8 Gamani-Jataka

Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten

8. Die Erzählung von Gāmanī (Gāmanī-Jātaka)

„Auch ohne Hast ist doch der Wunsch“

 

§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf einen Mönch, der in seinem Streben nachgelassen hatte.

§D. Von dieser Erzählung aber wird die Geschichte aus der Gegenwart und die Geschichte aus der Vergangenheit im elften Buche im Samvara-Jātaka [Jātaka 462] berichtet werden; die Begebenheit ist hier und dort ganz gleich, nur die Strophe ist verschieden.

 

§B. Als der Prinz Gāmanī in der Lehre des Bodhisattva feststand, da saß er, obwohl er der jüngste von hundert Brüdern war, von hundert Brüdern umgeben unter einem weißen Sonnenschirm [2] auf einem herrlichen Polster. Als er nun seinen Ruhm und sein Ansehen betrachtete, dachte er: „Dieser mein Ruhm und mein Ansehen kommt von unserm Lehrer her“; und voll Freude stieß er folgenden begeisterten Ruf aus:

§1. „Auch ohne Hast ist doch der Wunsch
nach einer Frucht [3] erfolggekrönt;
reif ist mein heil'ger Wandel jetzt,
erkenne dies, o Gamani.“

Als er aber zur Regierung gelangt war, begaben sich nach Verlauf von sieben oder acht Tagen alle Brüder nach ihrem Aufenthaltsort. Und nachdem der König Gāmanī in Gerechtigkeit seine Herrschaft geführt hatte, gelangte er an den Ort seiner Verdienste.

 

§C. Nachdem der Meister diese Belehrung vorgetragen und auseinandergesetzt hatte, erklärte er die Wahrheiten. Am Ende der Erklärung von den Wahrheiten gelangte der Mönch, der in seinem Streben nachgelassen hatte, zur Heiligkeit. Als nun der Meister die beiden Begebenheiten erzählt hatte, legte er ihre Beziehung zu einander klar und verband das Jātaka [4].

Ende der Erzählung vom Prinzen Gāmanī


[2] Der weiße Sonnenschirm ist ein Attribut der königlichen Würde. Auch in der Erzählung von Buddhas Geburt kommt der weiße Sonnenschirm vor; vgl. „Leben des Buddha“, S. 4.

[3] Nämlich nach der Frucht eines der vier Wege.

[4] Die Worte, mit denen er das Jātaka verband, stehen im oben angeführten Jātaka. Der Prinz Gāmanī nämlich war damals der Mönch, der in seinem Streben nachgelassen hatte, sein Lehrer aber war der Bodhisattva.


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