Samyutta Nikaya 56

Samyutta Nikaya

56. Sacca-Saṃyutta - Wahrheit (1-131)  (Pali)

1. Samādhi Vagga

S.56.1.-2. Einigung, Zurückgezogenheit
S.56.3.- 4. Familiensohn I-II
S.56.5.-6. Asketen und Brahmanen I-II
S.56.7.-8. Erwägen, Nachdenken I
S.56.9.-10. Streit und Gespräch

2. Dhammacakkappavattana Vagga

S.56.11. Vom Vollendeten Gesprochenes
S.56.12.-15. Vom Vollendeten gesprochen; Faktoren; Gebiete; Zu behalten I (Entbehrlich)
S.56.16. Zu behalten II
S.56.17.-18. Unwissen und Wissen
S.56.19. Erläuterungen
S.56.20. Sosein

3. Kotigāma Vagga

S.56.21. Wissen I
S.56.22. Wissen II
S.56.23. Der Vollkommen Erwachte
S.56.24. Heilige
S.56.25. Triebversiegung
S.56.26. Freunde
S.56.27. Soheit
S.56.28. Welt
S.56.29. Zu durchschauen
S.56.30. Gavampati

4. Sīsapāvana Vagga

S.56.31. Simsapā
S.56.32. Die Akazie
S.56.33. Der Stock
S.56.34. Der Turban
S.56.35. Hundert Speere
S.56.36. Lebewesen
S.56.37. Gleichnis von der Sonne I
S.56.38. Gleichnis von der Sonne II
S.56.39. Der Eckstein
S.56.40. Dogmatiker

5. Papāta Vagga

S.56.41. Nachdenken II
S.56.42. Der Abgrund
S.56.43. Fieberbrand
S.56.44. Giebelhaus
S.56.45. Das enge Loch I
S.56.46. Finsternis
S.56.47. Das enge Loch II
S.56.48. Das enge Loch III
S.56.49. Sineru I
S.56.50. Sineru II

6. Abhisamaya Vagga

S.56.51. Die Nagelspitze
S.56.52. Der Teich
S.56.53. Zusammenfließen I
S.56.54. Zusammenfließen II
S.56.55.-56. Die Erde I-II
S.56.57.-58. Das Meer I-II
S.56.59.-60. Das Gleichnis vom Berge I-II

7. Pathamaāmakadhaññapeyyāla Vagga

S.56.61.-131. Schlußbetrachtung: Es ist anders

1. Samādhi Vagga

S.56.1.-2. Einigung, Zurückgezogenheit - Samādhi, Paṭisallāna Sutta

In Sāvatthi.

"Entfaltet Einigung, ihr Mönche, widmet euch der Zurückgezogenheit, ihr Mönche. Der einige Mönch, der zurückgezogene Mönch, ihr Mönche, erkennt der Wirklichkeit gemäß.

Was erkennt er der Wirklichkeit gemäß?

Entfaltet Einigung, ihr Mönche, widmet euch der Zurückgezogenheit, ihr Mönche. Der einige Mönch, ihr Mönche, der zurückgezogene Mönch, ihr Mönche, erkennt der Wirklichkeit gemäß. Daher habt ihr euch, meine Mönche, also anzustrengen, um zu erkennen:


S.56.3.- 4. Familiensohn I - II - Paṭhama-, Dutiya-kulaputta Sutta

"Wer auch immer, ihr Mönche, einst, künftig, jetzt als Familiensohn in rechter Weise von Hause fort in die Hauslosigkeit zog, ziehen wird oder zieht, ein jeder solcher tut es, um die vier edlen Wahrheiten zu verstehen oder hat sie verstanden.

Daher habt ihr euch, meine Mönche, also anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen"'.


S.56.5.-6. Asketen und Brahmanen I - II - Paṭhama-, Dutiya-samaṇabrāhmaṇa Sutta

"Wer auch immer, ihr Mönche, einst, künftig, jetzt als Asket oder Brahmane der Wirklichkeit gemäß zur vollen Erwachung kam, kommen wird oder kommt, ein jeder solcher tut es mittels der vier edlen Wahrheiten. Welcher vier?

Die edlen Wahrheiten vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung, von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen. Daher habt ihr euch, meine Mönche, also anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen"'.


S.56.7.-8. Erwägen, Nachdenken I - Vitakka, Cinta Sutta

"Ihr Mönche, erwägt nicht böse unheilsame Erwägungen, wie sinnliche Erwägungen, hassende Erwägungen, gewaltsame Erwägungen.

Ihr Mönche, denkt nicht nach über etwas, über das ein böses, unheilsames Herz nachdenkt, wie: 'Ewig ist die Welt oder nicht ewig ist die Welt; endlich ist die Welt oder nicht-endlich ist die Welt. Wie das Leben, so der Leib, oder anders das Leben, anders der Leib. Der Vollendete ist nach dem Tode, ist nicht nach dem Tode, ist sowohl als auch, ist weder noch nach dem Tode'.

Solches Erwägen, solches Nachdenken ist nicht mit dem Heil verbunden, ist nicht urasketentümlich, führt nicht zum Nichts-dran-finden, nicht zur Entreizung, nicht zur Auflösung, nicht zur Beruhigung, nicht zum Überblicken, nicht zur vollen Erwachung, nicht zum Nirvāna.

Vielmehr möget ihr, ihr Mönche, erwägen und bedenken: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

Solches Erwägen, solches Nachdenken ist mit dem Heil verbunden, ist urasketent lich, führt zum Nichts-daran-finden, zur Entreizung, zur Auflösung, zur Beruhigung, zum Überblicken, zur vollen Erwachung, zum Nirvāna.

Daher habt ihr euch, meine Mönche, also anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen"'.


S.56.9.-10. Streit und Gespräch - Viggāhikakathā, Tiracchānakathā Sutta

"Führt keine streitsüchtigen Reden, ihr Mönche, wie:

'Nicht du kennst diese Lehre und Ordnung ich kenne diese Lehre und Ordnung! Was wirst du wohl diese Lehre und Ordnung verstehn? Falsch vorgegangen bist du: ich bin recht Vorgegangen. Was vorher zu sagen ist, hast du nachher gesagt: was nachher zu sagen ist, hast du vorher gesagt. Bei mir stimmt's, bei dir nicht. Deine Praxis ist widerlegt, dein Wort dir entwunden. Gib deine Rede verloren: Du bist widerlegt, oder widersteh, wenn du kannst'.

Führt nicht die verschiedenen tierischen Gespräche, ihr Mönche, wie Gespräche über: Könige und Räuber, über Fürsten und Soldaten, über Krieg und Kampf, über Speis und Trank, Kleid und Bett, Blumen und Düfte, über Verwandte und Wagen, Dörfer und Burgen, Stadt und Land, Frauen und Helden, Straßen und Märkte, über Verstorbene und Veränderungen, über Weltgeschichte und Naturgeschichte, über dies und das und dergleichen mehr.

Solche Gespräche sind nicht mit dem Heil verbunden, nicht urasketentümlich, führen nicht zum Nichts-daran-finden, nicht zur Entreizung, Auflösung, Beruhigung, nicht zum Überblick, nicht zur vollen Erwachung, nicht zum Nirvāna.

Vielmehr mögt, ihr Mönche, wenn ihr redet, reden über: 'Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

Und warum? Weil solche Rede mit dem Heil verbunden ist, urasketentümlich, weil sie zum Nichts-daran-finden führt, zur Entreizung, Auflösung, Eleruhigung, zum Überblick, zur vollen Erwachung, zum Nirvāna. Daher habt ihr euch, meine Mönche, also anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'".


2. Dhammacakkappavattana Vagga

S.56.11. Vom Vollendeten Gesprochenes - Dhammacakkappavattana Sutta

 

Das hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Benares am Sehersteine im Wildparke. Dort nun wandte sich der Erhabene an die fünf verbündeten Mönche:

"Zwei Extreme sind, ihr Mönche, von Hauslosen nicht zu pflegen. Welche zwei?

Diese beiden Extreme vermeidend, ist der Vollendete zum mittleren Vorgehen erwacht, das sehend und wissend macht, das zur Beruhigung, zum Überblick, zur Erwachung, zum Nirvāna führt.

Und was ist dieses mittlere Vorgehen?

Es ist der edle achtfältige Pfad, nämlich rechte Erkenntnis (Erkenntnis), rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit, rechte Einigung. Das ist, ihr Mönche, das mittlere Vorgehen, zu dem der Vollendete erwacht ist, das sehend und wissend macht, das zur Beruhigung, zum Überblick, zur Erwachung, zum Nirvāna führt.

Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit vom Leiden: Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Sterben ist Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung sind Leiden; vereint sein mit Unliebem ist Leiden, getrennt sein von Lieben ist Leiden; was man verlangt, nicht erlangen, ist Leiden. Kurz gesagt: die fünf Faktoren des Ergreifens sind Leiden.

Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Leidensentwicklung: Es ist dieser Durst, der Wiederdasein säende, Genügens-reiz-verbundene, dort und dort sich ergötzende, nämlich der sinnliche Durst, der Daseinsdurst, der Nichtseinsdurst.

Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Leidensauflösung: Es ist eben dieses Durstes restlose Entreizung und Auflösung, von ihm zurücktreten, ihn loslassen, sich von ihm lösen, nicht mehr an ihm haften.

Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen: Es ist eben dieser edle achtfältige Pfad, nämlich rechte Erkenntnis bis rechte Einigung.

'Dies ist die edle Wahrheit vom Leiden': dabei ging mir, ihr Mönche, bei nie zuvor gehörten Dingen das Auge auf, die Erkenntnis auf, die Weisheit auf, das Wissen auf, das Licht auf.

'Diese edle Wahrheit vom Leiden ist nun zu durchschauen und habe ich durchschaut', dabei ging mir, ihr Mönche, bei nie zuvor gehörten Dingen das Auge auf, die Erkenntnis auf, die Weisheit auf, das Wissen auf, das Licht auf.

'Dies ist die edle Wahrheit von der Leidensentwicklung': dabei ging mir, ihr Mönche, bei nie zuvor gehörten Dingen das Auge auf, die Erkenntnis auf, die Weisheit auf, das Wissen auf, das Licht auf.

'Diese edle Wahrheit von der Leidensentwicklung ist nun zu überwinden und habe ich überwunden': dabei ging mir, ihr Mönche, bei nie zuvor gehörten Dingen das Auge auf, die Erkenntnis auf, die Weisheit auf, das Wissen auf, das Licht auf.

'Dies ist die edle Wahrheit von der Leidensauflösung': dabei ging mir, ihr Mönche, das Auge auf, die Erkenntnis auf, die Weisheit auf, das Wissen auf, das Licht auf.

'Diese edle Wahrheit von der Leidensauflösung ist nun zu verwirklichen und habe ich verwirklicht: dabei ging mir, ihr Mönche, bei nie zuvor gehörten Dingen das Auge auf, die Erkenntnis auf, die Weisheit auf, das Wissen auf, das Licht auf.

'Dies ist die edle Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen': dabei ging mir, ihr Mönche, das Auge auf, die Erkenntnis auf, die Weisheit auf, das Wissen auf, das Licht auf.

'Diese edle Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen ist nun zu entfalten und habe ich entfaltet': dabei ging mir, ihr Mönche, das Auge auf, die Erkenntnis auf, die Weisheit auf, das Wissen auf, das Licht auf.

 

Und solange ich, ihr Mönche, bei diesen vier edlen Wahrheiten nicht der Wirklichkeit gemäß die dreifache Wissensklarheit in 12 Begriffen wohl geläutert gewonnen hatte, war ich mir auch nicht klar darüber, ihr Mönche, ob ich in der Welt mit ihren Göttern, ihren Māros und Brahmas, mit ihrer Schar von Asketen und Brahmanen, mit ihren Göttern und Menschen in der unvergleichlichen vollkommenen Erwachung auferwacht war.

 

Sobald ich aber, ihr Mönche, bei diesen vier edlen Wahrheiten der Wirklichkeit gemäß die dreifache Wissensklarheit in 12 Begriffen wohl geläutert gewonnen hatte, da war ich mir auch klar darüber, daß ich in der Welt mit ihren Māros und Brahmas, mit ihrer Schar von Asketen und Brahmanen, mit ihren Göttern und Menschen in der unvergleichlichen vollkommenen Erwachung auferwacht war

 

Und mir ging die Wissensklarheit auf: 'Unerschütterlich ist meine Gemüterlösung. Dies ist die letzte Geburt. Und nicht mehr gibt es Weitersein'".

 

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich die fünf verbündeten Mönche über die Worte des Erhabenen.

Und während die Erklärung vorgetragen wurde, ging dem Ehrwürdigen Kondañño das lautere fleckenlose Auge der Lehre auf: "Was irgend auch entstanden ist, muß einmal wieder untergehn".

 

Nachdem so das Rad der Lehre vom Erhabenen in Gang gesetzt worden war, erhob sich unter den Erdgöttern der Ruf: "Der Erhabene hat zu Benares am Seherstein im Wildparke das unvergleichliche Rad der Lehre in Gang gesetzt: und dawiderstellen kann sich kein Asket und kein Brahmane, kein Gott, kein Māro und kein Brahma noch irgendwer in der Welt".

 

riefen alle jedesmal:

 

"Der Erhabene hat zu Benares am Sehersteine im Wildparke das unvergleichliche Rad der Lehre in Gang gesetzt und dawiderstellen kann sich kein Asket und kein Brahmane, kein Gott, kein Māro und kein Brahma noch irgendwer in der Welt".

 

In jenem Augenblick, in jener Sekunde, in jenem Moment, als dieser Ruf die Brahma-Welt erreichte, erzitterte, erbebte, schwankte dieses zehntausendfache Weltsystem. Und ein unermeßlicher breiter Abglanz wurde in der Welt offenbar, übertreffend selbst der Götter göttliche Pracht. Da äußerte der Erhabene folgenden feierlichen Ausspruch:

 

"Verstanden hat wahrlich Kondañño, verstanden hat wirklich Kondañño". Daher erhielt Kondañño den Namen 'Der Versteher Kondañño'."


Vergleiche MV.I.1.6


S.56.12.-15. Vom Vollendeten gesprochen; Faktoren; Gebiete; Zu behalten I - Tathāgata, Khandha, Ajjhattikāyatana, Paṭhamadhāraṇa Sutta

(Entbehrlich.)


S.56.16. Zu behalten II - Dutiyadhāraṇa Sutta

 

"Behaltet ihr wohl, ihr Mönche, die von mir gezeigten vier edlen Wahrheiten?" Auf diese Worte sprach einer der Mönche: "Ich behalte die vom Erhabenen gezeigten vier edlen Wahrheiten".

"Wie aber behältst du, o Mönch, die von mir gezeigten vier edlen Wahrheiten?"

 

"Das Leiden, o Herr, behalte ich als die erste der vom Erhabenen gezeigten edlen Wahrheiten, die Leidensentwicklung als zweite, die Leidensauflösung als dritte, das zur Leidensauflösung führende Vorgehen als die vierte der vom Erhabenen gezeigten edlen Wahrheiten. Daß da irgendein Asket oder Brahmane sagen könnte: 'Nicht ist Leiden die erste der vom Asketen Gotamo gezeigten edlen Wahrheiten, nicht Leidensentwicklung die zweite, nicht Leidensauflösung die dritte, nicht das zur Leidensauflösung führende Vorgehen die vierte der vom Asketen Gotamo gezeigten Wahrheiten. Dieses Leiden als erste der Wahrheiten verwerfend, werde ich ein anderes Leiden als erste Wahrheit zeigen, diese Leidensentwicklung, diese Leidensauflösung, dieses zur Leidensauflösung führende Vorgehen als zweite, dritte, vierte edle Wahrheiten zeigen', - ein solcher Fall findet sich nicht.

So behalte ich, o Herr, die vom Erhabenen gezeigten vier edlen Wahrheiten".

 

"Gut, gut, o Mönch, gut behältst du die vom Erhabenen gezeigten vier edlen Wahrheiten. Genau so behalte, o Mönch, die von mir gezeigten vier edlen Wahrheiten. Daher, o Mönch, hast du dich also anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen' ".


S.56.17.-18. Unwissen und Wissen - Avijjā, Vijjā Sutta

 

Es begab sich einer der Mönche zum Erhabenen, begrüßte ihn und setzte sich seitwärts nieder. Zur Seite sitzend, wandte sich dieser Mönch an den Erhabenen:

 

"Unwissen, Unwissen, o Herr, sagt man. Was ist nun, o Herr, Unwissen und wie ist einer dem Unwissen nachgegangen?"

 

"Wer da, o Mönch, das Leiden nicht kennt, die Leidensentwicklung nicht kennt, die Leidensauflösung nicht kennt, das zur Leidensauflösung führende Vorgehen nicht kennt, der ist unwissend und dem Unwissen nachgegangen

 

Wissen, Wissen, o Herr, sagt man. Was ist nun, o Herr, Wissen, und wie ist einer dem Wissen nachgegangen?"

"Wer da, o Mönch, das Leiden kennt, die Leidensentwicklung kennt, die Leidensauflösung kennt, das zur Leidensauflösung führende Vorgehen kennt, der ist wissend und der ist dem Wissen nachgegangen.

 

Da hast du dich, o Mönch, also anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'".


S.56.19. Erläuterungen - Saṅkāsana Sutta

 

 

Sonst wären

für 'Dies ist die edle Wahrheit vom Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

 

Daher hast du dich, o Mönch, anzustrengen, um zu erkennen:


S.56.20. Sosein - Tatha Sutta

 

"Diese vier, ihr Mönche, sind so, sind nicht nicht so, sind nicht anders. Welche vier? Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen. Diese vier, ihr Mönche, sind so, sind nicht nicht so, sind nicht anders.

 

Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'".


3. Koṭigāma Vagga

S.56.21. Wissen I - Paṭhamakoṭigāma Sutta

 

Das hab ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei den Vajjinern beim Dorfe Koti. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche:

 

"Weil da, ihr Mönche, die vier edlen Wahrheiten nicht verstanden, nicht durchdrungen waren, ist eben diese lange Laufbahn umwandelt worden, umkreist worden, von mir sowie von euch. Welche vier?

 

Weil das Leiden, ihr Mönche, als edle Wahrheit nicht verstanden, nicht durchdrungen war, ist eben diese lange Laufbahn umwandelt worden, umkreist worden, von mir sowie von euch.

 

Weil die Leidensentwicklung, ihr Mönche, als edle Wahrheit nicht verstanden, nicht durchdrungen war, ist eben diese lange Laufbahn umwandelt worden, umkreist worden, von mir sowie von euch.

 

Weil die Leidensauflösung, ihr Mönche, als edle Wahrheit nicht verstanden, nicht durchdrungen war, ist eben diese lange Laufbahn umwandelt worden, umkreist worden, von mir sowie von euch.

 

Weil das zur Leidensauflösung führende Vorgehen, ihr Mönche, nicht verstanden, nicht durchdrungen war, ist eben diese lange Laufbahn umwandelt worden, umkreist worden, von mir sowie von euch.

 

Da ist jetzt, ihr Mönche, das Leiden als edle Wahrheit verstanden, durchdrungen, die Leidensentwicklung als edle Wahrheit verstanden, durchdrungen, die Leidensauflösung als edle Wahrheit verstanden, durchdrungen, das zur Leidensauflösung führende Vorgehen als edle Wahrheit verstanden, durchdrungen, abgeschnitten der Daseinsdurst, versiegt die Daseinsader, und nicht mehr gibt es Wiedersein.

 

Also sprach der Erhabene. Als der Willkommene das gesagt hatte, sprach fernerhin also der Meister:

 

"Vier Dinge sind es, edel, wahr:
und sieht man die nicht wirklich ein,
die lange Laufbahn kreist man um,
Geburten um Geburten hin.
 
Jetzt also sind sie recht erkannt:
die Daseinsader ist versiegt,
des Leidens Wurzel abgesägt,
und nicht mehr gibt es Wiedersein".

S.56.22. Wissen II - Dutiyakoṭigāma Sutta

 

Welche Asketen und Brahmanen auch, ihr Mönche, 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen' nicht wirklichkeitsgemäß verstehen, diese Asketen und Brahmanen sind unter den Asketen und Brahmanen keine echten Asketen und Brahmanen, und diese Ehrwürdigen erreichen bei Lebzeiten nicht das Ziel der Asketen und Brahmanen, es im eigenen Überblick verwirklichend und erringend.

 

Welche Asketen und Brahmanen aber, ihr Mönche, 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende vorgehen Wirklichkeitsgemäß verstehen, diese Asketen und Brahmanen sind unter den Asketen und Brahmanen die echten Asketen und Brahmanen, und diese Ehrwürdigen erreichen bei Lebzeiten das Ziel der Asketen und Brahmanen, es selber überblickend und verwirklichend".

Also sprach der Erhabene. Als der Willkommene das gesagt hatte, sprach fernerhin also der Meister: 

"Wer da das Leiden nicht erkennt,
wie Leiden sich entwickeln kann
und wie das Leiden untergeht,
indem es restlos ganz versiegt,
und wer den Pfad da nicht gewahrt,
der zu des Leids Beruhigung führt,
 
gemüterlöst, er wird es kaum,
weisheiterlöst nicht minder sein,
nicht kann ein Ende machen er,
Geburt und Alter überstehn.
 
Doch wer das Leiden hier erkennt,
wie Leiden sich entwickeln kann,
und wo das Leiden allzumal
sich ohne Überrest verliert,
und wer den Pfad da wohl gewahrt,
der zu des Leids Beruhigung führt,
 
gemüterlöst, er wird es bald,
weisheiterlöst nicht minder sein:
er kann ein Ende machen so,
Geburt und Alter überstehn".
 

S.56.23. Der Vollkommen Erwachte - Sammāsambuddha Sutta

 

In Sāvatthi.

"Es gibt, ihr Mönche, diese vier edlen Wahrheiten. Welche vier? Die edle Wahrheit vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung und von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen.

 

Weil der Vollendete, ihr Mönche, bei diesen vier edlen Wahrheiten wirklichkeitsgemäß voll erwacht ist, deshalb wird er der Heillge, Vollkommen Erwachte genannt. Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen"'.


S.56.24. Heilige - Arahanta Sutta

 

In Sāvatthi.

"Die da, ihr Mönche, in vergangenen Zeiten als Heilige, Vollkommen Erwachte wirklichkeitsgemäß voll erwacht waren, die es in künftigen Zeiten sein werden, die es jetzt sind, alle die erwachten, werden erwachen, erwachen wirklichkeitsgemäß bei den vier edlen Wahrheiten.

 

Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen"'.


S.56.25. Triebversiegung - Āsavakkhaya Sutta

 

"Dem Kenner, ihr Mönche, dem Sehenden verheiße ich Triebversiegung, nicht einem Nichtkenner und Nichtsehenden. Was aber, ihr Mönche, muß gekannt, was gesehen werden zur Triebversiegung? 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen', das muß erkannt, das muß gesehen werden zur Triebversiegung.

 

Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'".


S.56.26. Freunde - Mitta Sutta

 

"Diejenigen, ihr Mönche, mit denen ihr Mitleid habt und von denen ihr meint, daß sie zuhören würden, eure Freunde und Genossen, Angehörigen und Blutsverwandten, die sollen von euch, ihr Mönche, im wirklichkeitsgemäßen Verstehen der vier edlen Wahrheiten angeregt, bestärkt und gefestigt werden. In welchen vier? In der edlen Wahrheit vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung, von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen.

 

Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'".


S.56.27. Soheit - Tatha Sutta

 

"Diese vier edlen Wahrheiten, ihr Mönche, gibt es. Welche vier? Die edle Wahrheit vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung, von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen.

 

Diese vier edlen Wahrheiten, ihr Mönche, sind so, sind nicht nicht so, sind nicht anders: darum werden sie edle Wahrheiten genannt.

 

Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um sie zu erkennen".


S.56.28. Welt - Loka Sutta

 

"Diese vier edlen Wahrheiten, ihr Mönche, gibt es. Welche vier? Die edle Wahrheit vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung, von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen.

 

In der Welt mit ihren Göttern, ihren Māros und Brahmas, mit ihrer Schar von Asketen und Brahmanen, mit ihren Göttern und Menschen ist der Vollendete der Edle. Daher werden sie edle Wahrheiten genannt.

Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um sie zu erkennen".


S.56.29. Zu durchschauen - Pariññeyya Sutta

 

"Diese edlen Wahrheiten, ihr Mönche, gib, es. Bei diesen vier edlen Wahrheiten, ihr Mönche, gibt es eine Wahrheit, die zu durchschauen ist, eine Wahrheit, die zu überwinden ist, eine Wahrheit, die zu verwirklichen ist, eine Wahrheit, die zu entfalten ist.

Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um sie zu erkennen".


S.56.30. Gavampati - Gavampati Sutta

Zu einer Zeit weilten viele ältere Mönche im Lande der Cetiyer bei Sahajāti. Nachdem sie vom Almosengang zurückgekehrt waren, saßen sie in einem Pavillon zusammen. Nachdem sie dort zusammengekommen waren, ergab sich unter ihnen folgendes Gespräch:

"Wer da, Brüder, das Leiden sieht, sieht auch die Leidensentwicklung, sieht auch die Leidensauflösung, sieht auch das zur Leidensauflösung führende Vorgehen".

Auf diese Worte wandte sich der Ehrwürdige Gavampati also an die älteren Mönche:

"Aus dem Munde des Erhabenen, Brüder, habe ich es gehört, aus seinem Munde erfahren: 


4. Sīsapāvana Vagga

S.56.31. Simsapā - Sīsapāvana Sutta

Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Kosambi im Simsapā-Walde. Da nun nahm der Erhabene wenige Simsapā-Blätter in die Hand und wandte sich an die Mönche:

"Was meint ihr, ihr Mönche: Was ist wohl mehr: Die wenigen Simsapā-Blätter in meiner Hand oder die da oben im Simsapā-Walde?"

"Gering, sind die wenigen Simsapā-Blätter in der Hand des Erhabenen, o Herr, viel mehr sind die vielen da aber im Simsapā-Walde. Ganz ebenso, ihr Mönche, gibt es viel mehr, was ich überblickt und nicht offenbart habe, und was ich offenbart habe, ist gering. Was ist das aber, was ich nicht offenbart habe, ihr Mönche? Was da, ihr Mönche, nicht heilsam ist, nicht urasketentümlich, was nicht zum Nichts-daran-finden, zur Entreizung, zur Auflösung, zur Beruhigung, zum Überblicken, zur Erwachung, zum Nirvāna führt. Das ist von mir nicht offenbart worden.

Was ist das aber, was ich offenbart habe?

Das ist von mir offenbart worden. Und warum ist dies von mir offenbart worden? Weil es, ihr Mönche, heilsam ist, urasketentümlich, weil es zum Nichts-daran-finden, zur Entreizung, zur Auflösung, zur Beruhigung, zum Überblicken, zur Erwachung, zum Nirvāna führt. Daher habe ich es offenbart. Da habt ihr euch denn, meine Mönche, dafür anzustrengen".


S.56.32. Die Akazie - Khadirapatta Sutta

"Wollte da einer, ihr Mönche, sagen: 'Ohne die edle Wahrheit vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung, von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen wirklichkeitsgemäß durchdrungen zu haben, werde ich dem Leiden völlig ein Ende machen', so wäre das unmöglich.

Gleichwie, wenn da einer sagen würde: 'Aus Blättern der Akazie, aus Blättern des Judasbaums, aus Blättern der Myrobalane will ich ein Blattgefäß machen, um Wasser zu schöpfen oder es als Fächer zu verwenden', so wäre das nicht möglich.

Wollte da aber einer, ihr Mönche sagen: 'Nachdem ich die edle Wahrheit vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung, von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen wirklichkeitsgemäß durchdrungen habe, werde ich dem Leiden ein Ende machen', so wäre das möglich.

Gleichwie, wenn da einer sagen würde 'Aus Blättern des Lotus, aus Blättern des Pulasa-Baumes, aus Blättern der Liane will ich ein Blattgefäß machen, um Wasser zu schöpfen oder es als Fächer zu verwenden', so wäre das möglich.

Da habt ihr euch denn, meine Mönche, dafür anzustrengen".


S.56.33. Der Stock - Daṇḍa Sutta

"Wie ein Stock, ihr Mönche, den man in die Höhe wirft, einmal mit seinem unteren Ende zu Boden fällt, einmal mit der Mitte und einmal mit der Spitze, ebenso steht es mit den Wesen, die, gehemmt vom Unwissen, vom Durst gefesselt, umherwandeln, umher kreisen. Einmal gehen sie von dieser Welt zu jener Welt; einmal kehren sie von jener Welt zu dieser Welt zurück.

Und aus welchem Grunde? Weil sie, ihr Mönche, die vier edlen Wahrheiten nicht geschaut haben.

Welche vier?

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen".


S.56.34. Der Turban - Cela Sutta

"Wenn jemandem, ihr Mönche, der Turban oder der Kopf in Brand geraten ist, was ist dann angebracht?"

"Wenn da, o Herr, jemandem der Turban oder der Kopf in Brand geraten ist, dann ist, um ihn zu löschen, ein mächtiger Wille, Mühen, Ausdauer, Heldenmut, Nichtzurückweichen, Achtsamkeit und Klarbewußtsein angebracht".

"Der brennende Turban oder Kopf, ihr Mönche, mag einem noch gleichgültig sein, ihm mag man keine Aufmerksamkeit schenken, aber um die nicht durchdrungenen vier edlen Wahrheiten wirklichkeitsgemäß zu durchdringen, da ist mächtiger Wille, Mühen, Ausdauer, Heldenmut, Nichtzurückweichen, Achtsamkeit und Klarbewußtsein angebracht.

Welche vier?

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.35. Hundert Speere - Sattisata Sutta

Gleichwie etwa, wenn da ein Mann wäre, der hundert Jahre lebte, hundert Jahre alt würde, zu dem würde man also sprechen: 'Komm, lieber Mann, du sollst morgens mit hundert Speeren gespießt werden, mittags mit hundert Speeren gespießt werden, abends mit hundert Speeren gespießt werden. Und wenn du, lieber Mann, so Tag für Tag mit 300 Speeren gespießt, 100 Jahre lebtest, 100 Jahre alt würdest - und dann würdest du die nicht durchdrungenen vier edlen Wahrheiten durchdringen'. Der Familiensohn, ihr Mönche, der auf sein Heil bedacht ist, sollte das auf sich nehmen. Aus welchem Grunde?

Ohne ausdenkbaren Anfang ist dieses Wandelsein. Ein erster Anfang der Speerschläge, der Schwertschläge, der Axtschläge ist nicht zu erkennen.

Wenn dem aber auch so ist, ihr Mönche, so sage ich doch nicht, daß das Durchdringen der vier edlen Wahrheiten mit Leiden und Trübsal verbunden sei. Vielmehr sag ich, daß das Durchdringen der vier edlen Wahrheiten mit Glück und Frohsinn verbunden ist.

Welcher vier?

Das habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.36. Lebewesen - Pāṇa Sutta

"Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn ein Mann alles an Grashalmen, Stöcken und Zweigen mit Blättern in Indien abschneiden und zusammen bündeln würde. Hätte er alles so gebündelt, wurde er daraus Pfähle machen. Hätte er Pfähle gemacht, würde er all die großen Lebewesen in dem großen Ozean mit großen Pfählen aufspießen, danach die mittleren Lebewesen im großen Ozean mit mittleren Pfählen und schließlich die kleinen Lebewesen im großen Ozean mit kleinen Pfählen. Da würden aber, ihr Mönche, selbst die großmächtigen Lebewesen im großen Ozean nicht alle aufgebraucht werden, aber was es an Grashalmen, Stöcken und Zweigen mit Blättern in Indien gibt, das wurde völlig versiegen und aufgebraucht werden. Wie viel mehr blieben im großen Ozean von den kleinen Lebewesen übrig, die nicht mit Pfählen aufgespießt würden. Aus welchem Grunde? Wegen der Kleinheit ihrer Selbstgestaltung, ihr Mönche.

Ebenso groß ist, ihr Mönche, der Abweg. Ist auch der Abweg ebenso groß, so ist doch eine in Ansicht bewährte Person völlig von ihm befreit, wenn sie wirklichkeitsgemäß erkennt: Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

Das habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen".  


S.56.37. Gleichnis von der Sonne I - Paṭhamasūriya Sutta

"Dem Sonnenaufgang, ihr Mönche, geht dieses voraus, ist dieses das Vorzeichen, nämlich das Frühmorgenrot. Ebenso nun auch, ihr Mönche, geht dem wirklichkeitsgemäßen Durchdringen der vier edlen Wahrheiten eines vorauf, ist dafür eines das Vorzeichen, nämlich rechte Anschauung. Von einem Mönch, ihr Mönche, der rechte Anschauung besitzt, steht dies zu erwarten, nämlich, daß er erkennt: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

Das habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen".


S.56.38. Gleichnis von der Sonne II - Dutiyasūriya Sutta

"Solange, ihr Mönche, nicht Sonne und Mond in der Welt erschienen sind, solange auch wird dort kein großes Licht und kein großer Glanz offenbar. Solange herrscht dort Dunkelheit und Finsternis: Verdunkelung und Verfinsterung. Da ist weder Tag und Nacht zu unterscheiden noch Monde und halbe Monde nach Jahreszeiten.

Wenn aber, ihr Mönche, Sonne und Mond in der Welt erscheinen, dann werden dort großes Licht und großer Glanz offenbar. Es gibt dann nicht Dunkelheit und Finsternis, nicht Verdunkelung und Verfinsterung. Man kann Tag und Nacht unterscheiden, ebenso Monde und halbe Monde und Jahreszeiten.

Ebenso nun auch, ihr Mönche: Solange nicht der Vollendete in der Welt erscheint, der Heilige, Vollkommen Erwachte, solange werden auch kein großes Licht und kein großer Glanz offenbar. Solange herrscht dort Dunkelheit und Finsternis: Verdunkelung und Verfinsterung. Da werden die vier edlen Wahrheiten nicht gezeigt, aufgewiesen, dargelegt, dargestellt, enthüllt, entwickelt, offenbar gemacht.

Wenn aber, ihr Mönche, der Vollendete in der Welt erscheint, der Heilige, Vollkommen Erwachte, dann werden auch ein großes Licht und ein großer Glanz offenbar. Es herrscht dort nicht mehr Dunkelheit und Finsternis: es gibt keine Verdunkelung und Verfinsterung. Da werden die vier edlen Wahrheiten gezeigt, aufgewiesen, dargelegt, dargestellt, enthüllt, erläutert, entwickelt, offenbar gemacht. Welche vier? Die edle Wahrheit vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung, von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen. Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.39. Der Eckstein - Indakhīla Sutta

"Die Asketen und Brahmanen, ihr Mönche, die da nicht wirklichkeitsgemäß erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen', die hängen immer wieder an den Lippen anderer Asketen und Brahmanen: 'Ob der wohl etwas wirklich weiß, wirklich sieht?'

Gleichwie da etwa, ihr Mönche, ein Flaum oder ein Baumwollflöckchen, wenn ein leichter Wind es ergreift, auf ebenen Grund geweht wird, da wird es vom östlichen Wind nach Westen geblasen, vom westlichen Wind nach Osten, vom nördlichen Wind nach Süden, vom südlichen Wind nach Norden. Aus welchem Grund? Wegen der Leichtigkeit der Baumwolle.

Ebenso nun auch, ihr Mönche, ist es bei den Asketen und Brahmanen, die die vier edlen Wahrheiten nicht wirklichkeitsgemäß erkennen: Sie hängen immer wieder an den Lippen anderer Asketen und Brahmanen: 'Ob der wohl etwas wirklich weiß, wirklich sieht?' Aus welchem Grund? Weil sie die vier edlen Wahrheiten nicht geschaut haben. Alle die Asketen und Brahmanen aber, ihr Mönche, die die vier edlen Wahrheiten wirklichkeitsgemäß erkannt haben, die hängen nicht immer an den Lippen anderer Asketen und Brahmanen: 'Ob der wohl etwas wirklich weiß, wirklich sieht?'

Gleichwie da, ihr Mönche, eine eherne Säule oder ein Eckstein, tief eingelassen, gut eingegraben, ob auch aus der östlichen Richtung ein heftiger Sturm und Regen sich erhöbe, aus der westlichen, der nördlichen, der südlichen, die Säule oder der Eckstein nicht schwanken, nicht schwanken, beben und zittern würde. Aus welchem Grunde? Weil, ihr Mönche, der Eckstein tief eingelassen, gut eingegraben ist.

Ebenso nun auch, ihr Mönche, ist es bei den Asketen und Brahmanen, die die vier edlen Wahrheiten wirklichkeitsgemäß erkennen. Sie hängen nicht immer wieder an den Lippen anderer Asketen und Brahmanen: 'Ob der wohl wirklich etwas weiß, wirklich sieht?'. Aus welchem Grunde? Weil sie die vier edlen Wahrheiten wohl geschaut haben. Welche vier? Die edle Wahrheit vom Leiden, die edle Wahrheit von der Leidensentwicklung, die edle Wahrheit von der Leidensauflösung, die edle Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen. Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen. 


S.56.40. Dogmatiker - Vādatthika Sutta

"Wer auch immer, ihr Mönche, als Mönch wirklichkeitsgemäß erkennt: 

wenn zu dem aus östlicher, westlicher, nördlicher, südlicher Richtung ein Asket oder Brahmane käme, der auf Dogmen aus ist, der Dogmen sucht und denkt: 'Sein Dogma werde ich ihm entwinden', und wenn ein solcher die Lehre jenes Mönches erschüttern, zum Beben und Wanken bringen wollte - ein solcher Fall findet sich nicht.

Gleichwie, ihr Mönche, wenn da eine Steinsäule wäre, 16 Kubikmeter lang, und 8 Kubikmeter wären davon in die Erde eingelassen, 8 Kubikmeter blieben darüber, und es käme aus östlicher oder westlicher oder nördlicher oder südlicher Richtung heftiger Wind und Regen, so könnte er doch die Steinsäule nicht erschüttern, nicht zum Beben und Wanken bringen. Aus welchem Grund? Weil die Steinsäule tief eingelassen, gut eingegraben ist.

Ebenso nun auch, ihr Mönche, ist es, wenn ein Mönch wirklichkeitsgemäß erkennt: 

Wenn da aus östlicher, westlicher, südlicher, nördlicher Richtung ein Asket oder Brahmane käme, der auf Dogmen aus ist, Dogmen sucht, und denkt: 'Sein Dogma werde ich ihm entwinden': daß ein solcher die Lehre jenes Mönches erschüttern, zum Beben und Wanken bringen könnte, ein solcher Fall findet sich nicht. 

Und aus welchem Grund? Gut geschaut hat er, ihr Mönche, die vier edlen Wahrheiten. 

Welche vier? 

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen".  


5. Papāta Vagga

S.56.41. Nachdenken II - Lokacintā Sutta

Zu einer Zeit weilte der Erhabene in Rājagaham im Bambushaine am Futterplatz der Eichhörnchen. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche:

"Einstmals, ihr Mönche, ging ein Mann aus Rājagaham hinaus und nahm sich vor: 'Ich will über den Weltgedanken nachdenken'. Er kam zum Lotusteich von Sumāgadhā und setzte sich dort am Ufer nieder. Es sah nun dieser Mann einen viergliedrigen Heerzug in einen Lotusstengel hineinziehen. Als er das gesehen hatte, dachte er: 'Ich muß wohl verrückt geworden sein, ich muß wohl wahnsinnig geworden sein: 'Ich habe etwas gesehen, was es in der Welt nicht gibt'.

Als nun, ihr Mönche, dieser Mann in die Stadt zurückgekehrt war, sagte er zu vielen Leuten: 'Ich muß wohl verrückt geworden sein, ihr Herren, ich muß wohl wahnsinnig geworden sein: Ich habe etwas gesehen, was es in der Welt nicht gibt'.

'Wieso bist du denn, lieber Mann, verrückt geworden, wieso bist du wahnsinnig geworden? Was hast du denn gesehen, was es in der Welt nicht gibt?'

Da berichtete der Mann den ganzen Vorgang und schloß: 'Deshalb, ihr Herren, muß ich wohl verrückt geworden sein, muß ich wohl wahnsinnig geworden sein, und das war es, was ich gesehen habe, und was es in der Welt nicht gibt'.

'In der Tat, lieber Mann: du bist verrückt geworden, du bist wahnsinnig geworden; das gibt es in der Welt nicht, was du gesehen hast'.

Aber dieser Mann, ihr Mönche, hatte etwas Wirkliches gesehen, nicht etwas Unwirkliches. Einstmals war nämlich eine Schlacht zwischen den Göttern und den Dämonen entbrannt. In dieser Schlacht siegten die Götter, die Dämonen unterlagen. Besiegt, ihr Mönche, flohen die Dämonen in Panik durch den Lotusstengel in die Dämonenburg aus Angst vor den Göttern.

Deshalb, ihr Mönche, denkt nicht über Weltgedanken nach wie: 'Ewig ist die Welt' oder Nicht ewig ist die Welt'; 'Endlich ist die Welt' oder 'Nicht endlich ist die Welt'; 'Wie das Leben, so der Leib' oder 'Anders ist das Leben, anders der Leib'; 'Der Vollendete ist nach dem Tode, ist nicht nach dem Tode, ist sowohl als auch, ist weder noch nach dem Tode'.

Solches Nachdenken, ihr Mönche, 

Wenn ihr nachdenkt, ihr Mönche, dann bedenkt: 

Aus welchem Grunde? Solches Nachdenken, ihr Mönche, 

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.42. Der Abgrund - Papāta Sutta

 

Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Rājagaham auf dem Felsen des Geierkulms. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche: "Laßt uns, ihr Mönche, zur 'Spitze der Antwort' gehen, dort den Tag über zu weilen".

"Gewiß, o Herr", erwiderten da jene Mönche dem Erhabenen.

So begab sich nun der Erhabene mit vielen Mönchen zur 'Spitze der Antwort'. Da sah einer der Mönche von der 'Spitze der Antwort' aus einen großen Abgrund und sagte zum Erhabenen: "Das ist ja, o Herr, wirklich ein großer Abgrund, ein wohl zu fürchtender Abgrund, o Herr. Gibt es nun wohl, o Herr, noch einen anderen Abgrund, der noch größer und noch mehr zu fürchten ist?"

"Das gibt es, ihr Mönche, es gibt wirklich noch einen anderen Abgrund, der noch größer und noch mehr zu fürchten ist. 

Was ist das aber für ein Abgrund? 

Alle jene Asketen und Brahmanen, ihr Mönche, die nicht wirklichkeitsgemäß erkennen: 

alle diese erfreuen sich an Gestaltungen, die zu Geburt führen, zum Altern führen, zum Sterben führen, zu Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung führen. 

Weil sie aber daran erfreut sind, deshalb gestalten sie solche Gestaltungen, die zu Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung führen. 

Und weil sie solche Gestaltungen gestalten, stürzen sie in den Abgrund von Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung. 

Sie alle werden nicht völlig erlöst von Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung. Sie werden nicht völlig erlöst vom Leiden, sag ich.

 

Alle jene Asketen und Brahmanen, ihr Mönche, die da erkennen: 

alle diese erfreuen sich nicht an Gestaltungen, die zu Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung führen.

 

Weil sie daran nicht erfreut sind, deshalb gestalten sie nicht solche Gestaltungen. Und weil sie solche Gestaltungen nicht gestalten, stürzen sie auch nicht in diesen Abgrund. Sie werden völlig erlöst von Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung. Sie werden völlig erlöst vom Leiden, sag ich.

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen".  


S.56.43. Fieberbrand - Mahāpariḷāha Sutta

 

"Es gibt, ihr Mönche, eine 'Große Fieberbrand' genannte Hölle. Was auch immer einer dort mit dem Auge an Formen sieht, mit dem Ohr an Tönen hört, mit der Nase an Düften riecht, mit der Zunge an Säften schmeckt, mit dem Körper an Gegenständen tastet, wessen er mit dem Geist an Dingen bewußt wird, er erlebt nur Nicht-Ersehntes, kein Ersehntes, nur Unerfreuliches, kein Erfreuliches".

Auf diese Worte wandte sich ein gewisser Mönch an den Erhabenen: "Groß, wahrlich, o Herr, ist dieser Fieberbrand, sehr groß, wahrlich, ist dieser Fieberbrand. Gibt es aber, o Herr, wohl außer diesem Fieberbrand noch einen größeren und schrecklicheren Fieberbrand?"

"Es gibt, o Mönch, außer diesem Fieberbrand noch einen größeren und schrecklicheren Fieberbrand".

"Was ist das aber, o Herr, für ein Fieberbrand, noch größer und noch schrecklicher als dieser?"

"Alle jene Asketen und Brahmanen, o Mönch, die nicht wirklichkeitsgemäß erkennen: '

alle diese erfreuen sich an Gestaltungen, die zu Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung führen. 

Weil sie aber daran erfreut sind, gestalten sie solche Gestaltungen. Und weil sie solche Gestaltungen gestalten, werden sie verzehrt vom Fieberbrand, von Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung. Sie alle werden nicht völlig erlöst von Geburt, Altern, Sterben, Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsinn und Verzweiflung. Sie werden nicht völlig erlöst vom Leiden, sag ich.

Alle jene Asketen und Brahmanen, ihr Mönche, die da erkennen: 'Das ist das Leiden, die Leidensentwicklung, die Leidensauflösung, das zur Leidensauflösung führende Vorgehen', alle diese erfreuen sich nicht an Gestaltungen, die zu Geburt bis Verzweiflung führen. Weil sie aber nicht daran erfreut sind, deshalb gestalten sie nicht solche Gestaltungen. Und weil sie nicht solche Gestaltungen gestalten, werden sie nicht verzehrt vom Fieberbrand von Geburt bis Verzweiflung. Sie werden völlig davon erlöst. Sie werden völlig erlöst vom Leiden, sag ich. 

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.44. Giebelhaus  - Kūṭāgāra Sutta

"Wollte da einer, ihr Mönche, sagen 'Ohne die edle Wahrheit vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung, von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen wirklichkeitsgemäß durchdrungen zu haben, werde ich dem Leiden völlig ein Ende machen', so wäre das unmöglich.

Gleichwie als wenn, ihr Mönche, einer so spräche: 'Ich will bei einem Giebelhaus, ohne den Unterbau errichtet zu haben, den Oberbau in Angriff nehmen', das wäre unmöglich.

Wollte da aber einer, ihr Mönche, sagen: 'Nachdem ich die edle Wahrheit vom Leiden, von der Leidensentwicklung, von der Leidensauflösung, von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen wirklichkeitsgemäß durchdrungen haben, werde ich dem Leiden völlig ein Ende machen', so wäre das möglich.

Gleichwie als wenn, ihr Mönche, einer so spräche: 'Ich will bei einem Giebelhaus, nachdem ich den Unterbau errichtet habe, den Oberbau in Angriff nehmen', das wäre möglich. Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.45. Das enge Loch I - Vāla Sutta

Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Vesālī im Großen Walde in der Halle des Giebelhauses. Da erhob sich der Ehrwürdige Anando am Morgen, nahm Mantel und Schale und begab sich nach Vesālī um Almosen. Es sah nun der Ehrwürdige Anando viele junge Licchavier, die sich vor der Versammlungshalle im Bogenschießen übten. Sie richteten aus weiter Entfernung den Pfeil nach der Enge eines Schlüsselloches und brachten ihn Schuß um Schuß durch, jeweils den Schaft zersplitternd, ohne Fehlschuß.

Nachdem er dies gesehen hatte, dachte er: "Geübt sind, wahrlich, diese jungen Licchavier, wohl geübt sind, wahrlich, diese jungen Licchavier, daß sie aus weiter Entfernung den Pfeil nach der Enge eines Schlüssellochs richten und ihn Schuß um Schuß durchbringen, jeweils den Schaft zersplitternd, ohne Fehlschuß".

Als nun der Ehrwürdige Anando seinen Almosengang in Vesālī beendet hatte, zurückgekehrt war und das Mahl eingenommen hatte, begab er sich zum Erhabenen, setzte sich zur Seite nieder und berichtete ihm, was er gesehen und gedacht hatte.

Was meinst du, Anando, was ist schwerer auszuführen, was ist schwerer zu vollbringen: so zu schießen oder eines siebenmal gespaltenen Haares Spitze gegen Spitze zu treffen?"

"Das wäre wohl, o Herr, schwerer auszuführen, schwerer zu vollbringen: eines siebenmal gespaltenen Haares Spitze gegen Spitze zu treffen".

"Und doch hat man, Anando, schwerer zu Durchbohrendes durchbohrt, wenn man 

Da habt ihr, Anando, euch dafür anzustrengen". 


S.56.46. Finsternis - Andhakāra Sutta

"Es gibt, ihr Mönche, Zwischenwelten, düstere, ordnungslose, finstere, finster umnachtete, wo selbst diese Sonne und dieser Mond, die so mächtigen, so gewaltigen, mit ihrem Glanz nicht hinreichen".

Auf diese Worte wandte sich ein gewisser Mönch an den Erhabenen: "Groß, wahrlich, o Herr, ist diese Finsternis, sehr groß, wahrlich, o Herr, ist diese Finsternis. Gibt es nun wohl außer dieser Finsternis noch eine größere und schrecklichere Finsternis?"

"Es gibt, o Mönch, noch eine größere und schrecklichere Finsternis als diese".

"Was ist das aber, o Herr, für eine Finsternis, die noch größer und schrecklicher als diese ist?"

"Alle jene Asketen und Brahmanen, o Mönch, die nicht wirklichkeitsgemäß erkennen: 'Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen', alle diese erfreuen sich an Gestaltungen, die zu Geburt bis Verzweiflung führen. Weil sie aber daran erfreut sind, gestalten sie solche Gestaltungen. Und weil sie solche Gestaltungen gestalten, stürzen sie in die Finsternis von Geburt bis Verzweiflung. Sie alle werden nicht völlig erlöst von Geburt bis Verzweiflung. Sie werden nicht völlig erlöst vom Leiden, sag ich.

Alle jene Asketen und Brahmanen aber, die da erkennen: 'Das ist das Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das das zur Leidensauflösung führende Vorgehen', alle diese erfreuen sich nicht an Gestaltungen, die zu Geburt bis Verzweiflung führen. Weil sie aber nicht daran erfreut sind, deshalb gestalten sie nicht solche Gestaltungen. Und weil sie nicht solche Gestaltungen gestalten, stürzen sie nicht in die Finsternis von Geburt bis Verzweiflung. Sie alle werden davon völlig erlöst. Sie werden völlig erlöst vom Leiden, sag ich. Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen".


S.56.47. Das enge Loch II - Paṭhamachiggaḷayuga Sutta

Gleichwie, ihr Mönche, wenn ein Mann eine einkehlige Reuse in den Ozean würfe, und es wäre da eine einäugige Schildkröte, die von 100 zu 100 Jahren je einmal emportauchte. Was meint ihr da, Mönche, sollte da etwa die einäugige Schildkröte, die von 100 zu 100 Jahren immer je einmal emportaucht, mit ihrem Halse in jene einkehlige Reuse hineingeraten?"

"Wohl kaum, o Herr, oder doch nur irgend einmal vielleicht, im Verlaufe langer Zeiten".

"Eher noch mag, ihr Mönche, die einäugige Schildkröte mit dem Halse in jene einkehlige Reuse geraten, wenn sie von 100 zu 100 Jahren immer je einmal auftaucht, als daß ein Tor, sobald er einmal in den Abgrund gegangen ist, wieder Menschentum erreichte, sag ich. Aus welchem Grunde?

Weil es dort, ihr Mönche, keinen gerechten Wandel, keinen geraden Wandel, kein heilsames Wirken, kein verdienstvolles Wirken gibt: Einer den andern auffressen ist dort, ihr Mönche, der Brauch, den Schwachen ermorden. Aus welchem Grunde?

Weil, ihr Mönche, die vier edlen Wahrheiten nicht geschaut werden.

Welche vier?

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.48. Das enge Loch III - Dutiyachiggaḷayuga Sutta

Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn diese große Erde gänzlich mit Wasser bedeckt wäre, und es hätte ein Mann eine einkehlige Reuse hinein geworfen; die würde vom östlichen Winde nach Westen getrieben, vom westlichen Winde nach Osten getrieben, vom nördlichen Winde nach Süden getrieben, vom südlichen Winde nach Norden getrieben; und es wäre da eine einäugige Schildkröte, die von 100 zu 100 Jahren je einmal emportauchte. Was meint ihr nun, ihr Mönche: sollte da die einäugige Schildkröte, die von 100 zu 100 Jahren immer je einmal emportaucht, in jene einkehlige Reuse mit ihrem Halse hineingeraten?"

"Nur selten mag es sein, o Herr, daß eine solche einäugige Schildkröte, die von 100 zu 100 Jahren immer je einmal emportaucht, in jene einkehlige Reuse mit ihrem Halse hineingeraten kann".

So selten auch nur ist es, ihr Mönche, daß man Menschentum erlangt. So selten auch nur ist es, ihr Mönche, daß ein Vollendeter in der Welt erscheint, ein Heiliger, Vollkommen Erwachter. So selten auch nur ist, ihr Mönche, daß eine vom Vollendeten kundgetane Lehre und Ordnung in der Welt leuchtet.

Da ist jetzt, ihr Mönche, Menschentum erlangt, und ein Vollendeter ist in der Welt erschienen, ein Heiliger, Vollkommen Erwachter, und eine vom Vollendeten kundgetane Lehre und Ordnung leuchtet in der Welt.

Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um zu erkennen:


S.56.49. Sineru I - Paṭhamasinerupabbatarāja Sutta

 "Gleichwie, ihr Mönche, wenn ein Mann auf dem Sineru, dem König der Berge, sieben bohnengroße Kiesel hinlegen würde. Was meint ihr da, ihr Mönche, was mehr ist, diese sieben dort hingelegten bohnengroßen Kiesel oder der Sineru, der König der Berge?"

"Größer ist, o Herr, dies, nämlich der Sineru, der König der Berge. Gering sind die 7 dort hingelegten bohnengroßen Kiesel. Sie zählen nicht, sie können überhaupt nicht verglichen werden. Sie sind nicht ein Bruchteil des Sineru, des Königs der Berge, gegenüber den dort niedergelegten 7 bohnengroßen Kieseln".

"Ebenso nun auch, ihr Mönche, hat ein edler Jünger, der in Ansicht bewährt ist, eine Person, die die Zeit gemeistert hat, viel mehr Leiden versiegt und aufgebracht, wenig nur ist noch übrig: es zählt nicht, kann überhaupt nicht verglichen werden. Es ist nicht ein Bruchteil gegenüber der früheren Leidensmasse, die versiegt und aufgebraucht ist, nämlich höchstens noch 7 Leben für den, der erkennt: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'. Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.50. Sineru II - Dutiyasinerupabbatarāja Sutta

"Gleichwie, ihr Mönche, wenn der Sineru, der König der Berge, verschwunden und aufgebracht wäre, ausgenommen 7 bohnengroße Kiesel, was meint ihr da, ihr Mönche, was wäre mehr, der verschwundene und aufgebrauchte Sineru, der König der Berge, oder die übrig gebliebenen 7 bohnengroßen Kiesel?"

"Größer ist, o Herr, dies, nämlich der verschwundene und aufgebrauchte Sineru, der König der Berge; gering sind die übrig gebliebenen 7 bohnengroßen Kiesel. Sie zählen nicht, sie können überhaupt nicht verglichen werden. Sie sind nicht ein Bruchteil: Der Verschwundene und aufgebrauchte Sineru, der König der Berge, gegenüber den übrig gebliebenen 7 bohnengroßen Kieseln".

 

"Ebenso nun auch, ihr Mönche, hat ein edler Jünger, der in Ansicht bewährt ist, eine Person, die die Zeit gemeistert hat, viel mehr Leiden versiegt und aufgebraucht. Wenig nur ist noch übrig, es zählt nicht, es kann nicht verglichen werden. Es ist nicht ein Bruchteil gegenüber der früheren Leidensmasse, die versiegt und aufgebracht ist, nämlich höchstens noch 7 Leben für den, der erkennt: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


6. Abhisamaya Vagga

S.56.51. Die Nagelspitze - Nakhasikha Sutta

Da nun hob der Erhabene ein bißchen Staub mit der Nagelspitze auf und wandte sich an die Mönche: "Was meint ihr wohl, ihr Mönche: was ist mehr, das bißchen Staub, das ich aufgehoben habe oder diese große Erde?"

"Diese große Erde, o Herr, ist mehr: wenig nur ist das bißchen Staub, das der Erhabene mit der Nagelspitze aufgehoben hat. Es zählt nicht, es kann überhaupt nicht verglichen werden. Es ist nicht ein Bruchteil, das bisschen Staub, das der Erhabene mit der Nagelspitze aufgehoben hat gegenüber der großen Erde".

 

"Ebenso nun auch, ihr Mönche, hat ein edler Jünger, der in Ansicht bewährt ist, eine Person, die die Zeit gemeistert hat, viel mehr Leiden versiegt und aufgebraucht. Wenig nur ist noch übrig, es zählt nicht, es kann nicht verglichen werden. Es ist nicht ein Bruchteil gegenüber der früheren Leidensmasse, die versiegt und aufgebraucht ist, nämlich höchstens noch 7 Leben für den, der erkennt: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.52. Der Teich - Pokkharaṇī Sutta

 

"Gleichwie, ihr Mönche, wenn da ein Teich wäre, 50 Meilen in der Länge, 50 Meilen in der Breite, 50 Meilen in der Tiefe, randvoll mit Wasser, Krähen schlürfbar, und es höbe ein Mann da auf der Spitze eines Kusa-Grases Wasser heraus. Was meint ihr, ihr Mönche, was ist wohl mehr: das Wasser, das man auf der Spitze eines Kusa-Grases herausgeholt hat oder das Wasser im Teich?"

 

"Dieses Wasser im Teich, o Herr, ist mehr; wenig nur ist das Wasser, das man auf der Spitze eines Kusa-Grases herausgeholt hat. Es zählt nicht, es kann überhaupt nicht verglichen werden. Es ist nicht ein Bruchteil: das Wasser, das man auf der Spitze eines Kusa-Grases herausgeholt hat, gegenüber dem Wasser im Teich".

 

"Ebenso nun auch, ihr Mönche, hat der edle Jünger mehr Leiden versiegt. Höchstens noch 7 Leben sind übrig für den, der die 4 Wahrheiten erkennt.

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.53. Zusammenfließen I - Paṭhamasaṃbhejja Sutta

"Gleichwie, ihr Mönche, wenn da nach dem Zusammenfließen, nach der Vereinigung großer Flüsse wie des Ganges, der Yamunā, der Aciravatī, der Sarabhū, der Mahī, ein Mann dort zwei oder drei Wassertropfen herausnähme. Was meint ihr, ihr Mönche, was ist wohl mehr: die zwei oder drei Wassertropfen, die er herausgenommen hat oder das zusammengeflossene Wasser?"

 

"Dieses zusammengeflossene Wasser, o Herr, ist mehr; wenig nur sind zwei oder drei Wassertropfen, die er herausgenommen hat. Sie zählen nicht, sie können überhaupt nicht verglichen werden. Sie sind nicht ein Bruchteil: die zwei oder drei herausgeholten Wassertropfen gegenüber dem zusammengeflossenen Wasser.

"Ebenso nun auch, ihr Mönche, hat der edle Jünger mehr Leiden versiegt. Höchstens noch 7 Leben sind übrig für den, der die 4 Wahrheiten erkennt. Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.54. Zusammenfließen II - Dutiyasaṃbhejja Sutta

 

"Gleichwie, ihr Mönche, wenn da nach dem Zusammenfließen, nach der Vereinigung großer Flüsse wie des Ganges, der Yamunā, der Aciravatī, der Sarabhū, der Mahī; das Wasser versiegte und aufgebraucht würde und nur zwei oder drei Wassertropfen übrig blieben? Was ist da mehr?

 

"Dieses zusammengeflossene Wasser, o Herr, das versiegte und aufgebraucht wurde, ist mehr: wenig nur sind jene zwei oder drei Wassertropfen, die übrig blieben. Sie zählen nicht, sie können überhaupt nicht verglichen werden. Sie sind nicht ein Bruchteil: die zwei oder drei Wassertropfen, die übrig blieben gegenüber dem zusammengeflossenen Wasser.

 

"Ebenso nun auch, ihr Mönche, hat der edle Jünger mehr Leiden versiegt. Höchstens noch 7 Leben sind übrig für den, der die 4 Wahrheiten erkennt. Da habt iht euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.55.-56. Die Erde I-II - Paṭhama-, Dutiya-mahāpathavī Sutta

 

Gleichwie, ihr Mönche, wenn da ein Mann auf der großen Erde sieben Kügelchen, groß wie der Kern einer Brustbeere, niederlegte, oder wenn die große Erde versiegte und aufgebraucht würde bis auf sieben Kügelchen, groß wie der Kern einer Brustbeere. Was meint ihr, ihr Mönche, was ist da mehr?"

 

"Diese große Erde, o Herr, ist mehr: Wenig nur sind die sieben niedergelegten Kügelchen, groß wie der Kern einer Brustbeere. Oder das, was von der großen Erde versiegt und aufgebraucht ist, ist mehr: Wenig nur sind die sieben übrig gebliebenen Kügelchen".

 

"Ebenso nun auch, ihr Mönche, hat der edle Jünger mehr Leiden versiegt. Höchstens noch 7 Leben sind übrig für den, der die 4 Wahrheiten erkennt.

Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.57.-58. Das Meer I-II - Paṭhama-, Dutiya-mahāsamudda Sutta

 

"Gleichwie, ihr Mönche, wenn da ein Mann aus dem großen Meere zwei oder drei Tropfen herausnähme oder wenn das große Meer versiegte und aufgebraucht würde bis auf zwei oder drei Wassertropfen, die übrig blieben. Was meint ihr, ihr Mönche, was ist da mehr?"

 

"Dieses Wasser im großen Meer, o Herr, ist mehr: Wenig nur sind die herausgeholten zwei oder drei Wassertropfen. Oder das Wasser im großen Meer, das versiegt und aufgebraucht ist, ist mehr: Wenig nur sind die zwei oder drei übrig gebliebenen Wassertropfen".

 

"Ebenso nun auch, ihr Mönche, hat der edle Jünger mehr Leiden versiegt. Höchstens noch 7 Leben sind übrig für den, der die 4 Wahrheiten erkennt. Da habt ihr euch, meine Mönche, dafür anzustrengen". 


S.56.59.-60. Das Gleichnis vom Berge I-II - Paṭhama-, Dutiya-pabbatūpama Sutta

 

"Gleichwie, ihr Mönche, wenn da ein Mann auf dem Himālaya, dem König der Berge, sieben senfkorngroße Kiesel hinlegen wurde. Oder wenn der Himālaya, der König der Berge, versiegte und aufgebraucht würde und nur 7 senfkerngroße Kiesel übrig blieben. Was meint ihr, ihr Mönche, was ist da mehr?"

 

"Dieser Himālayo, der König der Berge, ist mehr: Wenig nur sind die 7 dort hingelegten senfkorngroßen Kiesel. Oder das, was vom Himālaya, dem König der Berge, versiegt und aufgebraucht ist, ist mehr: Wenig nur sind die übrig gebliebenen 7 senfkorngroßen Kiesel".

 

"Ebenso nun auch, ihr Mönche, hat ein edler Jünger, der in Ansicht bewährt ist, eine Person, die die Zeit gemeistert hat, viel mehr Leiden versiegt und aufgebraucht. Wenig nur ist noch übrig: Es zählt nicht, es kann nicht verglichen werden. Es ist nicht ein Bruchteil gegenüber der früheren Leidensmasse, die versiegt und aufgebraucht ist, nämlich noch höchstens 7 Leben für den, der erkennt: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'.

 

Daher habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um zu erkennen: 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'".  


7. Paṭhamaāmakadhaññapeyyāla Vagga

S.56.61.-131. Schlußbetrachtung: Es ist anders -

1. Aññatra Sutta

Da nun hob der Erhabene ein bißchen Staub mit der Nagelspitze auf und wandte sich an die Mönche:

"Was meint ihr, ihr Mönche, was ist mehr, das bißchen Staub, das ich mit der Nagelspitze aufgehoben habe oder die große Erde?"

 

"Diese große Erde, o Herr, ist mehr: Wenig nur ist das bißchen Staub, das der Erhabene mit der Nagelspitze aufgehoben hat. Es zählt nicht; es kann damit überhaupt nicht verglichen werden. Es ist nicht ein Bruchteil: das bißchen Staub, das der Erhabene mit der Nagelspitze aufgehoben hat, gegenüber der großen Erde".

"Ebenso nun auch, ihr Mönche

(61) werden wenige Wesen unter den Menschen wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die außerhalb des Menschentums wiedergeboren werden,

2. Paccanta Sutta

(62) werden wenige der Wesen in den mittleren Ländern wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die in den angrenzenden Ländern geboren werden, unter unverständigen Barbaren,

3. Paññā Sutta

(63) folgen wenige Wesen dem edlen Weisheitsauge nach; viel mehr sind es der Wesen, die dem Unwissen folgen, verblendet sind,

4. Surāmeraya Sutta

(64) liegt es wenigen Wesen fern, berauschende Getränke wie Wein und Schnaps zu trinken, sich zu berauschen; viel mehr sind es der Wesen, denen dies nicht fern liegt,

5. Odaka Sutta

(65) werden wenige Wesen auf dem Lande geboren; viel mehr sind die Wesen, die im Wasser geboren werden,

6-7. Matteyya, Petteyya Sutta

(66-67) ehren wenige Wesen Mutter und Vater, viel mehr sind es der Wesen, die sie nicht ehren,

8-9. Sāmañña, Brahmañña Sutta

(68-69) ehren wenige Wesen Asketen und Brahmanen, viel mehr sind es der Wesen, die sie nicht ehren,

10. Pacāyika Sutta

(70) ehren wenige Wesen die Älteren der Familie; viel mehr sind es der Wesen, die sie nicht ehren,


8. Dutiyaāmakadhaññapeyyāla Vagga

1. Pāṇātipāta Sutta

(71) liegt es wenigen Wesen fern, Lebendiges umzubringen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

2. Adinnādāna Sutta

(72) liegt es wenigen Wesen fern, Nichtgegebenes zu nehmen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

3. Kāmesumicchācāra Sutta

(73) liegt es wenigen Wesen fern, sexuell auszuschweifen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

4. Musāvāda Sutta

(74) liegt es wenigen Wesen fern, zu lügen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

5. Pesuñña Sutta

(75) liegt es wenigen Wesen fern, zu hintertragen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

6. Pharusavācā Sutta

(76) liegt es wenigen Wesen fern, zu schelten, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

7. Samphappalāpa Sutta

(77) liegt es wenigen Wesen fern, zu schwatzen; viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

8. Bījagāma Sutta

(78) liegt es wenigen Wesen fern, Sämereien und Pflanzungen anzulegen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

9. Vikālabhojana Sutta

(79) liegt es wenigen Wesen fern, zur Unzeit zu essen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

10. Gandhavilepana Sutta

(80) liegt es wenigen Wesen fern, Blumen, Düfte, Salben zu gebrauchen und sich damit zu schmücken; viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,


9. Tatiyaāmakadhaññapeyyālavaggo

1. Naccagīta Sutta

(81-90) liegt wenigen Wesen fern: Tanz-Gesang-Musik-Schaustellungen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

2. Uccāsayana Sutta

(82) liegt wenigen Wesen fern: hohe prächtige Lagerstätten, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

3. Jātarūparajata Sutta

(83) liegt wenigen Wesen fern: das Annehmen von Geld, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

4. Āmakadhañña Sutta

liegt wenigen Wesen fern: das Annehmen von Fleisch und Fisch, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

5. Āmakamaṃsa Sutta

liegt wenigen Wesen fern: das Annehmen von rohem Getreide, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

6. Kumārika Sutta

liegt wenigen Wesen fern: das Annehmen von Frauen und Mädchen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

7. Dāsidāsa Sutta

liegt wenigen Wesen fern: das Annehmen von Knechten und Mägden, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

8. Ajeḷaka Sutta

liegt wenigen Wesen fern: das Annehmen von Ziegen, Schafen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

9. Kukkuṭasūkara Sutta

liegt wenigen Wesen fern: das Annehmen von Hühnern und Schweinen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

10. Hatthigavassa Sutta

liegt wenigen Wesen fern: das Annehmen von Elefanten, Rindern und Rossen; viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,


10. Catutthaāmakadhaññapeyyāla Vagga

1. Khettavatthu Sutta

(91) liegt wenigen Wesen fern: Grund und Boden anzunehmen, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

2. Kayavikkaya Sutta

(92) liegt wenigen Wesen fern: Kauf und Verkauf, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

3. Dūteyya Sutta

(93) liegt wenigen Wesen fern: falsches Maß und Gewicht, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

4. Tulākūṭa Sutta

(94 liegt wenigen Wesen fern: die schiefen Wege der Bestechung, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

5. Ukkoṭana Sutta

(95) liegt wenigen Wesen fern: Täuschung und Niedertracht, viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,

6-11. Chedanādi Sutta

(96-101) liegt wenigen Wesen fern: Stechen, Schlagen, Binden, Rauben, Plündern, Gewalttaten; viel mehr Wesen liegt dies nicht fern,


11. Pañcagatipeyyāla Vagga

1. Manussacutiniraya Sutta

(102) werden wenige Wesen, die als Menschen abscheiden, unter Menschen wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, als Menschen abgeschieden, in der Hölle wiedergeboren werden,

2. Manussacutitiracchāna Sutta

(103) werden wenige Wesen, die als Menschen abscheiden, unter Menschen wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, als Menschen abgeschieden, in tierischem Schoß wiedergeboren werden,

3. Manussacutipettivisaya Sutta

(104) werden wenige Wesen, die als Menschen abscheiden, unter Menschen wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, als Menschen abgeschieden, im Gespensterreich wiedergeboren werden,

4-5-6. Manussacutidevanirayādi Sutta

(105-107) werden wenige Wesen, die als Menschen abscheiden, bei den Göttern wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, als Menschen abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden,

7-9. Devacutinirayādi Sutta

(108-110) werden wenige Wesen, die als Götter abscheiden, bei den Göttern wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, als Götter abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden,

10-12. Devamanussanirayādi Sutta

(111-113) werden wenige Wesen, die als Götter abscheiden, unter Menschen wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, als Götter abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden,

13-15. Nirayamanussanirayādi Sutta

(114-116) werden wenige Wesen, die, in der Hölle abgeschieden, unter Menschen wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, in der Hölle abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden,

16-18. Nirayadevanirayādi Sutta

(117-119) werden wenige Wesen, die, in der Hölle abgeschieden, unter Göttern wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, in der Hölle abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden,

19-21. Tiracchānamanussanirayādi Sutta

(120-122) werden nur wenige Wesen, die aus tierischem Schoß abscheiden, unter Menschen wiedergeboren, viel mehr sind es der Wesen, die, aus tierischem Schoß abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden,

22-24. Tiracchānadevanirayādi Sutta

(123-125) werden nur wenige Wesen, die aus tierischem Schoß abscheiden, unter Göttern wiedergeboren, viel mehr sind es der Wesen, die, aus tierischem Schoß abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden,

25-27. Pettimanussanirayādi Sutta

(126-128) werden nur wenige Wesen, die aus dem Gespensterreich abscheiden, unter Menschen wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, aus dem Gespensterreich abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden.

28-29. Pettidevanirayādi Sutta

(129-130) werden nur wenige Wesen, die aus dem Gespensterreich abscheiden, unter Göttern wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, aus dem Gespensterreich abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden.

30. Pettidevapettivisaya Sutta

(131) werden nur wenige Wesen, die aus dem Gespensterreich abscheiden, unter Göttern wiedergeboren; viel mehr sind es der Wesen, die, aus dem Gespensterreich abgeschieden, in der Hölle, in tierischem Schoß, im Gespensterreich wiedergeboren werden.

Was ist der Grund dafür? Das Nichtschauen, ihr Mönche, der vier edlen Wahrheiten. Welcher vier?

Da habt ihr euch, meine Mönche, anzustrengen, um zu erkennen:

Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.


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