297 Kamavilapa-Jataka

Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten

297. Die Erzählung von der Liebesklage (Kamavilapa-Jātaka)

„Hoch oben fliegst du, Vögelein“

 

§A. Dies erzählte der Meister, da er im Jetavana verweilte, mit Beziehung auf die Verlockung durch die frühere Frau.

§D. Die Erzählung aus der Gegenwart wird im Puppharatta-Jātaka [1] berichtet werden, die Begebenheit aus der Vergangenheit aber wird im Indriya-Jātaka [2] erzählt werden.

 

§B. Diesen Mann aber spießten sie lebend an einen Pfahl. Als er so dasitzend eine Krähe durch die Luft fliegen sah, da beachtete er nicht seinen noch so starken Schmerz, sondern redete, um seiner lieben Gattin eine Botschaft zu senden, die Krähe an und sprach folgende Strophen:

§1. „Hoch oben fliegst du, Vögelein,
mit deinen Flügeln flatterst du.
Zu ihr, der Schönhüftigen, sprich;
was wird sie wohl so lange tun?
 
§2. Von diesen Dingen weiß sie nichts,
vom Schwert und Spieß, an dem ich stecke.
Die Grausame wird mir jetzt zürnen;
dies quält mich, nicht die Marter hier.
 
§3. Der Panzer mein, dem Lotos gleichend,
der Goldschmuck auf dem Kissen liegt,
von Baumwoll' auch das zarte Kleid;
sie sei zufrieden mit den Schätzen.“

Während er so klagte, starb er und wurde in der Hölle wiedergeboren.

 

§C. Nachdem der Meister diese Unterweisung beschlossen und die Wahrheiten verkündet hatte, verband er das Jātaka mit folgenden Worten (am Ende der Verkündigung der Wahrheiten aber gelangte jener unzufriedene Mönch zur Frucht der Bekehrung): „Die damalige Gattin war auch die jetzige Gattin; der Göttersohn aber, der diese Begebenheit ansah, war ich.“

Ende der Erzählung von der Liebesklage


[1] Dies ist das 147. Jātaka. Es müsste also heißen: „ist im ... berichtet worden“.

[2] Jātaka 423.


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