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 540]

Ein herrlicher Elefant, der seine Mutter ernährt, rettet einen Verirrten; zum Dank dafür läßt ihn dieser durch des Königs Leute gefangen nehmen, was sich der Elefant auch ruhig gefallen läßt. Doch nimmt er keine Nahrung zu sich aus Gram um seine Mutter und sagt dem König auf dessen Frage auch den Grund davon. Darauf läßt ihn der König wieder frei.

 

456. Die Erzählung von Junha  (Junha-Jātaka).

[Ānanda wird herausgesucht um dem Meister beständig zu dienen; doch äußert er vor der Annahme dieses Amtes noch eine Anzahl von Wünschen, die ihm sämtlich gewährt werden]

Ein Prinz wirft einmal unabsichtlich die Almosenspeise eines Brahmanen durch einen Stoß zu Boden und verspricht diesem Entschädigung, wenn er König sei. Später nimmt ihn jener beim Wort und erhält auch das Gewünschte.

 

457. Die Erzählung von Dhamma   (Dhamma-Jātaka).

[Beziehung auf  das Versinken Devadattas in die Erde]

Zwei Göttersöhne, ein guter und ein böser, begegnen zu Wagen einander und wollen sich nicht ausweichen. Endlich siegt der Gute durch sein Nachgeben und der Böse stürzt in die Hölle.

 

458. Die Erzählung von Udaya  (Udaya-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 531]

Ein König lebt mit seiner Gattin, die er gegen seinen Willen erhalten, in reinster Ehe. Nach seinem Tode will er sie als Gott auf die Probe stellen, indem er ihr viel Geld anbietet. Doch sie weist alle Versuchungen zurück. Endlich entdeckt er ihr, wer er sei, und nimmt sie nach ihrem Tode zu sich in den Himmel.

 

459. Die Erzählung von dem Wasser  (Paniya-Jātaka).

[Eine Anzahl von Mönchen, die bei Nacht von einem Lustgedanken befallen wurden, werden vom Meister, der dies wahrnahm, auf das Gefährliche solcher Gedanken aufmerksam gemacht]

Ein Mann, der einem andern von seinem Wasser genommen, nimmt sich diesen Diebstahl so zu Herzen, daß er Asket wird. Ebenso macht es ein anderer bei einem unkeuschen Gedanken, ein dritter bei einer Lüge, ein vierter bei einer Tiertötung und ein fünfter beim Branntweintrinken. — Vereinigt kommen die fünf zu einem König, der sie fragt, warum sie die Welt verlassen. Ihre Antwort befriedigt ihn so, daß auch er auf die Lüste verzichtet und trotz der Einwände seiner Gattin diesem Vorsatze treu bleibt.

 

460. Die Erzählung von Yuvanjaya  (Yuvanjaya-Jātaka).

[Die Mönche erzählen einander, unter welchen Umständen der Meister einst seine Weltflucht betätigt habe]

Ein Königssohn kommt bei der Betrachtung der Tautropfen, die am Abend zergangen sind, zur Einsicht von der Vergänglichkeit des Irdischen und verläßt deshalb trotz Abratens seitens seiner Eltern mit seinem jüngeren Bruder die Welt.

 

461. Die Erzählung von Dasaratha  (Dasaratha-Jātaka).

[Ein Mann, der wegen des Todes seines Vaters sich übermäßigem Schmerze hingibt, wird durch den Meister von seinem Kummer befreit]

Ein König, der seine erste Gemahlin verloren, wird von seiner zweiten Frau beständig geplagt, doch ihren Sohn zu seinem Nachfolger zu ernennen. Damit das Leben seiner Kinder aus erster Ehe geschützt bleibe, rät er ihnen sich bis zu seinem Tode in die Einsamkeit zurückzuziehen, was sie auch tun. Nach dem Tode ihres Vaters werden sie davon benachrichtigt; die beiden jüngeren sind außer sich vor Schmerz, während der älteste Sohn unbewegt bleibt. Auf die Frage der anderen erklärt er ihnen, warum es keinen Zweck habe einen Toten zu betrauern. Nachdem er sodann drei Jahre lang seine Schuhe für sich hat regieren lassen, übernimmt er selbst die Herrschaft.

 

462. Die Erzählung von Samvara   (Samvara-Jātaka).

[Ein eifriger Mönch läßt sich einen Betrachtungsstoff geben und zieht sich damit in die Einsamkeit zurück. Weil er aber damit nicht zum Ziele kommt, kehrt er in das Kloster zurück. Hier tadelt ihn der Meister, daß er so rasch in seinem Streben nachgelassen habe]

Der jüngste Sohn eines Königs geht, von einem weisen Lehrer angeleitet, so klug vor, daß er von allen zum Nachfolger seines Vaters ausgerufen wird. Seine Brüder wollen ihn dafür bekriegen, doch unterwerfen sie sich freiwillig und werden sodann von ihrem Bruder belehrt, wie er sich die Gunst aller Stände durch seine Gerechtigkeit erworben habe.

 

463. Die Erzählung von Supparaka  (Supparaka-Jātaka).

[Als die Mönche einmal die alles durchdringende Weisheit des Meisters rühmen, kommt dieser hinzu und erzählt einen Beleg dafür aus einer früheren Existenz]

Ein erfahrener Schiffer wird blind und übt hierauf das Amt eines königlichen Schätzers mit viel Scharfsinn aus. Da er aber zu wenig Lohn dafür erhält, geht er mit einigen Kaufleuten auf eine Seereise, in deren Verlauf er das Schiff ohne ihr Wissen mit den mannigfachsten Kostbarkeiten beladen läßt. Als sie einmal in Todesnot kommen, rettet er das Schiff durch eine Wahrheitsbekräftigung und bringt so sich und die anderen unversehrt und mit Schätzen beladen nachhause zurück.

 

Zwölftes Buch

 

464. Die kleine Erzählung von dem Kuckuck  (Cullakunala-Jātaka).

Eine Verweisung auf das Jātaka 536.

 

465. Die Erzählung von Bhaddasāla  (Bhaddasāla-Jātaka).

{Der König von Savatthi ist ungehalten, weil die Mönche die von ihm erhaltene Speise bei anderen, nicht bei ihm verzehren. Als er sich darüber beim Meister beklagt, antwortet dieser, die Mönche zögen den Verkehr mit seinen oder ihren Verwandten vor. Um deshalb mit dem Meister verwandt zu werden läßt der König um die Hand einer Sakya-Prinzessin werben; durch eine List erhält er aber nur eine unebenbürtige Tochter dieser Familie, ohne daß er es merkt. Sie gebärt ihm einen Sohn. Dieser reist, als er herangewachsen ist, zur Familie seiner Mutter; dabei kommt durch einen Zufall die Sache heraus. Der Prinz schwört Rache; der König aber nimmt ihm und seiner Mutter ihren bisherigen Rang, macht diese harte Maßregel jedoch auf Veranlassung des Meisters wieder rückgängig. — Der Heerführer des Königs fährt mit seiner Gattin auf ihren Wunsch in eine andere Stadt und tötet alle die dortigen Edlen. Später wird er beim Könige verdächtigt und wird deshalb mit seinen starken Söhnen heimlich getötet. Als der König die Beweise von seiner Unschuld erhält, wird er ganz tiefsinnig und sein Sohn, der oben erwähnte Prinz, bemächtigt sich des Thrones. Dieser will sich nun an seinen Verwandten für die frühere Kränkung rächen. Dreimal hält ihn der Meister zurück; beim dritten Male aber hält er den König nicht mehr auf und dieser befriedigt seine Rache]

Ein König will einen schönen Baum zum Bau seines Palastes fällen lassen. Die in demselben wohnende Baumgottheit besucht ihn und bittet ihn um Schonung; diese wird ihr auch zu teil, als der König sieht, daß sie von Mitleid für andere erfüllt ist.

 

466. Die Erzählung von dem Meerkaufmann  (Samuddavanija-Jātaka).

[Devadatta hat, weil ihn seine Schüler verlassen haben, einen Blutsturz bekommen. In seiner Todesangst will er den Meister um Verzeihung bitten und zieht ihm nach; doch ist es ihm nicht vergönnt zu jenem zu kommen, sondern die Erde öffnet sich unter ihm und er wird von der Hölle verschlungen]

Eine Anzahl von Zimmerleuten besteigt ein Schiff und kommt nach einer glücklichen Insel. Ein dorthin Verschlagener warnt sie durch ihr Tun sich den Zorn der dort hausenden Dämonen zuzuziehen; sonst seien sie dem Tode verfallen. Als sie nun doch einmal etwas Derartiges begehen, will sie ein guter Göttersohn zum Verlassen der Insel veranlassen, ein böser aber sucht sie dort zurückzuhalten. Die Vernünftigen folgen dem Rate des ersteren und werden gerettet, die Unklugen aber folgen dem des anderen und kommen dadurch um ihr Leben.

 

467. Die Erzählung von der Lust  (Kama-Jātaka).

[Ein Brahmane verliert die ganze Frucht seiner Feldarbeit, der auch der Meister sein Interesse entgegengebracht hat, durch einen Regensturm. Als er darüber in Kummer verfällt, tröstet ihn der Meister]

Ein Prinz verzichtet auf die Königswürde und lebt auf dem Lande. Durch die Ehrung aber, die ihm hier zu teil wird, übermütig gemacht will er die Herrschaft mit Gewalt an sich reißen; darauf tritt ihm sein jüngerer Bruder freiwillig sein Reich ab. — Um ihn aber von seiner Herrschsucht zu heilen verspricht ihm Gott Sakka als Brahmane verkleidet noch drei andere Reiche; dann verschwindet er und ist nicht mehr zu finden. Aus Trauer über diesen vermeintlichen Verlust wird der König krank; doch heilt ihn ein weiser Jüngling unter Hinweis auf das Zwecklose des Kummers.

 

468. Die Erzählung von Janasandha   (Janasandha-Jātaka).

[Der König von Kosala ist nachlässig geworden in der Regierung und auch in der Aufmerksamkeit gegen den Meister. Dafür wird er von diesem ernstlich getadelt und gewarnt]

Ein sehr guter König verkündigt seinen Untertanen die zehn Dinge, für die man später zu büßen hat.

 

469. Die Erzählung von Mahakanha  (Mahakanha-Jātaka).

[Während die Mönche einmal die verschiedenen Arten preisen, wie der Meister zum Heile der Welt wirke, kommt dieser dazu und erzählt einen weiteren Beweis dafür]

Weil Gott Indra die Tugend auf der Erde zurückgehen sieht, kommt er in Gestalt eines Jägers mit einem riesigen, furchtbaren Hunde herab, der allen Leuten großen Schrecken einjagt und der sich durch keine Nahrung ersättigen läßt. Auf die Frage des Königs erklärt der Gott, welche Leute der Hund fresse, und bewirkt dadurch, daß sich die Menschen wieder bessern.

 

470. Die Erzählung von Kosiya  (Kosiya-Jātaka).

Verweisung auf das Jātaka 535.

 

471. Die Erzählung von dem Widder (Mendaka-Jātaka).

Verweisung auf das Jātaka 546.

 

472. Die große Erzählung von Paduma  (Mahapaduma-Jātaka).

[Da das Ansehen des Buddha immer wächst, das der Sektierer aber abnimmt, erbietet sich eine junge, schöne Anhängerin von diesen, Buddha in Unehre zu bringen. Nachdem sie eine ganze Zeit hindurch die Sache vorbereitet hat, kommt sie in die Versammlung der Gemeinde und beschuldigt den Meister, durch ihn sei sie schwanger geworden. Dieser antwortet nichts; Gott Indra aber schickt zwei Mäuse, die die Riemen zernagen, mit denen sie um ihren Leib Holz gebunden hat um schwanger zu erscheinen. Die Unglückliche wird hinausgejagt und draußen von der Erde verschlungen]

Ein König zieht in den Kampf und überträgt seinem Sohn die Beschirmung seiner zweiten Frau. Diese sucht den Jüngling zu verführen; doch er bleibt standhaft. Bei der Rückkehr des Königs stellt sie sich darum krank und sagt ihm, sein Sohn habe sie verführen wollen und mißhandelt. Darauf wird der Sohn zum Tode verurteilt; zwar legen alle anderen Fürbitte für ihn ein, aber er wird doch in den Abgrund gestürzt. Hier fängt ihn eine göttliche Schlange auf und rettet sein Leben, worauf er als Asket in den Himalaya geht. — Der König hört davon, zieht dorthin und erfährt von ihm seine Unschuld; die Königin aber findet die gebührende Strafe.

 

473. Die Erzählung von dem Freund und dem Feind  (Mittamitta-Jātaka).

[Buddha wird von einem Könige gefragt, wie man einen Freund von einem Feind unterscheiden könne]

Bei einer bestimmten Gelegenheit gibt ein weiser Mann einem Könige die Kennzeichen an, woran er einen Freund und einen Feind voneinander unterscheiden kann.

 

Dreizehntes Buch

 

474. Die Erzählung von  dem Mango  (Amba-Jātaka)

[Beziehung auf Devadattas Vorgehen gegen den Meister]

Ein weiser Mann von niederer Herkunft kennt einen Zauberspruch, mit dem er jederzeit reife Früchte erhalten kann. Ein junger Brahmane möchte diesen Spruch erhalten und dient deshalb jenem solange, bis er ihm den Spruch sagt. Doch warnt ihn der Weise davor, die Abkunft seines Lehrers zu verleugnen, sonst werde er des Spruches verlustig gehen. — Der Jüngling tritt hierauf in den Dienst des Königs und führt ihm auch sein Wunder vor. Nach seinem Lehrer gefragt, schämt er sich dessen niederen Stand zu bekennen und sagt die Unwahrheit. Bei der nächsten Gelegenheit weiß er den Spruch nicht mehr und wird darum vom König fortgejagt. Da ihm auch der Weise nicht mehr hilft, endet er in der Verlassenheit sein Leben.

 

475. Die Erzählung von dem Phandana-Baum  (Phandana-Jātaka).

[Verweisung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 536]

Ein Löwe kommt mit einer Baumgottheit in Streit. Deshalb veranlaßt er einen Zimmermann gerade den Baum der Gottheit zu fällen. Die Gottheit aber sagt dem Mann eine List, durch die er den Löwen erlegen kann. So finden durch ihre Zwietracht beide den Untergang.

 

476. Die Erzählung von dem schnellen Schwan  (Javanahamsa-Jātaka).

[Der Meister erklärt, wie rasch die Bestandteile des Lebens vergehen]

Ein Schwan, der mit einem Könige befreundet ist, rettet durch seine Schnelligkeit seine beiden Brüder, die mit der Sonne um die Welt fliegen wollten. Er selbst fliegt zu seinem Freunde und gibt diesem eine Probe seiner außerordentlichen Schnelligkeit. Dabei versetzt er den König durch den Hinweis, daß noch schneller das Leben vergehe, in Bestürzung. Als dieser ihn bittet immer bei ihm zu bleiben, weigert sich der Schwan aus guten Gründen und kehrt in seine Heimat zurück.

 

477. Die kleine Erzählung von Narada  (Cullanarada-Jātaka).

[Eine Frau möchte ihre Tochter verheiraten und verführt daher mit großer Klugheit einen eitlen Mönch den Orden zu verlassen. Im letzten Augenblick aber wird dieser noch zurückgehalten und vom Meister bekehrt]

Ein Weiser zieht sich mit seinem jungen Sohn in die Einsamkeit zurück. Als er sich einmal entfernt hat, kommt ein Mädchen, verführt den Knaben und will ihn veranlassen ihr zu folgen. Der Knabe aber wartet die Rückkehr seines Vaters ab und wird von diesem belehrt, welche Gefahren ihm in der Welt drohen, worauf er bei ihm bleibt.

 

478. Die Erzählung von dem Boten   (Duta-Jātaka).

[Die Mönche unterhalten sich über die verschiedenen Mittel, die der Meister zur Bekehrung benützt]

Ein Jüngling, der im Lande umherwandelt um das Lehrgeld für seinen Meister aufzubringen, wird, als er die Summe schon beisammen hat, durch einen Zufall des Geldes beraubt. Daher enthält er sich der Nahrung, bis die Leute darauf aufmerksam werden und am Ende der König selbst kommt, der ihm das verlorene Geld wieder gibt.

 

479. Die Erzählung von Kalinga und dem Bodhibaum  (Kalingabodhi-Jātaka).

[Weil die Bewohner von Savatthi auch während der Abwesenheit Buddhas einen Gegenstand zur Verehrung haben wollen, wird der Meister von Ānanda gefragt und er erklärt, ein Exemplar des Bodhibaumes sei dafür am passendsten. Darauf wird ein Keim von diesem Baume herbeigeholt und mit großer Feierlichkeit eingepflanzt; sogleich wächst er zu seiner vollen Größe empor]

Ein Prinz, der vor dem Zorn seines Bruders in die Einsamkeit geflüchtet, verbindet sich dort mit einer Königstochter, deren Eltern auch aus bestimmten Gründen die Welt verließen. Sie bekommen einen Sohn, der später das Reich seines Oheims erbt. — Als er später einmal seine Eltern besuchen will, kommt er an der Stelle vorbei, an der die Buddhas die Erleuchtung zu erhalten pflegen. Da sein Elefant nicht die Stelle betreten kann, wird er von seinem Hauspriester über die Heiligkeit des Ortes aufgeklärt; er bezeigt ihm seine Verehrung und zieht dann weiter.

 

480. Die Erzählung von Akitti  (Akitti-Jātaka).

[Ein großer Wohltäter des Ordens wird vom Meister wegen seiner Freigebigkeit gepriesen]

Ein Weiser verzichtet auf seine Güter und zieht mit seiner Schwester in die Einsamkeit. Als er auch hier geehrt wird, entfernt er sich heimlich und begibt sich auf eine Insel, ohne daß seine Schwester seinen Aufenthalt kennt. Während er dort in strengster Askese lebt, will ihn Gott Indra auf die Probe stellen; er erscheint ihm und erlaubt ihm mehrere Wünsche zu äußern. Der Weise aber wünscht sich nur solche Dinge, die ihm für seine weitere Vervollkommnung geeignet erscheinen.

 

481. Die Erzählung von Takkariya  (Takkariya-Jātaka).

[Sāriputta und Mogallāna haben bei Kokālika, dem Freunde Devadattas, einige Zeit verbracht, doch durfte er den anderen nichts davon sagen. Kaum sind sie fort, so teilt er es den Laienbrüdern mit, die mit vielen Gaben den beiden nacheilen. Diese nehmen nichts an, versprechen aber bald wiederzukommen. Als sie zurückkehren, werden sie auf das Reichste beschenkt, geben aber Kokālika nichts davon, da sie seine Habsucht erkennen. Deshalb schilt sie dieser; sie ziehen ab und lassen sich auch durch die Laienbrüder nicht zurückhalten. Als diese aber den Grund ihrer Abreise erfahren, vertreiben sie Kokālika aus ihrer Nähe. Dieser klagt nun die beiden beim Meister an; darauf kommt er in die Hölle]

Ein Hauspriester, der sich an einem ihm äußerlich gleichenden Feinde rächen will, rät dem Könige das eine Stadttor zur größeren Sicherheit neu einzusetzen und dabei einen Brahmanen von solchem Aussehen zu opfern. Zuhause macht er seiner Frau eine Andeutung davon; sie teilt es dem andern mit, worauf dieser schleunig entflieht. Da aber doch das Opfer vollzogen werden muß, soll der Hauspriester selbst von einem weisen Schüler von ihm geopfert werden. Dieser belehrt ihn durch mehrere Beispiele, wie verkehrt es sei, zur unrechten Zeit zu reden oder sonstwie einen Laut von sich zu geben, (1. Der Jüngling, der mit dem Bruder der Dirne Mitleid hatte; 2. der Gabelschwanz zwischen den kämpfenden Widdern; 3. der auf den Baum Kletternde und die Schlange; 4. die Ziege, die an das Messer stößt; 5. der König und die beiden Feen.) Schließlich rettet er seinen Lehrer.

 

482. Die Erzählung von der Ruru-Gazelle  (Ruru-Jātaka)

[Beziehung auf Devadattas Undankbarkeit]

Ein schlecht erzogener Mann, der sein Vermögen vergeudet hat, stürzt sich ins Wasser, wird aber von einer großen Gazelle gerettet. Zum Lohne dafür verrät er dem König, der infolge eines Traumes seiner Frau nach einem solchen Tiere sucht, ihren Aufenthalt. Der König sucht sie auf um sie zu fangen, findet aber an ihr solchen Gefallen, daß er ihr und ihrem ganzen Geschlechte Schonung des Lebens verspricht. — Als die Gazellen dann allmählich viel Schaden anrichten und die Leute sich darüber beim Könige beklagen, bleibt dieser seinem Worte treu; doch die Ruru-Gazelle veranlaßt ihre Genossen die Landleute nicht mehr zu schädigen.

 

483. Die Erzählung von der Sarabha-Gazelle (Sarabhamiga-Jātaka).

[Als die Sektierer einmal sich brüsten ein Wunder tun zu wollen, kündigt auch der Meister ein solches an. Er läßt einen eingesetzten Keim in einem Augenblicke sich zum mächtigen Baume entwickeln. Gott Indra erschafft dazu einen großen Edelsteinpavillon. Darauf weilt der Meister drei Monate lang im Himmel. Damit er auf die Erde hinuntersteigen kann, erbaut ihm der Gott eine kostbare Treppe. Zum Schlüsse zeigt der Meister durch geschickt gestellte Fragen, daß Sāriputta nach ihm der Weiseste ist, und verschafft ihm dadurch die gebührende Ehrung]

Ein König schießt auf der Jagd nach einer großen Gazelle, fehlt sie aber und setzt ihr nach. Bei der Verfolgung stürzt er in eine tiefe Grube, aus der ihm die Gazelle heraushilft. Aus Dankbarkeit will ihr der König sein Reich abtreten; sie aber ermahnt ihn zur Tugend und kehrt in den Wald zurück. — Am nächsten Morgen tut der König daraufhin einen begeisterten Ausruf; dies hört sein Hauspriester und er schließt zum Staunen des Königs daraus alles, wie es sich zugetragen. — Um den König auf die Probe zu stellen, läßt ihm Gott Indra das Bild der Gazelle erscheinen, als der König gerade auf die Scheibe schießt. Sofort setzt der König den Bogen ab und läßt sich weder durch Versprechungen noch durch Drohungen veranlassen, auf seinen Wohltäter zu schießen.

 

Vierzehntes Buch.  (Pakinnaka-Nipata).

 

484. Die Erzählung von dem Reisfeld  (Salikedara-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 540]

Ein Papagei holt sich von einem wohlbestellten Reisfelde sein Futter und nimmt immer noch in seinem Schnabel davon mit. Der Besitzer läßt ihn fangen und fragt ihn, warum er dies tue. Als ihm dies der Papagei in treffender Weise darlegt, erlaubt er ihm und seinen Genossen, sich immer auf seinem Felde die Nahrung zu holen.

 

485. Die Erzählung von dem Feenmännchen Canda  (Candakinnara-Jātaka).

[Mit Bezugnahme auf die Nidanakatha wird erzählt, wie Buddha zum ersten Male nach der Sambodhi nach Kapilavatthu kam. Seine frühere Gemahlin bezwingt ihren Kummer und wird von Buddha wegen ihrer Treue gepriesen]

Während ein Feenpärchen miteinander spielt, wird es von einem König belauscht, der das Männchen verwundet und das Weibchen mit sich nehmen will. Dies weigert sich aber und beklagt nun ihren Mann, wobei sie an dem Walten der Götter zweifelt. Darauf macht Gott Indra in Gestalt eines Brahmanen das Männchen wieder gesund.

 

486. Die Erzählung von dem großen Seeadler  (Mahaukkusa-Jātaka).

[Ein junger Mann schließt um eine Frau zu gewinnen eine Anzahl von Freundschaften bis hinauf zu den Höchsten. Daraus erwächst ihm viel Vorteil in äußeren Dingen und auch die Erreichung der Bekehrung. Im Anschluß daran setzt der Meister die Vorzüge der Freundschaft auseinander]

Ein Habichtpaar ist mit einem Löwen, einer Schildkröte und einem Seeadler befreundet. Als ihm einmal Landleute die Jungen rauben wollen, werden sie zuerst durch den Seeadler daran gehindert und dann durch die Schildkröte. Als aber alles nichts nützt, wird der Löwe zu Hilfe herbei gerufen,   der die Landleute durch seinen bloßen Anblick zu rascher Flucht veranlaßt.

 

487. Die Erzählung von Uddalaka (Uddalaka-Jātaka).

[Beziehung auf einen heuchlerischen Mönch]

Der Sohn eines Hauspriesters und einer Dirne wird später aus Wißbegier Asket. Er veranlaßt seine Genossen an den Hof eines Königs zu ziehen und sich durch das zur Schau Tragen ihrer asketischen Betätigungen seine Geneigtheit zu erwerben. Der Hauspriester des Königs aber, sein Vater, durchschaut diese Absicht und warnt den König. Er wird von seinem Sohne in eine Disputation über Standesunterschiede verwickelt, aus der er jedoch siegreich hervorgeht. Zum Schlusse werden der Sohn und seine Begleiter einem weltlichen Berufe zugeführt.

 

488. Die Erzählung von dem Lotosstengel  (Bhisa-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 531 (Unzufriedenheit)]

Ein reicher Mann verzichtet auf sein Vermögen und zieht sich mit seinen Brüdern, seiner Schwester und noch drei anderen Personen in die Einsamkeit zurück, wo sie strengste Askese üben. Um ihn auf die Probe zu stellen läßt Gott Indra mehrere Tage die für ihn bestimmten Lotosstengel verschwinden. Da der Verdacht besteht, daß einer aus der Schar sie entwendet hat, reinigen sie sich alle durch einen Eid, wobei sie das verschwören, was ihnen das Unangenehmste, den Weltleuten aber das Liebste ist. Auch einige in der Nähe wohnende Tiere schwören den Eid. Daraufhin bekennt sich Gott Indra selbst als die Ursache des Verschwindens, wird von dem Weisen zurechtgewiesen und bittet ihn und die übrigen um Verzeihung.

 

489. Die Erzählung von Suruci  (Suruci-Jātaka).

[Die große Wohltäterin Visakha erhält vom Meister die Erlaubnis zu acht dauernden Stiftungen für die Buddhagemeinde]

Ein Prinz erhält eine Prinzessin unter der Bedingung zur Frau, daß sie seine einzige Gattin bleibe. Dieser Bedingung bleibt er treu, auch als ihm seine Gattin keine Kinder schenkt. Später führt sie ihm auf das Drängen des Volkes selbst eine große Menge von Nebenfrauen zu; aber auch diese bekommen keine Kinder. — Endlich läßt sich Gott Indra durch ihre Tugend bestimmen ihr einen Sohn zu gewähren, zumal auch alle Nebenfrauen sie als die würdigste bezeichnen. Zuerst läßt er sich noch von der Königin die Art ihrer Tugendbetätigungen schildern. Als der Sohn herangewachsen ist, wird ein großes Fest gefeiert; doch sollen die Teilnehmer nicht eher nachhause gehen dürfen, als bis der Prinz einmal gelacht habe. Endlich gelingt es einem von Gott Indra selbst gesandten Gaukler den Prinzen zu einem Lächeln zu reizen und das Fest ist zu Ende.

 

490. Die Erzählung von den fünf Fastenden  (Pancuposatha-Jātaka).

[Der Meister empfiehlt das Halten der Uposathabestimmungen, besonders des Fastens]

Vier Tiere, die in der Nähe eines Asketen wohnen, entschließen sich zu fasten: eine Taube, um vom Liebesschmerz freizukommen, eine Schlange, weil sie ein Tier getötet, ein Schakal, weil er infolge seiner Habgier fast gestorben wäre, und ein Bär, dem es ähnlich ergangen. Der Asket selbst ist noch hochmütig, wird aber von einem Heiligen bekehrt und beginnt auch zu fasten. Darauf erzählen sich die fünf, warum sie diesen Entschluß gefaßt haben.

 

491. Die Erzählung von dem großen Pfau  (Mahamora-Jātaka).

[Beziehung auf einen Mönch, der durch sinnliche Begierde unzufrieden mit dem Ordensleben geworden ist. Der Meister tröstet ihn]

Ein schöner Pfau zieht sich aus Furcht gefangen zu werden in eine einsame Gegend zurück. Hier sieht ihn ein Jäger und teilte dies auch seinem Sohne mit. — Ein König läßt, weil seine Gattin einen Traum hatte, nach einem solchen Pfau suchen; aber in sechs Generationen gelingt es nicht den Pfau zu fangen. Endlich bringt dies ein Jäger fertig durch Mitnahme eines Pfauenweibchens. Doch erregt die jetzige klägliche Lage des Pfaues sein Mitleid und er will ihn wieder freilassen. In dem sich nun entspinnenden Zwiegespräch wird der Jäger von der Anhänglichkeit an das Irdische befreit; er bewirkt auf den Rat von jenem durch ein Wunder die Freilassung aller gefangenen Tiere und wird ein Heiliger.

 

492. Die Erzählung von dem Zimmermannseber  (Tacchasukara-Jātaka).

[Der König von Kosala führt mit seinem Neffen Ajātasattu mit wechselndem Erfolge Krieg.  Da erfährt er einen Kriegsplan, den zwei alte, erfahrene Mönche miteinander besprechen. Er befolgt ihn und gewinnt dadurch den Sieg]

Ein Eber, der früher einem Zimmermann bei der Arbeit geholfen, wird freigelassen und sucht seine Verwandten auf, die von einem Tiger heimgesucht werden. Er ermuntert sie zum Widerstande, so daß der Tiger wieder umkehrt und zu einem falschen Asketen hingeht, der ihm aber wieder Mut macht zu einem neuen Angriff. Dabei wird der Tiger durch eine List des ersten Ebers getötet und die Eber suchen nun auch den falschen Asketen auf und reißen ihn in Stücke.

 

493. Die Erzählung von dem großen Kaufmann  (Mahavanija-Jātaka).

[Einige Kaufleute, die sich in der Wildnis verirrt haben, finden einen wunderbaren Baum, der sie mit allem möglichen versorgt. Reich beladen kehren sie nachhause zurück und bringen der Baumgottheit zu Ehren eine große Spende für die Mönchsgemeinde]

Eine Anzahl von Kaufleuten findet in der Wildnis einen Baum, der sie in wunderbarer Weise mit allem Notwendigen versorgt; als sie aber trotz der Warnung ihres Führers aus Habsucht den Baum selbst umhauen wollen, werden sie durch göttliche Schlangenwesen, die dort wohnen, alle getötet außer dem Führer, der reich an Schätzen in die Heimat zurückgeleitet wird.

 

494. Die Erzählung von Sadhina   (Sadhina-Jātaka).

[Beziehung auf Leute, welche die Uposathabestimmungen hielten]

Ein wohltätiger König wird unter dem Staunen der Menge von Indras Wagenlenker mit in den Himmel genommen; doch kehrt er nach langer Zeit wieder auf die Erde zurück um sich neue Verdienste zu erwerben. Er gibt sich seinem an seiner Statt regierenden Nachkommen zu erkennen, spendet nochmals reiche Almosen und stirbt dann um wieder in den Himmel zu kommen.

 

495. Die Erzählung von den zehn Brahmanenarten  (Dasabrahmana-Jātaka).

[Im Anschluß an eine außergewöhnlich reiche Spende legt der Meister dar, daß man beim Almosengeben die richtige Auswahl treffen muß]

Ein König ist von seinem Almosenspenden nicht befriedigt, weil die Empfänger dessen nicht würdig sind. Er fragt darum einen Weisen und dieser erklärt ihm die zehn Arten der Brahmanen, wie sie nicht sein sollen; doch gebe es auch Heilige, die die Gaben verdienen. Diese lädt der König durch eine symbolische Handlung ein und spendet ihnen reiche Gaben.

 

496. Die Erzählung von den nacheinander gespendeten Almosen  (Bhikkhaparampara-Jātaka).

[Eine reicher Mann wendet zur Ehrung des Meisters Ānanda eine reiche Spende zu; dieser jedoch gibt sie Sāriputta und dieser dem Meister selbst, der sie auch annimmt]

Ein König, der mit seinem Hauspriester im Lande umherfährt, wird von einem reichen Mann gesehen. Dieser bringt Speise herbei; doch verzichtet darauf der König zugunsten seines Hauspriesters, dieser zugunsten eines auch anwesenden Asketen und dieser gibt die Speise einem gerade dazukommenden Heiligen, der sie ohne einen andern einzuladen verzehrt. Auf die Frage des Reichen erzählen darauf alle, warum sie so getan.

 

Fünfzehntes  Buch  (Visati-Nipata).

 

497. Die Erzählung von Matanga   (Matanga-Jātaka).

[Ein König bedroht einen Mönch, den er in seinem Parke trifft, mit dem Tode; doch der Mönch erhebt sich durch seine Wunderkraft in die Luft und kehrt zum Meister zurück]

Ein vornehmes Mädchen sieht einen Jüngling aus niederem Geschlechte und kehrt daraufhin um; aus Zorn darüber mißhandelt ihn ihr Gefolge. Er schleppt sich hierauf vor ihre Tür und bleibt hier so lange liegen, bis sie ihm zur Frau gegeben wird. Nach kurzer Zeit verläßt er sie und wird Asket, sucht sie aber als Gott Brahma wieder auf um ihr Ansehen zu vermehren; dabei empfängt die Frau durch die Berührung seines Fingers. Dafür wird sie von allen reich beschenkt und sie erhält auch noch einen Palast, in dem sie ihren Sohn aufzieht. — Dieser spendet viele Almosen, ist aber voll Hochmut. Sein Vater kommt um ihn zu bekehren, wird aber von ihm unter Androhung von Gewalt vertrieben. Zur Strafe wird der Jüngling mit seinen Genossen von Dämonen schwer gelähmt. Seine Mutter sucht nun ihren Gatten auf, der ihr ein Heilmittel mitgibt; dieses wird mit Erfolg angewandt, des Jünglings Freunde aber verlassen die Stadt. — Nachdem hierauf der Weise noch einen anderen Brahmanen durch Stillstehenlassen der Sonne von seinem Hochmut heilte, kommt er in die Stadt, wo sich die früheren Freunde seines Sohnes aufhalten, und diese bewegen den König ihn töten zu lassen. Zur Strafe dafür wird das ganze Land von den Gottheiten zerstört.

 

498. Die Erzählung von Citta und Sambhuta  (Cittasambhuta-Jātaka).

[Zwei Mönche, die miteinander eng befreundet sind, werden darob vom Meister gepriesen]

Zwei engbefreundeten jungen Leuten aus niederem Geschlechte ergeht es so, wie am Anfang des vorigen Jātaka erzählt. Deshalb geben sie sich als Brahmanen aus und erlernen die Wissenschaften. Einmal jedoch verraten sie sich durch die Sprache; sie müssen fliehen und sterben in der Einsamkeit. — In ihrer nächsten Existenz werden sie als Gazellen zusammen getötet, in der übernächsten als Seeadler. — Dann kommen sie wieder auf die Welt, der eine als Sohn eines Hauspriesters, der zweite als Königssohn; der eine wird Asket, der andere König. Einmal kommen sie dabei zusammen und besinnen sich auf ihre früheren Existenzen. Der Asket will den König, der auch schon alt ist, zur Weltflucht bewegen und dies gelingt ihm auch trotz dessen anfänglichen Widerstandes.

 

499. Die Erzählung vom König Sivi  (Sivi-Jātaka).

[Ein König, der mit einer großen Spendung unzufrieden dem Meister noch mehr schenkt, wird von ihm dafür gepriesen]

Ein König, der große Freude am Almosenspenden hat, erklärt sich bereit auch seinen wertvollsten Besitz herzuschenken. Ihm naht sich Gott Indra in Gestalt eines blinden Bettlers und bittet ihn um ein Auge. Der König verspricht ihm seine beiden Augen und läßt sich diese auch trotz des Jammerns der Menge von dem widerstrebenden Arzte herausnehmen. Der Gott legt die beiden Augen in seine leeren Augen höhlen und verschwindet. — Der König legt die Regierung nieder und zieht sich in die Einsamkeit zurück. Hier erscheint ihm wieder der Gott und gibt ihm, als er die Lauterkeit seiner Gesinnung erkennt, seine Augen zurück. Der König aber preist den Wert der Freigebigkeit und veranlaßt auch seine Untertanen zum Almosen spenden.

 

500. Die Erzählung von der Abnahme des Glanzes  (Sirimanda-Jātaka).

Eine Verweisung auf das Jātaka 546.

 

501. Die Erzählung von der Rohanta-Gazelle  (Rohantamiga-Jātaka).

[Beziehung auf die Lebensaufopferung von Ānanda, die im Jātaka 533 genauer erzählt ist]

Eine herrliche Gazelle wird, weil sie eine Königin im Traum sah, auf Befehl des Königs von einem Jäger gefangen. Ihr Bruder und ihre Schwester laufen nicht davon, sondern sie bleiben bei ihr stehen, als der Jäger herankommt. Dadurch wird dieser so gerührt, daß er sie alle drei freigibt. Damit aber der Jäger keinen Schaden davon habe, gibt ihm die Gazelle einige ihrer Haare mit; diese soll er dem Könige zeigen und ihm dazu einige Verse sagen, die sie ihn lehrt. — Während sie selbst zu ihren hocherfreuten Eltern zurückkehrt, kommt der Jäger zum König und richtet seinen Auftrag aus. Damit ist der Wunsch der Königin erfüllt und der König befriedigt. Der Jäger selbst aber zieht sich als Asket in die Einsamkeit zurück.

 

502. Die Erzählung von dem Schwan  (Hamsa-Jātaka).

[Ebenfalls Beziehung auf die Lebensaufopferung des Ānanda]

Dieselbe Geschichte wie im vorigen Jātaka von der Gazelle wird hier von einem Schwan berichtet. Nur ist es hier der Bruder allein, der den Gefangenen nicht verläßt, und die beiden Schwäne begeben sich selbst zu dem Könige um ihn zu unterweisen.

 

503. Die Erzählung von Sattigumba   (Sattigumba-Jātaka).

[Beziehung auf den Mordversuch des Devadatta]

Zwei Papageien, die Brüder sind, werden durch einen Sturm getrennt; der eine kommt zu Räubern, der andere zu Asketen. Als sich nun der König des Landes einmal auf der Jagd verirrt und in die Nähe des Räuberdorfes kommt, fordert der Papagei auf, ihn zu töten. Der König fährt rasch fort und kommt zu der Niederlassung der Asketen, in deren Abwesenheit ihn der andere Papagei bewillkommnet. Dieser klärt auch den erstaunten König darüber auf, woher die Verschiedenheit von ihnen beiden komme.

 

504. Die Erzählung von Bhallatiya  (Bhallatiya-Jātaka).

[Der Meister erklärt dem König von Kosala, der sich mit seiner Frau verfeindet hat, den Vorzug der ehelichen Eintracht]

Ein König, der allein auf die Jagd geht, belauscht ein Feenpärchen, das laut jammert. Über die Ursache ihres Kummers befragt sagen sie, es sei deshalb, weil sie einmal vor langer Zeit eine Nacht hindurch von einander getrennt waren; diese ihnen verloren gegangene Zeit könnten sie nicht verschmerzen. Dadurch wird der König über den Wert der Zeit belehrt und er widmet sich fortan mit Ernst der Regierung und guten Werken.

 

505. Die Erzählung von Somanassa  (Somanassa-Jātaka).

[Beziehung auf Devadattas Mordversuch]

Ein falscher Asket hört von einem Weisen, daß dem König des Landes der lang gehegte Wunsch nach einem Sohn erfüllt werden wird. Er teilt dies dem König mit und wird deshalb von ihm hoch in Ehren gehalten. Dabei ist er aber von schnöder Gewinnsucht beseelt. — Als einmal der König fortzieht, hält sein junger Sohn dem Asketen seine Falschheit vor. Dieser verklagt ihn bei seinem Vater, der seinen Sohn zum Tode verurteilt. Der Prinz weist aber seinem Vater nach, daß er nur die Wahrheit gesagt habe, und wird begnadigt. Doch will er nicht mehr am Hofe bleiben, sondern trotz aller Abmahnungen verläßt er die Welt und wird Asket.

 

506. Die Erzählung von Campeyya  (Campeyya-Jātaka).

[Beziehung auf die Betätigung der Uposathabestimmungen]

Ein göttliches Schlangenwesen verläßt von Zeit zu Zeit seine prunkvolle Behausung, um in der Menschenwelt zu fasten. Dabei wird es einmal von einem Schlangenbändiger gefangen, den es unversehrt läßt, um sein Gelübde nicht zu brechen. Es wird überall herumgeführt und muß tanzen, doch enthält es sich jeder Nahrung. Seine Gattin merkt, daß es gefangen ist, und kommt als Göttin herbei, während es gerade vor dem König tanzt. Nach längerer Unterredung wird es freigelassen und ladet nun den König zu einem Besuche ein. Da ihm dieser zuerst nicht traut, schwört es die schwersten Eide, bis endlich der König mit großem Gefolge mit ihm zieht. Dieser bleibt eine Zeitlang bei ihm in seiner Herrlichkeit und wird dann mit Schätzen beladen in seine Heimat zurückgeschickt.

 

507. Die große Erzählung von der Verlockung  (Mahapalobhana-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 263]

In ähnlicher Weise wie im Jātaka 263 wird erzählt, wie ein Prinz, der kein Weib in seiner Nähe duldet, endlich auf Wunsch des Königs von einem Mädchen verführt wird. Doch gerät er dann in einen solchen Liebesrausch, daß ihn der König mit seiner Frau aus dem Lande verbannt. — Während er einmal abwesend ist, kommt ein Asket herbei, an dem sogleich die Frau ihre Ver-führungskunst erprobt. Als der Gatte zurückkehrt, will jener wieder über das Meer davonfliegen; doch ist er durch seine Sünde der Wunderkraft beraubt und er fällt ins Meer. Der Prinz ermahnt ihn darauf zum Rechten; der Asket erhält seine Wunderkraft zurück und fliegt davon. Dadurch wird der Prinz bewogen, seine Frau zu verlassen und auch Asket zu werden.

 

508. Die Erzählung von den fünf Weisen  (Pancapandita-Jātaka).

Eine Verweisung auf Jātaka 546.

 

509. Die Erzählung von Hatthipala   (Hatthipala-Jātaka).

[Beziehung auf die vom Meister betätigte Weltentsagung]

Ein König und ein Hauspriester haben keine Kinder. Letzterer bedroht eine Baumgottheit mit der Vernichtung, wenn sie ihnen keine Kinder verschaffe, worauf die Gottheit Gott Indra durch ihre Bitten veranlaßt ihnen vier Kinder zu schicken, die aber alle der Hauspriester erhält. Doch ist prophezeit, daß alle vier später die Welt verlassen werden. — Um sie auf die Probe zu stellen gehen der Hauspriester und der König in Asketenkleidung nacheinander zu den vier Söhnen; sofort verzichten diese auf den Thron und betätigen die Weltflucht. Auch ihre Eltern tun es samt ihren Freunden. — Als der König deren herrenloses Vermögen an sich ziehen will, wird er von seiner Gattin zurechtgewiesen; darauf verlassen auch diese beiden samt ihrem Gefolge und allen Einwohnern von Benares die Welt und werden Asketen. Gott Indra läßt für sie alle Wohnungen errichten und versorgt sie mit dem Nötigen. Ihrem Beispiel folgen später noch sechs weitere Könige; die ganze Versammlung aber verdient sich durch ihre Tugend den Himmel.

 

510. Die Erzählung von Ayoghara  (Ayoghara-Jātaka).

[Ebenfalls Beziehung auf die Weltentsagung des Meisters]

Ein König, dem seine beiden ersten Kinder gleich nach der Geburt von einer Dämonin gefressen wurden, läßt für den dritten Sohn ein Haus aus Erz erbauen, in dem dieser bleibt, bis er herangewachsen ist. Als er dann zum Könige geweiht werden soll und zum ersten Male die Herrlichkeit der Stadt und der Natur sieht, kommt ihm zum Bewußtsein, daß er Alter und Tod unterworfen ist, und er beschließt die Welt zu verlassen. Seinen widerstrebenden Vater bittet er so lange, bis ihm dieser die Erlaubnis dazu gibt. Darauf betätigen in der Art wie im vorigen Jātaka erzählt auch sein Vater, seine Mutter und die ganze Bevölkerung der Stadt die Weltflucht und erhalten von Gott Indra ihre Wohnungen und alles sonst Nötige.

 

Sechzehntes Buch  (Timsa-Nipata)

 

511. Die Erzählung von dem Was-Wünschen (Kimchanda-Jātaka).

[Buddha will eine Anzahl von Anhängern von den Vorteilen, die die Beobachtung des Fasten gebotes mit sich bringt, überzeugen und erzählt deshalb eine Geschichte]

Ein königlicher Hauspriester verwaltet das Richteramt mit Ungerechtigkeit, übt aber auch zwei gute Werke aus. Dafür wird ihm nach seinem Tode ein Zustand zuteil, der halb aus der größten Herrlichkeit, halb aus der ärgsten Strafe besteht. — Sein König verläßt nach einiger Zeit die Welt und wird Asket. Als einmal eine sehr wohlschmeckende Frucht zu Ende gegangen, will er nichts anderes mehr genießen. Die Flußgottheit sucht ihn von seinem verderblichen Vorhaben durch gute Worte abzubringen; als ihr dies nicht gelingt, verbringt sie ihn in den Wald, wo sein früherer Hauspriester als büßender Geist haust. Dieser gibt sich ihm zu erkennen und versieht ihn mit der ihm zusagenden Nahrung, bis der frühere König in den Himmel eingeht.

 

512. Die Erzählung von dem Topf  (Kumbha-Jātaka).

[Fünfhundert Frauen begeben sich einmal von Branntwein berauscht zum Meister und zeigen dort ein unpassendes Verhalten. Um sie zu bekehren, versetzt sie jener zuerst durch verschiedene Mittel in Angst und erzählt ihnen dann, wie das unheilvolle Branntweintrinken aufgekommen sei]

Durch einen Zufall entsteht in einer Baumhöhlung Branntwein. Ein Jäger merkt an Vögeln seine Wirkung, genießt davon und teilt auch einem Asketen davon mit. Die beiden gehen darauf mit ihrem Getränk von Stadt zu Stadt und richten alle diese Orte zugrunde, bis ein weiser König den Branntwein nach seinen Wirkungen als ein Gift erkennt und die beiden töten läßt. — Gleich darauf aber sieht der König, daß er sich geirrt, und will nun selbst Branntwein trinken; da kommt Gott Sakka und erklärt ihm die verderblichen Folgen des Branntweintrinkens, worauf der König von seinem Vorhaben abläßt und die Branntweintöpfe zerschlagen läßt.

 

513. Die Erzählung von dem Feindebesieger  (Jayaddisa-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 540]

Ähnlich, wie im Jātaka 510 erzählt, raubt eine Dämonin aus Haß einer Königin zwei Kinder und frißt sie; als sie dies auch bei dem dritten tun will, wird sie verscheucht, bevor sie den Knaben gefressen. Auf der Flucht erwacht in ihr die Mutterliebe und sie zieht das Kind auf als Dämon, der sich auch nach ihrem Tode von Menschenfleisch nährt. Einmal läßt der König auf ihn Jagd machen, aber vergebens. — Auf der Jagd gerät späterhin der vierte Sohn des Königs in die Gewalt des Dämons; doch läßt ihn dieser wieder los, nachdem er ihm gesagt, er müsse zuvor noch ein einem Brahmanen gemachtes Versprechen erfüllen, und ihm einen Eid geleistet, daß er zurückkehren werde. Wirklich hält auch der Prinz trotz des Abmahnens und der Trauer seiner Angehörigen sein Wort und kehrt zu dem Dämon zurück. Dieser bekommt Angst vor seinem Mute und frißt ihn nicht auf, sondern läßt sich von ihm belehren. Schließlich gehen die beiden zu einem mit übernatürlichem Wissen begabten Asketen, der ihnen sagt, daß sie Brüder sind, und den ganzen Zusammenhang erklärt. Der vermeintliche Dämon schlägt den ihm als dem Älteren angebotenen Thron aus und wird gleichfalls Asket.

 

514. Die große Erzählung von Chaddanta  (Chaddanta-Jātaka).

[Eine junge Nonne gedenkt beim Anblick des Meisters daran, daß sie in einer früheren Existenz seine Gattin war, und wird darum fröhlich; dann erinnert sie sich aber auch an ein Unglück, das sie über ihn brachte, und wird voll Trauer. Lächelnd erzählt darauf der Meister den Mönchen die beiden Begebenheiten]

Ein Elefant, der als Haupt seiner Herde tief im Himalaya lebt, hat zwei Gattinnen. Die eine fühlt sich wiederholt zurückgesetzt und wird gegen ihn haßerfüllt. Sie stirbt und wird, wie sie es gewollt, in ihrer neuen Existenz die Gemahlin des Königs von Benares. Um sich an dem Elefanten zu rächen, stellt sie sich krank und veranlaßt dadurch den König nach ihrem Wunsche alle Jäger zu versammeln, denen sie beschreibt, wo jener Elefant wohnt. Ein Jäger erklärt sich zu dem Wagnis bereit; nachdem die Vorbereitungen getroffen sind, macht er sich auf den Weg und überschreitet mit Kraft und Klugheit die verschiedenen Bergketten, bis er zu dem Wohnort des Elefanten kommt. Er verwundet ihn mit einem vergifteten Pfeile und sägt ihm seine Hauer ab, wobei ihm der gütige Elefant selbst hilft, nachdem er gehört, daß der Jäger von der Königin, seiner früheren Gattin, dazu veranlaßt wurde. Dann stirbt er; der Jäger aber kehrt durch ein Wunder in kürzester Frist nach Benares zurück und meldet der Königin, was vorgefallen. Dieser bricht in der Erinnerung an ihren einstigen Gatten vor Trauer das Herz.

 

515. Die Erzählung von Sambhava  (Sambhava-Jātaka).

[Beziehung auf eine im Jātaka 546 erzählte Begebenheit]

Ein König stellt eine schwere Frage an seinen Hauspriester, der sie nicht zu beantworten weiß. Deshalb schickt er ihn in ganz Indien umher, bis er zu der Familie kommt, wo ihm die Antwort zu teil werden soll. Hier wird er von einem zum andern geschickt, bis ihm endlich das jüngste Glied des Hauses, noch ein Knabe, die erwünschte Antwort gibt. Nachdem er den Knaben hoch geehrt, kehrt der Hauspriester nachhause zurück.

 

516. Die große Erzählung von dem Affen  (Mahakapi-Jātaka).

[Nachdem Devadatta einen Mordversuch auf den Meister gemacht, erzählt dieser von einem Anschlag, den jener in einer früheren Existenz gegen ihn unternommen]

Ein Brahmane, der seine verirrten Rinder sucht, fällt dabei in einen Abgrund. Ein Affe hilft ihm heraus; zum Dank dafür verwundet ihm jener seinen Kopf mit einem Stein. Zur Strafe dafür wird der Brahmane zu einem menschlichen Gespenst. Als ihn einmal der König sieht, fragt er ihn, was er getan habe. Darauf erzählt ihm der Unglückliche die Geschichte; dann wird er von der Erde verschlungen.

 

517. Die Erzählung von den Wasserdämonen  (Dakarakkhasa-Jātaka).

Eine Verweisung auf das große Jātaka 546.

 

518. Die Erzählung von Pandara  (Pandara-Jātaka).

[Beziehung auf das schreckliche Lebensende Devadattas]

Ein Kaufmann wird bei einem Schiffbruch als einziger Überlebender auf eine Insel verschlagen und stellt sich hier heilig, um das Vertrauen der Bewohner zu erwerben. Auch ein Naga (göttliches Schlangenwesen) und ein Supanna (göttliches Vogelwesen, Feind der Nagas) besuchen ihn. Auf Wunsch des Supanna bewegt der Asket endlich den Naga ihm anzuvertrauen, durch welche List sie sich vor den Supannas retten. Kaum weiß er dies, so bricht er sein gelobtes Stillschweigen und verrät das Geheimnis dem Supanna, der sich daraufhin des Naga bemächtigt. Dieser jedoch veranlaßt durch ein längeres Gespräch den Supanna ihn zu verschonen. Doch als dieser ihn nochmals auf die Probe stellt, zeigt sich der Naga immer noch argwöhnisch, bis er von dem Supanna die Aufrichtigkeit seiner Freundschaft bestätigt erhält. — Darauf gehen beide zu dem falschen Asketen hin und der Naga hält ihm seinen Verrat vor. Jener kann sich nicht verteidigen; sein Haupt zerspringt ihm und er wird von der Erde verschlungen.

 

519. Die Erzählung von Sambula   (Sambula-Jātaka).

[Von einer Königin, die infolge ihrer Freigebigkeit (wie im Jātaka 415 erzählt) diesen Rang erhielt und eine ergebene Dienerin des Meisters geworden ist, erzählt dieser ein anderes Beispiel ihrer Ergebenheit aus einer früheren Existenz]

Ein Prinz, der vom Aussatze befallen wird, wird von seiner treuen Gattin in die Einsamkeit begleitet und sorgsam gepflegt. Ein Dämon sieht sie einmal und will sie rauben; doch Gott Sakka kommt der Armen in ihrer Not zu Hilfe und fesselt den Dämon. — Als sie hierauf verspätet in ihre Hütte kommt, verdächtigt sie ihr Gatte der Untreue, bis sie ihn durch eine Wahrheitsbekräftigung von seinem Aussatz heilt. Hierauf kehren sie an den Hof zurück und der Prinz wird König, vernachlässigt aber seine treue Gattin. Als diese sich bei ihrem Schwiegervater darüber beklagt, hält dieser seinem Sohne sein Unrecht vor und dieser bessert sich wieder.

 

520. Die Erzählung von dem Knoten-Tindu-Baume  (Gandatindu-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 334]

Ein König, der ungerecht seine Herrschaft ausübt, wird von einer Baumgottheit, die er verehrt, bei Nacht gescholten und aufgefordert, in seinem Lande nach dem Rechten zu sehen. Als er dies tut, muß er bemerken, daß er für alle möglichen kleinen Unannehmlichkeiten, die den Leuten zustoßen, verantwortlich gemacht wird; so von einem alten Mann, der sich einen Dorn in den Fuß getreten, von einer Frau, die auf den Boden gefallen, von einem Bauern, dessen Ochse sich verletzt hat, von einem Melker, den die Kuh tritt; ferner wegen einer Kuli, die ihr Kalb verloren, und wegen Fröschen, die von Krähen verzehrt werden. Der König muß die Berechtigung all dieser Klagen anerkennen und führt von nun an die Herrschaft in Gerechtigkeit.

 

Siebzehntes Buch  (Cattalisa-Nipata)

 

521. Die Erzählung von den drei Vögeln (Tesakuna-Jātaka).

[Buddha will einen König von der Notwendigkeit guter Werke und einer gerechten Regierung überzeugen und erzählt darum eine Geschichte]

Ein König läßt aus einem Nest drei Eier sorgfältig herausheben und aufbewahren. Aus ihnen schlüpfen später eine Eule, ein Star und ein Papagei heraus, die der König wie seine Kinder hält und aufzieht. Da die Minister darüber spotten, läßt der König eine große Versammlung zusammenkommen und legt jedem der drei Vögel nacheinander eine schwere Frage vor, die diese mit größter Weisheit beantworten. Der Papagei fügt noch eine kluge Ermahnung bei unter großem Beifall des Volkes. Er soll nach des Königs Tode den Thron besteigen, doch verzichtet er darauf und bestimmt nur, wie vor Gericht zu entscheiden sei; dann zieht er sich in den Wald zurück.

 

522.  Die Erzählung von Sarabhaṅga   (Sarabhaṅga-Jātaka).

[Nachdem Sāriputta zum Nirvana eingegangen, ist Mogallāna der wunderkräftigste Schüler Buddhas. Da dieser viele Andersgläubige für die wahre Lehre gewinnt, dingen seine Feinde einen Räuber um ihn zu ermorden. Sechs Tage lang entgeht Mogallāna durch ein Wunder dessen Anschlägen; am siebenten aber macht sich die Wirkung einer früheren bösen Tat geltend, die er einst gegen seine Eltern verübt, und er fällt dem Räuber in die Hände, der ihn halbtot schlägt. Darauf naht er noch in Ekstase dem Meister und bittet ihn um Erlaubnis in das Nirvana einzugehen; dann stirbt er. Nach seinem Tode wird ihm auch von den Göttern Ehrung zu teil und er wird feierlich bestattet. Darauf führt Buddha aus, wie Sāriputta, der nicht in der Gegenwart des Meisters gestorben sei, keine so große Ehrung erfahren habe wie jetzt Mogallāna, und erzählt, wie dieser schon früher einmal von ihm geehrt worden sei]

Bei einem Knaben wird es schon bei der Geburt verkündet, daß er einst ein vorzüglicher Bogenschütze wird. Von seinem Lehrer erhält er später kostbare Geschenke und kehrt an den Hof des Königs zurück, vor dem er, um seine Neider zurückzuweisen, verschiedene wunderbare Proben seiner Fähigkeit ablegt. Als ihm der König hierauf ein hohes Amt geben will, verzichtet er darauf und betätigt die Weltflucht. In seiner Einsamkeit bekommt er bald viele Schüler, zu denen auch seine Eltern und der König gehören. Die meisten von ihnen entläßt er unter Führung seiner besten Schüler in andere Gegenden. — Einer von diesen wird von einem König, der sich dadurch den Sieg über seine Feinde zu sichern glaubt, auf das schmählichste beschimpft und mißhandelt; zur Strafe dafür wird nach sieben Tagen das Land verwüstet und seine Bewohner werden durch einen Waffen- und Steinregen getötet. — Darauf ziehen drei Könige zu dem ersten Asketen um ihn zu fragen, was aus vier bösen Königen geworden sei. Auch Gott Sakka hat dem Asketen mehrere Fragen vorzulegen. Ein Schüler des Meisters führt sie alle zu seinem Meister hin, dem sie nun der Reihe nach ihre Fragen vorlegen, der Gott voran. Der Meister beantwortet alle Fragen mit größter Weisheit, worauf die Könige um Aufnahme in die Asketenschar bitten; der Gott aber kehrt, nachdem er den Meister geehrt, in den Himmel zurück.

 

523. Die Erzählung von Alambusa  (Alambusa-Jātaka).

[Einen Mönch, der durch die Erinnerung an seine frühere Frau mit dem Ordensleben unzufrieden geworden ist, warnt Buddha durch die Erinnerung an eine Begebenheit in einer früheren Existenz]

Ein Asket bekommt von einem Gazellenweibchen einen Sohn, den er in größter Frömmigkeit aufzieht. Gott Indra wird eifersüchtig darauf und schickt ein schönes und gewandtes Göttermädchen ab um den Jüngling zu verführen. Dies gelingt ihr leicht. Endlich erwacht der Jüngling aus seiner Betörung und das Mädchen erzählt es ihm, dass es von Gott Indra zu ihm gesandt worden sei. Darauf erinnert er sich an die weisen Lehren seines Vaters und erlangt wieder die alte Frömmigkeit. Dem Mädchen verzeiht er auf seine Bitte und dies kehrt zu Indra zurück, indem es diesen bittet, er möge es doch nie mehr zu einer solchen Sendung verwenden.

 

524. Die Erzählung von Samkhapala  (Samkhapala-Jātaka).

[Ermahnung, die Uposathapflichten zu beobachten]

Ein König zieht  sich in die Einsamkeit zurück und wird hier öfters von einem Naga (einem göttlichen Schlangenwesen) besucht. Einmal besucht ihn auch sein Sohn, der junge König, und ist so von der Pracht des Naga entzückt, daß er nach seinem Tode auch ein solcher zu werden wünscht. Sein Wunsch geht in Erfüllung; weil er aber nach dieser Existenz wieder Mensch werden will, betätigt er in der Einsamkeit an gewissen Tagen die für Asketen gültigen Gebote. — Dabei läßt er sich einmal von rohen Menschen fangen und mißhandeln, bis ein gutmütiger Reicher, der des Weges kommt, ihn loskauft. Zum Danke dafür nimmt der Naga den Reichen mit in sein Reich; nach einiger Zeit aber verläßt dieser die Welt und wird Asket. — Später kommt der Asket einmal nach Benares und erzählt hier dem König auf seine Frage die ganze Geschichte von dem Naga und seiner Herrlichkeit; er fügt hinzu, der Naga treibe Askese nur um als Mensch wiedergeboren zu werden. Darauf geht der Asket wieder fort; der König aber führt von nun an auch ein gutes Leben.

 

525. Die kleine Erzählung von Sutasoma  (Cullasutasoma-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 544]

Ein König, der in Freuden lebt, beschließt beim Anblick seines ersten grauen Haares die Welt zu verlassen. Alle seine Verwandten und Nahestehenden suchen ihn durch alle möglichen Gründe von seinem Vorhaben abzuhalten; er aber weist alle ihre Vorstellungen zurück. Er will nun seinem jüngeren Bruder die Herrschaft übertragen; dieser aber schlägt sie aus. Hierauf betätigt der König die Weltflucht. Die Menge merkt es, sucht ihn jammernd überall und schließt sich ihm dann mit Weib und Kind an. Gott Indra aber läßt durch seinen göttlichen Baumeister Vissakamma für alle die vielen, die mit dem König die Welt verlassen, eine schöne Einsiedelei errichten, wo sie unter des früheren Königs Leitung ihr Leben beschließen.

 

Achtzehntes Buch  (Pannasa-Nipata)

 

526. Die Erzählung von Naḷinikā  (Naḷinikā-Jātaka).

[Ähnlich wie die Vorgeschichte zum Jātaka 523]

Ähnlich wie im Jātaka 523 wird Gott Indra mit Neid erfüllt über die Frömmigkeit eines jungen Asketen. Er läßt deshalb in einem Reiche drei Jahre lang keinen Regen herabkommen, erscheint dann dem Könige, der ganz verzweifelt ist, bei Nacht und veranlaßt ihn seine schöne Tochter zur Verführung jenes frommen Jünglings abzusenden. Sie geht auch nach anfänglichem Widerstreben zu dem jungen Asketen hin, indem sie mit einem Ball spielt. Da sie merkt, daß jener ganz unwissend ist, gibt sie sich für einen Jüngling aus, beantwortet mit List seine Fragen und verführt ihn zur Unzucht. Dann entfernt sie sich und kehrt nach Benares zurück. — Inzwischen kommt der Vater des Jünglings in seine Hütte; er sieht, daß jener liebeskrank ist, und läßt sich von ihm erzählen, was vorgefallen. Darauf klärt er ihn auf, daß er von einem Weibe verführt worden sei, und bringt ihn wieder zur Vernunft und zu seiner alten Frömmigkeit zurück.

 

527. Die Erzählung von Ummadanti  (Ummadanti-Jātaka).

[Ein Mönch verliebt sich in ein reichgeschmücktes Weib, das er bei seinem Almosengange sieht, und wird deshalb unzufrieden mit dem Leben im Orden. Seine Genossen suchen ihn zuerst durch Zureden zur Vernunft zu bringen; dann führen sie ihn zum Meister hin, der ihn durch die Erzählung einer Geschichte bekehrt]

Ein reicher Kaufmann hat eine wunderschöne Tochter, die er dem König als Schwiegertochter anbietet. Als dieser aber zuvor Zeichendeuter zu ihr schickt um zu erproben, ob sie dazu geeignet ist, läßt sie erzürnt die Männer aus dem Hause werfen. Darauf wird sie mit dem Heerführer des jungen Königs vermählt. Dort sucht sie, ihrer Schönheit bewußt, die sie zum Lohn für ein gutes Werk in einer früheren Existenz erhalten, eine Gelegenheit, daß sie der König zu Gesicht bekommt. Als dies geschieht, gerät der König vor Verliebtheit ganz außer sich. Der Heerführer merkt den Grund der Krankheit des Königs und gebraucht eine List um dies auch den anderen von der Umgebung des Königs bekannt zu machen. Dann bietet er dem König seine Frau an; doch nach edlem Wettstreit verzichtet dieser auf die Schöne und bezwingt seine Verliebtheit.

 

528. Die Erzählung von Bodhi   (Mahabodhi-Jātaka).

[Beziehung auf das Jātaka 546]

Ein heiliger Asket kommt zu einem König und gewinnt dessen Zuneigung. Da die fünf Gerichtsbeamten des Königs, die diesen in seinem Stolz durch falsche Lehren bestärken, ungerecht ihr Amt ausüben, beauftragt nach einer Probe der König den Asketen von nun an die Urteile zu fällen. Die fünf verdächtigen ihn nun beim König, daß er nach dem Throne strebe, und bewegen diesen dazu, dem Asketen allmählich seine Ehrung zu entziehen, bis er sie am Ende ermächtigt, am nächsten Morgen den Heiligen zu töten, sobald er den Palast betrete. — Bei Nacht erzählt dies der König seiner Gattin; dies hört ein Haushund, dessen Liebe sich schon früher der Asket erworben hatte, und warnt ihn. Darauf will dieser sich heimlich entfernen; der König aber sucht ihn auf und bittet ihn um Verzeihung. Doch läßt sich der Heilige nicht zum Bleiben bewegen; er hält dem Könige seine Undankbarkeit vor und zieht fort. — Später verdächtigen jene fünf die Königin, daß sie mit dem Asketen noch Briefe wechsle um den König vom Thron zu stoßen. Der König glaubt ihnen und läßt seine Gattin töten. Als daraufhin seine Söhne ihm feind werden, kommt der Asket zurück und widerlegt unter Benutzung einer List die falschen Lehren jener fünf, mit denen sie auf den König Einfluß gewonnen hatten. Nachdem er sodann die Prinzen mit ihrem Vater versöhnt, veranlaßt er noch den König die fünf Beamten zu begnadigen; doch werden sie schimpflich verbannt. Dann kehrt er in die Einsamkeit zurück.

 

Neunzehntes Buch  (Chatthi-Nipata)

 

529. Die Erzählung von Sonaka  (Sonaka-Jātaka).

[Beziehung auf die Weltentsagung des Meisters]

Ein Königssohn reist mit dem Sohne des Hauspriesters durch das Land. Sie kommen in eine Stadt, wo gerade der König ohne Erben gestorben ist; der Prinz wird auf geheimnisvolle Art zum König gemacht, während sein Begleiter sich versteckt und dann ein heiliger Asket wird. — Lange hat der König seinen Freund vergessen; endlich denkt er wieder an ihn und macht darüber eine Liedstrophe, die im ganzen Lande bekannt wird. — Der Asket kommt endlich wieder in das Land und sagt einem kleinen Knaben, der des Königs Lied singt, die Antwortstrophe, die der Knabe auch dem Könige überbringt. Dieser geht zu seinem alten Freunde hin und bedauert ihn zuerst wegen seines Aussehens; der Asket aber beweist, daß er allein glücklich sei, und bringt den König trotz anfänglichen Widerstrebens dazu, die Herrschaft aufzugeben und auch Asket zu werden. Zuerst weigert sich nun der Sohn des Königs den Thron zu besteigen, weil er auch die Welt verlassen möchte; doch wird er durch das Verlangen nach Sinnenlust veranlaßt doch die Herrschaft zu übernehmen. Die beiden Asketen aber verleben den Rest ihres Lebens in Frieden.

 

530. Die Erzählung von Samkicca  (Samkicca-Jātaka).

[Nachdem Ajātasattu auf Anstiften des Devadatta seinen Vater getötet, hört er, wie jener eines elenden Todes gestorben ist, und bekommt Angst, es möchte ihm auch so ergehen. Da er keinen Schlaf mehr finden kann, ruft er bei Nacht seine Vertrauten zu sich, weist die Anpreisungen der Anhänger der anderen Sekten zurück und lässt sich von seinem Leibarzt Jīvaka nach dem Jetavana zu Buddha führen. Von diesem läßt er sich belehren, wird Laienbruder und führt von nun an ein gutes Leben. Als die Mönche einmal ihrer Befriedigung über Ajātasattus Bekehrung Ausdruck geben, erzählt ihnen der Meister, wie schon in der Vorzeit an jenem einmal etwas Ähnliches geschehen sei]

Ein Prinz tötet trotz Abratens seines Freundes seinen Vater, um auf den Thron zu gelangen. Der Freund zieht sich daraufhin aus der Welt zurück. Später, als der König Reue über seine Tat empfindet, kehrt jener in die Stadt des Königs zurück und belehrt ihn über das Schreckliche seiner Tat, wobei er ihm besonders die verschiedenen Arten der Höllenstrafen für die einzelnen Verbrechen genau auseinandersetzt und Beispiele anderer Fürsten anführt, die auch ihre Schuld schwer büßen müssen. Nachdem er ihn dann noch zur Gerechtigkeit gemahnt und ihn so bekehrt hat, kehrt er wieder in die Einsamkeit zurück.

 

Zwanzigstes Buch  (Sattati-Nipata).

531. Die Erzählung von Kusa  (Kusa-Jātaka).

[Ähnlich wie im Jātaka 527 wird geschildert, wie ein Mönch sich in ein reichgeschmücktes Weib verliebte und dadurch unzufrieden mit seinem Leben im Orden wurde, so daß auch an seinem Körper und an seinem Benehmen die Veränderung auffiel. Buddha bekehrt ihn durch ein Beispiel von der Schlechtigkeit der Weiber]

Ein König hat keine Kinder. Auf Wunsch des Volkes gibt er alle seine Haremsfrauen den Männern preis, aber keine empfängt. Endlich gibt er auch seine erste Gemahlin frei; wegen ihrer Tugend aber nimmt sich Gott Indra ihrer an und verbirgt sie für kurze Zeit in seinem Himmel. Dann bringt er sie ihrem Gatten zurück und läßt sie auf wunderbare Weise einen Sohn empfangen. Ein Jahr nach dessen Geburt erhält sie einen zweiten Sohn; der erste ist sehr klug, aber häßlich, der zweite aber ist schön. — Der Ältere soll sich nun trotz seines Widerwillens vermählen. Deshalb läßt er eine goldene Bildsäule in ganz Indien herumfahren; nur wer ihr an Schönheit gleicht, soll seine Frau werden. Endlich findet sich eine solche Königstochter, um die nun seine Eltern werben. Doch sagt die schlaue Mutter aus Furcht, jene möchte durch die Häßlichkeit des Prinzen abgeschreckt werden, die beiden dürften sich nur bei Nacht treffen. — Nachdem sie verheiratet sind, möchte einmal der junge König seine Gattin bei Tage sehen; zu diesem Zwecke verkleidet er sich als Elefantenwärter, während seine Frau den Elefantenstall besucht, und macht sich ihr dabei unangenehm bemerkbar. Ebenso das nächste Mal als Pferdewärter. Als andrerseits die junge Frau einmal ihren Mann bei Tage sehen will, wird ein Umzug veranstaltet, bei dem aber der schöne Bruder die Stelle des Königs einnimmt; die Fürstin schöpft schon Verdacht. Endlich zeigt sich ihr der König einmal beim Baden; sie ist aber so entsetzt über seinen Anblick, daß sie zu ihren Eltern znrückkehrt. (Dann wird erzählt, auf welche früheren Taten die Häßlichkeit des Königs und ihr Widerwille zurückgehen.) — Der König begibt sich nach einiger Zeit unerkannt in die Stadt seiner Schwiegereltern und sucht sich seiner Frau in verschiedenen Verkleidungen zu nähern; aber sie merkt jedesmal die Absicht und vereitelt seinen Wunsch, obwohl er ihre treueste Dienerin für sich gewinnt. — Als er nun durch diese ungewohnten Beschäftigungen körperlich herunterkommt, legt sich Gott Indra ins Mittel und veranlaßt sieben Könige narh der Stadt zu ziehen und die junge Königin für sich zu fordern. Ihr Vater, der ihr grollt, weil sie ihren guten Gatten verlassen, will sie nun in sieben Teile zerhauen lassen und jedem Könige einen geben. Trotz ihres Jammers macht man sich zu ihrer Tötung bereit. Da endlich bezwingt sie ihren Stolz. und verkündet, daß ihr Gatte schon lange als Koch im Hause weile; er werde imstande sein die Könige zu besiegen. Sie demütigt sich vor ihm; er aber jagt den Königen Furcht ein und besiegt sie. Sie erhalten die andern Töchter des alten Königs; König Kusa aber zieht triumphierend mit seiner schönen Gattin, die ihn jetzt liebt, in seine Heimat zurück.

 

532. Die Erzählung von Sona und Nanda  (Sonananda-Jātaka).

[Beziehung auf die Vorgeschichte zum Jātaka 540 (ein Mönch, der seine Mutter ernährt, wird von einem Genossen getadelt, vom Meister aber für seine Tat gelobt)]

Ein reicher Mann hat zwei tugendhafte Söhne, die beide die Weltflucht betätigen wollen; die Eltern schließen sich ihnen an und werden im Walde von ihnen ernährt. Der Jüngere möchte nun gern allein diese Kindespflicht an ihnen erfüllen und veranlaßt sie durch eine List, nur die von ihm gebrachten Früchte zu verzehren, obwohl diese nicht so gut sind wie die des Älteren. Dieser warnt zunächst seinen Bruder und jagt ihn, als er weiter so tut, aus der Einsiedelei fort. — Der Jüngere begibt sich nun zu seinem König und verschafft ihm durch seine Klugheit ohne Blutvergießen die Herrschaft über ganz Indien. Zum Lohne dafür verlangt er nur, daß der König mit den anderen Fürsten ihn zu seinem älteren Bruder begleite um diesen für ihn um Verzeihung zu bitten. Dies geschieht auch. Die Könige ziehen nach der Einsiedelei und bringen dem Älteren und seinen Eltern ihre Verehrung dar, während der Jüngere sich anfänglich aus Demut zurückhält. Dann tritt er, als ihn die Könige preisen, hervor und bittet seinen Bruder in Zukunft die Eltern bedienen zu dürfen; doch dieser beweist den Königen, daß er im Rechte ist. Jetzt überläßt sich der Jüngere ganz der Gnade seines Bruders und nun ist dieser zufrieden und gibt ihm die Erlaubnis seine Eltern zu pflegen. Als die Mutter noch bittet, ihren jüngsten Sohn küssen zu dürfen, rühmt der Ältere, was für Beschwerden eine Mutter um ihrer Kinder willen auszuhalten habe; danach kehren die Könige nachhause zurück.

 

Einundzwanzigstes Buch  (Asiti-Nipata)

 

533. Die kleine Erzählung von dem Schwan  (Cullahamsa-Jātaka).

[Nachdem Devadatta durch Entsendung von Bogenschützen vergeblich dem Meister nach dem Leben getrachtet und auch durch Herabschleudern eines Felsens auf ihn nur seine Fußspitze verletzt hat, überredet er die Wärter eines wilden Elefanten, diesen durch Branntwein berauscht zu machen und ihn dann die Straße hinunterzutreiben, auf der der Meister gerade des Weges kommt. Da die Sache bekannt wird, versammeln sich die Bewohner der ganzen Stadt um zu sehen, wie die Sache ausgeht. Auch Buddha hat von dem Plane gehört, läßt sich aber durch keinerlei Zureden bewegen, von seinem gewohnten Wege abzugehen; denn er sieht voraus, daß er Gelegenheit erhalten wird ein großes Wunder zu wirken und dadurch viele zu bekehren. Seine Hauptjünger bieten sich ihm zum Schutze an und Ānanda stellt sich sogar vor ihn, um ihn mit seinem Leibe zu schützen, aber Buddha entfernt ihn wieder durch seine Wunderkraft. Als nun der Elefant herankommt, wirft eine Frau aus Angst ihr Kind ihm in den Weg. Der Meister aber durchdringt das Tier mit dem Gefühl der Liebe und lenkt es zu sich her. Da verfliegt der Rausch des Elefanten und er wirft sich zu Buddhas Füßen, der ihn nun völlig bändigt und sanft macht. Während die Menge ihren Beifall zu erkennen gibt, bezeigt der Elefant dem Meister seine Verehrung und läßt sich dann wieder in seinen Stall zurückführen. Viele Leute aber bekehren sich zu Buddha und bringen reiche Gaben in das Kloster. Als sodann am Abend die Mönche die Tat des Meisters rühmen, erscheint dieser und erzählt ihnen eine andere Begebenheit, wo auch schon Ānanda sein Leben für ihn aufopfern wollte]

Das edle Haupt einer Schar von Schwänen wird, als es gegen seinen Willen dem Wunsche der Schwäne nach einem andern Futterplatz nachgibt, in einer Schlinge gefangen. Erst als sich die anderen gesättigt haben, stößt es einen Schrei aus. Alle anderen fliegen davon; nur ein treuer Schwan halt bei ihm aus. Als dann der Vogelsteller kommt, bezaubert dieser ihn so durch seine klugen Worte, daß er die beiden Vögel frei lassen will. Damit aber der Jäger auch einen Vorteil davon habe, lassen sich die Schwäne trotz des Jägers Warnung freiwillig zum Könige mitnehmen. Der Jäger erzählt dem König, was vorgefallen, und der gefangene Schwan preist dessen Uneigennützigkeit, worauf der König den Jäger reich belohnt. Nachdem sodann die Schwäne noch weise mit dem König gesprochen, kehren sie zu den Ihren zurück und der Schwankönig erzählt, wie ihn sein Freund durch seine Treue gerettet habe.

 

534. Die große Erzählung von dem Schwan  (Mahahamsa-Jātaka).

[Ebenfalls eine Beziehung auf Ānandas Lebensaufopferung]

Eine Königin hat von einem Goldschwan geträumt und erklärt ihrem Gatten, sie müsse sterben, wenn sie nicht einen solchen bekäme. Nach mancherlei Fragen läßt der König darauf einen Teich mit allen Arten von Wasserpflanzen anlegen, in dem alle Vögel sich nach Lust ergehen können; doch beauftragt er einen Jäger achtzugeben, ob nicht auch Goldschwäne kommen. Endlich kommen diese sehr gegen den Willen ihres Führers; der Jäger beobachtet diesen genau und endlich gelingt es ihm diesen zu fangen. Der Schwan versucht zuerst sich aus der Schlinge zu lösen, aber vergebens. Als er einen Schrei ausstößt, kommt (wie im vorigen Jātaka) nur sein treuer Freund und hält bei ihm aus, obwohl ihm der andere zu fliehen rät. Dem jetzt herankommenden Jäger redet der Freund so weise zu, daß dieser den gefangenen Schwan frei gibt und seine Wunde heilt. Darauf lassen sich die beiden vom Jäger trotz dessen Warnung zum König tragen. Während der Reise streiten die beiden, ohne daß es der Jäger hört, über die Vorzüge des weiblichen Geschlechts und es gelingt dem Freund nicht, den Schwanenkönig vom Unwert der Weiber zu überzeugen. — Als sie dann zum König kommen, erzählt der Jäger, was vorgefallen, und rühmt die Freundestreue des einen Schwanes. Dieser aber tadelt den König, weil er durch Vorspiegelung falscher Sicherheit die Schwäne veranlaßt habe, sich nach jenem Teich zu begeben. Der König jedoch weist mit Würde diesen Vorwurf zurück, indem er erklärt, er habe ja nicht den Schwankönig töten, sondern die Wahrheit von ihm hören wollen. Der Schwan entschuldigt sich; darauf werden die beiden geehrt und freigelassen. Nachdem so alle zufriedengestellt sind, kehren die beiden Schwäne nachhause zurück und der Schwankönig erzählt den andern, wie treu sein Freund an ihm gehandelt habe.

 

535. Die Erzählung von der Götterspeise  (Subhabhojana-Jātaka).

[Ein Mönch zeichnet sich vor den andern durch seine Freude am Almosenspenden aus. Der Meister erklärt darauf den Mönchen, wie dieser in seiner früheren Existenz ein arger Geizhals gewesen und durch ihn zur Freigebigkeit bekehrt worden sei]

In einer reichen Familie sind immer so viele Almosen gespendet worden, daß ihre Häupter nach dem Tode zu Göttern wurden. Der Familienvater in der sechsten Generation aber bricht mit der Tradition und ergibt sich dem äußersten Geize. — Einmal bekommt er Gelüste nach Reisbrei; doch will er nicht einmal seiner Frau etwas davon zukommen lassen, sondern er geht mit einem Diener an das Flußufer, um sich selbst Reisbrei zu kochen. Da beschließen ihn seine Ahnen zu bekehren; sie kommen als Brahmanen verkleidet und bitten ihn um etwas Speise. Er kann es ihnen nicht abschlagen und verspricht ihnen etwas zu geben. Jetzt verwandelt sich der eine in einen Hund und besudelt den fertigen Brei, dann in ein wildes Pferd, das den Geizigen verfolgt. Endlich geben sich ihm die fünf zu erkennen und veranlassen ihn durch einen Hinweis auf ihre göttliche Herrlichkeit seinen Geiz aufzugeben. Der Bekehrte verschenkt all sein Gut und wird Asket. — Später sehen einmal die vier Töchter des Gottes Indra einen Brahmanen mit einem schönen Blatt, um das sie ihn bitten. Er aber weist sie an, zuerst bestimmen zu lassen, wer unter ihnen den Vorzug habe. Ihr Vater will den Streit nicht schlichten, sondern er schickt sie zu diesem Zwecke zu dem bekehrten Geizigen, dem er Götterspeise überbringen laßt. Die drei ersten, das Glück, das Verlangen und das Vertrauen, rühmen ihre Vorzüge; der Asket aber widerlegt sie und weist der vierten, der Scham, den Vorrang zu. Dem Boten Indras, der ihn fragt, warum er so entschieden habe, erklärt er dies; dann stirbt er und kommt auch als Gott in Indras Himmel.

 

536. Die Erzählung von dem Kunala  (Kunala-Jātaka).

[Die Sakiyas von Kapilavatthu (die Landsleute Buddhas) bekommen einmal mit ihren Nachbarn bei der Bestellung der Felder Streit (nach anderer Überlieferung beim Wasserholen); es kommt zu Tätlichkeiten und man wirft sich gegenseitig seine Schwächen und bösen Taten vor. Die Sache kommt vor die Könige der beiden Städte und sie beschließen miteinander Krieg zu führen. — Der Meister bemerkt dies kraft seiner übernatürlichen Einsicht; er eilt durch die Luft herbei und setzt sich zwischen den beiden Heeren in der Luft nieder. Zuerst durch eine Finsternis, dann durch hellen Glanz bewegt er dir beiden Heere die Waffen wegzuwerfen. Darauf steigt er aus der Luft herab, läßt sich über die geringfügige Ursache des Streites aufklären und veranlaßt hiernach durch Erzählung verschiedener Jātakas, die alle vom Wert der Eintracht handeln, die Könige sich wieder zu versöhnen. Zum Danke dafür geben ihm die beiden Königsgeschlechter zusammen fünfhundert Jünglinge zur Aufnahme in den Orden mit. — Diese aber werden bald von Unzufriedenheit mit dem Ordensleben befallen. Um sie davon zu heilen nimmt sie der Meister auf wunderbare Weise mit nach dem Himalaya und läßt sie dort zum ersten Male die Wunder der Gebirgswelt sehen. Als er sich mit ihnen dann in einer Ebene niedergelassen, bemerken sie einen Kuckuck, der von seinen Genossen auf einem Stabe getragen und von anderen begleitet wird. Als die Jünglinge erstaunt nach dem Grund hiervon fragen, erzählt ihnen endlich der Meister, um sie vom Unwert der Weiber zu überzeugen, die Geschichte vom Kunala-Vogel und bringt sie dadurch zur Bekehrung und zur Heiligkeit, so daß sie jetzt durch ihre eigene Wunderkraft durch die Luft in ihr Kloster zurückkehren können]

Ein königlicher Kuckuck wird von all seinen Weibchen auf das beste bedient, hat aber für sie nur Scheltworte. Ein anderer Kuckuck, der auch gut von seinen vielen Weibchen bedient wird, lobt sie dagegen stets. Als er einmal auf den Wunsch der Weibchen des ersten Kuckucks diesem einen Vorhalt darüber macht, schilt dieser auch ihn und warnt ihn vor der Unbeständigkeit der Weiber. Kurz darauf wird der zweite Kuckuck krank und jetzt verlassen ihn alle seine Weibchen. Sein Freund aber pflegt ihn. Als er wieder gesund geworden, erbietet sich sein Freund ihn ausführlich über die Schlechtigkeit der Weiber zu belehren. Zu dieser Verkündigung stellen sich auch eine Menge von Göttern und göttlichen Wesen ein, ferner ein Geier mit seinen Genossen und ein heiliger Büßer. Und nun erzählt der erste Kuckuck eine Reihe von Beispielen über die Untreue der Weiber: 1. wie eine Königstochter mit fünf edlen Brüdern vermählt war und diese doch mit einem Krüppel betrog, 2. wie eine als heilig geltende Asketin von einem Manne infolge einer Wette verführt wurde, 3. wie eine Fürstin, die inmitten des Meeres wohnte, mit einem Tänzer Unzucht trieb, 4. wie ein Königssohn, der von seiner Mutter aus Furcht ausgesetzt und von einem Ziegenhirten erzogen worden war, sich die Liebe einer Königstochter und die Genehmigung ihres Vaters zur Ehe errang, trotzdem aber später von ihr betrogen wurde, 5. wie eine Königin, die ausgezogen war um ihren in einer andern Stadt weilenden Sohn zu besuchen, unterwegs an einem schönen Jüngling Gefallen findet und sich mit ihm vergeht und wie sie dann immer wieder diesen aufsucht unter dem Vorwande ihren Sohn zu besuchen. Nachdem er sodann noch eine Reihe von Punkten aufgezählt, worin die Weiber zu tadeln sind oder womit sie ihren Mann betören, erzählt er eine weitere Geschichte von einem König, den seine Frau immer bei Nacht verläßt um mit einem Krüppel Unzucht zu treiben; der König geht ihr einmal nach und zwingt sie durch einen Schmuck, den er gefunden, zum Bekenntnis ihrer Schuld. Er will sie bestrafen; doch zeigt ihm sein Hauspriester noch an einem andern Beispiel — ein Mädchen, das sich zur Hochzeit begibt, läßt sich von ihm leicht verführen —, daß die Frauen alle nicht anders sind. Noch zwei andre Erzählungen bringt er vor: 1. wie ein König sich ein häßliches Mädchen, das aber wunderbar zu berühren ist, zur Gattin nimmt und die anderen ihren Reiz wahrnehmen läßt, wie sie dann wegen eines Gefahr drohenden Traumes von ihm verstoßen zu einem andern König kommt, wie die beiden Könige um sie streiten wollen und sich endlich vertragen, indem sie jeder eine Woche lang besitzen soll, und wie die Königin endlich, während sie immer den die Grenze der beiden Reiche bildenden Strom überfährt, dabei mit dem Schiffer Unzucht treibt; 2. wie eine Königin ihren Gatten bei Nacht mit einem Pferdewärter betrügt und von ihm entdeckt, aber verschont und nur ihres Ranges beraubt wird. Nachdem sodann der Geierfürst und der Asket auch noch mit einer Anzahl von Versen den Unwert der Frauen geschildert, beschließt der königliche Kuckuck seine Unterweisung mit einer nochmaligen eingehenden Warnung vor den Frauen und mit dem Hinweis auf das nur ohne Weiber zu erlangende höchste Glück.

 

537. Die große Erzählung von Sutasoma  (Mahasutasoma-Jātaka).

[Der frühere berüchtigte Räuber Angulimala ist von Buddha bekehrt Mönch geworden. In seinem neuen Stande erringt er sich allgemeines Ansehen, so daß er zu den bedeutendsten Jüngern gezählt wird. Als nun einmal die Mönche des Meisters Wunderkraft rühmen, mit der er den früheren blutdürstigen Räuber gebändigt und zur Heiligkeit gebracht hat, kommt Buddha dazu und erzählt, wie ihm auch in seiner früheren Existenz etwas Ähnliches gelang]

Ein Prinz schließt mit einem andern Prinzen Freundschaft und studiert bei demselben Lehrer. Nach vollendeter Ausbildung trennen sie sich und werden beide König in ihren Ländern. — Der eine von ihnen, der immer Fleisch will, erhält einmal in Ermangelung andern Fleisches von seinem Koch Menschenfleisch vorgesetzt; weil er früher als Dämon dies Fleisch besonders liebte, merkt er es sogleich und zwingt nun den Koch ihm immer Menschenfleisch vorzusetzen. Zuerst werden die Gefangenen getötet, dann andere Leute heimlich vom Koch erschlagen, bis die Städter, die sich darüber beim König vergeblich beschwert, den Täter herausbringen. Nun sucht den König sein Heerführer durch verschiedene Geschichten vom Menschenverzehren abzubringen, (1. Ein großer Fisch frißt immer die kleinen auf, bis diese flüchten. Dann beißt er sich in der Meinung, es sei auch ein Fisch, in seinen eigenen Schwanz; der schwer Verwundete wird darauf von den andern Fischen zerrissen. 2. Ein Jüngling, der den Branntwein verabscheut, wird durch List veranlaßt solchen zu trinken und ist dann so darauf versessen, daß er von seinem Vater verstoßen wird und im Elend verkommt. 3. Nachdem sich einmal Schwäne aus Mangel an anderer Nahrung mit ihren eigenen Stammesgenossen ernährt haben, besitzen sie nicht mehr die Kraft das Netz einer Riesenspinne, das den Ausgang ihrer Höhle versperrt, zu zerstören und werden von der Spinne getötet.) Der König erzählt zwei Geschichten, die beweisen, wie einer sterben muß, wenn ihm nicht sein Wunsch erfüllt wird. (1. Ein Knabe sieht eine besonders gute Frucht; da er sie nicht bekommt, nimmt er keine andere Nahrung mehr zu sich und stirbt. 2. Dessen Vater sieht einmal Gott Indra mit seinen Göttermädchen und verliebt sich so in deren Schönheit, daß ihn kein anderes Weib mehr verlocken kann und er aus Sehnsucht stirbt.) — Endlich wird der König aus seinem Lande verbannt; mit seinem Koch zieht er in den Wald und lebt von dem Fleisch der Reisenden, die er überfällt. Da er einmal niemand findet, tötet er seinen Koch. Als er dann wieder auf einen Kaufmann Jagd macht, der mit großer Bedeckung durch den Wald zieht, verwundet er sich am Fuße. Er gelobt seiner Baumgottheit, ihr hunderteinen König zu opfern, wenn sie ihn gesund macht. Dies geschieht und nun holt er, unterstützt durch einen Zauberspruch, den ihn ein Dämon gelehrt, die Könige aus ganz Indien zu dem Baume und hängt sie lebend daran auf. Um diese zu retten veranlaßt ihn die Gottheit, auch jenen ihm befreundeten König herbeizuholen. Er tut es; als ihn aber dieser bittet ihn, um ein Versprechen erfüllen zu können, für kurze Zeit nochmals freizulassen und schwört, daß er zurückkehren werde, läßt er ihn los. Der König erledigt sein Geschäft und kehrt dann trotz der Klagen seiner Umgebung zu dem Menschenfresser zurück. Dadurch ist dieser so gerührt, daß er ihn verschont und nach langem Wortstreit auch verspricht, sich in Zukunft des Menschenfleisches zu enthalten. Jetzt werden die gefangenen Könige freigelassen und geheilt; der weise König führt den Menschenfresser wieder in dessen Stadt zurück und überzeugt die Bewohner, daß sie nichts mehr von ihm zu fürchten haben. Hierauf kehren alle Könige in ihre Städte zurück und handeln nach des Weisen Lehren. Der Baumgottheit zu Ehren aber wird ein Dorf erbaut, dessen Bewohner ihr beständig Opfer darbringen sollen.

 

Zweiundzwanzigstes  Buch (Maha-Nipata)

 

538. Die Erzählung von dem stummen Krüppel  (Mugapakkha-Jātaka).

[Hinweis auf eine frühere Existenz, in der auch der Meister auf die Königsherrschaft verzichtete und die Weltflucht betätigte]

Ein Prinz stellt sich, um der ihn nach seiner Meinung zur Hölle führenden Königsherrschaft zu entgehen, von früher Jugend an taubstumm und bleibt trotz aller Peinigungen und Versuchungen unbeweglich, bis endlich der König ihn im Walde zu begraben befiehlt. Da zeigt er dem damit betrauten Diener seine Kraft und betätigt dann die Weltflucht, indem er den Diener fortschickt, um dies seinen Eltern mitzuteilen. Diese suchen ihren Sohn auf und verlassen, von seiner Ermahnung bewogen, gleichfalls mit ihrem ganzen Gefolge die Welt; ebenso machen es noch drei andere Könige.

 

539. Die Erzählung von Mahajanaka  (Mahajanaka-Jātaka).

[Beziehung auf  eine frühere Weltentsagung des Meisters]

Ein König wird von seinem jüngeren Bruder bekriegt und getötet. Seine schwangere Frau flüchtet und gebiert mit Hilfe der Götter einen Sohn. Als dieser Sohn herangewachsen ist, geht er auf ein Schiff, um durch Handel Geld zu verdienen. Das Schiff scheitert; er aber wird durch eine Meergottheit gerettet und in die frühere Hauptstadt seines Vaters verbracht. Dort ist gerade sein Oheim unter Hinterlassung einer Tochter gestorben, nachdem er noch die von seinem Nachfolger zu leistenden Proben bestimmt hat. Der Prinz besteht die Prüfung und heiratet die Königstochter. — Später sieht er die Nichtigkeit der Welt ein und wird trotz aller Umstimmungsversuche Asket. Als seine Gattin sich auch jetzt noch nicht von ihm trennen will, belehrt er sie durch einige aus dem Leben gegriffene Beispiele, daß nur das Alleinsein nütze, worauf sie ihn endlich verläßt, ihren Sohn zum König einsetzt und selbst die Weltflucht betätigt.

 

540. Die Erzählung von Sama  (Sama-Jātaka).

[Ein reicher Jüngling wird Mönch und betätigt lange in der Einsamkeit die Meditation ohne Erfolg. Da hört er, seine Eltern seien verarmt, und will deshalb, um sie zu ernähren, in die Welt zurückkehren, weil er ja doch keinen Erfolg in seinem Streben habe. Doch veranlaßt ihn eine Unterweisung des Meisters, daß er doch Mönch bleibt und in diesem Stande für seine Eltern sorgt. Als er darüber einmal von den anderen getadelt wird, erzählt der Meister, um ihn zu rechtfertigen, wie er selbst in einer früheren Existenz ähnlich gehandelt habe]

Ein junges Ehepaar betätigt zusammen die Weltflucht. Auf übernatürliche Weise bekommen sie einen Sohn. Bald darauf erblinden sie infolge einer früheren Schuld; ihr Sohn erhält sie. Dieser wird durch ein Versehen von einem König, der im Walde jagt, verwundet; er klagt dem König, daß infolgedessen seine Eltern sterben müssen, und wird dann bewußtlos. Der König, der ihn für tot hält, wird von einer Gottheit veranlaßt, seinen Eltern dies mitzuteilen; diese verwünschen ihn nicht, sondern lassen sich von ihm zu ihrem Sohne hinführen und erwecken ihn wieder durch eine Wahrheitsbekräftigung. Der König aber kehrt gebessert in seine Stadt zurück.

 

541. Die Erzählung von Nimi  (Nimi-Jātaka).

[An einem Orte lächelt einmal der Meister, und nach dem Grunde gefragt erzählt er, wie er früher hier als König gelebt habe]

Ein wohltätiger König, der letzte in einer Reihe von Ahnen, die alle später Asketen wurden, wird von einem Zweifel befallen, ob Almosenspenden oder Weltentsagung den Vorzug verdiene. Gott Sakka läßt ihn deshalb in den Himmel heraufbringen. Auf dem Wege dahin zeigt ihm Mātali, der göttliche Wagenlenker, zuerst alle die verschiedenen Höllen und erzählt ihm, wofür ihre Bewohner so gepeinigt werden. Dann fährt er an den verschiedenen Freudenorten vorbei und schildert dem König die Verdienste ihrer Bewohner. Hierauf verweilt der König einige Zeit im Himmel, bis er wieder auf die Erde zurückkehrt, um weiter Almosen zu spenden. Als er später zu altern beginnt, betätigt auch er die Weltflucht.

 

542. Die Erzählung von Khandahala  (Khandahala-Jātaka).

[Devadatta hat einmal Bogenschützen aufgestellt, um den Meister zu töten; doch dieser entgeht dem Anschlag und bringt sie zur Bekehrung. Darauf erzählt er den Mönchen, wie Devadatta ihm auch schon in einer früheren Existenz nach dem Leben getrachtet habe]

Ein ungerechter Brahmane haßt den braven Sohn seines Königs, der seine Ungerechtigkeit aufdeckt, und beschließt ihn zu verderben. Zu diesem Zwecke überredet er den König, damit er in den Himmel komme, solle er seine Frau und seine Kinder opfern. Trotz aller Umstimmungsversuche und Bitten glaubt doch der König dem Worte das falschen Brahmanen und will endlich seinen Sohn opfern; da kommt Gott Sakka selbst als Retter in der Not. Der Brahmane wird von dem aufgeregten Volke getötet, der König auf Bitten seines Sohnes begnadigt und aus dem Reiche verbannt.

 

543. Die Erzählung von Bhuridatta  (Bhuridatta-Jātaka).

[Der Meister preist Laienbrüder für ihre sorgfältige Beobachtung des Uposatha und gibt ihnen dazu ein Beispiel aus einer seiner früheren Existenzen]

Ein Schlangenweib wird die Frau eines verbannten Prinzen. Als dieser später den Thron besteigen soll, verläßt es ihn und er nimmt nur seine beiden Kinder mit. Diese werden einmal von einer Schildkröte erschreckt; zur Strafe wirft man diese, um sie einen grausamen Tod sterben zu lassen, in einen Fluß und sie kommt so in das Schlangenreich. Sie stellt sich als Gesandtin des Königs vor und bietet dessen Tochter dem Schlangenkönig als Gemahlin. Als dieser aber seine Boten schickt, um die Prinzessin holen zu lassen, werden sie schimpflich zurückgewiesen. Darauf zwingt der Schlangenkönig den anderen König, ihm doch seine Tochter zu geben; doch soll sie nicht wissen, daß sie in das Schlangenreich kommt. Sie gebiert ihm zwei Söhne; an dem einen merkt sie, daß ihr Gatte der Schlangenkönig ist. Der andere ist außerordentlich weise und lebt fromm, um später als Gott wiedergeboren zu werden. — Als er einmal in göttlicher Schönheit auf der Erde ist, wird er von einem Brahmanen gesehen. Diesen nimmt er mit in sein Reich und schenkt ihm einen alle Wünsche gewährenden Edelstein; jener aber nimmt diesen nicht an und kehrt in sein Heim zurück. — Zufällig hört einmal ein Asket einen Zauberspruch, mit dem man Schlangen beschwören kann, und teilt ihn einem armen Brahmanen mit. Dieser findet auch jenen Wunschedelstem. Der erste Brahmane möchte diesen wieder erhalten und teilt ihm deshalb den Ort mit, wo der weise Schlangenkönig weilt. Jener findet ihn dort; er bezwingt den nicht Widerstrebenden und läßt ihn überall seine Künste zeigen, bis er in die Stadt von dessen Großvater kommt. — Die Mutter des Weisen hat dies bemerkt; sie schickt ihre Kinder aus, um ihren Bruder zu suchen. Bhuridatta wird aufgefunden und nun beginnt ein Wettkampf um ihn, der mit seiner Freilassung endigt. Der Schlangenbändiger wird aussätzig; aus Furcht diese Krankheit auch zu erhalten taucht der andere Brahmane in das Wasser um sich zu reinigen, wird aber dabei von Bhuridattas Bruder gepackt, mit dem Tode bedroht und in das Schlangenreich gebracht. Während er dort die Unverletzlichkeit der Brahmanen dartun will, beweist der weise Schlangenkönig die Hinfälligkeit der Opfer und die Schlechtigkeit der Brahmanen; doch entläßt er den Verräter ungestraft. Zum Schlusse besucht des Weisen Mutter noch ihre menschlichen Verwandten und kehrt dann in das Schlangenreich zurück.

 

544. Die große Erzählung von Narada-Kassapa  (Mahanaradakassapa-Jātaka).

[Der Meister hat den Irrlehrer Uruvela-Kassapa bekehrt. Dieser bekennt sich inmitten einer großen Versammlung als Buddhas Schüler. Darauf er zählt jener, wie er auch früher schon einen Irrlehrer gebändigt habe]

Ein König wird von einem falschen Asketen veranlaßt nicht mehr durch gute Werke nach dem Himmel zu streben, sondern nur den Lüsten zu leben. Seine weise, fromme Tochter sucht ihn durch allerlei Einwände wieder auf den rechten Weg zu führen; sie erzählt auch von ihrem durch schlechtes Leben verschuldeten Aufenthalt in der Hölle, aber vergebens. Endlich kommt ein Gott vom Himmel, bestätigt die Worte der Tochter und beweist, daß es doch Götter, daß es einen Himmel und eine Hölle gebe. Darauf bekehrt sich der König und wird tugendhaft.

 

545. Die Erzählung von dem weisen Vidhura  (Vidhurapandita-Jātaka).

[Als die Mönche einmal die Fähigkeit des Meisters rühmen, die Einwände seiner Gegner zu widerlegen, erzählt ihnen dieser, wie ihm etwas ähnliches schon in einer früheren Existenz gelungen sei]

Ein indischer König, Gott Sakka, der Schlangenkönig und der Vogelkönig, die alle in einer früheren Existenz miteinander befreundet waren, treffen einmal zusammen, während sie sich der Frömmigkeit ergeben, und jeder preist seine Betätigung als die edelste. Um den Streit zu schlichten gehen sie zu einem Weisen, dem Minister jenes Königs, der sie alle lobt, — Der Schlangenkönig erzählt später seiner Gattin von dem Weisen, worauf diese Lust bekommt ihn auch zu hören und zu diesem Zwecke ein Gelüste nach seinem Herzen vorgibt. Um ihr dies zu verschaffen, verspricht ihre Tochter die Gattin dessen zu werden, der den Wunsch ihrer Mutter erfüllt. Ein junger Dämon erklärt sich dazu bereit, erwirbt sich durch eine List die Zustimmung des Dämonenherrschers und geht nun zu dem Könige, dessen Diener der Weise ist. Jenen, einen eifrigen Spieler, besiegt er durch Zaubermittel im Würfelspiel, nachdem er selbst ein Wunderroß und ein wunderbares Juwel als Einsatz bestimmt, und läßt sich von ihm den Weisen mit dessen Einstimmung als Siegespreis geben. — Nachdem sich der Weise mit guten Lehren von all den Seinen verabschiedet, geht er mit dem Dämon, der ihn nun auf alle Weise zu töten sucht. Durch die Frage des Weisen, warum er nach seinem Tode strebe, wird das Mißverständnis aufgeklärt und der Dämon bekehrt; er will jenen freilassen, doch der Weise geht mit ihm und verkündigt der Schlangenkönigin die Wahrheit. Der Dämon erhält ihre Tochter; der Weise aber kehrt nach großer Ehrung zu seinem Könige zurück.

 

546. Die große Erzählung von dem Kanal  (Mahaummagga-Jātaka).

[Beziehung auf die übernatürliche Weisheit des Meisters, mit der er alle seine Gegner zu schanden macht]

1. Ein Knabe, der schon unter Wundererscheinungen geboren wurde, macht sich bald durch seine Weisheit bekannt. Der König stellt ihn durch eine ganze Reihe von Fragen auf die Probe und macht ihn trotz des Widerspruchs seiner Berater zu seinem Günstling. — Darauf nimmt sich der König eine Fremde zur Gattin und behält sie auf die Mahnung des Weisen in dieser Stellung, wodurch sie diesem zu Dank verpflichtet wird. Jetzt legt der König seinen Weisen verschiedene Fragen vor, die immer nur der Jüngling löst, zum Teil unterstützt von der Königin. Er macht seine Widersacher zu schänden und gewinnt sich eine kluge Frau. Als einmal der König dem Weisen nach dem Leben trachtet, flieht dieser; eine Gottheit veranlaßt seine Zurückberufung und nun werden alle seine Feinde gedemütigt. Er erhält die Verwaltung der Stadt und rüstet diese für eine Belagerung.—

2. Ein anderer König wird von seinem Hauspriester veranlaßt die Könige von ganz Indien zu unterwerfen außer dem, welchem der Weise dient. Endlich aber zieht er gereizt auch gegen diesen. Der Weise hat schon vorher durch einen Papagei davon Kunde erhalten und verteidigt die Stadt so glücklich, besonders durch einen Wettkampf mit dem Hauspriester (S. 501 ff.), daß der König unter Zurücklassung seines Trosses flieht. Da er durch Gewalt nicht über den anderen Herr werden kann, läßt er vor jenem die Schönheit seiner Tochter preisen und veranlaßt ihn dadurch in sein Reich zu kommen. Der Weise zieht seinem Herrn voraus, gewinnt das Vertrauen des anderen Königs und läßt alles für eine spätere Flucht seines Herrn herrichten; besonders erbaut er unbemerkt einen unterirdischen Gang von dem Palast zum Flusse. Als dann sein König kommt und gefangen werden soll, bringt er ihn und die Königstochter in Sicherheit; er selbst bleibt zurück und veranlaßt durch seine Klugheit den anderen König zur Versöhnung. Nachdem er ihm versprochen nach dem Tode seines Herrn zurückzukehren, begibt er sich wieder in seine Heimat. —

3. Nachdem sein König gestorben, erfüllt er sein Versprechen, wird aber von seinem neuen Herrn scheinbar vernachlässigt. Eine Bettelnonne, deren Vertrauen er gewonnen, benützt nun eine günstige Gelegenheit um den König vor allem Volk erklären zu lassen, daß er den Weisen allen ihm Nahestehenden, ja selbst seinem eigenen Leben vorziehe.

 

547. Die Erzählung von Vessantara  (Vessantara-Jātaka).

[Als der Meister zum ersten Male in seine Vaterstadt kommt, wollen ihn seine älteren Verwandten nicht recht anerkennen. Darauf erhebt er sich vor ihren Augen in die Luft. Als sie ihm jetzt ihre Verehrung bezeigen, läßt er einen plötzlichen Regenguß herabströmen, der nur die benetzt, die naß werden wollen. Da alle ob des Wunders erstaunt sind, erzählt er, wie in einer seiner letzten Existenzen etwas ähnliches vorgekommen sei]

Der Sohn einer seit vielen Existenzen tugendhaften Königin hat von frühester Jugend seine Freude am Almosengeben. Er erhält eine ebenso tugendhafte Frau, die ihm zwei Kinder gebiert. Als er aber einmal seinen Leibelefanten verschenkt, nötigen die Stadtbewohner den König, seinen Sohn zu verbannen. Seine Gattin läßt sich nicht abhalten mit ihm zu ziehen. Dabei geschehen wie schon vorher verschiedene Wunder. In einer Stadt, in die der Prinz unterwegs kommt, schlägt er die Königswürde aus und zieht in den Wald, wo die beiden mit ihren beiden Kindern in einer von Gott Sakka geschenkten Einsiedelei friedlich leben. — Ein alter Brahmane hat eine junge Frau bekommen, die ihn infolge des Spottes der anderen Frauen veranlaßt in den Wald zu dem Prinzen zu gehen und von diesem seine Kinder als Sklaven zu erbitten. Er lässt sich von dem Waldwächter und einem Asketen, deren Mißtrauen er durch Lügen beschwichtigt, den Weg zeigen und kommt zu dem Prinzen, als dessen Frau abwesend ist. Der Prinz gibt ihm auf seine Bitte die Kinder, die dieser nach ihren wiederholten Fluchtversuchen mit Schlägen forttreibt; ihr Vater aber bezwingt seinen Schmerz und seine Rachegelüste und bleibt ruhig. Als seine Gattin zurückkehrt und ihre Kinder trotz allen Suchens nicht findet, sagt er nichts; erst als sie leblos zu Boden sinkt, bemüht er sich um sie und versöhnt sie mit ihrem Verlust. Da kommt Gott Sakka und bittet ihn um seine Frau. Der Prinz gibt sie mit ihrer Einwilligung her, erhält sie aber sogleich zurück. — Der Brahmane ist inzwischen in die Stadt des Großvaters der Kinder gekommen, der sie ihm für hohes Lösegeld abkauft. Der böse Alte stirbt; der König aber zieht mit den Kindern und großem Gefolge in den Wald und holt seinen Sohn heim, der nun die Herrschaft übernimmt.


  Oben zeilen.gif (1054 bytes)