Samyutta Nikaya 23

Samyutta Nikaya

23. (2.) Rādha Saṃyutta (Pali)

1. Paṭhama Vagga

S.23.1. Māra - 160. Māra Sutta
S.23.2. Lebewesen - 161. Satta Sutta
S.23.3. Lebensdrang - 162. Bhavanetti Sutta
S.23.4.-10. - 163-9. Pariññeyya, Samaṇa, Dutiyasamaṇa, Sotāpanna, Arahanta, Chandarāga, Dutiyachandarāga Sutta

2. Dutiya Vagga

S.23.11. Māra - 170. Māra Sutta
S.23.12. Dem Māra unterworfen - 171. Māradhamma Sutta
S.23.13. Vergänglich - 172. Anicca Sutta
S.23.14.-22. - 173-181. Aniccadhamma, Dukkha, Dukkhadhamma, Anatta, Anattadhamma, KayadhammaSutta, Vayadhamma, Samudayadhamma, Nirodhadhamma Sutta

3. Āyācana Vagga

S.23.23. Māra - 1-11. Mārādisuttaekādasakam
S.23.24.-34. - 12. Nirodhadhamma Sutta

4. Upanisinna Vagga

S.23.35.-46. - 1-11. Mārādisuttaekādasaka, 12. Nirodhadhamma Sutta

S.23.1. Māra - 1. Māra Sutta

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster Anāthapindikas.

 

2. Da begab sich der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen also:

 

3. "Von Māra spricht man, o Herr. Inwiefern nun, o Herr, (heißt es) Māra?"

 

4. "Wenn Körperlichkeit da ist, o Rādha, dann gibt es einen Māra, einen Töter, und auch einen, der stirbt. Daher, o Rādha: Die Körperlichkeit betrachte als den Māra, betrachte sie als einen Töter (māratā), betrachte sie: 'Man stirbt (durch sie)'; betrachte sie als Krankheit, als Geschwür, als Stachel, als Übel, als eine Quelle des Übels. Wer sie so betrachtet, betrachtet sie recht.

 

5.-8. Wenn Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen und Bewußtsein da sind, o Rādha, dann gibt es einen Māra, einen Töter, und auch einen, der stirbt. Daher, o Rādha: Das Gefühl, die Wahrnehmung, die Gestaltungen, das Bewußtsein, sie betrachte als den Māra, betrachte sie als einen Töter, betrachte sie: 'Man stirbt (durch sie)'; betrachte sie als Krankheit, als Geschwür, als Stachel, als Übel, als eine Quelle des Übels. Wer sie so betrachtet, betrachtet sie recht."

 

9. "Die rechte Betrachtung nun, o Herr, welchen Zweck hat sie?" - "Rechte Betrachtung, o Rādha, hat Abwendung zum Zweck."

 

10. "Welchen Zweck hat Abwendung, o Herr?" - "Abwendung, o Rādha, hat Entsüchtung zum Zweck."

 

11. "Welchen Zweck nun hat Entsüchtung, o Herr?" - "Entsüchtung, o Rādha, hat Befreiung zum Zweck."

 

12. "Welchen Zweck hat nun Befreiung, o Herr?" - "Befreiung, o Rādha, hat Nibbāna zum Zweck."

 

13. "Welchen Zweck hat nun Nibbana, o Herr?" - "Überschritten ist nun das Fragen, o Rādha, nicht kann man den Begriff der Frage fassen. Denn im Nibbāna zu münden, o Rādha, wird der Heilige Wandel gelebt, Nibbāna hat er zum Ziel, Nibbāna zum Ende."

 


S.23.2. Lebewesen - 2. Satta Sutta

(Übers. in Yāna 1949, Nr. 6, S. 7.)

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster Anāthapindikas.

 

2. Da begab sich der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen also:

 

3. "Von einem (Lebe-) Wesen spricht man, o Herr. Inwiefern nun, o Herr, spricht man von einem (Lebe-) Wesen?"

 

4. "Was da Wille, Gier, Lust und Begehren zur Körperlichkeit ist, da hängt man (satto), da hängt man fest (visatto); daher heißt es (Lebe-) Wesen (satto).

 

5.-8. Was da, o Rādha, Wille, Gier, Lust und Begehren zum Gefühl ist - zur Wahrnehmung - zu den Gestaltungen - zum Bewußtsein, da hängt man, da hängt man fest; daher heißt es (Lebe-) Wesen.

 

9. Es ist, o Rādha, wie wenn kleine Knaben oder Mädchen mit Sandburgen spielen. Solange sie zu diesen Sandburgen nicht die Gier verloren haben, Willen, Dürsten, Verlangen und Begehren nicht verloren haben, da hängen sie an diesen Sandburgen, sind vernarrt in sie, schätzen und lieben sie leidenschaftlich.

 

10. Wenn aber, o Rādha, diese kleinen Knaben oder Mädchen die Gier nach diesen Sandburgen verloren haben, den Willen, das Dürsten, Verlangen und Begehren verloren haben, da werden sie diese Sandburgen mit Händen und Füßen niederreißen, zerstören und zertrümmern, werden aufhören, damit zu spielen.

 

11. Ebenso auch, o Rādha, reißt nieder die Körperlichkeit, zerstört und zertrümmert sie, hört auf, mit ihr zu spielen, und der Versiegung des Begehrens (danach) diene euer Leben!

12. Reißt nieder das Gefühl, zerstört und zertrümmert es, hört auf, damit zu spielen, und der Versiegung des Begehrens (danach) diene euer Leben!

 

13. Reißt nieder die Wahrnehmung, zerstört und zertrümmert sie, hört auf, damit zu spielen, und der Versiegung des Begehrens (danach) diene euer Leben!

 

14. Reißt nieder die Gestaltungen, zerstört und zertrümmert sie, hört auf, damit zu spielen, und der Versiegung des Begehrens (danach) diene euer Leben!

 

15. Reißt nieder das Bewußtsein, zerstört und zertrümmert es, hört auf, damit zu spielen, und der Versiegung des Begehrens (danach) diene euer Leben! Denn Versiegung des Begehrens, o Rādha: das ist Nibbāna!"

 


S.23.3. Lebensdrang - 3. Bhavanetti Sutta

(bhavanetti, wörtl.: der Führer zum Dasein.)

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster Anāthapindikas.

 

2. Da begab sich der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen also:

 

3. "Vom Lebensdrang spricht man, o Herr, und von der Aufhebung des Lebensdranges. Was nun, o Herr, ist der Lebensdrang, und was ist seine Aufhebung?"

 

4.-8. "Was da, o Rādha, bei der Körperlichkeit - beim Gefühl - bei der Wahrnehmung - bei den Gestaltungen - beim Bewußtsein Wille, Gier, Lust und Begehren ist, Sich-Anschließen und Anhangen, das Sich-Festlegen, Eingewöhnen und Hinneigen des Geistes - das nennt man Lebensdrang. Die Aufhebung davon, das ist die Aufhebung des Lebensdranges."

 


S.23.4.-10. - 4-10. Pariññeyya, Samaṇa, Dutiyasamaṇa, Sotāpanna, Arahanta, Chandarāga, Dutiyachandarāga Sutta

 

(Diese Lehrreden sind eine genaue Wiederholung von 22 106-112 unter Einsetzung des Namens "Rādha".)

 


2. Dutiya Vagga

S.23.11. Māra - 1. Māra Sutta

(Übers v. Seidenstücker PB Nr. 82; Texte 11-22: Neumann BA S. 200.)

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster Anāthapindikas.

 

2. Da begab sich der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen also:

 

3. "Von Māra, spricht man, o Herr. Was nun, o Herr, ist Māra?"

 

4. "Die Körperlichkeit, o Rādha, ist Māra; das Gefühl, die Wahrnehmung, die Gestaltungen, das Bewußtsein, o Rādha, sind Māra.

 

5. So erkennend, o Rādha, wendet sich ein erfahrener, edler Jünger ab von der Körperlichkeit. . . " (wie 22 59- 23)

 


S.23.12. Dem Māra unterworfen - 2. Māradhamma Sutta

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster Anāthapindikas.

 

2. Da begab sich der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen also:

 

3. "Dem Māra unterworfen, so spricht man, o Herr. Was nun, o Herr, ist dem Māra unterworfen?"

 

4. "Die Körperlichkeit, o Rādha, ist dem Māra unterworfen; das Gefühl, die Wahrnehmung, die Gestaltungen, das Bewußtsein, o Rādha, sind dem Māra unterworfen.

 

5. So erkennend, o Rādha, wendet sich ein erfahrener, edler Jünger ab von der Körperlichkeit. . ." (wie 22 59. 23)

 


S.23.13. Vergänglich - 3. Anicca Sutta

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster Anāthapindikas.

 

2. Da begab sich der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen also:

 

3. "Von Vergänglichkeit spricht man, o Herr. Was nun, o Herr, ist vergänglich?"

 

4. "Die Körperlichkeit, o Rādha, ist vergänglich; das Gefühl, die Wahrnehmung, die Gestaltungen, das Bewußtsein, o Rādha, sind vergänglich.

 

5. So erkennend, o Rādha, wendet sich der erfahrene, edle Jünger von der Körperlichkeit ab, er wendet sich ab vom Gefühl, er wendet sich ab von der Wahrnehmung, er wendet sich ab von den Gestaltungen, er wendet sich ab vom Bewußtsein. Abgewandt wird er entsüchtet. Durch die Entsüchtung wird er befreit. Im Befreiten ist die Erkenntnis: 'Befreit bin ich. Versiegt ist die Geburt, vollendet der Heilige Wandel, getan das Werk, nichts Weiteres nach diesem hier' - so erkennt er."

 


S.23.14.-22. - 4. Aniccadhamma Sutta, ...

 

(Im Rahmen der obigen Lehrrede Nr. 13 wird eingesetzt in Lehrrede Nr. 14: der Vergänglichkeit unterworfen,

5. Dukkha Sutta

15: leidvoll,

6. Dukkhadhamma Sutta

16: dem Leiden unterworfen,

7. Anatta Sutta

17: Nicht-Ich,

8. Anattadhamma Sutta

18: von ichloser Natur,

9.Khayadhamma Sutta

19: der Zerstörung unterworfen,

10. Vayadhamma Sutta

20: dem Vergehen unterworfen,

11. Samudayadhamma Sutta

21: dem Entstehen unterworfen,

12. Nirodhadhamma Sutta

22: der Aufhebung unterworfen.)

 


3. Āyācana Vagga

S.23.23. Māra - 1-11. Mārādisuttaekādasaka

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster Anāthapindikas.

 

2. Da begab sich der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen also:

 

3. "Gut wäre es, o Herr, wenn mir der Erhabene in Kürze die Lehre zeigte, damit ich, nachdem ich des Erhabenen Lehre vernommen, einsam, zurückgezogen, unermüdlich, eifrig und entschlossen weilen mag."

 

4. "Was da, o Rādha, Māra ist, danach sollst du den Willen aufgeben. Was nun, o Rādha, ist Māra?

 


S.23.24.-34. - 12. Nirodhadhamma Sutta

 

(In den Rahmen der obigen Lehrrede sind die Themen der Lehrreden 12-22 anstelle des Themas "Māra" eingesetzt.)

 


4. Upanisinna Vagga

S.23.35.-46. - 1-11. Mārādisuttaekādasaka, 12. Nirodhadhamma Sutta

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster des Anāthapindika.

 

2. Da begab sich der Ehrwürdige Rādha zum Erhabenen, begrüßte ihn ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Zum seitwärts sitzenden Ehrwürdigen Rādha sprach der Erhabene also:

(An diese abweichende Einleitung schließt sich der genaue Text der Lehrreden 23-34, Abschnitt 4 an.)

 


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