Digha Nikaya 34

Digha Nikāya - Die Längere Sammlung

Pātika Vagga - Buch des Pātikaputto

Dritter Teil - Elfte Rede

34.1 Dasuttara Sutta, Die Zehnerfolge - (Pali)

DAS HAB' ICH GEHÖRT. ZU einer Zeit weilte der Erhabene bei Campā, am Gestade des Gaggarā-Sees, mit einer großen Schar Mönche, mit etwa fünfhundert Mönchen insgesamt.

Da hat denn der ehrwürdige Sāriputto sich an die Mönche gewandt: «Brüder Mönche!» - «Bruder!» erwiderten aufmerksam die Mönche dort dem ehrwürdigen Sāriputto. Der ehrwürdige Sāriputto sprach also:

«Die Zehnerfolge weis' ich auf,
Die Lehre zur Erlöschung hin, 
Ein Ziel zu schaffen allem Weh, 
Wo jede Fessel fallen muß. 


Ein Ding:

Ein Ding, ihr Brüder, 

 

«Was für ein Ding ist wertzuhalten? 

Was für ein Ding ist auszubilden? 

Was für ein Ding ist zu durchschauen? 

Was für ein Ding ist aufzuheben? 

Was für ein Ding bringt Nachteil? 

Was für ein Ding bringt Vorteil? 

Was für ein Ding ist schwer zu treffen? 

Was für ein Ding ist zu erzeugen? 

Was für ein Ding ist zu verstehen? 

Was für ein Ding ist zu verwirklichen? 

 

So sind das zehn Dinge, wahre, echte, wirkliche, nicht unwirkliche, unveränderliche, die der Vollendete vollkommen erkundet hat.


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Fußnoten:

(*120) Back Im A.IV.199, ed. Siam. p. 298 (PTS fehlerhaft) wird gesagt: 

«Wenn es, ihr Mönche, ein <ich bin> gibt, gibt es ein <das bin ich>, ein <so bin ich>, ein <anders bin ich>, ein <wesend bin ich>, ein <denkend bin ich>; gibt es ein <seiend>, ein <das seiend>, ein <so seiend>, ein <anders seiend>, ein <vielleicht seiend>, ein <vielleicht das seiend> ein <vielleicht so seiend>, ein <vielleicht anders seiend>; gibt es ein <sein werden>, ein <das sein werden>, ein <so sein werden>, ein <anders sein werden>. 

Es sind achtzehn Arten, wie der Durst umherschweift und nach innen angehangen bleibt. - Das ist, ihr Mönche, der Durst, der wie ein Netzwerk sich hinstreckt, verbreitet, ausgreift, worin diese Welt aufgerieben wird, eingehaspelt ist, als Garn verflochten, als Knäuel vernestelt, Bast und Bindfaden geworden, und kann nicht dem Abweg, der üblen Fährte, dem Verderben, der Wandelwelt entkommen.» - 

Wie aber überhaupt die Vorstellung einer Ichheit zustande kommt, ist im Samy.3.41 (PTS 46) derart gezeigt, daß ein unerfahrener, gewöhnlicher Mensch Form oder Gefühl, Wahrnehmung oder Unterscheidung oder Bewußtsein als sich selbst betrachtet, oder sich selbst als diesen ähnlich, oder in sich selbst diese, oder in diesen sich selbst: 

«auf solche Weise aber ist er eben da zu dieser Vorstellung von <Ich bin> gekommen. Ist man aber erst, ihr Mönche, zur Vorstellung des <Ich bin> gekommen, dann ist auch schon der Eintritt der fünf Sinne erfolgt, Gesicht, Gehör, Geruch, Geschmack, Getast. Es gibt, ihr Mönche, ein Denken, es gibt Dinge, es gibt eine Art Unwissen (adtthi avijjādhādtu). Wird nun, ihr Mönche, ein unerfahrener, gewöhnlicher Mensch von einer Empfindung getroffen, die aus Berührung mit Unwissen entsteht, so kommt ihm wohl etwa vor <Ich bin>, oder kommt ihm auch vor <Das bin ich>, oder kommt ihm auch vor <Ich werde sein >, oder <Ich werde nicht sein>, oder auch etwa <Formhaft werde ich sein>, oder <Unformhaft werde ich sein>, oder kommt ihm auch vor <Bewußt werde ich sein>, oder <Unbewußt werde ich sein>, oder <Weder bewußt noch unbewußt werde ich sein.> 

Nun bestehen zwar, ihr Mönche, da wohl die fünf Sinne: aber dabei geht dem erfahrenen, heiligen Jünger das Unwissen unter, das Wissen geht auf. Weil ihm da der Reiz des Unwissens geschwunden und das Wissen aufgegangen ist, kommt ihm nun nicht mehr vor <Ich bin>, kommt ihm auch nicht mehr vor <Das bin ich>, es kommt ihm nichts mehr vor von <Ich werde sein> oder <Ich werde nicht sein>, von <Formhaft werde ich sein> oder <Unformhaft werde ich sein>, von <Bewußt oder unbewußt oder weder bewußt noch unbewußt werde ich sein>.» 

So wird der Dünkel der Ichheit aufgehoben, wie oben Sāriputto, im Hinblick auf solche Erfahrung, bezeugt. Die Persönlichkeit ist zerstoben, Gleichwie ein zarter Hauch, so ganz ähnlich dem flüchtigen Traume.


(*121) Back So das Ende der 128. Rede der Mittleren Sammlung. - Unveränderliche Dinge: das sind Dinge, die nicht anders werden können, anders nicht möglich sind, die nicht anders als so und nur so sind; unveränderlich als unabänderlich: das bedeutet anaññatha. Vergl. Samyuttakanikāyo vol. V p. 430f. 

«Diese vier, ihr Mönche, sind wirklich, nicht unwirklich, sind unveränderlich: und zwar welche vier? 'Das ist das Leiden': das ist wirklich, ihr Mönche, das ist nicht unwirklich, das ist unveränderlich; 'Das ist die Leidensentwicklung', 'Das ist die Leidensauflösung', 'Das ist der Pfad zur Leidensauflösung': das sind, ihr Mönche, die vier, die wirklich sind, nicht unwirklich, die unveränderlich sind.»


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